Neue Welt

DER FLUG

Der Tag, mit dem mein Auslandsjahr anfing, oder besser gesagt, der Tag, der mich in eine völlig neue Welt hineinkatapultierte, war der 15. August und begann um 5:30 Uhr. Um 9 Uhr sollte mein Flug nach München gehen, wo sich alle deutschen Austauschschüler treffen und von da aus nach Budapest fliegen sollten. Bei mir hat das irgendwie nicht ganz hingehauen – wegen einer Sicherheitsmaßnahme hat sich mein erster Flug verspätet und ich um ca. 10 Minuten das Boarding in München verpasst. Für mich war das aber gar nicht weiter schlimm, es hat sich irgendwie angefühlt wie ein erster Schritt der Selbstständigkeit, meinen Flug umzubuchen und alleine zu fliegen. Ähnlich war es auch beim Abschied: Während ich die Tage vorher noch ziemlich viel Angst davor hatte, fiel es mir am Flughafen auf einmal viel leichter als erwartet – und als ich erstmal alleine durch den Sicherheitscheck ging und ins Flugzeug einstieg, fühlte ich mich richtig gut. Bei der Ankunft in Budapest, mit all den fremden Sprachen um mich herum und diesem Gefühl von Freiheit und Abenteuer, war ich mir endgültig sicher: Mein Auslandsjahr war definitiv eine gute Entscheidung gewesen.

 

ARRIVAL CAMP

Vom Flughafen wurde ich von einer YFU Teamerin abgeholt, die mich zusammen mit einem argentinischen Austauschschüler zum Arrival Camp fuhr. Insgesamt waren wir dort 20 Teilnehmende aus 8 verschiedenen Ländern, darunter am meisten Deutsche und Japaner. Wir haben dort 3 Tage lang zwar ungefähr dieselben Dinge gelernt wie auf der 5-tägigen VBT (Vorbereitungstagung) in Deutschland, mir hat es persönlich jedoch viel besser gefallen – vielleicht, weil ich jetzt den Sinn hinter den Aufgaben erkannt habe und alles nicht mehr in weiter Ferne, sondern genau vor mir lag. Außerdem haben wir noch etwas Ungarisch gelernt! Ich hatte zwar vorher schon angefangen, aber ich fand es trotzdem hilfreich wegen der Aussprache. Am letzten Tag, dem 18. August, an dem wir von den Gastfamilien abgeholt wurden, sollten wir uns dann sogar in mehreren Sätzen vor allen vorstellen – das sah zum Beispiel so aus:

Sziasztok, Lucia vagyok. Németországból jöttem és tizenhat éves vagyok.

Das heißt auf Deutsch „Hallo zusammen, ich bin Lucia. Ich komme aus Deutschland und ich bin 16 Jahre alt.“ Danach sollten wir noch sagen, zu welcher Familie und in welche Stadt wir kommen und dass es uns freut, alle kennenzulernen. Als alle die Vorstellung hinter sich gebracht haben, durften wir dann endlich zur Gastfamilie gehen und in unser neues Zuhause fahren…

 

GASTFAMILIE

Meine Gastfamilie sieht so aus: ich habe eine große (17) und eine kleine (9) Gastschwester, zwei Hunde, eine Schildkröte und natürlich eine Gastmutter und einen Gastvater. Sie sind alle sehr nett und mit der älteren Gastschwester teile ich mir das Zimmer. Direkt am Anfang habe ich festgestellt, dass hier eigentlich niemand den typisch ungarischen Klischees entspricht, die uns am dem Camp beigebracht wurden, wie zum Beispiel immer die Zimmertür offen zu lassen oder einem den Teller ständig nachzufüllen. Für mich also nicht viel Ungewohntes – auch das Essen ist mir oft durch meine rumänische Herkunft vertraut – deshalb habe ich mich direkt wohl bei ihnen gefühlt und hatte bis jetzt zum Glück noch kein Heimweh. Natürlich dauert es noch ein bisschen, bis man dieses Haus und die Familie wirklich als sein Zuhause betrachtet, aber ich denke daran wird man sich relativ schnell gewöhnen, vor allem wenn man dann schon etwas Ungarisch sprechen kann. Im Moment kann ich mich leider nur richtig mit meiner großen Gastschwester (auf Englisch) unterhalten, aber ich lerne jeden Tag dazu und schnappe vor allem beim Spielen mit meiner kleinen Gastschwester viele neue Wörter auf.

Wegen des Musikgymnasiums, das ich besuchen werde, wohne ich in der Nähe Budapests. Darüber bin ich auch wirklich froh, denn ich liebe diese Stadt! Am 20. August, dem Nationalfeiertag, sind wir dort zum ersten Mal hingegangen, um uns zusammen das Feuerwerk anzuschauen. Vor ein paar Tagen waren wir dann in meiner Schule, um mich anzumelden, schließlich geht es am 3. September ja auch schon los. Ich bin gespannt, wie es sein wird und werde auf jeden Fall in meinem nächsten Beitrag davon erzählen 🙂

Lucia

 

Bis zum Flug ist soviel schief gelaufen…

Bis zum Flug ist soviel schief gelaufen…

An dem Morgen an dem ich nach Estland gereist bin, lief alles schief. Wir sind zum Flughafen gefahren und ich habe mich von meiner Familie verabschiedet, alles schön und gut. Doch dann musste ich zu dem Check In und ich hatte zwei Tüten Flüssigkeit, also musste ich die Hälfte wegschmeißen, auch noch nicht so schlimm. Doch nach dem ich einchecke (Sicherheitsbereich), wollte ich mein Handgepäck Koffer  schließen und er ging kaputt. Total am A…

Mein Flug war auch gleich und meine Gruppe schon längst weiter, also musst ich nochmal aus checken. Wir wollten dann eine Folie um den Koffer wickeln lassen, doch an dem Stand war keiner. Wir riefen, die Nummer an, die dort hing. Er meinte er kommt in einer Minute, von wegen… Nach einer Halben Ewigkeit kamm er auch und ich konnte mein Koffer einwickeln lassen. Schnell, naja so schnell es ging nochmal durch die Sicherheitsmaßnahmen. Ich schnell zum Gate und die Frau am Schalter wusste schon wer ich bin. Ich stieg in den Bus ein und schon fuhren wir los. Alles schief gelaufen, hat aber am ende doch noch alles geklappt. In Frankfurt hat mein Vater mir eine andere Tasche mit gebracht und dann kamm nochmal ein Abschied.

Kurzfassung zur meinen Gefühlen wärend des Fluges von Frankfurt nach Tallinn.

Ich war sehr nervös, und es ging als auf und ab mit meinen Gefühlen, aber im positiven Sinne. :))