Bald ist Halbzeit.

Hallo ihr Lieben!

Es ist unglaublich. Die Zeit vergeht, nein sie rennt sogar. Einfach davon. Dagegen ist leider überhaupt Nichts zu machen, sie lässt sich nicht aufhalten. Wichtig ist es aber, diese Zeit zu nutzen. So viele Erfahrungen wie möglich zu machen und es zu genießen!

In meiner letzten Zeit hier habe ich viel erlebt. Ich glaube, dass geht jedem Austauschschüler so wenn die Weihnachtszeit da ist, dann Silvester kommt und man gleichzeitig auch noch Ferien hat. Außerdem sind die Sommerausgereisten jetzt auch schon ungefähr 5 Monate weg von Zuhause. 5 Monate! Einfach weg.

Die bulgarischen Weihnachtsferien fingen am 24.12, also relativ spät, an und den ganzen Vormittag haben wir gekocht – Alles vegane Speisen, denn bis zu diesem Tag geht die Fastenzeit der Orthodoxen Kirche und am Abend des 24. gibt es nur Veganes. Das hängt auch damit zusammen, dass Gott möchte, dass die Menschen sich möglichst lange dem Beten widmen und nicht den ganzen Tag mit dem Zubereiten von tierischen Speisen verbringen.

Am Abend kam dann die ganze Familie zu uns. Erst wurde gebetet und es gab eine Art Ritual zur Vertreibung des Teufels und anschließend haben wir gegessen. Auf dem Tisch befindet sich auch immer eine ungerade Anzahl von Gerichten. In Bulgarien wird typischerweise immer lange gegessen und so hat auch dieses Essen ca 4 Stunden gedauert. Die meiste Zeit wird nämlich geredet und ich finde das wirklich super, auch um das Familiengefühl zu stärken! Normalerweise werden die Geschenke erst am 25. ausgepackt, bei meiner Gastfamilie jedoch schon am Heiligen Abend, denn die ganze restliche Familie geht ja wieder weg und es ist so am aller einfachsten gewesen. 🙂

Am 25. waren wir bei der Großmutter zum Mittagessen eingeladen und es gab (hoffentlich habe ich das richtig geschmeckt 😉 ) Ente in Sele… Das ist so Kraut, aus irgendwelchem Kohl und leicht säuerlich. Die Großmutter macht immer gutes Essen. Ich mag es, dorthin zu gehen. Sie ist zur Hälfte Österreicherin und kann deswegen, auch wenn sie es langsam vergisst, ganz gut Deutsch sprechen.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es dann endlich los in den Urlaub. Wir haben eine Villa in den Bergen und dorthin sind wir auch gefahren, um für einige Tage Snowboarden, beziehungsweise Skifahren zu können. Ich habe noch nie davor eines dieser beiden Dinge gemacht und mich dann für das Snowboarden entschieden. Es war lustig bei diesen Unterrichtsstunden. 100 Mal hingefallen. 300 Mal gedacht „Was tue ich hier eigentlich?“ und dann war es umso schöner, wenn die ersten Dinge geklappt haben! Und gerade das macht das Auslandsjahr aus! Neue Dinge auszuprobieren und alles mitzunehmen, was geht. <3

Vom 1.1. zum 2.1. habe ich das erste Mal auf Bulgarisch geträumt. Das Gefühl nach dem Aufwachen war einfach so unbeschreiblich wunderbar!

Meine Ferien waren leider recht kurz und so ging es ab dem 4.1. auch schon wieder in die Schule. Alltag. 🙂

Aber ja, dieser Alltag ist großartig. Ich fühle mich hier zuhause. Und ich verstehe auch, was damit gemeint ist, dass man bei einem halbjährigen Austausch dieses Gefühl vielleicht nicht wirklich bekommt, denn die ersten Monate ist immer alles neu und man muss sich an alles gewöhnen. Situationen. Die Sprache. Freunde finden. Hobbies finden. Sich an die Regeln gewöhnen und auch mit der Gastfamilie eine richtige Familie zu werden.

Bis dahin erstmal,

Сузи