Veränderungen (Schul wechsel etc.) und Zusammenfassung

Estland

Ich bin seit über fünf  Monaten in meinem Gastland und ich fühle mich sehr wohl hier. Manchmal ist es so unglaublich, dass ich hier in Estland bin. Ich meine, ich bin gerade in einem anderen Land, in einer anderen Familie, so viel ist anders. Zur gleichen Zeit habe ich das Gefühl, dass das Leben in Deutschland verblasst. Es kommt mir vor als wäre das ein anderes Leben gewesen.

In den letzten Monaten würde ich sagen hat sich einiges geändert und ich habe neue Dinge gelernt.
Ich habe zum Beispiel meine Schule gewechselt und war auf zwei Schulbällen. Dabei dachte ich immer den amerikanischen High-School Traum gibt es nur in den USA, aber von wegen. So viel wie in Estland gesungen und getanzt wird, könnte es auch ein High-School Film sein.

Ich bin nicht mehr im Jobkompass Programm, weil ich die Schule gewechselt habe. Aber auch an meiner ersten Schule hatte ich nicht das Programm. Es war auch nur eine normale Schule. Aber zum Jobkompass Programm gehört auch das Naturprogramm (das ich immer noch habe). Durch dieses Programm habe ich die letzten Monate viel von Estland gesehen und verschiedene Menschen kennen gelernt. Ich weiß noch wie eine Gruppe von Menschen für ein Baum gesungen und getanzt hatten. Dass war sehr seltsam für mich. Generell denke ich, da die Menschen hier mehr mit der Natur im reinen sind. Estland ist ein sehr sauberes Land mit sehr reiner Luft und es gibt so viele schöne Ecken hier. Letzens habe ich Elch gesehen, einfach so auf der Straße. Er war riesig. Sowas hätte ich in Deutschland nie gesehen.

Insgesamt fühle ich mich sehr zu Hause, auch wenn einiges anders ist. Zum Beispiel gibt es Milchsuppe zum essen. Das ist Milch mit Nudeln. Oder es gibt schwarze Blutwürstchen.
Es gibt hier mindestens drei Mal am Tag warmes Essen. In Estland gibt es keine Brötchen und Brot ist ein Snack, das war für mich eine Umstellung, denn in Deutschland konnte man gut auch an einem Tag nur Brot essen.

Die Tage werden kürzer und kälter. Im Oktober hatten wir das erste Mal Schnee und ich habe mich so unglaublich gefreut. Es war so viel Schnee, wie lange nicht in Deutschland.
Wir haben den ersten kleinen Schneemann gebaut und die ersten Schneeballschlachten gemacht. Oft sieht Estland aus, als wäre es eine Stadt in einer Schneekugel. So friedlich und wunderschön. Doch es hat auch dunkle Seiten, wortwörtlich. Da ich sehr ländlich lebe und mein nächster Nachbar ein Kilometer weit weg lebt, haben wir keine Straßenlaternen und es ist stockdunkel. Einerseits ist es wunderschön, da man so viele Sterne sieht. Man sieht hinter den Sternen noch Sternen und dahinter wieder welche. Als würde man in ein dunkel blaues Blatt ganz viele kleine Löcher stechen. Andererseits ist es sehr oft bewölkt und es ist so dunkel, dass es schon unheimlich ist. Gerade wenn man von den Nachbarn kommt und alleine unterwegs ist. Mann muss Lichtreflektoren tragen. Da bin ich dann schon mal ein kleiner Angsthase.

Die ersten Tage als es so schnell dunkel wurde waren sehr anstrengend. Es hatte mich etwas runtergezogen und ermüdet. Doch nach einer Weile habe ich mich dran gewöhnt. Im November hatte ich ca. drei Mal die Sonne gesehen. Da denkt man dann schon „ach sonne komm heraus und gib mir ein wenig Energie“.

Ich würde sagen es gibt einen Unterschied zwischen den Menschen in der Stadt und auf dem Land. Zu mindestens habe ich das so in der Schule erlebt. In meiner ersten Schule, die in Tartu ist, waren die Menschen sehr verschlossen und die Atmosphäre war nicht so schön. Hier in Lähte wiederum sind die Leute viel offener und freundlicher im Gegensatz zu den anderen. Klar muss man dennoch viel auf die Leute zu gehen, auch wenn es mir manchmal schwerfällt.
In meiner neuen Schule gibt es Geschlechter getrennte Toiletten und die sind mit einem Dreieck ausgezeichnet. Eins hat die Spitze nach ober das andere nach unten. Da ich auf der letzten Schule das nicht so hatte und das nicht ganz so verstanden hatte, bin ich einmal auf die jungen Toilette rein gelaufen. Aber habe es zum Glück früh bemerkt, sodass mich niemand gesehen hat. So kann ein Missverständnis schon bei einer Toilette entstehen. Aber sonst gab es bei mir keine großen Sprachschwierigkeiten, aber natürlich andere Kleine. Es gab auch so Momente, da habe ich mit estnischen Leuten deutsch gesprochen und mit meiner Deutschlehrerin englisch geredet, und hatte es nicht mal bemerkt. Es gibt Momente da bin ich, was die Sprachen sprechen angeht, einfach durcheinander und dann kann das mal passieren. Ein anderer Moment war, als ich mit einer anderen deutschen Austauschschüler geredet hatte und wir auf das Wort Bank kamen, Sie meinte es heißt das Bank und ich sagte, es ist der Bank und wir beide hatten es ernst gemeint, bis wir wieder wussten es ist die Bank. Also, die deutsche Sprache leidet etwas. Solche verrückten Momente gab es.

Also kurzgefasst habe ich in den letzten Monaten einige Dinge getan und gelernt.

Besonders hier ist mir bewusst geworden wie viel Wahrheit an dem Spruch; „Weit weg, bist du verdammt nah an dir selbst“ dran ist. Denn ich würde sagen, einige Ansichten haben sich gefestigt und andere geändert. Ich bin in der kurzen Zeit mehr ich selbst geworden und dafür ist ein Auslandsjahr da. Um sich selbst zu finden und neue Erfahrungen zu sammeln.

Annabelle Boller

 

 

 

Die Esten und das Eisloch

Die Esten sind auf dem ersten Blick oder auch am Anfang zum Teil eher zurückhalten, aber sie haben ausgefallene Ideen. Ich war tatsächlich im Eisloch unseres Sees. Es war sehr kalt. Vorher waren wir in der Sauna und danach auch. Vor allem war es auch grusselig, weil ich auf dem Eis gehen musste und es so dunkel war. Aber es war auch sehr lustig und ich bin froh das ich es geschafft habe. Auch habe ich einmal mit meiner Nachbarin zusammen 12 Schneeengel gemacht, zwischen den Saunagängen nur im Handtuch. Das war vielleicht verrückt und kalt. Am Ende hatten wir sogar Frostbeulen, aber es war auch sehr lustig. Mein Gastvater meinte, wir können ja zehn Stück machen, und wir dachten uns niemals, das ist viel zu kalt. Am Ende hatte die Spontanität gewonnen und der Wille gesiegt. Dann dachten wir, dann können wir auch mehr machen. Ja ich würde sagen wir sind etwas verrückt, aber so wird es einem nicht langweilig, auch wenn man auf dem Land lebt.

 

Annabelle

Feste (Weihnachten und Silvester)

Feste.

Wir haben Weinachten am 23. Dezember gefeiert und es war sehr familiär. Meinen älteren Gast-Geschwistern und ihre Partner waren da, sowie meine Gast-Oma.

Wir haben zusammen gegessen und ein paar Spiele gespielt und geredet.
Es gab typisches estnisches Weihnachtsessen, Kartoffeln mit Sauerkraut und schwarzer Blutwurst. Die Blutwurst ist schon ein wenig sehr seltsam, sie ist nämlich wirklich schwarz. Auch gab es Kartoffelsalat. Kurzgefasst würde ich behaupten die Esten sind deutscher als die deutschen, so viel Kartoffeln wie man hier isst.

Hier in Estland habe ich zum ersten mal ein Baum aus dem Wald gemopst. Ich bin mit meiner Gast-Schwester in den Wald gegangen  und  wir haben nach einem Baum gesucht. Das war garnicht so einfach, da einige Bäume nicht in Frage kammen, da es aufgefallen wäre hätten wir ihn mit gehen lassen. Nach einer ewigkeit fanden wir einen Baum. Ich finde unseren Weihnachtsbaum sehr schön, auch wenn es sehr schmerzhaft war in „Anzukleiden“, da seine Nadeln sehr spitz waren.

Ich hab den Baum gehalten und sie hat gesägt und am ende mussten wir ihn noch übers Feld tragen. Zum Glück, kam kein Auto, sonst hätten wir uns in den Schnee werfen müssen und ein Baum hätte einfach mitten auf dem Feld gestanden.

Weihnachten In Estland, bzw. der gemopste Weihnachtsbaum.

An Silvester war meine Familie verteilt bei Freunden, da Silvester hier keine Familien- sondern Freundefest ist. Ich war bei meiner Nachbaren die ebenfalls, eine Austauschülerin aufgenommen haben. Dazu waren zwei andere Austauschschüler da. Silvester war ganz okay und auf jeden Fall sehr anders als ich es kannte. In Deutschland hatten wir immer großes Feuerwerk, mit Blei gießen und viel Drumherum. Hier nicht.
Wir haben um sieben Uhr Sushi gegessen und danach gewartet. Daher war es etwas langweilig. Aber wir haben einen Schneeman gemacht.

Da die Nachbaren die Idee hatten, das wir ja ein Schneeman baunen könnten, nur war der Schnee viel zu hart, es war eher Eis und so haben wir den Schneeman so gemacht. Es ist halt ein Schneeman am Boden.

Um halb zwölf sind wir nach Tartu gefahren und haben etwas außerhalb von Tartu auf einem Parkplatz gehalten. Von da haben wir uns das Feuerwerk angeguckt, ich muss sagen das war wiederum ziemlich gut, da man sich einmal im Kreis drehen und von allen Seiten das Feuerwerk sehen konnte.

Silvester in Estland

 

 

Annabelle

Majorat- 18. Geburtstag in Rumänien

 

Ceau,

also, vor kurzem hat meine Gastschwester ihren 18. Geburtstag gefeiert und deswegen möchte ich euch dieses Mal davon berichten, wie dieser hier in Rumänien gefeiert wird.

Zunächst einmal darf man in Rumänien wirklich erst mit 18 Führerschein machen oder Alkohol trinken, nicht mit 16 wie in Deutschland, deswegen bedeutet der 18. Geburtstag tatsächlich eine Veränderung im Leben, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass er hier so groß gefeiert wird. Und er wird wirklich groß gefeiert, sehr groß sogar. Ich war bisher auf drei Majorats, und weil ich aus Deutschland eher an „Gartenpartys“ gewöhnt war, war es eine ziemliche Überraschung für mich, als mir meine Gastfamilie eröffnet hat, das ich mit meinen Outfits aus Deutschland auf keinen Fall auf einen Geburtstag gehen kann.
Für den Geburtstag von meiner Gastschwester, der der Meinung meiner Gastfamilie nach vom Aufwand her eher im rumänischen Mittelmaß lag, hatten meine Gasteltern eine Art sehr luxuriösen Partykeller gemietet, zwei DJs und zwei Kellner bestellt, eine professionelle Torte anfertigen lassen, Geschirr und Tische für 25 Personen gemietet und eigentlich sollte auch noch ein professioneller Fotograf kommen, aber der hat dann doch abgesagt, sodass am Ende ich diese Rolle übernommen habe. Meine Gastmutter hat sich drei Tage von der Arbeit freigenommen, in denen sie fast von morgens bis abends nur in der Küche gestanden und das Essen vorbereitet hat und dann musste natürlich auch ein neues Outfit für meine Gastschwester besorgt werden… Ehrlich gesagt will ich gar nicht wissen, was das Ganze gekostet hat, meine Gasteltern haben merklich darauf gespart. Schon alleine die Luftballons am Eingang haben 125 Lei gekostet, umgerechnet ca. 30 Euro, sehr viel für rumänische Verhältnisse.
Aber wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß, ich habe viele neue Leute getroffen und es ist mir zum ersten Mal passiert, dass jemand nicht schon nach zwei Minuten gemerkt hat, das ich keine Rumänin bin. Wir haben die ganze Nacht getanzt und gegessen und sind erst um sieben Uhr morgens nach Hause gekommen, das erste Mal in meinem Leben, das ich nur zwei Stunden geschlafen habe, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Ich war im November auch auf einem 18. Geburtstag, der selbst für rumänische Verhältnisse ziemlich fancy war, er fand in einem „Castello“ statt, ein Ort, in dem in Deutschland vielleicht Hochzeiten gefeiert werden würden, dafür mussten wir vorher Ballkleider mieten…
Es wird auf jeden Fall merkwürdig für mich werden, in Deutschland wieder auf „normale“ Geburtstage zu gehen, wahrscheinlich bin ich erst mal ein paar Male overdressed, aber das ist ja auch eine interessante Erfahrung die ich noch nie gemacht habe XD
Ich hoffe ich konnte euch wieder einen kleinen Einblick verschaffen, auf den Bildern seht ihr mich mit meiner Gastschwester bevor wir zu dem fancy Geburtstag gegangen sind, das andere zeigt mich mit meiner Gastschwester und einer Freundin bei dem Geburtstag meiner Gastschwester.

Ceau, pe curand,
Alina

 

 

 

 

Halbzeit

Die erste Hälfte meines Austauschjahres ist jetzt vorüber und gibt Anlass dazu, alles Erlebte zu reflektieren und Ziele für den Rest der Zeit zu setzen. Denn auch wenn ich in den letzten 5 Monaten schon einen Einblick in die ungarische Kultur erhalten habe, der weit unter die Oberfläche geht, gibt es vor allem noch viel über Musik und über mich selbst zu lernen und viele Dinge, an denen ich im Rahmen meines Aufenthalts arbeiten möchte.

 

HALBJAHRESCAMP

Das von YFU Ungarn organisierte Halbjahrescamp fand vom 10.-12. Januar in der Stadt Esztergom statt. Es diente dazu, gemeinsam über Fortschritte und Probleme der letzten Zeit zu sprechen und uns Ratschläge für die noch kommenden Monate zu geben – uns also beim eigenen Reflektieren zu unterstützen. Am ersten Tag haben wir einen Ungarisch-Test absolviert (bei dem ich zu den drei besten gehörte 🙂 ), dann ging es um unser Wohlbefinden im Austausch von der Ankunft bis jetzt. Ein typisches Auslandsjahr beginnt nämlich mit Begeisterung für die neue Kultur, die jedoch immer weiter nachlässt und eventuell zu einer Krise bzw. Kulturschock in der Mitte des Jahres (also genau jetzt) führt, bevor man sich wieder besser fühlt und sich wirklich an das andere Land angepasst hat. Ich persönlich habe eigentlich meinen Aufenthalt in Ungarn zu jedem Zeitpunkt genossen, aber es stimmt schon, dass die anfängliche Euphorie über alles Neue nicht mehr da ist, sondern man sich an das Meiste gewöhnt hat und momentan manchmal auch Dinge aus Deutschland vermisst. Dazu gehört auch die Zeit für einen selbst: Hier übe ich stattdessen Klavier, treffe Freunde in Budapest oder verbringe Zeit mit meiner Gastfamilie – aber das sind wiederum Dinge, die ich in Deutschland nicht machen kann und die in nach meiner Rückkehr sicherlich vermissen werde.

Am zweiten Tag haben wir zuerst einen Ausflug in die Stadt gemacht und dann über unser Verhältnis zur Gastfamilie gesprochen: Mit wem verstehen wir uns am besten und wie können wir uns manchen Familienmitgliedern besser annähern? Und gibt es Verhaltensweisen von uns, an denen wir arbeiten sollten? Bei mir ist meine Beziehung zu meiner älteren Gastschwester Fanni am besten, aber eigentlich verstehe ich mich mit allen sehr gut. Jedoch könnte ich definitiv mehr mit ihnen unternehmen, weil ich immer lange Schule habe, an den meisten Wochenenden mit Freunden unterwegs bin und deswegen ziemlich oft spät nach Hause komme. Wir haben außerdem auch über die Schule und unsere Situation in der Klasse geredet. Ich muss sagen, dass ich in der Hinsicht ein bisschen enttäuscht bin, denn ich hatte erwartet, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon enger mit meinen Klassenkameraden befreundet wäre. Es sind zwar alle nett zu mir, aber außerhalb der Schule treffen wir uns nicht wirklich – wobei das nach meinem Eindruck nicht zwingend etwas mit mir zu tun hat, sondern damit, dass es eine Musikschule ist: Es gibt Unterricht am Nachmittag und Abend, und wenn man keinen Unterricht hat, dann übt man am Instrument, weshalb die Schule immer gefüllt und sozusagen der zentrale Treffpunkt für Freundesgruppen ist. Trotzdem möchte ich gerne versuchen, mehr über meine Klassenkameraden zu erfahren und auch mit Leuten aus anderen Klassen Kontakt zu knüpfen.

Dann haben wir noch über die Ungarn im Allgemeinen gesprochen. Dabei ist mir klar geworden, wie umfassend wir die Unterschiede dieser Nation zu unserer eigenen begreifen und beschreiben können: Es gab ein Spiel, bei dem jemand eine Behauptung über Ungarn aufstellen sollte und jeder, der zustimmte, aufstand. Dinge wurden genannt wie „Ungarn haben sehr leckeres Essen“ oder „Ungarn sind immer höflich“, aber auch Negatives wie „Ungarn sind verschlossen gegenüber Fremden“ und „Ungarn reagieren sehr unfreundlich, wenn man Englisch spricht“. Mir ist in der Hinsicht ein drastischer Unterschied zwischen Jung und Alt aufgefallen: Die Jugendlichen reagieren meist sehr fasziniert, wenn sie erfahren, dass ich aus Deutschland komme, und oft sagen sie, dass sie später auch einmal ins Ausland möchten, weil sie Ungarn langweilig finden. Die ältere Generation ist hingegen genau das Gegenteil: Spreche ich an der Kasse oder mit Kontrolleuren Englisch, werde ich nicht selten abschätzig behandelt. Das könnte mitunter vielleicht an der Geschichte liegen: Ungarn musste immer viele Niederlagen einkassieren, und dadurch gibt es ein allgemeines Ungerechtigkeitsgefühl und eventuell Angst gegenüber Neuem, Fremden in den Köpfen der Menschen. Dabei können die Ungarn stolz auf ihr Land sein, dass so eine einzigartige Sprache, gutes Essen und eine schöne Hauptstadt hat.

Am letzten Tag haben wir alle von unseren glücklichsten Moment erzählt (bei mir das Eislaufen mit meiner Gastfamilie), eine Liste mit Dingen erstellt, die wir im Austausch noch machen möchten und dann schließlich unseren Brief an uns selbst bekommen, den wir auf dem Arrival Camp verfassen sollten. Es war ein komisches Gefühl, ihn zu lesen und hat einen realisieren lassen, wie sehr man sich doch schon verändert hat. Angeregt von all diesen Ideen und Erkenntnissen sind wir dann schließlich wieder nach Hause zu unseren Gastfamilien gefahren, bereit für die zweite Hälfte unseres Austauschjahres – mit Ausnahme von Hanna und Sabrina aus Deutschland und Luna aus Belgien, die nur ein halbes Jahr in Ungarn verbracht haben und von denen wir uns das darauffolgende Wochenende leider schon verabschieden mussten. Aber wir konnten auch Ingrid aus Argentinien neu begrüßen, die jetzt im Januar ihr Austauschjahr begonnen hat und bis Ende November bleibt.

 

SEMESTERENDE

Auch in der Schule beginnt nun ein neues Halbjahr. Im Januar gab es deshalb Examen und lauter Konzerte, um sich auf dieses vorzubereiten (bzw. um das alte abzuschließen) und außerdem ein Kammermusikkonzert. In dieser Woche war dann die halbjährige „Konzertwoche“, bei der jeder Schüler von der ganzen Schule im großen Saal etwas vorspielt und die besten nach Abstimmung im „Superkonzert“ landen. Die Klavierspieler waren alle am Dienstag dran und obwohl ich sonst keine Probleme mit Auftritten habe, war ich schon ziemlich aufgeregt: So viele Leute, mit denen ich etwas zu tun habe, haben mich schließlich zum ersten Mal gehört. Aber es ist gut gelaufen und danach war es ein großartiges Gefühl, die Herausforderung gemeistert zu haben.

Ich fand es richtig interessant, zu sehen, was die anderen Schüler für Instrumente spielen und wie gut sie sind, außerdem war es für mich das erste Mal, dass ich zum Beispiel ein Saxophon- oder Harfensolo gehört habe. Viele Leute an meiner Schule sind auch im Tontechnik-Programm, d.h. sie lernen, selbst Musik zu produzieren, wovon ich mir durch ihre Vorstellungen endlich besser ein Bild machen konnte. Jetzt ist all der Stress jedenfalls erstmal vorbei, ich fange wieder mit neuen Klavierstücken an und ich bin schon gespannt, welche mein Lehrer für mich ausgesucht hat.

Lucia