Und schon war es wieder vorbei

Hey guys,

ich hoffe sehr, dass jeder die warmen Tage genießt und sich sehnlichst an der Sonne erfreut. Deutschland scheint zurzeit wirklich ein nettes Plätzchen mit angenehmen Temperaturen zu sein, wohingegen man Ohio recht schnell mit dem Regenwald verwechseln könnte – viel Regen und sehr feuchte Luft. Aber nichtsdestotrotz genieße auch ich meine vor zwei Wochen begonnenen Sommerferien hier sehr. Dies ist mein letzter Blogeintrag, in welchem es so ziemlich um alles gehen wird. Ich hoffe er gefällt euch.

Zunähst werde ich etwas über den Monat Mai berichten, denn dieser war wirklich sehr ereignisreich. Beginnen wir doch einmal mit all den Schulkonzerten auf denen ich gewesen bin; Mädchenchor, Konzerchor und Band. Diese Konzerte werden am Ende des Jahres durchgeführt, zum einem um den Familien die Ergebnisse des Jahres zu zeigen und zum anderen um sogennante Awards zu verleihen. Ihr werdet es kaum glauben, aber selbst ich habe einen Award bekommen; “for outstanding performances“. Ich sag euch eins, das war ein sogenannter “Austauschschülerbonus“, so wie zum Beispiel Regelerlässe und sonstige “Extrawürste“, die man als vorbildlicher Austauschschüler genießen darf. Auf diesen Konzerten hatte ich aber die Möglichkeit viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, denn diese wurde immer knapper. Täglich an meinem Lunch-table zählten einige schon die Tage, bis die Schule aus war. Doch es stand noch etwas wundervolles auf dem Programm, bevor der Unterricht endgültig beendet wurde. Prom.

Prom war eine unglaubliche Nacht.

Meine beste Freundin und ich haben uns zusammen fertig gemacht, zu oldie R’n’B Songs getanzt und kamen so richtig in Partylaune. Aufgestylt und voller Vorfreude begrüßten wir Victor und Eric, unsere Dates für diesen Abend. Beide waren sehr geduldig mit uns, schossen Bilder und verhielten sich wie richtige Gentelmans; an dieser Stelle ein riesengroßes Shoutout an Nancy, Hostmom und Mom von den Jungs; du hast wirklich gute Arbeit mit ihnen geleistet. Nach unzähligen Fotos in so gut wie jeder erdenkbaren Pose, stiegen wir in unsere Limosine ein, um dann nach einer 30 minütigen Fahrt am Country Club anzukommen. Das Thema war “The Trip of a Lifetime“; alles war wunderschön und international geschmückt. Das Essen war erstaunlich gut und nach weiteren Bildern mit Freunden, lustigen Gesprächen mit dem Barkeeper und einigen Lachkrämpfen mit Victor, hatten wir schon unseren ersten Tanz. Ein kitchiger Slowdance, den ich und Victor aber einfach nur zu einem schönen Moment verwandelten. Ich hatte viele von diesen schönen Momenten. Diese “Ich-liebe-mein-leben“ – Momente. Die ganze Nacht haben wir zusammen getanzt, jeder hatte Spaß, denn jeder war einfach er selber. Es gab keinen Druck besonders “cool“ zu tanzen, es gab überhaupt keine Erwartungen. Das letzte Lied war “Party In The USA“ von Miley Cyrus und da füllten sich meine Augen ein wenig mit Tränen, denn das Lied erinnert mich so sehr an mein Jahr. Doch ich war einfach nur glücklich. Ich war glücklich, dass ich gerade auf meinem amerikanischen Prom tanze mit wundervollen Klassenkammaraden und den besten Freunden. Life is good.

Die letzten Wochen im Mai habe ich damit verbracht mich von meinen Klassenkammaraden zu verabschieden, sowohl auch von Lehrern. Auch die Schule sah ich dort zum letzten Mal und ein letzter Blick zu meinem Locker und den Hallways ließ mich nicht unbedingt besser fühlen.

Und schon war es wieder vorbei. Nun lebe ich hier nur noch zwei letzte Wochen. Ich erinnere mich noch an meine ersten; an die eingeschüchterte, ruhige Ljuba, mit bescheidenen Englischkenntnissen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich vor einem Jahr war; wie ich mich von Mama und Papa verabschiedet habe, wie ich gedacht habe, wie ich die Welt sah. Ich bin mir nicht sicher, ob man das nachvollziehen kann, wenn man noch nie alleine im Ausland gewesen ist, aber es verändert einen. Es verändert einen so sehr. In jedem Monat wartet eine neue Herrausforderung, eine neue Challenge, eine neue Lehre. All diese unangenehmen, lustigen, traurigen, wundervollen Momente lehren einem etwas, entweder über das Austauschland, über sein eigenes oder schlichthin über sich selbst. Man entwickelt sich so schnell und umso länger man weg ist, desto mehr merkt man, dass das Mädchen, dass einst “Tschüss Mama und Papa, bis in 10 Monaten“ gesagt hat, so nicht mehr wiederkommt.

Doch Veränderung ist etwas Gutes; das Leben wäre ohne sie nicht lebenswert. Wir wollen doch immer besser werden, mehr wissen, mehr erleben. Es wäre schrecklich immer auf der Stelle zu treten. Das Leben ist da um gelebt zu werden, das ist mir hier klar geworden. Alles wäre so anders gewesen, wenn ich gemütlich zu Hause geblieben wäre. Auslandsjahr? In einer Gastfamilie leben? Neue Leute? Neue Sprache? Ich hätte auch einfach in meiner Comfort-Zone bleiben können. Doch ich könnte glücklicher nicht sein, mich damals für das Jahr entschieden zu haben. Ich könnte glücklicher nicht sein, all diese Menschen, diese Plätze, all das mein zweites zu Hause nennen zu dürfen. Ich könnte glücklicher nicht sein, für dieses Jahr – für das Beste Jahr in meinem bisherigem Leben.

Ich bedanke mich bei jedem, der meinen Blog gelesen hat. Und so glücklich ich bin, dass ich dieses Jahr gewagt habe, bin ich auch glücklich nach Hause zu kommen. Alles hat ein Ende, man kann es nicht beeinflussen. Man kann traurig darüber sein, dass es zu Ende ist. Doch ich bin glücklich, dass es überhaupt passiert ist.

Goodbye America, du warst wundervoll und bis in zwei Wochen Deutschland, ich freue mich unglaublich auf euch.

Ljuba

Study Leave

05/06/2018-12.50 pm.

Hi!

Wie man gemerkt hat gibt es eigentlich absolut nichts zu erzählen.

Ich bin seit dem ersten Mai im Study Leave, heißt ich bin nur noch Zuhause anstatt in der Schule um mich selbstständig auf meine Exams vorzubereieten, die ich am 13.5, 14.5, 15.5 und 1.6 schreibe und danach auch wieder Nachhause gehen darf.

Generell habe ich abgesehen von diesen vier Tagen nichts mehr mit der Schule zu tun, hehe.
Also genieße ich einfach mein anti-social life in meinem Zimmer mit Sendungen bevor ich mich dann irgendwann mal kurz hinsetzte um etwas zu lernen.

Ansonsten habe ich leider nichts zu erzählen außer, dass das Wetter immer besser hier wird und ab und zu mal die Sonne scheint.

Bye-bye!

Spring Break und die letzten zwei Monate!

Hello guys,

während Deutschland das sommerliche Wetter genießt, kann ich mich nur an die Wärme der Sonne aus Florida erinnern. In diesem Blogeintrag werde ich über mein Spring Break berichten, über meine Geburtstagsfeier und euch außerdem erzählen, wie es ist zu wissen, dass man in weniger als 2 Monaten nach Hause fliegt.

Ende März hatten wir Spring Break und meine Gastfamilie hat sich dazu entschieden die lange Autofahrt runter nach Florida in Kauf zu nehmen, um auch nur für eine Woche den kalten Winden von Ohio zu enfliehen. Denn das mit dem Wetter ist hier wirklich so eine Sache. Man kann sich auf warme Tage nie verlassen, denn im nächsten Moment könnte schon ein neuer Schneefall warten. Angekommen in Destin, Florida hat aber niemand mehr auch nur einen Gedanken an Schnee verloren, sondern sich einfach nur der strahlenden Sonne erfreut.

Unser Apartment war direkt am Meer und der Strand in nur ein paar Minuten zu erreichen. Die Sonne hat jeder genossen, wobei ich es vielleicht ein wenig übertrieben habe. Lebensweisheit Nummer 1: Gehe in Florida nie ohne Sonnenschutz aus dem Haus. Denn selbst im März wird dich diese Sonne zerstören. Rot, wie eine Krabbe habe ich die nächsten Tage dennoch sehr genossen. Wir haben sehr viele neue Restaurants besucht, sowohl auch Zeit am Strand zusammen verbacht. Außerdem gibt kaum etwas schöneres als seinen Geburtstag am Strand zu verbringen.

Doch all diese Familienzeit war wohl nicht genug, denn Dad hat sich dazu entschieden mit uns Tiefseefischen zu gehen. Bevor noch die Sonne aufging, standen wir schon am Hafen und waren bereit uns unser Abendessen zu verdienen. Doch an diesem Tag war es besonders windig und man konnte die Wellen des Mexikanischen Golfes schon von Weitem sehen. Deswegen kommt hier meine Lebensweisheit Nummer 2: Gehe niemals auf ein kleines Boot, wenn die Wellen so aussehen, als würden sie das Boot sofort verschlucken. Es kam, wie es kommen musste: Alle wurden Seekrank, außer natürlich Dad, der das alles sogar zu genießen schien. Das Resultat war dennoch für keinen zufriedenstellend, denn das Boot musste umkehren, auf Grund von dem starkem Wellengang.

Zurück in Ohio wollten meine Schwester Abby, die nur drei Tage nach mir Geburtstag hatte, und ich diesen noch unbedingt nachfeiern. Eingeladen haben wir alle unsere Freunde und wir hatten wirklich einen wunderschönen Abend. Unser Motto war ‚International‘ und das haben besonders Victor und Takumi, Austauschschüler aus Frankreich und Japan, genossen. Am Ende des Abends hat mich Victor gefragt, ob ich sein Date beim Prom sein möchte, was der Abschlussball ist und ich habe natürlich ja gesagt.

Spring Break, Geburtstagsfeier uns bald ist schon Prom – wie schnell doch die Zeit vergeht. Im Auslandjahr kann man kaum schnell genug einen Moment einfangen, so schnell ist er schon wieder vorbei. Zwei Monate ist alles was mir noch bleibt und dann sitze ich im Flugzeug wieder nach Hause. Zurzeit merke ich immer mehr, was ich an Deutschland alles vermisse. Wer mir in Deutschland besonders fehlt. Ich erinnere mich zurück an mein Leben vor dem Auslandsjahr. Ein Leben, welches ich für eine solch lange Zeit geführt hatte, nur um es zu verlassen und hier ein komplett neues auf Zeit anzufangen. Und ehrlich gesagt, macht mir der Gedanke daran nach Hause zu gehen auch Angst. Denn dieses Auslandsjahr hat mich innerlich so verändert, so geprägt, mir die Augen geöffnet. Und in Deutschland scheint alles gleich geblieben zu sein.

Zwei Monate ist keine lange Zeit mehr. Ich führe ein Leben zwischen Trauer, all das bald verlassen zu müssen und mein amerikanisches Leben als eine werdende Erinnerung zu akzeptieren. Aber auch zwischen unglaublicher Freude auf meine Familie und Freunde, auf meine Freiheit und auf mein Leben in Deutschland, welches ich nur wegen dieser Erfahrung mit neuen Augen sehen werde.

Ljuba

 

St. Patrick’s Day

Hey alle zusammen,

leider hatte ich Probleme, den letzten Beitrag hochzuladen, habe es jetzt aber hinbekommen.

Am 17. März war St. Patrick’s Day, Nationalfeiertag in Irland. Eigentlich hatte ich geplant nach Dublin zu fahren, um mir die Parade dort anzuschauen, habe mich aber dann doch dafür entschieden, nach Galway zu fahren.

Also habe ich mich am Morgen mit einer Freundin getroffen und wir sind gemeinsam mit dem Bus nach Galway gefahren. Galway ist nur 20 Minuten entfernt, einer der Gründe, warum ich mich entschieden habe St.Patrick’s Day dort zu verbringen.

Als wir angekommen sind, haben wir uns erstmal ein einen Kaffee geholt, da wir noch genug Zeit hatten, bis die Parade angefangen hat.

Nach dem Kaffee haben wir uns einen Platz gesucht. Wir hatten echt Glück und konnten alles gut sehen.

Die Parade hat mich sehr an einen Karnevalsumzug erinnert. Verschiedene Vereine hatten Wagen geschmückt oder sich verkleidet. Die Parade war nicht soo besonders, aber die Stimmung war echt toll. Natürlich hatten wir uns auch noch passende Accessoires besorgt, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. 😉

Nach der Parade sind die meisten Leute ziemlich schnell in ein Pub verschwunden, um das Gaelic Football Spiel zu sehen. Wir haben uns dann auch etwas gesucht, um Mittag zu essen.

Nachdem wir unser leckeres Dessert gegessen hatten, sind wir noch ein bisschen durch Galway gelaufen, da wir auf den Bus warten mussten.

Nach dem wir ein paar schöne Fotos gemacht hatten, sind wir wieder nach Oughterard gefahren, wo wir uns mit ein paar Freunden getroffen haben. Später ist noch eine Freundin zum Übernachten vorbeigekommen und wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht. Den Rest des Wochenendes habe ich mit meiner Gastfamilie verbracht. Montag hatten wir schulfrei also habe ich mich mit Freunden getroffen.

Ich hoffe ihr habt jetzt eine Vorstellung davon, wie mein St. Patrick’s Day war 🙂

Eure Anna

Mein Februar und eine wundervolle Reise

Hey guys,

der Februar ist fast schon wieder vorbei und genau heute bleiben mir noch 4 Monate, bis ich nach Hause fliege. In diesem Monat ist auch wieder einiges passiert und darüber berichte ich in diesem post!

Der Februar hat angefangen mit vielen und vor allem langen Proben für das anstehende Musical „Beauty and the Beast„. Ein großer Unterschied zu Deutschland sind die außerschulischen Aktivitäten, denn meistens besuchen Jugendliche hier keine Sportvereine, sondern machen Sport oder besuchen andere Clubs in der Schule. Das bringt der Schule Ansehen und gehört einfach zum Alltag dazu. Viele machen hier nicht nur einen Sport, sondern viele, je nach dem welche Jahreszeit gerade vorherrscht. Das mit den Jahreszeiten hier ist auch wirklich eigenartig. Vor noch einer Woche sind wir auf unserem Teich Schlittschuh gelaufen und gestern saßen wir mit T-shirt am Feuer, weil es so warm war.

Ein wenig Angst ums Wetter hatten meine Freundin Helene und ich auch, als wir unseren Trip nach Kanada, sowohl die Karten für das Konzert gebucht hatten. Doch wir wurden verschont und sind letzten Freitag mit einer Freundin der Familie Richtung Kanada gestartet. Mit strahlender Sonne hat uns Toronto empfangen und wir sind voller Glück und Vorfreude auf die nächsten Tage erstmal ein paar Runden um die Stadt gelaufen. Ich muss sagen, Toronto ist wirklich eine sehr multikulturelle Stadt, voll mit interessanten Plätzen und Menschen. Besonders hat mir der CN-Tower gefallen, denn von da hatte man einen wunderschönen Ausblick auf alle hohen Gebäude. Kulinarisch hat Toronto ebenfalls viel zu bieten; wir hatten wirklich Probleme zu entscheiden, was wir zuerst probieren sollen.

Am nächsten Tag haben wir das Bata Shoe Museum besichtigt und zu meiner Überraschung war es wirklich viel interessanter, als ich gedacht habe. Viele Schuhe, die dort zur Schau stehen, sind Einzelstücke. Zurück zum Hotel haben wir uns den Weg durch Chinatown gebahnt und sind direkt mal in eine Zeremonie für das Chinesische Neujahr reingeplatzt. Angekommen im Hotel haben wir uns angefangen für das Konzert fertig zu machen und kurze Zeit später standen wir schon in der Schlange um Tyler, the Creator zu sehen. Für mich war es das erste richtig große Konzert und ich bin schwer begeistern von der Menge und der Live-Musik, wieder in den Uber zurück zum Hotel gestiegen. Uber fahren ist sowohl in den Staaten, als auch in Kanada sehr verbreitet und ich persönlich finde es super interessant, sich mit den Menschen zu unterhalten. Jeder den du triffst, weiß etwas, was du zuvor noch nicht wusstest. Das macht es aufregend Gespräche zu führen.

Der Sonntag begann sehr langsam mit einem großen Frühstück und vielen Gesprächen über das vergangene Konzert. Schon bald saßen wir aber schon im Auto, sodass wir beide nur noch ein letzten Blick auf den kleinen Times-Square von Toronto erhaschen konnten. Doch unsere Reise war noch nicht vorbei.

Nach ungefähr zwei Stunden Autofahrt, befanden wir uns in einer Stadt namens Niagara Falls. Der Name verrät ziemlich viel, denn wir hatten noch vor die Niagara Fälle von der Kanadischen Seite aus zu sehen. Nach erneutem Einchecken in ein Hotel, ein paar witzigen Gesprächen mit Rezeptionisten und einem sehr gutem Abendessen in einem Indischem Restaurant, haben wir uns zu Fuß auf den Weg zu den Fällen gemacht. Jeden Abend werden die Niagara Fälle beleuchtet und sehen deswegen noch viel beeindruckender aus.

Die ganze Reise über habe ich mich so frei gefühlt. So dankbar für all das, was ich hier erleben darf, für all die engen Freundschaften, die ich schließen konnte, für all die Erinnerungen, die ich gesammelt habe. Trotz schlechten Zeiten, gab es keinen Moment, an dem ich jemals bereut habe, hier her gekommen zu sein und werde meine letzten Monate hier noch einmal richtig genießen.