Schulalltag, Stadtleben, Konzert in der Crystal Hall = Gözəl Azərbaycan!

Es ist Montag, 17.09., 16.45h ich habe meinen ersten richtigen Schultag “hinter mir” (was man eigentlich nicht sagen kann, weil er so fantastisch war, aber dazu  komme ich noch spaeter ) und mir rinnt der Schweiss aus allen Poren.  Das liegt allerdings weniger am “Avropa Liseyi”, als an der kleinen Shoppingtour, die ich danach durchs Vorstadtviertel “Inşaatçılar” gemacht habe, um ein paar Dinge wie Shampoo usw. einzukaufen. Hier gibt es naemlich nicht so hauefig die schoen bequemen Supermaerkte, sondern gefuehlt 1000 “Minimarkets” an jeder Strassenecke, die sich aber auf gewisse Artikel spezialisieren, sodass es mitunter recht lange dauern kann, bis man sich zu einem mit Damenartikeln wie Seidenstrumpfhosen durchgefragt hat, die ich dringend fuer meine Schuluniform brauche …

Aber jetzt der Reihe nach …

 

YFU -Orientierungsseminar

Erstmal moechte ich von diesem  wunderbaren Ereignis berichten, das letzten Mittwoch fuer uns zwei Austauschschuelerinnen, Mari aus Tschechien und mich, in Sumqayıt stattgefunden hat. Als wir dort ankamen, erwartete uns schon die erste Ueberraschung. Wegen des Austauschmottos “Building a bridge” und “New Way” hat man uns gleich eine Landkarte gezeigt, auf die eine Bruecke gekleppt war, auf der sich wiederum unsere beiden Passfotos befanden, weil YFU Aserbaidschan dieses Jahr zum ersten Mal ein Aufnahmeprogramm gestartet hat.[singlepic id=134 w=320 h=240 float=]

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde haben wir zuerst ueber unsere Hoffnungen, Wuensche und Aengste gesprochen und danach zuerst eine Praesentationen ueber Aserbaidschan, dann ueber Deutschland und Tschechien gehoert. Letztere hatten Mari und ich zu Hause vorbereitet.[singlepic id=137 w=320 h=240 float=][singlepic id=136 w=320 h=240 float=][singlepic id=135 w=320 h=240 float=]

Anschliessend haben wir einen Rundgang durch Sumqayıt gemacht, was einmal zu den schmutzigsten Staedten der Welt gehoert hatte. Davon ist allerdings nicht mehr als ein paar sovietische Spielplatze uebrig geblieben. Stattdessen kann man an einer wunderschoen gestalteten Promenade entlangschlendern.[singlepic id=127 w=320 h=240 float=]

Zum Mittagessen sind wir in ein Restaurant gegangen, das uns typisch aserbaidschanische Gerichte serviert hat. “Düşbərə” als Vorspeise, das sind gefuellte Teigtaschen und “ saç içi” (eine Mischung aus Fleisch und Gemuese)  als Hauptgericht.[singlepic id=128 w=320 h=240 float=]

Hoehepunkt war auf jedenfall das anschliessende “Chillen” im “Chai-Raum”( gibt es auch viel in der Tuerkei), wo schon Tee und typische Suessigkeiten, z.B. getrocknete Fruechte bereit standen![singlepic id=129 w=320 h=240 float=]

Nachmittags haben wir noch eine sehr interessante Praesentation ueber das Schulsystem gehoert. Hier lernen die Schueler von der 1. bis 11. Klasse zusammen an einer Schule, allerdings gibt es genau wie in Deutschland staatliche und private Schulen und nach der 9. Klasse die Moeglichkeit, an eine Art berufsbildende Schule zu gehen. Alle versuchen aber bereits nach der 11. Klasse das TQDK-Tələbə Qəbul Dövlət Komissiyasi, also das “Abitur” zu machen.

Zum Schluss wurde uns noch unsere YFU Betreuerin Gülüş bekanntgegeben, mit der ich gleich am naechsten Tag in die Stadt gefahren bin, um eine Uniform zusammenzustellen. Sie ist ebenfalls zum Avropa Liseyi gegangen und kannte sich somit bestens aus: Generell  ist die Kleiderordnung “oben weiss, unten schwarz”, am ersten Schultag sind fuer die Maedchen Rock, Bluse und sogar Highheels angesagt. Schminke und Nagellack sind allerdings nicht erwuenscht.

Der “goldene Abschluss” war ein Kuchen mit einer  “1” als Kerze, als Symbol dafuer, dass Mari und ich die ersten Austauschschueler in Aserbaidschan sind…[singlepic id=131 w=320 h=240 float=][singlepic id=132 w=320 h=240 float=]

[singlepic id=133 w=320 h=240 float=]

Anrede in Aserbaidschan

Ganz herzlich bedanken moechte ich mich bei allen, die diesen Tag so hervorragend organisiert haben, besonders bei Minaxanım, die YFU Aserbaidschan leitet. Hier ist die hoefliche Anrede etwas anders als in z.B. in Deutschland, woran ich mich erstmal gewoehnen musste. Denn Frauen spricht man meistens mit” Vornamen + xanım”an, oder “xanım + Nachname” und wenn man beides nicht weiss, kann man sie auch einfach nur mit “xanım” ansprechen. Es fuehlt sich trotzdem immer noch komisch fuer mich an, die Lehrerinnen im ersten Teil der Anrede mit Vornamen anzusprechen 😀  Zu Maennern sagt man “canab” und Vorname oder Nachname.

Willkommen in der Klasse “On bir iki”

[singlepic id=138 w=320 h=240 float=]

Samstagmorgen fand dann die Schuljahreseinweihungsfeier statt, bei der zur Begruessung traditionell die Aserbaidschanische Nationalhymne gesungen und die aserbaidschanische Flagge geschwenkt wurde. Dort ist mir erneut aufgefallen, dass die Aserbaidschaner im Punkt “Dokumentieren” schlimmer als die Japaner zu sein scheinen: Es wurde mit unzaehligen professionellen Kameras gefilmt und fotografiert, sodass man meinen konnte, dass die Veranstaltung ins Fernsehen uebertragen wurde :D[singlepic id=139 w=320 h=240 float=]

Danach wurden Auszeichnungen verteilt und ein paar Ankuendigungen gemacht. Ich hatte mich schon gewundert, warum meine Gastmutter mich immer weiter durch die Menschenmenge nach vorne gezogen hatte, bis die Schulleiterin mir zugezwinkert und mich der ganzen Schule vorgestellt hat. Wenig spaeter hat sie mich einfach zu den Elftklaesslern gestellt, wo ich gleich herzlich aufgenommen und mit Fragen bombardiert wurde. Anschliessend folgten ein paar Tanzvorfuehrungen zuckersuesser juengerer Schueler, die als Bienen und Blumen verkleidet waren, weil die Anfangsbuchstaben des “Bakı Avropa Liseyis” auf Aserbaidschanisch “Bal”, also “Honig” bedeuten und dann kam es endlich zum Hoehepunkt der Veranstaltung, der “пeрвьıй званок” (erste Glocke). Bei diesem Ritual nehmen ein paar Jungs der elften Klasse ein paar Erstklaessler auf die Schultern, die  eine Glocke weiterreichen und so das neue Schuljahr einlaueten. Schliesslich wurde noch die Schulhymne gesungen, bevor die Schulleiterin Zülfiyyəxanım meine Gastmutter, Minaxanım und mich in ihr Buero gebeten hat.[singlepic id=140 w=320 h=240 float=][singlepic id=141 w=320 h=240 float=]

Dort hat sie mich noch einmal begruesst, ein paar Lehrern vorgestellt, von den zahlreichen Projekten der Schule berichtet und mich gefragt, in welchen Sektor ich moechte. Ich konnte mich zwischen dem technischen und economischen Sektor entscheiden und habe letzteren mit den Schwerpunkten Erdkunde und Geschichte gewaehlt in der Hoffnung, dass es dort weniger mathematisch anspruchsvoll zugeht, aber da habe ich mich leider getauescht, denn der Kaukasus ist dafuer beruehmt  beruechtigt, dass Mathe dort auf sehr hohem Niveau unterrichtet wird. Ausserdem hat die Schulleiterin mir erklaert, dass man auf dieser Schule nur aufgenommen wird, wenn man den Aufnahmetest besteht und dass diszipliniertes Arbeiten vorrausgesetzt wird.

[singlepic id=143 w=320 h=240 float=]

Im Anschluss ist noch meine neue Klasse (aus dem Russischen Sektor )  ins Buero gekommen, “on bir iki”, was auf Deutsch so viel wie 11/2 bedeutet und ich habe einen wunderschoenen Blumenstrauss bekommen, den meine Gastcousine abends mit einem grossen Brotschneidemesser angeschnitten hat :D[singlepic id=142 w=320 h=240 float=]

 

Eine Woche spaeter…Schulalltag

Mittlerweile ist es schon Samstag, 22.09. und ich komme endlich dazu, an diesem Blogeintrag weiterzuschreiben J , was vorher leider nicht ging, weil entweder der Computer gestreikt hat (der mag mich irgendwie nicht :D) oder mein Gastbruder den zum Lernen brauchte….

Mein Tagesablauf sieht hier momentan folgendermassen aus: Morgens stehe ich um erst um 6.45h, obwohl ich schon um 7.15h zum Bus muss, da alles aufgrund der Kleiderordnung ganz schnell geht. Der Bus schlaengelt sich dann durchs vier – , fuenf -, oder querspurige Verkehrschaos durch und haelt aufgrund dessen manchmal nicht an der Haltestelle, an der ich aussteigen muesste, sodass es mir manchmal nicht erspart bleibt, den Weg zur Schule zu suchen in der Hoffnung, noch puenktlich um 8.15h anzukommen. Die Schule endet offiziell gegen 14.30h und dann geht es dreimal die Woche mit der Metro zur Sprachschule, wo ich bis 17.30h erst Einzelunterricht habe und dann Filme auf Russisch anschaue. Abends sind dann manchmal ein paar der zahlreichen netten Tanten, Cousins und Cousinen da, die mir schon ein bisschen aserbaidschanischen Tanz beigebracht haben Joder meine YFU Betreuerin  Gülüş zeigt mir ein paar der zahlreichen netten Plaetze der Stadt.[singlepic id=145 w=320 h=240 float=]

Ich kann immer noch nur mit Begeisterung von der Schule berichten. Obwohl hier wirklich sehr diszipliniert gelernt wird, herrscht im Unterricht eine absolut lockere und humorvolle Atmosphaere. In den Pausen wird im Klassenraum hauefig laut Musik aufgedreht. Handys liegen selbstverstaendlich im Unterricht auf dem Tisch und wenn sie klingeln, geht man einfach kurz raus zum Telefonieren 😀  Apropos Handys:  Hier scheint fast keinen anderen als den typischen Nokiaklingelton zu geben, was einem auf die Dauer ziemlich auf die Nerven geht…

Meine Mitschueler sind total interressiert, lieb und hilfsbereit.  Z. B. lernt ein Klassenkamerad  mit mir jetzt hauefig nebenbei Russischvokabeln und legt so genau auf die Aussprache Wert, dass ich ein Wort manchmal zehn Mal wiederholen muss 😀 und meine Sitznachbarin schreibt vieles doppelt fuer mich ab, wenn ich nicht so schnell mitkomme , kopiert oder erklaert mir das, was ich nicht verstehe. Und das ist im Moment leider noch sehr viel mal abgesehen vom Englischunterricht. Gerade Mathe bereitet mir aufgrund der sprachlichen Doppelbelastung Sorgen, da wir das zwei Stunden taeglich haben – das erklaert auch, warum das Niveau hier so hoch ist! Aber meine Gasteltern helfen mir abends bei den Hausaufgaben immer gerne und es war ein unbeschreibliches Gluecksgefuehl, als ich es einmal geschafft habe, vier Aufgaben ohne Hilfe hintereinander richtig zu loesen.

Einige Unterschiede sind mir hier sofort aufgefallen:

Man steht auf, sobald eine Lehrerin (Lehrer gibt es hier kaum) den Raum betritt.In jedem Klassenzimmer befinden sich die Portraits vom jetzigen Praesidenten Ilham Aliyev und Expraesidenten Heydar Aliyev, zusaetzlich gibt es mehrere Ecken, die Fotos von Anlaessen zeigen, bei denen der Praesident  in die Schule gekommen ist. Ausserdem befindet sich in jedem Schulbuch auf der ersten Seite die Nationalhymne.[singlepic id=144 w=320 h=240 float=]

Neben der Tatsache, dass man sich nicht meldet, sondern die ganze Klasse die Antwort irgendwie zusammen gibt,  habe ich bemerkt, dass hier viel mehr auswendig gelernt wird und so gut wie gar nicht analysiert. Taschenrechner gibt es nicht und es ist klar, dass man die Quadratzahlen bis 25 aus dem Kopf weiss. Diese Art von Lernen aussert sich natuerlich auch in den Aufgabenstellungen. Zu jedem Fach gibt es Ankreuzaufgabenhefte, die sogenannten “Bank Testob”, die die Schueler schon auf die Abitur – und Uniaufnahmepruefungen vorbereiten. Man koennte jetzt meinen, dass es dadurch leichter wird, aber die Antworten liegen so nah beieinander, dass man ganz genau rechnen oder lesen muss, bevor man sich entscheidet.

Von den Faechern her  aehnelt das “Angebot” hier  ziemlich dem  in Deutschland, bis auf dass die Schueler im Russischen Sektor zusaetzlich Aserbaidschanischunterricht haben, denn einige sprechen diese Sprache schlechter als Russisch, obwohl sie hier grossgeworden sind. Um den Fremdsprachenuntericht zu intensivieren, wird die Klasse aufgeteilt. Ich beneide die Aserbaidschaner fuer ihr Talent, viele Sprachen fast akzentfrei sprechen zu koennen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ihre eigene Sprache so viele Laute umfasst!

Ausserdem gibt es “Armeeunterricht”, bei dem man ueber Waffenkunde sowie Schutzmethoden in Kenntnis gesetzt wird. Dies ist auch durchaus sinnvoll, denn die Situation bezueglich Armenien ist nach wie vor angespannt. Eine kleine Story zwischendrin: Neulich haben wir es draussen ziemlich laut knallen gehoert…in Deutschland waere ich ganz gemuetlich zum Fenster gegangen, um zu gucken, was los ist, aber mein Gastbruder ist sofort auf den Balkon gestuermt und es schien zum Glueck nur ein Sommergewitter gewesen zu sein…

 

 

Abschlussvorbereitungen: “Ich habe keine Zeit, um zur Schule zu gehen, weil ich lernen muss!”

Dieser Satz, den man hier hauefig von Schuelern der elften Klasse hoert, kam mir zuerst ziemlich unlogisch vor. Man geht doch schliesslich zur Schule um zu lernen, oder?! Um dies zu erklaeren muss man wissen, das man hier nach der 11. Klasse zusaetzlich zur Abschlusspruefung eine Art universelle Aufnahmepruefung machen muss, die ebenfalls aus schweren Ankreuzaufgaben besteht und in der kuerze der Pruefungszeit kaum zu schaffen ist. Nach dieser wird man dann je nach Punktzahl den Universitaeten zugeteilt oder halt nicht, wenn man es nicht schafft. Man kann sich zwar fuer gewisse Fachrichtungen entscheiden, aber Faecher wie zum Beispiel Mathe sind obligatorisch und sie beziehen sich auf den gesamten Stoff, den man seit der sechsten Klasse durchgenommen hat. Um also alles zu wiederholen und erneut zu verstehen, gehen so gut wie alle Schueler jeden Tag mehrere Stunden zu Extrakursen, sogar  Sonntags! Die Schule nimmt darauf insofern Ruecksicht, dass sie den Schuelern erlaubt, frueher oder zu gewissen Faechern wie Sport nicht zu gehen, aber einige entscheiden sich trozdem  dazu, gar nicht mehr zur Schule zu gehen, wodurch die Klassen immer kleiner werden…

Die Abschlussstimmung ist auch sonst sehr zu spueren: Gestern haben wir eine Praesentation ueber Universitaeten allgemein von einem Mann einer Universitaet aus Litauen gehoert und vorgestern haben wir einen Ausflug zum “Baku Expocenter”, einer riesigen Messehalle gemacht, wo sich Unis aus aller Welt vorgestellt und uns in Gespraeche verwickelt haben. Besonders gefallen hat mir die” Aberystwyth University” in Wales, die erste Uni weltweit, an der man International Relations studieren konnte. Ein bisschen wehmuetig zumute wird mir da schon bei dem Gedanken, nach meiner Rueckkehr nach Deutschland erst noch zwei Jahre zur Schule zu gehen…[singlepic id=146 w=320 h=240 float=]

Touristenspielchen, Buecherkauf in der Metrostation und Junge sein = ein teures Vergnuegen 😀

Um jetzt nochmal ganz auf den Anfang dieses Blogeintrags zurueckzukommen: Innerhalb der letzten Woche bin ich hier zunehmend selbststaendiger geworden und habe versucht, ein paar Besorgungen alleine zumachen. Das hat allerdings seinen Preis, den die Aserbaidschaner sind durchaus geschickt, was Touristen anbelangt… an besagten Montag wollte ich nur ein paar Karten zur Post bringen, was hier sehr untypisch ist, da hier ausser die Touristen keiner Postkarten schreibt. Jedenfalls wollten die mir dann 25 Manat dafuer abverlangen, wo ich allerdings aufgehorcht und sie dann mit meinen paar Brocken Aserbaidschanisch auf 15 Manat runtergehandelt habe. Einerseits laueft es so ab, andererseits sind die Menschen auf der Strasse total zuvorkommend: Neulich hat ein Taxifahrer sogar sein Taxi fuer fuenf Minuten alleine gelassen, um mir den Weg zum Schulbuchverkauf zu zeigen. Dies geschieht hier naemlich in der Metrostation und laueft sehr chaotisch ab, da es sowas wie ISBN Nummern nicht zu geben scheint und viel zu viele Menschen in einem riesigen Buecherstapel wuehlen!! Nach mehreren  erfolglosen Fragen und Versuchen, ein paar Englischtesthefte zu erstehen, habe ich schliesslich aufgeben. Netterweise hat mich am naechsten Tag ein Klassenkamerad zur Sprachschule begleitet und mit nur einer Frage diese Hefte kaufen koennen![singlepic id=148 w=320 h=240 float=]

Jetzt waere ja eigentlich alles perfekt….wenn da nicht dieses aserbaidschanische” Gentlemanverhalten” der Jungs meiner Klasse waere, dass mir mittlerweile seelisch ein bisschen zu schaffen macht… Der besagte Klassenkamerad hat sich zum Beispiel strikt geweigert, das Geld fuer die Schulbuecher anzunehmen und auch sonst hat man als Maedchen keine Chance zu bezahlen, wenn man mit Jungs unterwegs ist 😀 Aehnlich laueft es im Unterricht ab: Heute hat mir ein Typ bei einer Chemieaufgabe, die wir abgeben musste, alles erklaert, sodass er selbst nicht fertig geworden ist. Dass ich mittags alleine zum Schulbus gegangen bin, ist auch noch nicht vorgekommen, da sie immer darauf achten, dass ich “Begleitung” habe, auch wenn sie dann mal einen “kleinen” Umweg machen… Mir ist es jetzt schon ein bisschen unangenehm, aber daran werde ich mich wohl noch gewoehnen… 😀

Ich sehe grad, dass dieser Blogeintrag eigentlich viel zu lange wird….sorry!! L Trotzdem MUSS ich einfach noch kurz vom fantastischen Wochenende berichten, mittlerweile ist es naehmlich schon wieder Montag 😛

Samstag sind meine Gastfamilie und ich ans kaspische Meer  zum Baden gefahren und haben dort den letzten wunderschoenen Sommertag genossen. Aehnlich wie in Daenemark kann man hier mit dem Auto bis zum Wasser fahren 😀

[singlepic id=149 w=320 h=240 float=]

Sonntagmorgen hat mich ein Maedchen aus der Parallelklasse durch Bakus Altstadt “Içəri Şəhər” gefuehrt, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wird. Zuerst haben wir den Shirvanshahs Palast besichtigt, der im 15. Jh erbaut wurde und in dem dem die Koenige von Nordostaserbaidschan gewohnt haben. Am Baustil ist aehnlich wie z.B. in der Alhambra in Andalusien der arabische Einfluss zu erkennen.[singlepic id=150 w=320 h=240 float=][singlepic id=151 w=320 h=240 float=]

Danach sind wir auf den “Giz Galasi” (Jungfrauenturm) gestiegen, das Symbol von Baku, das sagenumwoben ist. Die beliebteste Legende besagt, dass der Sultan nach alter Tradition seine Tochter heiraten wollte, die darauf bestand, dass vorher ein riesiger Turm gebaut wurde. Als dieser fertiggestellt war, hat sie sich von seiner Spitze ins Meer gestuerzt, da sie nicht ihren Geliebten heiraten konnte.[singlepic id=155 w=320 h=240 float=]

Zum Schluss sind wir noch in die Souvenirlaeden der Altstadt geschlaendert, wo ein Shopbesitzer mich zum Azerimaedchen “verwandelt” hat  :D[singlepic id=156 w=320 h=240 float=]

 

Abends haben wir uns dann auf den Weg zur Crystal Hall zum Konzert  von Jennifer Lopez gemacht, bei dem der Saenger Emin (Schwiegersohn des Praesidenten) ungefaehr die Haelfte des Programms gestaltet hat. Es war ein einmalig schoenes Erlebnis , dass ich nie vergessen werde.[singlepic id=152 w=320 h=240 float=][singlepic id=153 w=320 h=240 float=][singlepic id=154 w=320 h=240 float=]

 

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und werde mich jetzt in naechster Zeit dazu zwingen muessen, nicht mehr so ausfuehrlich zu Bloggen und stattdessen an den Hausaufgaben zu bueffeln…. 😀

Gewitterhaft ausklingende Sommergruesse

Eure Philine