3 Wochen in Japan : Was ist bis jetzt passiert?

Also….wie beginne ich diesen Blog jetzt? Als Allererstes sollte ich mich höchstwahrscheinlich vorstellen, nicht wahr? Ich bin Anneli, ein 15 Jahre altes Mädchen aus Deutschland, dass die nächsten zehn Monate in Japan verbringen wird. Warum Japan fragt man sich jetzt? Angefangen hat es bei mir, wie bei den meisten, mit Anime/Manga. Ich hatte also schon ein Interesse in Japan, bevor ich überhaupt darüber nachgedacht hatte ein Auslandsjahr zu machen. Die Idee ganze 10 Monate in Japan zu bleiben, kam erst Anfang 2017. Zudem Zeitpunkt hatte meine Mutter in der Zeitung gelesen, dass ein Austauschprogramm namens YFU nach Gastfamilien sucht, die für drei Wochen eine/n Japanischen Austauschschüler/in bei sich aufnimmt. Da hat das ganze begonnen sich in meinem Kopf festzusetzen. Ich habe mir Blogs durchgelesen, YouTube Videos angeschaut, und nach Austauschprogrammen gesucht. Das ganze hab ich ein Jahr lang gemacht, bis es endlich soweit war, und ich mich anmelden konnte. Eigentlich wollte ich wie die meisten in der 10. Klasse gehen und dachte ich hätte mich auch dafür eingeschrieben, bis dann der Bestätigungsbrief kam und dort drauf stand ,dass ich März 2019 fliegen werde. Nachdem dieser groß e Schock überwunden war, habe ich mich absolut gefreut und konnte gar nicht erwarten zu fliegen. Irgendwann nach einem Jahr kam dann auch die VBT (Vorbereitungstagung) und ich konnte mich endlich mit anderen Austauschschülern austauschen und Fragen klären,die mir auf dem Herzen lagen. Zu der Zeit waren es nur noch 58 Tage bis zum Abflug und glaubt mir….auf etwas anderes konnte ich mich um ehrlich zu sein nicht so wirklich konzentrieren. Im Unterricht heimlich Kanji und Grammatik lernen und nicht aufpassen war quasi Alltag für mich geworden. 1 Monat,3 Wochen,2 Wochen…die Zeit verging wie im Flug und ich konnte es gar nicht fassen. Da hatte ich ein Jahr gewartet und nun waren es nur noch zwei Wochen bis zur Abreise. Ich hab es wirklich einfach nicht glauben können. Der Koffer war gepackt, die  Visumsunterlagen war auch noch rechtzeitig gekommen und von den Freunden hatte ich mich auch schon verabschiedet. (Ich persönlich bin relativ gut im packen und packe auch immer zwei Wochen vorher schon,von daher hatte ich damit nicht wirklich Stress) Also ging es für mich zum Flughafen….um ehrlich zu sein, ich hätte gedacht ich würde in Tränen ausbrechen und meine Eltern zu Tode umarmen. Das war allerdings überraschenderweise nicht der Fall. Ich war verhältnismäßig ruhig. Es ging also endlich los!! Nicht das ich es in dem Moment realisiert hätte, aber es war ein gutes Gefühl. Die beiden Flüge verliefen ziemlich friedlich und das Essen war wie immer in Flugzeugen unglaublich ekelhaft! 11 Stunden später landeten wir also in Tokyo, Haneda Airport. Tokyo ,eine der größten Städte der Welt und ich würde dort wohnen! (Meine Gastfamilie lebt in Tokyo🌸)  Die ersten vier Tage und die Orientierung in Tokyo fühlten sich absolut nicht echt an. Ich dachte: “Ja okay,Sonntag fliegst du wieder zurück”. Es hat sich so komisch angefühlt einfach da zu sein! Ich habe neue Leute kennen gelernt, aus Schweden,Finnland,Thailand,Korea,USA,Japan….und diese unglaublich zu schätzen gelernt. Alles in Allem war es eine wunderbare Orientierung!! Nun den an meinem Ersten Samstag in Japan hab ich dann meine Gastfamilie kennengelernt. Um ehrlich war es ein wenig awkward,da ich sowieso gleich wieder Tschüss sagen musste,da ich mit meiner AR (Area Rep ) meine Schuluniform kaufen war. Außerdem hat meine kleine  Gastschwester (12) die ersten zwei Tage nicht ein einziges Wort mit mir geredet. Wir haben auch die ersten drei Tage nichts wirklich gemacht,außer  Spaziergänge,Einkäufe und registrieren im City Hall. Ich war wirklich ein ganz klein wenig enttäuscht,weil ich mir (was ihr zukünftigen Austauschschüler nicht tun solltet) schon im Vorhinein vorgestellt hatte wie alle so sind und sein werden. Da dass in meinem Fall nicht der Fall war,war ich zu erst ein wenig enttäuscht. Außerdem waren alle im Mega  Pack Stress,weil wir am Dienstag gleich weiter nach Okinawa geflogen sind, um den Elementary School Abschluss meiner kleinen Schwester zu feiern. Ich persönlich muss sagen, dieser Urlaub hat so unglaublich geholfen,mich mit meiner Gastfamilie zu verstehen. Wir haben viele Dinge unternommen (kayaking,sightseeing,essen(!!!),Mini Radtour,am Strand chillen) und ich hab mich absolut in Okinawa verliebt.(Vorallem in das 5 Sterne Hotel in dem wir waren…) Nach dem Urlaub konnte ich mich sogar schon ein ganz winziges bisschen mit meiner Gastfamilie auf Japanisch unterhalten UND meine kleine Gastschwester und ich kommen mittlerweile super miteinander klar! Ich war wirklich traurig als wir wieder zurück geflogen sind 🙁 Die Woche danach war auch nicht wirklich reizend und ich hab auch nichts so wirklich gemacht außer schlafen,da ich mit Fieber und Schnupfen im Bett lag. Außerdem musste ich mich einmal übergeben,weil ich zu viel Wasser zum runterbekommen der Miso Suppe getrunken hab. Als es mir dann am Samstag ein wenig besser ging,sind wir das Erste Mal zu meiner Schule gefahren und haben meine Lehrer und Vice Schulpresidenten getroffen( die übrigens alle unglaublich knuffig und süß sind…Ich liebe japanische Lehrer..bis jetzt auf jeden Fall 😂) Fun Story: Ich hab überlegt in den Gitarren Club zu gehen und meinte so zu meinem Lehrer,der für Austauschschüler zuständig ist: “ Ja,also ich würde glaub ich gern in den Gitarren Club gehen..” und er nur so :” Oh ja also ich bin der Leiter des Gitarren Clubs,schön dich kennenzulernen!” Auf jeden Fall fand ich das super. Sonntag waren wir dann zum O-Hanami picknicken in Tokyo und haben noch ein paar Einkäufe erledigt. Dann war es soweit : MEIN ERSTER SCHULTAG an einer JAPANISCHEN Schule. Mannomann war ich aufgeregt!! Außerdem war es irgendwie alles ein wenig peinlich,da ich in das Klassenzimmer kam und “Guten Morgen” gesagt hat und alle mich nur stumm angestarrt haben. Ich hab auch noch nicht mal ein Viertel von dem verstanden,was gesagt wurde,da meine Lehrerin unfassbar schnell redet…also wirklich SCHNELL. Dazu kommt noch,dass ich dachte alle wären so unfassbar begeistert,dass ne Austauschschülerin da ist, aber die meisten mich gefühlt gar nicht mal bemerkt haben.(Und wieder der Tip: Stellt euch nicht vor wie eure Klassenkameraden auf euch reagieren werden,denn es wird sowieso anders kommen!) Dazu kam,dass ich mit zwei  Klassenkameradinnen und deren Mütter nach Hause gefahren bin und wir  irgendwie gefühlte Stunden nach Hause gebraucht haben.  Mein erster Tag war also insgesamt nicht so prickelnd,dafür kommt aber jetzt der zweite Tag! Es ist unglaublich wie sich ein so gefürchteter Tag in so einen guten Tag verwandeln kann. Heute musste ich meine Rede vor den Lehrern und der ganzen Schule halten, und ich war so so soooo unglaublich nervös. Die Rede an sich war auch nicht so nice (ich hab gefühlt durchgehend gestottert), aber danach fühlte sich alles so viel viel lockerer an! Außerdem noch mal an der Stelle ein großes Dankeschön an alle meine Japanischen Lehrer,die die ganze Zeit mitgefühlt haben. Alle Lehrer haben mir viel Glück gewünscht und so aufmunternd die ganze Zeit zugenickt und gelächelt und nach der Rede hat so gefühlt jeder einen Daumen nach oben gezeigt und so…der Gitarren Club Leiter hat mir sogar ein High Five gegeben. 🙂 Ein weiterer erleichternder Punkt ist,dass mich nicht mehr alle komisch anschauen,sondern meistens anfangen zu lächeln und mit dem Kopf nicken. Ich hab auch schon ein paar Freunde gefunden! Die eine hat sich heute neben mich gekniet und mit mir Vokabeln gelernt. Das war sehr süß von ihr.

Puhhhhhh jetzt hab ich aber echt echt viel geschrieben. Das waren meine 3 Wochen Japan bisher! Ich werde höchstwahrscheinlich in zwei drei Wochen wieder schreiben,da ich dann viel zu erzählen hab. Nächste Woche kommt der Schultrip zum Mount Fuji auf mich zu!

Ich hoffe dieser Blog hat euch ein wenig weitergebracht/amüsiert…was auch immer, und melde mich dann bald wieder.

PS: Fotos einfügen klappt noch nicht,aber ich werde schauen,was ich tun kann!!

 

Frühling

Eigentlich ist es erstaunlich, wie groß der Einfluss des Wetters auf unsere Stimmung ist. Der Wechsel vom Winter in den Frühling ermöglichte Spaziergänge in T-Shirt und Jeansjacke, Eisdielen-Besuche mit meiner Gastfamilie, Kaffee und Kuchen im Freien, und Joggingrunden und Picknicks im Park. Die Sonne, die morgens durch mein Fenster scheint, die Blumenbeete und grün werdenden Bäume, die milde Abendluft in den Straßen von Budapest – all das weckte mich aus meinem mürrischen Winterschlaf und brachte mich dazu, mich aufs Neue in die wunderschöne Hauptstadt Ungarns zu verlieben.

 

AUSFLÜGE

Und so kam es, dass ich in diesem Monat alles erkundet habe, was ich in Budapest noch so sehen wollte, wie zum Bespiel eines der berühmten Thermalbäder (unten im Bild), die große Markthalle, das Terrormuseum oder den Zoo.

Ich war auch im Parlament, was als Ausflug von YFU angeboten wurde, im Sissi-Schloss in der Stadt Gödöllö (unteres Foto), und mit meiner Gastschwester Fanni noch einmal im historischen Buda-Viertel. Ich habe mich bei allem zum Teil wirklich ein bisschen wie ein Tourist gefühlt, aber auf der anderen Seite war auch alles ganz vertraut – eben wie zuhause.

 

KONZERTE

Auch in der Schule gab es Änderungen zum Winterende. Da klassische Konzerte bevorzugt in der kalten Jahreszeit stattfinden, hatten wir Anfang März unseren letzten Chorwettbewerb. Und obwohl die Proben wirklich schlecht waren, haben wir den überraschenderweise gewonnen, was nicht nur Preisgeld, sondern auch eine sehr glückliche Lehrerin einbrachte. Auch mit der ganzen Schule waren wir im letzten gemeinsamen Konzert der Saison. Es war ein sehr eindrucksvolles Finale mit einem großen Orchester, einem noch größeren Chor und sehr professionellen Solosängern. Aber natürlich ist die Zeit der Vorführungen nicht vorbei – bald stehen stattdessen wieder eigene Auftritte an.

Außerdem war ich noch mit meiner YFU-Betreuerin, Esther aus Italien und David aus Mexiko auf einem Indie/Rock Konzert der ungarischen Band „Esti Kornel“, was mir sehr gut gefallen hat. Ich muss tatsächlich sagen, dass mir die ungarische Musik sogar besser gefällt als die deutsche. Ich würde mich also definitiv freuen, wenn ich ein solches Erlebnis wiederholen könnte 🙂

Zuletzt war ich auch im Theater, was mein Geburtstagsgeschenk an Esther war, und wir haben das Musical Én, József Attila (auf deutsch „Ich, József Attila“) geschaut. Der Protagonist, nach dem auch das Musical benannt ist, ist ein berühmter ungarischer Dichter, dessen Biographie in dem Stück nachgespielt wurde. Es war sehr gut gemacht, aber ich musste mich schon ziemlich konzentrieren, um die Handlung zu verstehen. Es war einer von diesen Momenten, in denen ich mir gewünscht habe, Ungarisch wäre meine Muttersprache – aber das ist dann auf der anderen Seite ja auch eine gewisse Motivation zum Weiterlernen.

 

SKIFAHRT

Eine Unterbrechung hatte die Frühlingsstimmung dann doch – und das war die viertägige Skifahrt in der Slowakei, die von YFU organisiert wurde. Aber ich war gerne bereit, in der Hinsicht eine Ausnahme zu machen, denn es war eine wirklich schöne Reise. Ich war eine von denen, die vorher noch nie vorher Ski gefahren sind, aber der Leiter und die anderen Austauschschüler haben uns natürlich geholfen. Es war eine gute Erfahrung, und die gemeinsamen Tage haben uns als Gruppe noch einmal näher zusammengebracht.

 

GESPALTEN

Aber um so besser man sich mit den Austauschschülern, der Gastfamilie, den Klassenkameraden versteht, umso besser man Ungarisch spricht und sich in Budapest auskennt, desto mehr nähert sich der Zeitpunkt der Rückkehr, der auf einmal nicht mehr unendlich weit weg, sondern erschreckend nah erscheint. Natürlich ist das Gefühl dabei nicht nur negativ: Man freut sich auf Familie und Freunde, auf das eigene Haus mit eigenen Regeln, auf die Muttersprache um einen herum, auf das Leibgericht von Mama, und tatsächlich auch auf einen anständigen Döner vom Türken um die Ecke. Aber auf der anderen Seite denkt man an all das, was einem hier fehlen wird. Und das ist eigentlich auch ein bisschen positiv, denn dadurch wird man dankbar für das, was man erleben darf, und nutzt seine Zeit so gut wie möglich aus, um die noch kommenden drei Monate unvergesslich zu machen.

Lucia

Customs

31. 03.2019

The probably first thing I noticed in Estonia, were the different eating habits:

Growing up I was always told to wait until everyone at the table has food on their plate and only then I can start to eat. While this is a “rule” that applies to (probably) everywhere in Germany, in Estonia it depends on the family and is in my (host)family only used with more formal guests.

In Germany it is quite common to eat with knife in fork, even when you could also eat only using a fork (e.g. pasta, salad). Here (in Estonia) we only knives to eat, when needed. Again: this only applies to the everyday life meals and not when we have guests.

 

Some notes to the food as well: Due to its boreal climate traditionally there is not in every time of the year fresh food to be had. The traditional Estonian dishes include therefore ingredients that are non-perishable such as gherkins, potatoes and meat.

 

 

I live with my (host)family in the country side of Estonia and I think there are some habits and customs connected to that as well:

Our door is almost never locked. Only when all family members leave the house for a longer time and at night the door is locked.

People come and go whenever they want, normally without prior notice. If they do, then just a few minutes in advance. We have quite often people – usually neighbours – at our place. At least just as often we go to the neighbours’ place (the ones who also have an exchange student). When people visit each other in Estonia the visitors always bring something along, usually food, sometimes also flowers or other useful things.

 

It is also normal to go to sauna in Estonia. Ours is not completed yet, so we use the neighbours’ sauna. For that I already go to their place thrice a week. When it was colder we also made snow angels and went into an ice hole in the pond. When the ice melts we will just bath in the water.

Malin

New Year

12. 04. 2019

I know it has been some time since I have written, I will try to catch up a bit today.

Since the last post was about Christmas, I am going to talk about New Years Eve in this one. Like in most countries the end of one year and the beginning of a new one is celebrated on the 31st December and the 1st January. Some friends visited us at New Years Eve and we ate potatoes with (jellied) meat and sauerkraut which is also the traditional dish for Christmas Eve.

At midnight we went to Tartu to watch the fireworks and the adults clinked glasses with sparkling wine.

It is said to be good luck, if a man enters the house first after the turn of the year, but most Estonians do not believe in it anymore.

Another tradition is to leave some food on the table for ghosts and other people who passed away.

Happy new year (in Estonia you do not say that to anyone after the 6th of January)!

Malin

School (update)

12. 04. 2019

Since it snowed and was cold enough, our physical education lessons changed: We now have to ski, ice skate and go sledging during the lessons. As I mentioned before our school has a large area and now we are able to ski laps up to five kilometres long. On our basketball field is now ice, where our ice skating lessons take place. Sometimes we even go sledging during our lessons

By now I understand much more and I am able to participate at Physics, Estonian and sometimes even Literature. Some teachers (and students) started talking to me, when they noticed that I understand Estonian (I think many people are simply afraid to speak in a foreign language). And the people are still as friendly as they have been in the beginning.

Malin