Kevad on käes! – Der Frühling ist da!

Wie man sich anhand des Titels schon denken kann, ist hier in Estland endlich der Frühling angebrochen! Die Sonne scheint, der Schnee ist größtenteils weggeschmolzen und die Tomaten in unserem Gewächshaus sprießen schon munter vor sich hin.

Ende März war Ostern, das hier neben lihavõtte („Fleischnehmen“, das Ende der Fastenzeit) auch als munadepüha (Eierfest) oder kevadepüha (Frühlingsfest) bezeichnet wird. Auch in Estland wird das Fest gefeiert und Karfreitag war landesweiter Feiertag, allerdings zelebrieren die Esten Ostern weniger als religöses Fest, sondern mehr als Frühlingsfest und Beginn der wärmeren Jahreszeit. Als wir im Geschichtsunterricht über die Auferstehungsgeschichte gesprochen haben, war es für viele meiner Klassenkameraden das erste mal, dass sie davon hörten. Wie in Deutschland werden auch hier in vielen Familien Eier bemalt und gesucht, eine Tradition, die auch in meiner (erweiterten) Gastfamilie gepflegt wird.

Das letzte kooliveerand (Schulviertel) ist angebrochen und in ungefähr fünf Wochen beginnen hier die großen Sommerferien, die in Estland drei Monate lang sind – insgesamt haben die estnischen Schüler die meisten Ferien in Europa.  Während meine Freunde alle schon mit großer Spannung auf den Sommer warten, würde ich meine Schulzeit auf dem Rapla Vesiroosi Gümnaasium gerne verlängern. In den acht Monaten, die ich hier verbracht habe, sind mir die Schule und vor allem meine Klasse unglaublich ans Herz gewachsen. Auch ein Großteil der Stunden macht richtig Spaß: Vor allem auf den Estnischunterricht, der hier in Grammatik, Textlehre und Literatur aufgeteilt ist, freue ich mich jeden Tag.

Zum Schluss noch eine freudige Nachricht: In meiner Gastfamilie gab es Nachwuchs, ich habe jetzt eine kleine Gastschwester! Es ist unglaublich schön, Zeit mit dem noch ganz kleinen Baby zu verbringen und ich bin sicher, dass es meine letzten Monate hier in Estland zu einer unvergesslichen Zeit machen wird!