Reise zur Mitte der Welt … und mehr

Es ist echt unglaublich, dass ich es wieder drei Monate nicht auf die Reihe bekommen habe, etwas zu schreiben. Naja – dafür gibt es jetzt auch wieder ziemlich viel zu erzählen. Angefangen bei der Reise „Ruta del Sol“ über die FFF, die  größte Feier Ambatos, bis hin zur „Avenida de los Volcanos“, meiner Reise letzte Woche, eine der schönsten Erlebnisse meines Lebens. Außerdem war in den letzen Monaten Halbzeit und ich kann es nicht fassen, dass mir nicht mal mehr 100 Tage bleiben, bis ich wieder nach Hause zurück muss.

Jetzt erstmal alles nach einander, begonnen bei der Reise Ruta del Sol, angeboten von YFU, die von Puerto Lopez über Salinas bis nach Guayaquil ging. Der erste Eindruck und der, der mir wohl immer im Kopf bleiben wird, ist, dass es einfach nur warm war. Und nach der Woche Strandurlaub kann ich nur sagen, dass ich wirklich froh bin, meine Heimat in der Sierra gefunden zu haben. Und es ist faszinierend, dass es in diesem kleinen Land so unterschiedliche Klimazonen gibt. Also unsere erster Stop war in Puerto Lopez, einer kleinen, verdreckten Touristenstadt mit einem Strand, der eher zum Fischen genutzt wurde. Dieses Ort hat mir aber mit am besten gefallen, da er einfach wie ein kleines, ruhiges Fischerdorf aussah. Von hier aus sind wir zu einem wunderschönen Strand in einem Naturschutzgebiet gefahren. Außerdem haben wir die Isla de la Plata besucht, Insel des Silbers. Die hat ihren Namen daher, dass die spanischen Entdecker gedacht haben, dass der Kot der vielen Vögel von Weitem aussah wie Silber. Hier habe ich zum Beispiel Blaufußtölpel gesehen, die auch auf den Galapagosinseln. Ich habe auch das erste mal Schildkröten in freier Wildbahn gesehen, da wir Tauchen waren. Auch einige bunte Fische habe ich gesehen. Die Insel ist auch Teil des Naturschutzgebietes und es intressant zu wissen, dass 20% von Ecuador Nationalparks sind. Auf dem Weg sind wir wohl auch an Delfinen vorbei gekommen, wobei ich nicht wirklich etwas gesehen hab, die Reiseleiter uns aber erzählt haben, dass dort Delfine waren. Nach unseren Tagen in Puerto Lopez ging es dann für einen Tag nach Montañita, für viele der schönste Strand Ecuadors, und damit auch der Ort, der von den meisten Touristen besucht wird. Aber es gibt auch allen Grund zu sagen, dass es der schönste Strand Ecuadors ist. Überall weißer Sand und eine wunderschönes blaues Meer. Es laufen bloß einfach mehr Gringos rum als Ecuadorinaner. Abends sind wir in Salinas angekommen, wo wir nochmal 2 Nächte verbringen sollten. Dieser Strand war einfach nur vollgebaut von Hotelhochhäusern und ist mit einer der kältesten Orte an der ecuatorianischen Küste, da die Stadt auf einer Halbinsel gebaut ist und der Küstenwind immer durch Stadt weht. Hier haben wir Quatsch wie Bananenboot fahren gemacht, halt richtiger Tourikram. Außerdem sind wir zum westlichsten Punkt des Kontinents gefahren, der Chocolatera.  Danach ging es auch schon nach Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors mit 3,2 Millionen Einwohner. Sie ist auch der größte Hafen und damit auch gleichzeitig das Wirtschaftszentrum Ecuadors. In Guayaquil war es mit am heißesten, obwohl es die beiden Tage dort nur bewölkt war. Bei dem ekligen, schwülen Klima wäre man am liebsten nur in seinem Zimmer mit Klimaanlage geblieben. Hier gab es dann eine Stadtführung durch Teile des Zentrums, den Malecón bis zum Berg, auf dem Guayquil gegründet wurde. Der Malecón ist auch der schönste Teil Guayaquils, da dieser in den letzten Jahren neu aufgebaut wurde, weil das Ufer eher als gefährlich galt bis vor ein paar Jahren und die Stadt eine neue Touristenattraktion schaffen wollte. Damit wurde aus den Ufern des Guayas ein einziger großer Park. Außerdem steht hier ein sehr schönes Denkmal, das an Simon Bolivar erinnern soll, den große Befreier Südamerikas. Dieser hatte den Traum, ein großes Land zu gründen und damit alle  Länder Lateinamerikas zu vereinen. Wie man sieht, ist daraus aber nichts geworden. Übrigens soll Guayaquil seinen Namen daher haben, dass zu den Zeitpunkt, als die Spanier dort ankamen, der Prinz Guaya und die Prinzessin Quil hieß und sie die Namen einfach zusammen gefügt haben. Die Reise hat mir wirklich gut gefallen, da ich so einen ganz anderen Teil Ecuadors kennen lernen konnte, aber um ehrlich zu sein:  ich würde gegen nichts mein Leben in der Sierra gegen eins an der Küste und am Meer eintauschen wollen. Dort wäre es mir viel zu warm, und ich finde die Berge einfach zu schön, da bei uns in Norddeutschland die größten Berge vielleicht 30 Meter hoch sind.

Über die ganze Zeit war es auch echt spannend, einen anderen Dialekt in Ecuador zu hören, das Costeño. Hier werden Konsonanten wie das s am Ende meistens weggelassen. Dort wird aus einem „mas o menos“ ganz schnell mal ein „ma o meno“, und um ehrlich zu sein finden ich das schon ein bisschen affig, immer die Hälfte der Wörter wegzulassen. Aber das liegt wohl einfach daran, das ich mein Spanisch hier in der Sierra gelernt habe. Zu „affig“ passt auch ganz gut, dass die Leute aus der Sierra die Leute aus der Küste Monos nenne, also Affen. Ich denke, dass es daher kommt, dass die Menschen meistens dunkler sind als die aus der Sierra. Wobei mir die Dialekte während der Reise gar nicht so wirklich aufgefallen sind. Das kam dann erst  später auf der Reise “ Avenida de los Volcanos“ mit anderen Austauschschülern von der Küste, bei denen ich den Dialekt zu ersten Mal wirklich gehört habe. Aber auch wir in der Sierra haben einen Dialekt, über den man sich teilweise lustig machen kann. Wobei mir jetzt gerade nichts einfällt, um die Unterschiede aufzuschreiben.

[singlepic id=338 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=337 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=359 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=360 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=361 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=362 w=480 h=320 float=center]

Ich bin dann zwei Wochen nicht zur Schule gegangen, da in meinem Colegio die Examenes geschrieben wurden, also die großen Halbjahresarbeiten. Danach waren noch zwei Wochen Ferien rund um die FFF, die Fiestas de la Fruta y las Flores. Das sind viele Feiern in der ganzen Stadt und ein zusätzliches Programm wie zum Beispiel die Schönheitsköniginnenwahl und mehrere große Paraden quer durch die Stadt. Die größte der Paraden ist dabei so berühmt, dass Leute aus anderen Teilen Ecuadors anreisen und sich schon 2 Tage vorher mit ihren Stühlen an die Straße setzen, um die besten Plätze in den ersten Reihen zu haben. Ich hatte Glück, da meine Familie Bekannte an der Straße hat und wir uns so mehr oder weniger Plätze reservieren konnten. Das hat mich trotzdem nicht gerettet davor, dass ich am nächsten Morgen um viertel vor Sieben mit meine Eltern an der Umzugstrecke war, um unsere Plätze zu bekommen. Danach hieß es dann 2 1/2 Stunden warten, bis die Parade endlich begann. Aber ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Schon Monate vorher fangen die einzelnen Gruppen, an ihren Wagen zu bauen und ihre Tänze einzustudieren. Die Besonderheit besteht auch darin, dass teilweise Lebensmittel zum Schmücken der Wagen benutzt werden wie Brot oder allerlei Früchte aus der Region. Jedes Jahr werden auch verschiedene ausländische Gruppen eingeladen, meist aus Leteinamerika, aber dieses Jahr gab es auch aus anderen Ländern Gruppen, wie zum Beispiel aus Russland oder China. Dann auf der Parade kommen noch Gruppen aus der Region dazu, aus nahe gelegenen Städte wie Pillaro oder Pilileo. Während der ganzen Festtage wird auch an der Kathedrale ein Bild, das nur aus Lebensmitteln besteht, aufgehängt. Dies ist jedes Jahr mit einer christlichen Botschaft verbunden, die einen über das Jahr begleiten soll. Ich finde es wirklich schade, dass wir solche Paraden in Deutschland nicht haben. Alle die Wagen und die ganze Parade waren sehr schön anzusehen.

[singlepic id=370 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=369 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=368 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=367 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=366 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=365 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=364 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=363 w=480 h=320 float=center]

Das nächste große Ereignis sollte nun die Reise „Avenida de los Volcanos“ sein. Von Otavalo im Norden bis nach Cuenca im Süden. Und ich finde, dass dies die schönste der Reise bisher war. Mal gucken, die Reise auf die Galapagos-Inslen wird. Begonnen haben wir die Reise in Quito, der Haupstadt Ecuadors Hier  haben wir am ersten Tag eine Stadtführung gemacht, auf der wir fast nur aus Kirchen im historischen Zentrum Quitos besichtigt haben. Aber eine schöner als die andere, angefangen bei großen gothischen Kirchen bis hin zu von innen mit Gold verkleideten Barockkirchen. Nur die Kathedrale von Quito haben wir nicht besucht, was ich bis jetzt immer noch nicht verstehe. Außerdem waren wir am zentralen Platz Quitos, an dem alle Regierungsgebäude stehen wie zum Beispiel der Palast Correas, des Präsidenten von Ecuador, der in den letzten Monanten wieder gewählt wurde mit mehr als 60% der Stimmen.

[singlepic id=371 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=372 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=373 w=480 h=320 float=center]

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter zur Mitad del Mundo, also der Mitte der Welt. Dies ist die Linie, auch bekannt unter dem Namen Äquator, die Nord- und Südhalbkugel der Erde voneinander trennt. Der Witz dabei ist, dass es zwei davon gibt in Ecuador. Einmal den falschen Äquator, der 1736  von Franzosen entdeckt und festgelegt wurde. Und der echte, der 240 Meter weiter nördlich liegt. Dieser war schon viel früher den Indianern Ecuadors bekannt, was die Sache, dass die Franzosen falsch lagen, noch viel trauriger macht meiner Meinung nach. Außerdem ist Ecuador der einzige Ort, an dem sich der Äquator auf festem, sich nicht verändernden Grund befindet. An anderen Orten der Welt liegt die Linie zum Beispiel im Ozean oder im Dschungel. Dieser Vorteil in Ecuador war damals sehr wichtig, um den Äquator genau bestimmen zu können, als es noch kein GPS gab. Hier in Ecuador ist auch der einzige Ort, an dem Schnee auf dem Äquator liegen kann, wegen der Höhe der Anden, wo es in dieser Höhe keine Regenwläder gibt. Am „falschen“ Äquator steht ein großes Monument, das alle Himmelsrichtungen zeigt, und das ganze Gelände wird von einer roten Linie durchzogen, die den Äquator markieren soll. 240 Meter weiter steht ein Museum am echten Äquator. Hier gibt es diese Experimente, zum Beispiel das mit dem Wassser, das es sich je nach Halbkugel andersherum dreht oder direkt auf dem Äquator direkt nach unten abfließt. Hier ist man auch 2 Kilo leichter, wenn man direkt auf dem Äquator steht, oder es ist einfacher, ein rohes Ei auf einem Nagel zu balancieren, da sich das Innere weniger bewegt. Wennn man das geschafft hat, bekommt man ein Zertifikat. Eine andere Sache ist auch, dass man nicht mit geschlossenen Augen auf dem Äquator balancieren kann, da man immer von einer der beiden Erdhalbkugeln angezogen wird. Und ich muss sagen, dass es schon ein cooles Gefühl war, auf dem Äquator zu stehen.

[singlepic id=374 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=375 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=376 w=480 h=320 float=center]

Das letzte Ausflugsziel des Tages war dann der Teleferico, eine Station auf einem der Berge des Pichincha, dem Hausvulkan Quitos. Hier fährt man 20 Minuten mit einer Seilbahn hoch. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf das Zetrum Quitos und den Rest der Stadt. Quito erstreckt sich von Norden nach Osten auf über 60 Kilometer zwischen den westlichen und den östlichlichen Anden. Das Tal zwischen diesen 2 Bergketten wird auch Avenida de los Volcanos genannt, da es aussieht wie eine Allee, die von beiden Seite von den Bergen gesäumt wird. Diese Avenida zieht sich einmal quer durch ganz Ecuador.

[singlepic id=377 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=378 w=480 h=320 float=center]

Am nächsten Tag fuhren wir dan zu einem See in der Nähe Ibarras weiter im Norden von Quito. Dieser wird auch Laguna de los Cuyes genannt, Cuyes heißt Meerschweinchen auf Spanisch, da sich in der Mitte zwei Inseln befinden, die aussehen wie Meerschweinchen. Nach dem kurzen Abstecher hierher, um Fotos zu machen, sind wir nach Otavalo gefahren, dem größten Idianermarkt auf dem Kontinent. Hier kann man allerlei Klamotten aus Lama und Alpacawolle kaufen. Ich hatte glaube ich noch nie so weiche Klamotten in meinem Leben an. Hier ist besonders wichtig, dass man immer handelt mit den Preisen und auf die Preise achtet. Zum Beispiel wollten 2 Freundinnen eine Kette bei verschiedenen Händlern kaufen. Der eine Händler wollte 18$ für die Kette haben und ein andere 6$. Einer wollte mir eine Mütze für 12$ verkaufen, am Ende habe ich sie für 6 bekommmen, dies war zwar immer noch einen Dollar zu teuer, aber besser als die, die am Anfang 12 kosten sollte. Ich glaube, hier habe ich mehr als 100$ ausgegeben für Andenken und Klamotten. Danach sind wir zurück nach Quito gefahren und haben hier noch eine Nacht verbracht.

[singlepic id=379 w=480 h=320 float=center]

Am nächsten Tag ging es zu einem meiner beiden Highlights der Reise: dem Cotopaxi, einer der größten aktiven Vulkane der Welt. Der erste Europäer, der versucht hat, den Cotopaxi zu besteigen, war der Deutsche Alexander von Humbolt. Der Cotopaxi misst 5897 Meter und man kann, wie wir auch, auf bis 4600 Meter auf den Berg mit dem Auto fahren. Wir sind dann zu Fuß bis auf 4900 Meter gegangen. Dort habe ich das erste Mal, seit ich hier bin, Eis und Schnee in Ecuador gesehen. Eine der Sachen, die ich hier doch vermisse, ist immer noch der Schnee im Winter, der auch jetzt noch in Deutschland liegt. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich Schnee nur einmal sehen möchte oder wirklich Winter haben will.Da wir hier ja nochmal mehr aus 2000 Meter höher ist als Ambato waren, ging mir bei den 3000 Metern dann doch schon ab und zu die Puste aus. Aber allein, um Schnee zu sehen, hat es sich schon echt gelohnt. Viel Aussicht hatten wir zwar nicht, da es meistens nur morgens unbewölkt ist, aber beim Abstieg  war der Berg dann doch frei und ich muss sagen, dies ist einer der schönsten Orte, die ich bisher in meinem Lebengesehen habe! Auf dem Rückweg habe ich außerdem mit einigen Freunden beschlossen, dass wir bis auf den Gipfel steigen wollen, also bis zum Krater auf 5897 Metern Höhe. Wir werden sehen, ob ich das schaffen werde oder nicht. Der Aufstieg beginnt um Mitternacht,  damit  man nach sieben Stunden Aufstieg dann den Gipfel am Morgen erreicht, um bessere Aussicht zu haben. Außerdem ist es über Nacht sicherer auf dem Gipfel zu klettern, weil der Schnee fester ist als am Tag.  Anschließend sind wir nach Ambato, meiner Heimatstadt, gefahren und haben hier eine Nacht geschlafen, und es war schön, meinen Freunden diese Stadt zu zeigen.

[singlepic id=380 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=381 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=382 w=480 h=320 float=center]

Am nächsten Tag sind wir dann auf den Chimborazo geklettert, der höchste Berg Ecuadors mit mehr als 6000 Metern. Das ist auch ein Vulkan, der aber inzwischen nicht mehr aktiv ist. Wir sind auf mehr als 5000 Metern geklettert, und ich war noch nie so hoch in meinem Leben mit 5120 Metern. Leider gab es keinen Schnee, da die Schneegrenze an dem Tag vielleicht 100 Meter höher lag. Dieser Berg, genauso wie der Cotopaxi, hat rote Hänge Dies sind die Regionen, an denen früher das Eis lag, das aber zurückgegangen ist mit der Klimaerwärmung. Vor dem Besteigen hatte wir einen wunderschönen Blick auf den Chimborazo. Für mich sind solche Berge unglaublich, da ich wirklich nur Hügel von 30 Metern gewöhnt bin aus Norddeutschland. Nebenbei gibt es die Geschichte, dass der Chimborazo der höchste Berg der Welt ist und nicht wie angenommen der Mount Everest. Wenn man nämlich vom Erdmittepunkt misst und nicht vom Meeresspiegel, ist der Chimborazo größer, da unsere Erde ja ein Oval ist und damit am Äquator weiter vom Mittelpunkt weg ist als an anderen Stellen der Welt. Damit ist der Chimborazo mehr als 2000 Meter höher als der Mount Everest. Nach dem Chimborazo gibt es in Richtung Süden keine allzu großen Berge, da dieser Teil zu den alten Anden zählt.  Nach dem Abstieg sind wir dann in das nahe gelegene Riobamba gefahren. Hier gab es auch eine kleine Stadtführung und damit war auch der nächster Tag vorbei.

[singlepic id=383 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=384 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=385 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=386 w=480 h=320 float=center]

Nun ging es weiter bis nach Cuenca mit 3 Stops auf dem Weg.  Als erstes fuhren wir zu der ältesten Kirche Ecuadors aus dem 16. Jahrhundert. Damals galt, dass dem Menschen, der eine Stadt errichtete, das Land rundherum gehörte. Da diese erste Stadt nicht sehr gut plaziert wurde, wurde später Quito weiter nördlich gegründet.

[singlepic id=387 w=480 h=320 float=center]

Nach dem kurzen Abstecher an diesen Ort ging esweiter nach Alausí, eine der Zugstationen Ecuadors, und mit dem Zug dann weiter zur Nariz del Diablo, der Teufelsnase. Früher gab es eine Zugstrecke von Quito bis nach Guayaquil und Cuenca. Diese wurde aber lange Zeit nicht benutzt und wird jetzt teilweise renoviert, um zum Beispiel die Züge von Riobamba bis hin zur Nariz del Diablo fahren zu lassen. Außerdem steht in Ambato die neueste und modernste Zugstation. Die Züge hier werde eh eher als Attraktion gesehen und nicht wie bei uns als Fortbewegungsmittel. Nun gut, dieses Stück Strecke von Alausí bis zur Nariz del Diablo ist eine der am schwierigsten erbauten Zugstrecken der Welt, da der Zug durch enge Schluchten und eine Steilwand im Zickzack hinunter fährt, also ohne Kurven den Berg hinunter fährt. Hier fährt man dann zu einem Aussichsort, einer alten Zugstation mit Museum. Außerdem wird hier das volle Touristen Programm geboten, das heißt, dass an der Strecke tanzende Indianer stehen, die winken, wenn der Zug vorbei fährt. Außerdem gab es dort für jeden Pasagier etwas zu essen und später konnte man auch mit diesen Indigenas tanzen. Zurück in Alausí ging es dann zum Mittagessen, hier einmal mehr das typische Mittagessen Ecuadors: Reis mit Hühnchen. Mir hängt es zum Glück noch nicht zum Hals heraus, aber anderen Freunden schon, die es jetzt schon nicht mehr sehen können. Mein Cousin zum Beispiel ist auch keinen Reis mehr, da er sagt, 17 Jahre lang jeden Tag Reis reicht dann auch irgendwann mal.

Der nächste und letzte Halt vor Cuenca war dann Ingapirca, die größte Inkaruine Ecuadors. Die Inkas waren nur 40 Jahre in Ecuador. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Ruinen nur relativ klein sind verglichen mit anderen Ruinen in Peru. Die Inkaepoche ist übrigens nur eine der vielen Epochen Ecuadors. Die erste ist die precolumbianische Zeit, in der die Einheimischen in Frieden zusammen lebten, bis dann die 2. Epoche, die der Inkas, und die der Eroberung Ecuadors begann. Vor den Inkas hat es nie Krieg gegeben in Ecuador, da es für jeden Stamm genügend zu essen gab. Da die Inkas aber aus unfruchtbaren, trockenen Gegenen aus Peru kamen, wurde auf der Suche nach Nahrung Ecuador erobert. Nach 40 Jahren Herrschaft der Inkas kamen dann die Spanier und eroberten die Inkas, ein Millionenvolk mit nur 200 Mann. Die Spanier brachten Krankheiten aus Europa mit  und verbündeten sich mit den Einheimischen, denen sie versprachen, sie von der  Inkaherrschaft zu befreien. Dies war aber nicht der Fall und im Nachhinein war die Sklaverei der Spanier noch viel schlimmer als die der Inkas. Nach mehreren Jahrhunderten begann der Unabhängigkeitskrieg, geführt von Simon Bolivar, den ich oben schon mal erwähnt habe. Dabei wurde der Unabhängigkeitskrieg hier in Ecuador durch Antonio Sucre geführt, ein enger Vertrauter Bolivars, der Quito zur ersten unabhängigen Stadt des Kontinents machte. Darauf folgte die Periode Gran Colombia, ein Land, das aus dem heutigen Columbien, Peru und Ecuador bestand. Dann kommt die Republik Ecuador, in der Ecuador  das erste Mal ein eigenständiges Land war und dann kam das Ecuador, wie es heute ist. Diese Inkastätte diente nicht nur als Festung, sondern auch als Tempelkomplex mit Kalendern zur Bestimmung der Säh- und Erntezeiten. Zur Berechnung nahm man auch die Sonne und den Mond zur Hilfe.

[singlepic id=388 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=389 w=480 h=320 float=center]

Nach weiteren zwei Stunden Fahrt waren wir dann endlich in Cuenca.Dies ist eine der schönsten Städte, wenn nicht sogar die schönste Stadt Ecuadors für mich. Es gibt hier keine Hochhäuser wie in Quito zum Beispiel. Viel ist mit rotem Stein gebaut, da die Steinbrüche hier in der Nähe liegen, und auch die Dächer sind mit roten Ziegeln gedeckt, so wie bei uns in Deutschland zum Teil. Hier sind wir dann aber am Morgen erstmal zu einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Cuenca gefahren, das auch auf bis zu 4000 Metern  liegt. Dies ist insofern interessant, dass es hier mehr als 200 Seen gibt. Zuerst sind wir durch eine Wald weiter unten gewandert, ganz anders als die Wälder, die man in Deutschland kennt. Sie sind viel bewachsener, das heißt, auf den wenigen Baumarten, die es dort gibt, wachsen allerlei Mose und Lianen, dass es schon fast aussieht wie im Regenwald. Später dann bei der zweiten Wanderung weiter oben auf 4000 Metern wächst wirklich nur noch ein Baum und sonst nur noch Gräser. Für mich war das wirklich mit den beiden Bergen einer der schönsten Orte hier in Ecuador. Es sieht aus wie bei „Herr der Ringe“, um ehrlich zu sein. Naja, hier sind dann ein paar andere und ich in einem eiskalten Wasserfall baden gegangen. Es war wirkich arschkalt, aber schon ein echt cooles Erlebnis. Einzige doofe Sache am Ganzen war, dass ich die falsche Schuhe anhatte und meine Füßen ab der ersten Minuten durchnässt waren.

[singlepic id=390 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=391 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=392 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=393 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=394 w=480 h=320 float=center]

Am Nachmittag, sind wir in eine Panamahutfabirk gegangen. Wie ich glaube ich schon erwähnt habe, sind die Panamahüte aus Ecuador. Danach haben wir uns Cuenca angeguckt, obwohl es vorher und während dessen ziehmlich doll geregnet hat und damit die Führung relativ kurz ausfiel. Wir haben uns das Zentrum angeschaut. Dazu gehört der Park in der Mitte von Allem, an dem auch die Kathedrale liegt. Diese wurde bei einem Erdbeben zerstört und von einem Deutschen wieder aufgebaut.

So ging die Reise „Avenida de los Volcanos“ zuende. Und wie schon gesagt, dies war die Reise, die sich bisher am meisten gelohnt hat. Ich kann nur jedem empfehlen, der nach Ecuador kommt: Guckt euch lieber die Sierra an als die Küste oder den Urwald.

[singlepic id=395 w=480 h=320 float=center]

[singlepic id=396 w=480 h=320 float=center]

Was ist sonst noch so passiert in den letzten Monaten? Am 15. Januar, also jetzt schon wieder eine Ewigkeit her, war Halbzeit. Und ja, das Jahr geht rum und ich sitze hier wohl wie jeder mit gemischten Gefühlen, jetzt noch viel mehr, 3 Monate vor dem Rückflug. Auf der einen Seite möchte man sein Leben hier nicht zurücklassen, das man sich hier aufgebaut hat, die Freunde, seine zweite Familie und einfach alles andere. Auf der anderen Seite möchte ich aber natürlich auch meine Freunde und Familie in Deutschland wiedersehen. Naja, ich glaube, das beste Mittel dagegen ist, dass man nicht an den Rückflug denkt und einfach die Zeit hier genießt.

Was ich sonst so vorhabe in den nächsten Monaten? Im Mai geht es dann endlich in das Paradies auf Erden: Galapagos. Sonst im April ist Batizado, die Verleihung der Corda im Capoeira, also sowas wie die Gurte im Karate. Dafür werde ich auch 3 Tage nach Quito fahren. Dann möchte ich noch einen Freund in Machala besuchen, und nächste Woche ist Ostern und wir fahren vielleicht noch einmal in den Dschungel. Falls das nichts wird, gibt es auch noch die Möglichkeit, am Freitag an einem Umzug, einer Prozession, teilzunehmen, in dem die Menschen aus Ambato und anderen Städten zu Fuß nach Baños gehen. Dies würde dann ungefähr 10 Stunden dauern und über Nacht stattfinden. Ich glaube aber nicht, dass ich das machen werde, da ich nicht katholisch bin.

Ich glaube, jetzt gibt es nichts mehr zu berichten – und mal gucken, was die nächste Zeit passiert und ob es wieder 3 Monate dauern wird, bis ich etwas Neues in den Blog schreibe.

PS an Maria: Ich hoffe, es kommt nicht zu spät, dass ich jetzt erst schreibe. Aber ich glaube schon, dass du es als Vegetarier schwer hast, und dass es fast unmöglich ist, das in Ecuador durchzuziehen. Ich habe Freunde, denen geraten wurde,  aufzuhören bzw. zu unterbrechen für das Jahr. Eine isst jetzt wirklich Fleisch für diese Jahr und eine andere ist es geblieben, aber isst jetzt halt jeden Tag nur Reis und ich glaube, dass es jeder für sich entscheiden muss, ob man nicht vielleicht doch für ein Jahr Fleisch essen kann.

Liebe Grüße an Alle,
Basti