Archiv der Kategorie: der Türkei

Merhaba Türkei – Grüße aus Izmir

Liebe Grüße aus unserem Camp in Izmir!
Wir sind die Merhaba-Blogger und werden euch die nächsten zwei Wochen begleiten.
Auf unserem Blog erwarten euch atemberaubende tägliche Einblicke in das Camp-Leben.
Das Blogger-Team besteht aus: Alena, Semia, Akuma, Ergün, Theodora und Petar

Wir freuen uns schon auf euch und euer Feedback!

Allgeimeines Know-how über das Camp

Was passiert hier überhaupt und wer sind wir?

 Das Programm Merhaba Deutschland – Hallo Türkiye ist eine Kooperationsarbeit mit dem Goethe-Institut Ankara, um genau zu sein der Initiative PASCH. Wir, die Campteilnehmer, bestehen aus rund 120 Schülern, welche für einen zweiwöchigen Zeitraum zusammen leben und aus sieben verschiedenen Ländern stammen: Deutschland, Ukraine, Russische Föderation, Kroatien, Rumänien, Republik Moldau und dem Gastgeberland Türkei. 
Wir alle sind jedoch nicht ohne Grund hierher gekommen – was uns verbindet sind die Camp-Themen Theater und Musik/Multimedia, sowie der kulturelle Austausch, der uns durch dieses Kurzprogramm geboten wird.
Anders als die anderen Teilnehmer bekommen die YFU-Schüler zusätzlich die Chance, in den türkischen Familienalltag einzutauchen, indem sie eine Woche in einer Gastfamilie verbringen.

Hoşgeldik Izmir!



Hitze. Das war vermutlich das Erste, woran alle gedacht haben. Obwohl uns bewusst war, dass die Türkei für ihr sommerliches Wetter bekannt ist, kamen die 33 Grad am Flughafen unerwartet. Müde und erschöpft durch den Flug gingen wir zur Gepäckausgabe und warteten eine halbe Stunde lang ungeduldig auf die Ankunft eines jeden Koffers. Unsere Hoffnung so schnell wie möglich in die Betten zu fallen, wurde jedoch zunichte gemacht:
 Die beiden Busse in denen wir zu unserem Internat fahren sollten, irrten eine gesamte Stunde lang durch immer dieselben Straßen, um den Weg zur Schule zu finden. Tatsächlich war das im Nachhinein gar nicht einmal so schlecht, denn die Busse hatten etwas, was die Schule nicht besaß: Klimaanlagen. Was Besseres hätte man sich ja gar nicht für den ersten Tag vorstellen können!

Es war ungewohnt, doch auf seine Art und Weise schön. Vor allem die Tatsache, dass man auch mit den Schülern der anderen Länder auf einem Zimmer lebt, war äußerst erfreulich. 
Die ersten Gespräche mit den anderen Teilnehmern waren ziemlich schwierig, denn auch, wenn Deutsch die Camp-Sprache sein sollte, verstanden es die meisten noch wenig. Doch bin ich mir sicher, dass der Deutschunterrnicht, der demnächst stattfinden soll, sie nicht nur hier, sondern auch im späteren Leben, weiterbringen wird. 
Ansonsten kann man noch sagen, dass das Essen hier wunderbar schmeckt! Natürlich ist das Ansichtssache, doch meine Meinung dazu steht fest: NIE WIEDER DEUTSCHES ESSEN! ;D

Der Abend verging, die Bettruhe kam, doch noch immer war es erstickend warm!
 Im Fluss des Redens, die Menschen erfreut, kam der frühe Morgen erneut. 
Doch ohn‘ Schlaf und ohn‘ Ruh, fielen uns irgendwann die Augen zu :)

Und mit diesem Gedicht verabschiede ich mich einmal ^-^

Grüße
Mia, für das Merhaba-Blogger-Team

***

Beim YFU-Kurzaustauschprogramm Merhaba Deutschland – Hallo Türkiye! lernen Jugendliche aus ganz Deutschland die türkische Kultur und Sprache kennen und nehmen gemeinsam mit türkischen und süd- und osteuropäischen Jugendlichen an kreativen Camps teil. Das Theatercamp Unendliche Geschichten und das Musik- und Multimediacamp Klangstraßensymphonie finden beide vom 20. Juli–08. August 2015 in Izmir statt und werden von der Initiative PASCH des Goethe-Institut Ankara organisiert. Die dritte Woche verbringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer türkischen Gastfamilie. Alle YFU-Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden finanziell von der Stiftung Mercator unterstützt.

 

Schule

Aber erst einmal noch eine Woche Ferien. Da ich hier noch niemanden kannte und auch noch nicht alleine Metro oder Bus fahren durfte, bedeutete das hauptsaechlich Langeweile. Den Großteil meiner Zeit habe ich also alleine zuhause verbracht und versucht, mir die türkische Grammatik ein wenig naeher zu bringen. Ein bisschen Abwechslung gab es aber schon, wie zum Beispiel ein Treffen mit den YFU-Freiwilligen, die in Ankara leben (und fast alle ihr Auslandsjahr in Deutschland verbracht haben) oder der „Besuch“ verschiedenster Ministerien. Der Tag, an dem wir die ganzen Formalien erfüllen mussten war wahrscheinlich bisher einer der eindrucksvollsten hier. Nur so viel: nachdem wir (mein Gastvater und ich) an fünf verschiedenen Orten weggeschickt und auf eine andere zustaendige Stelle verwiesen worden, um dann schlussendlich in einem überfüllten kelleraehnlichen Raum, durch den fröhlich zwitschern zwei Wellensittiche flogen, rauszukommen, kann ich nur noch über Menschen laecheln, die über die Arbeit in deutschen Ministerien schimpfen 😉 Naja, das Formular das ich brauchte habe ich jedenfalls bekommen.
An den Wochenenden besuchen wir meistens irgendwelche Verwandte oder Bekannte. Davon gibt es unglaublich viele, und bei allen bekommt man Çay, etwas zu essen und ein Fotoalbum in die Hand gedrückt, um sich noch mehr Familienmitglieder anzuschauen.

Nachdem die Ferienwoche überstanden war, begann am Montag die Schule. İch besuche ein Anadolu Lisesi, das heißt eine Schule für die neunte bis zwölfte Klasse. İch gehe in die zehnte, obwohl ich die letztes Jahr in Deutschland schon gemacht habe, aber in der elften und zwölften Klasse sind alle Schüler so sehr mit der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung (oder Aufnahmeprüfung für die Uni, ich weiß es nicht genau) beschaeftigt, dass es dort sehr schwer geworden waere, Freunde zu finden. Die Leute in meiner Klasse sind alles sehr nett und interessiert, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, ob sie verstanden haben, warum ich hier bin. Auf jeden Fall versuchen alle, sich, soweit es ihre Englischkenntnisse zulassen, mit mir zu unterhalten, und naja, ein bisschen Türkisch verstehe ich ja auch. Außer den in Deutschland üblichen Faechern habe ich hier jetzt Türkische Literatur, Deutsch als Fremdsprache, Psychologie, Geometrie (zusaetzlich zu Mathe), İslamische Religion und Kultur und noch ein zwei Faecher, bei denen ich noch nicht genau weiß, was sie sein sollen. Momentan ist der Unterricht noch recht entspannt, was heißen soll, dass wir eigentlich nichts machen. Der Lehrer ist zwar da, geht aber nur durch die Reihen und schaut zu, wie sich die Schüler so die Zeit vertreiben. İch hoffe und glaube, dass sich das in den naechsten Wochen aber aendern wird.

Bis bald und viele Grüße
Lena

Nach der Ankunft ist vor der Ankunft

In den letzten Tagen befand ich mich wohl im bislang merkwürdigsten Stadium der Auslandsjahrvorbereitung: schübeweise befiel mich ab und zu Aufregung, die gleichzeitig Vorfreude und Angst mitsich brachte und in manchen dieser Momente wurde mir die Endgültigkeit meiner Abreise bewusst. Die meiste Zeit wurde ich allerdings durch die letzten Vorbereitungen recht gut abgelenkt. Die Gastgeschenke mussten besorgt werden, der nötige Papierkram wollte zusammengesucht sein und eigentlich wollte ich ja auch noch Türkisch lernen?!

Aber dann ging es am Sonntag endlich los: von Dresden nach München, von wo wir alle zusammen die „große Reise“ antraten. Nach einem nur knapp 2 1/2 stündigen Flug kamen wir im sonnigen İzmir an. Die Tage seitdem haben wir 17 Austauschschüler (14 Deutsche, eine Kanadierin, eine Niederlaenderin und eine US- Amerikanerin) in einer Jugendbegegnungsstaette nördlich von İzmir zusammen verbracht, oder besser gesagt genossen, denn hier ist es wunderschön und alles ist ungewohnt entspannt. Bei den Seminaren hören wir die Wellen des Mittelmeers hinter uns rauschen und Schutz vor der immer scheinenden Sonne finden wir unter Palmen. Außerdem sind wir alle jetzt schon abhaengig von Çay (Tee), den wir hier fast rund um die Uhr trinken.

Die Zeit hier neigt sich aber nun auch langsam dem Ende zu und heute ist schon der letzte Abend. Morgen werde ich dann nach einer ca. 8 stündigen Autofahrt mein eigentliches Ziel erreichen und in Ankara endlich meine Gastfamilie kennenlernen.

İch hoffe, bald mehr berichten zu können. Viele Grüße, Lena

Türkei? Wirklich??

Merhaba, benim adım Lena. Ich heiße Lena, bin 16 Jahre alt und das waren so ziemlich alle türkischen Wörter, die ich kenne. Dennoch, oder gerade deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ab dem 1. September mit Unterstützung der Mercator-Stiftung ein Auslandsjahr in der Türkei zu verbringen. Warum gerade dort weiß ich auch nicht genau und obwohl ich diese Frage in letzter Zeit immer häufiger beantworten muss, fällt es mir immer noch recht schwer zu erklären, was genau mich an dem Land, was so viele Deutsche schon aus dem Urlaub oder aus der Dönerbude um die Ecke zu kennen glauben, fasziniert.

Als ich mich vor ungefähr einem Jahr bei YFU beworben habe, standen die unterschiedlichsten Länder auf meiner Wunschliste. Obwohl ich mich damals kaum entscheiden konnte, in welches ich am liebsten wollte, bin ich jetzt sehr froh, dass es die Türkei geworden ist! Ich freue mich auf so vieles: auf das türkische Familienleben und auf den Unterricht in der Schule, der zumindest in den naturwissenschaftlichen Fächern wesentlich anspruchsvoller sein soll als in Deutschland. Ich freue mich auf das Essen und natürlich vor allem darauf, eine komplett neue Sprache zu lernen, die so anders ist als deutsch. Nach meiner wunderbaren Vorbereitungstagung im Mai bin ich außerdem sehr gespannt, wie wir, das heißt die anderen Austauschschüler und ich, uns während des Jahres verändern werden und welche Erfahrungen wir machen werden.

Momentan muss ich mich immer wieder selbst davon überzeugen, dass ich bald wirklich ‚weg‘ bin, auch wenn es vielleicht gar nicht so schlecht ist, nicht genau zu wissen, was mich erwartet, wenn am 1. September unser Flug nach İzmir an der Westküste der Türkei geht.

Nach einer Woche, die wir Austauschschüler dort zusammen verbringen werden, kommen wir dann endlich zu unseren Gastfamilien. Für mich heißt das: auf nach Ankara, wo ich mit einer Gastmutter, einem Gastvater und zwei Gastschwestern leben werde.

Bis dahin einen schönen Sommer und allen anderen Austauschschülern einen guten Start ins Auslandsjahr!

Lena