Vom Schwarzen Januar ueber „Gen-Tests“ bis zu traditionellem Tanzunterricht

Beschwingt von den Klaengen des traditionell aserbaidschanischen Liedes “Gözü Qaşı Qara Qız” (“ Das Maedchen mit den schwarzen Augenbrauen”), zu dem ich am Samstag auf dem Fest der Sprachenschule meinen ersten kleinen aserbaidschanischen Tanzauftritt  haben werde, verfasse ich heute meinen Blogeintrag. Dieses Wochenende wird ausserdem in unserer Schule eine Sitzung des “European Youth Parliament” stattfinden, eine internationale Organisation, die Jugendliche in mehreren Laendern Europas dazu einlaedt, auf nationaler und internationaler Basis sich mit politischen Themen gemeinsam kritisch auseinanderzusetzen.  Da ich mich besonders auf die Themen bezueglich Aserbaidschan noch genauer vorbereiten muss, die Choreographie lieber noch hundert mal wiederhole, sowie euch das Lesen etwas erleichtern moechte, bemuehe ich mich heute, etwas kompakter zu schreiben 😉

 

“Qara Yanvar” – 20. Januar 1990 – in trauriger Erinnerung

“Qara Yanvar” – unutmayaq! – Den schwarzen Januar werden wir nie vergessen: Das stand auf dem Flugblatt, das jedem von uns in der Schule anlaesslich des 20.Januars, einem aserbaidschanischen Volkstrauertag, ausgehaendigt wurde. Fast jeder, den ich hier zu diesem Anlass befragt habe, hat fuer einen Moment innegehalten, bevor er mir die Geschichte erzaehlt hat: Die Unabhaengigkeitsbewegung unter den von der Sowietunion besetzten Laendern Ende der 1990-er Jahre ging natuerlich nicht an Aserbaidschan vorbei. Viele Menschen protestierten, um Freiheit zu erlangen. So kam es dazu, dass in der Nacht vom 19.bis 20. Januar 1990 ohne jede Vorwahnung sowietisches Militaer in Baku eingedrungen ist, um die Aufstaende brutal niederzuschlagen. Getoetet oder verletzt wurden allerdings hunderte Menschen der unschuldigen Zivilbevoelkerung – ein blutiges Gemetzel, dessen Bilder hier vielen noch genau in Erinnerung sind, besonders denen, die Angehoerige oder Freunde verloren haben.

So ist der 20. Januar zum Arbeits – und schulfreien Tag geworden, ausserdem ist die Benutzung von Metro und Bus an dem Tag kostenlos, damit wirklich jedem der Zugang zu den Gedenkplaetzen ermoeglicht wird. Sogar im Migrationsamt, wo ich in der Woche vorher endlich mein dauerhaftes Visum bis Anfang Juli abholen konnte, war eine Ausstellung bezueglich des 20.Januars organisiert (s.Foto) und in den Eingaengen der Kaeufhaeuser wurden Blumenkraenze und Kerzen aufgestellt.[singlepic id=281 w=320 h=240 float=]

Am Trauertag selbst bin ich mit Freunden ins Kino gegangen, was erstaunlicherweise geoeffnet hatte, aber in der ganzen Stadt lag eine bedrueckend stille Stimmung in der Luft, die mir nach dem Gucken des Horrorfilms noch intensiver schien…

Metrofahren – ein musikalisch – historisches Vergnuegen

[singlepic id=280 w=320 h=240 float=]Auf dem Foto ist das Denkmal zu dieser Tragoedie zu sehen (Aufschrift: “In lieber Erinnerung an die Opfer”). Dieses befindet sich dort, wo das Gemetzel am schlimmsten war. Die dort entstandene Metrostation heisst ebenfalls “20.Yanvar”. Generell sind die Metrostationen hier hauptsaechlich nach wichtigen historischen Daten oder Persoenlichkeiten benannt. Die Zentralstation z.B. heisst “28. May”: Am 28. Mai 1918 wurde Aserbaidschan zur Demokratischen Republik erklaert. Waehrend der Sovietzeit wurde diese Station allerdings zum “28.April” umbenannt, da zwei Jahre spaeter (1920) an diesem Tag die Bolschewisten Aserbaidschan zur Sowietischen Sozialistischen Republik erklaert haben. Dem Vorsitzenden des ebenfalls an dem Tag gegruendeten Rat der Volkskomissare Nəriman Nərimanov, ist ebenfalls eine Metrostation gewidmet. Dieser war sowohl Autor und Revolutionist, als auch ein sehr geschaetzter Politiker, da er zwischen den Interessen des aserbaidschanischen Volkes und den Sowietischen Regierungschefs erfolgreich vermittelt hat. Uebrigens: Erst nach dem Erhalt der Unabhaengigkeit Aserbaidschans 1991 bekam die Zentralstation wieder ihren urspruenglichen Namen: 28.May.

Ausserdem erklingt im Zug beim Einfahren in die Metrostation fuer jede Station eine andere, nach meiner Auffassung klassisch klingende wunderschoene Melodie, sodass man sich daran gut orientieren kann, auch wenn einem der Name der jeweiligen Station nicht bekannt ist. J

 

Aserbaidschanisches Notensystem und “Gen – Tests”

Als mir Mitte Januar in der Schule mitgeteilt wurde: “In den naechsten zwei Wochen haben wir Gen – Test”, dachte ich mir: “Oh Gott, welcher aerztlichen Untersuchung muss ich mich denn jetzt unterziehen!” 😀 Aber es handelte sich lediglich um die “General – Halbjahrestests” in den Hauptfaechern, also Mathe, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Russisch und Aserbaidschanisch. Die letzten beiden Faecher sind erstaunlicherweise fuer mich recht gut gelaufen, sowie Englisch natuerlich. Allerdings wuerde mir die Bedeutung dieser Tests erst bewusst, als mir eine Freundin das mir sehr streng vorkommende Notensystem erklaert hat: Im “Gen-Test” kann man maximal 85 % erreichen, die in die Halbjahresnote zaehlen. Die letzten 15 % heissen “Bonus” und bestehen aus den Ergebnissen von Tests und muendlicher Mitarbeit des ganzen Halbjahres, sodass man bestenfalls 100 % erreicht. Wenn man also als Austauschschuelerin kaum etwas vom “Gen-Test” versteht, haette man theoretisch selbst mit vollen 15 % Bonus (was sehr selten vorkommt) schlechte Karten. Jedoch ist der “Человектический фактор” (“menschliche Faktor”), wie meine Lehrerin immer so schoen sagt, hier sehr gross, sodass sie die Tatsache, dass ich gerade zu Anfang dem Unterricht aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten kaum folgen konnte, grosszuegig beruecksichtigen.

Die Noten jeder Stunde werden uebrigens per Internet in ein zentrales System eingetragen, das vom Bildungsministerium ueberwacht wird!

Jetzt, wo ich dem Unterricht immer besser folgen kann, staune ich Tag fuer Tag ueber gewisse Fakten Aserbaidschans: z.B. das Aserbaidschan am Ende des 19.Jahrhunderts Russland mit 90 % des dort benoetigten Erdoels versorgt hat und insgesamt die Haelfte des auf der ganzen Welt benoetigten Erdoels aus Aserbaidschan bezogen wurde! Im Erdkundeunterricht habe ich erfahren, dass der Klimawandel auch hier deutlich zu spueren ist: Die die Promenade zierenden Palmen haben erst vor 10 Jahren angefangen, hier zu wachsen, vorher hat das Klima dies nicht zugelassen… 😀

Sonst sind Lehrer, Eltern und Schueler gerade mit viel Eifer dabei, unsere “Последный Звонок” (letzte Klingel), vorzubereiten, den 31.Mai, an dem wir 11. – Klaessler offiziell von der Schule verabschiedet werden, sowie den Abschlussball im Hotel am Meer. Diese beiden Anlaesse werden hier riesig zelebriert, sodass eine Menge organisiert werden muss: Tanzkurs, Aufnahme des Abschlusssongs im Tonstudio, Kameraleute, DJ, Kleidung, besonderer Schmuck usw…

 

Das Miniaturbuchmuseum und interessante Begegnungen

[singlepic id=283 w=320 h=240 float=]Ueber die Schule habe ich einen anderen Deutschen kennengelernt, der hier gerade sein freiwilliges soziales Jahr macht. Zusammen sind haben wir das Miniaturbuchmuseum in der Altstadt besichtigt, dessen Exponate absolute bemerkenswert sind. Die drei kleinsten dort vorzufindenden Buecher stammen aus Japan und haben einen Durchmesser von 2mmx2mm, sodass sie nur mit einer Lupe richtig zu sehen sind (s. Foto). Jedes von ihnen hat 16 Seiten, 50-100 Zeichen und eines sogar Illustrationen. Die Miniaturbuecher sind in Vitrinen nach Laendergruppen geordnet. Deutschland hat seine eigene Vitrine (s. Foto), bei der uns sofort aufgefallen ist, das besonders viele Buecher von Erich Honecker, ausserdem u.a. Pixi  – Buecher vertreten sind 😀 Insgesamt enthaelt das Museum 4 700 Minibuecher aus 64 Laendern, aber woher stammen diese alle?! Die Buechersammlerin Zarifa xanim ist jahrelang durch die Welt gereist, bis 2002 diese Ausstellung eroeffnet wurde. Zarifa Xanim hat der sehr netten Museumsfuehrerin auch den Auftrag gegeben, jedem deutschen Besucher  ein Exemplar von den aus Deutschland mitgebrachten Minibuechern zu ueberreichen, sodass sie uns am Ende ein nettes Souvenir mitgegeben hat J[singlepic id=282 w=320 h=240 float=][singlepic id=284 w=320 h=240 float=]

 

Auf dem Weg durch die Altstadt sind wir auf ein Maleratelier gestossen, in dem mir erneut die Offenheit und Zuvorkommenheit der hier lebenden Menschen bewusst wurde. Als ich den Kuenstler gefragt habe, wie er es schafft, die Aeste der Tannen so besonders fein und aesthetisch zu malen, hat er mir ein paar gekonnte Pinselschwuenge auf einem bereits angefangenem Gemaelde demonstriert, mir den Pinsel danach in die Hand gedrueckt und meinte: “Versuch es selbst!”. Auf meinen Kommentar, dass ich ihm sein schoenes Gemaelde nicht zerstoeren moechte, hat er mir nur zugezwinkert und meinte: “Du schaffst das schon!” :D[singlepic id=285 w=320 h=240 float=]

 

Eine andere interessante Begegnung ist mir beim Schulbuchkauf in der Metro widerfahren: Als ich auf aserbaidschanisch meinen Wunsch geauessert habe, ist ein Mann namens Baylar Hajiyev auf mich aufmerksam geworden, der als Dozent die englischsprachigen Fakultuaeten (Internationale Beziehungen, Jura usw.) der Baku State University leitet. Nachdem er mir sein neustes Conversational – Buch (Englisch – Aserbaidschanisch – Russisch) geschenkt hat, hat er mich zu sich in die Uni eingeladen, wo er mir eine halbe Woche spaeter ein paar seiner Konzepte vorgestellt und mich gefragt hat, ob wir nicht zusammen ein weiteres Conversational – Buch veroeffentlichen wollen ,das auch die deutsche Sprache beeinhaltet. Meine Antwort auf dieses Angebot koennt ihr euch sicherlich denken 😉 In Momenten dieser Art bin ich YFU immer wieder dankbar dafuer, mir dieses Austauschjahr zu ermeoglichen!!![singlepic id=290 w=320 h=240 float=]

 

Aserbaidschanische Kueche

Wie bereits berichtet, versuche ich, auch mit meiner ersten Gastfamilie etwas Zeit zu verbringen, sodass ich die Sonntage gerne dort verbringe und mir meine Gastmutter traditionelle Rezepte beibringt. Besonders angetan war ich von “ Əriştə Plov” (Reisnudeln), eine Abwandlung des aserbaidschanischen Nationalgerichts “Plov”  mit nudelartigen Teigstreifen und einem Hauch von Kuerbisfleisch. Auf dem ersten Foto ist das hier typische Ausrollbrett zu sehen, dass den Teig besonders fein und duenn werden laesst. In einer bestimmten Technik wird dieser dann gefaltet und in duenne Streifen geschnitten (Foto 2), zusammen mit kleingeschnittenem Kuerbis und Reis ergibt dies ein absolutes Festmahl! [singlepic id=305 w=320 h=240 float=][singlepic id=286 w=320 h=240 float=][singlepic id=289 w=320 h=240 float=]

Ausserdem haben wir “Göyərti qutabı” zubereitet. “Göy” heisst soviel wie “Gruenzeug” (z.B. Petersilie), denn das gibt es hier in zahlreichen Varianten. “Qutab” ist die Zubereitungsart eines hauchduennen, festen Teiges. Zwischen jede Teigschicht wird hausgemachter, salziger Kaese und das Gruenzeug gelegt, sodass sich sich am Ende eine Art Kraeuterlasagne ergibt:[singlepic id=288 w=320 h=240 float=]

Nach jedem Essen wird Gaesten ja bekanntlich “Çay” und etwas Suesses gereicht. Beliebt ist auch “Şirin Cörək” (suesses Brot), dessen Zubereitung recht einfach ist: Zum normalen Brotteich gibt man einfach drei Glaeser Zucker und Gewuerze nach Belieben hinzu :D[singlepic id=287 w=320 h=240 float=]

Besonderer Respekt vor dem Brot

In ein “kulinarisches Fettnaepfchen” bin ich neulichs getreten, als meine Gastschwester mich dabei erwischt hat, wie ich altes Brot in den Muelleimer entsorgt habe. Sofort hat sie entsetzt aufgeschrien und mir erklaert, dass man hier Brot besonderen Respekt erweist und es so gesondert entsorgt. Ein paar Tage spaeter habe ich meine Gastmutter zu dem Grund dieser Tradition befragt, als wir einen Film angeschaut haben, der waehrend des zweiten Weltkrieges in Aserbaidschan spielt und durch den ich erfahren habe, dass auch hier wie in Deutschland Lebensmittelkarten verteilt wurden. Allerdings nur fuer Brot, da es sonst kaum etwas anderes zu Essen gab. Also war die Antwort meiner Gastmutter: “Siehst du Philine: Brot ist das einzige Lebensmittel, von dem man sich ausschliesslich  ernaehren kann, deswegen erweisen wir ihm besonderen Respekt!”

Erst ab diesem Zeitpunkt sind mir die vielen Brottueten aufgefallen, die gesondert an den Muellcontainern haengen, ausserdem haben aermere Menschen auf diese Weise noch die Moeglichkeit, dieses Brot noch zu verwenden.

 

Ein Einblick in den aserbaidschanischen traditionellen Tanz

Nachmittags besuche ich jetzt bereits seit einem Monat zweimal die Woche die Sprachenschule im “Caspian Buisiness Center” und habe jetzt endlich das Gefuehl, neben Russisch auch in der aserbaidschanischen Sprache den Durchblick zu erlangen J

Und zweimal die Woche geht es seit Dezember zum traditionellen Tanzunterricht, welcher zu meiner absoluten Lieblingsaktivitaet geworden ist!!! Nachdem sich die noch zu Anfang bestehende “hochzeitsvorbereitende” Gruppe fuer Jugendliche aufgeloest hat, sind meine Freundin und ich zu den etwas kleineren Maedchen gegangen, die sogar vor dem Praesidenten tanzen, sodass dort “strenge Schule” herrscht, wie es unsere Lehrerin nennt. Diese hat frueher im aserbaidschanischen Staatsensemble getanzt und ist u.a. auch in Deutschland aufgetreten J

Und in der Tat: Seit der ersten Stunde werden in mir immer wieder Kindheitserinnerungen hervorgerufen, denn der aserbaidschanische Tanz umfasst viele Elemente aus dem klassischen Ballett, nur dass es hier anstatt von “zweiter Position” , “ikinci vəziyyəti” heisst 😀

Was mir besonders gefaellt ist, dass uns eine Klavierspielerin in jeder Stunde begleitet!

Im Aserbaidschanischen Tanz gibt es viele verschiedene Arten, die unter den einzelnen Volksgruppen entstanden sind. Die Lesginka, z.B. ist unter den im Norden Aserbaidschan lebenden Lesgiern entstanden. Dieser Tanz hat einen sehr ruppigen Charakter und wird im harten Vierertakt gezaehlt.

Viel grazioeser ist der im schnellen Dreiertakt gezaehlte allgemeine aserbaidschanische Volkstanz. Fuer Maedchen bestehen die Elemente hauptsaechlich darin, die pure Schoenheit zu repraesentieren: Beim Betrachten der Haende symbolisieren diese einen Spiegel (s. erstes Foto).[singlepic id=295 w=320 h=240 float=]

Das “Sich- Abwenden” von diesem Spiegel ist die uebliche Schlusspose eines Elements,  in der man sich dem Publikum zuwendet:[singlepic id=296 w=320 h=240 float=]

 

Das folgende Element wird am haeufigsten auf Hochzeiten getanzt. Als Faustregel gilt: Die Hand nach oben, in dessen Richtung man sich fortbewegt, in diese schauen und sich dann im Takt dazu drehen[singlepic id=297 w=320 h=240 float=]

 

Das Kreuzen der Haende symbolisiert einen Blumenstrauss:[singlepic id=304 w=320 h=240 float=]

 

Besonders wichtig ist es, die Finger immer in der richtigen Position zu halten, sodass sich Daumen und Mittelfinger fast, aber nicht ganz beruehren:[singlepic id=303 w=320 h=240 float=][singlepic id=298 w=320 h=240 float=]

 

Der “Naz Ələmə” ist ein Tanz, der eine “aserbaidschanische Konversation” zwischen Maedchen und Junge darstellt, sodass es mich einige Zeit gekostet hat, bis ich mich in die Mentalitaet dieses Tanzes hineinversetzten konnte:

Auf dem ersten Bild drueckt der Junge (in diesem Fall von meiner  Freundin getanzt :D) dem sich um ihn drehenden Maedchen kniend die Bewunderung ihr gegenueber aus.[singlepic id=291 w=320 h=240 float=]

Dann sagt er ihr mit erhobenen, Kraft und Stolz ausdrueckenden Armen: “Ay qız, mənə bax!” (Hey Maedchen, schau mich an!), aber sie verweigert sich ihm:[singlepic id=294 w=320 h=240 float=]

Nun scheint der Junge aber doch Erfolg zu haben, denn sie wendet sich ihm zu…[singlepic id=293 w=320 h=240 float=]

Und laesst sich auf ihn ein![singlepic id=292 w=320 h=240 float=]

 

 In einem traditionellen Kostuemladen

Da der Auftritt Samstag immer naeher rueckt und ich immer noch kein Kostuem hatte, bin ich gestern das erste Mal in eine traditionelle Kostuemschneiderei gegangen, wo ich eines der Prachtstuecke anprobieren durfte. Auf dem ersten Foto ist eine weitere Geste zu sehen, die die Schoenheit der dunklen schwarzen Augen der Aserbaidschanerinnen betonen soll. Dieses Element symbolisiert das “Sich  schminken mit einem schwarzen Kayal”:[singlepic id=301 w=320 h=240 float=]

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Leider betraegt die Leihgebuehr solch eines Kostuemes fuer einen Auftritt 100 Manat. Als ich meiner Tanzlehrerin davon berichtet habe, hat sie mich abends nach dem Unterricht heute einfach mit zu sich nach Hause genommen, wo ich eines ihrer Kostueme anprobiert habe, was gluecklicherweise sofort gepasst hat. Wegen ihrer konsequenten, strengen, aber immer sehr hilfsbereiten und humorvollen Art habe ich meine Tanzlehrerin mittlerweile richtig in mein Herz geschlossen. Diese Woche hat sie mir neben dem normalen Unterricht einige Extrastunden  gegeben, damit die Choreographie Samstag klappt und generell beantwortet sie nach dem Unterricht jede Frage und zeigt einem dann auf Wunsch die neuen Elemente so lange, bis man sie komplett verstanden hat! Dank ihr ist aserbaidschanischer Tanz jetzt zu einer echten Leidenschaft fuer mich geworden!!!!!

 

Verzeiht mir bitte, dass es heute schon wieder so ein halber Roman geworden ist!!!  Jetzt ist es gleich bereits Mitternacht, sodass ich noch ein paar Hausaufgaben erledigen  und mich dann gegen 1.30h oder 2h ins Bett legen werde – der Schlafrhythmus aserbaidschanischer Jugendlicher 😀 Dann werde ich vielleicht  von weiten, wehenden Roecken in Tanzdrehungen trauemen oder von Deutschland – meiner Heimat, nach der ich mich sehr oft sehne. Jedoch ist alles, was mit schmerzhaftem Heimweh zu  tun hat, vorrueber, denn ich moechte jeden Tag, nein – jede Stunde, nein – jede Minute, der mir hier noch verbleibenden 4,5 Monate geniessen!!

 

Taenzerisch drehend beschwingte Gruesse aus der Stadt der Winde sendet euch

Eure Philine