A zase další zkušenosti:) – und wieder neue Erfahrungen:)

Ahoj,
nach ungefähr einem Monat habe ich mich mal wieder hingesetzt und mich daran gemacht, euch das Neueste zu schreiben. Wie immer ist natürlich die Zeit wie im Flug vergangen und ganz viel passiert, sodass ich nicht genau weiß, wo ich anfangen soll. Vielleicht dieses Mal zur Abwechslung nicht chronologisch, denn jetzt die vergangene Woche waren wir mit YFU auf Skikurs im Riesengebirge und davon muss ich auf jeden Fall erzählen. Das Ganze war fünf Tage lang, sodass wir insgesamt drei Tage zum Skifahren und zwei Tage zur An- und Abreise hatten. Gewohnt haben wir in einer Hütte, die ziemlich auf dem Berg war, was die Anfahrt immer etwas kompliziert gemacht hat und wodurch wir wegen dem Schnee hin und wieder ein Auto anschieben mussten. Wir waren zu dreizehnt – sieben Austauschschüler (alle, die zurzeit in Tschechien ihr Auslandsjahr verbringen: drei Mexikaner, eine Thailänderin, eine Kanadierin und mit mir zwei Deutsche) und sechs YFUler (alle Tschechen außer einem Schweizer) – und die Stimmung war wie auf jedem YFU-Treffen wunderbar. Man fühlt sich so verstanden, hat gute Laune und redet, redet und redet.. Die Nächte waren kurz und am Ende waren wir alle ziemlich müde, aber es hat richtig Spaß gemacht. Es war so schön, die nichtdeutschen Austauschschüler Skifahren lernen zu sehen und ihre Begeisterung für Schnee zu teilen:). Wir konnten den Mexikanern, die erst seit vor einer Woche in Tschechien angekommen waren, zeigen, wie eine Heizung funktioniert und dass man sowohl Schnee als auch Eiszapfen essen kann. Noch dazu hatten wir echt wunderbares Wetter, sodass wir das Skifahren genossen haben und noch weitere Zeit draußen im Schnee verbringen konnten. Am letzten Tag kamen wir dann auf die Idee, mit großen Müllsäcken den kleinen Weg zu unserer Hütte hinunterzufahren, weswegen mir seitdem das Steißbein wehtut, ich die ersten Tage danach nur noch liegen konnte und wir auch schon zum Röntgen im Krankenhaus waren. Dank meiner lieben Gastfamilie ist aber alles nur halb so schlimm und ich hoffe, es wird jetzt schnell besser werden.Sonst haben wir aber nicht nur Quatsch gemacht und unsere Sessions bei unserem MidYearOrientation, in denen wir teils Englisch, teils Tschechisch geredet haben, waren richtig hilfreich und haben uns allen wieder neue Kraft dafür gegeben, im Alltag weiterzukämpfen;)). Wir haben festgestellt, dass wir eigentlich alle dieselben Sorgen haben und konnten uns so echt gut gegenseitig unterstützen.

Hier habe ich euch noch ein paar Bilder van der tollen Woche rausgesucht:

Blog_7_tschechien_3

Blog_7_tschechien_4

Blog_7_tschechien_5

Blog_7_tschechien_1

Aber auch sonst habe ich einiges im letzten Monat erlebt. Letzte Woche hatte mein Gastbruder Abschlussball on der Schule aus, auch wenn die Prüfungen eigentlich noch alle bevorstehen. Ich war froh, dass er die Mexikanerin, die auch mit YFU in Tschechien ist, auch eingeladen hatte, und wir hatten alle zusammen einen sehr schönen Abend. Am Anfang haben die verschiedenen Abschlussklassen etwas aufgeführt, die meisten haben getanzt. Danach wurden die Schärpen vergeben, die tschechisch übrigens sehr ähnlich heißen: šerpa ist eine und wir Schärpa ausgesprochen:). Im Laufe des Abends hat dann jeder mal mit jedem getanzt und wir sind auch in den Diskosaal gegangen, wo die jüngeren die Zeit verbracht haben. Der maturiťák, wie die Abschlussbälle heißen, war sehr schön und ein richtig tschechisches Erlebnis, denn wie ich vielleicht schon einmal vorher erwähnt hatte, sind Bälle hier ziemlich wichtig.

Dann war ich neulich mit Freunden im Kino – obwohl die Busfahrt dorthin ziemlich lang war, wollte ich nicht, dass sie endet, wir haben einfach über alles Mögliche geredet, ich war so froh, alles verstehen und mich sogar beteiligen zu können und die Atmosphäre war wunderbar. Der Film war auch sehr schön, er war auf Englisch mit tschechischen Untertiteln, die ich aber glücklicherweise nicht zu lesen brauchte. Denn als wir nicht so lange davor in Englisch „Sherlock Holmes´´ geschaut haben, hatte ich schon gedacht, ich könnte gar kein Englisch mehr und musste mich für mein Gefühl viel zu sehr den Untertiteln anvertrauen;). Nach dem Film waren wir noch Döner essen (ja, auch hier wird das als Döner verkauft;)), was für uns Dörfler etwas sehr besonderes war und ich musste echt schmunzeln, als ich an meine Mittagspausen in Deutschland dachte: Der Dönerladen ist knappe 200 Meter von meiner Schule entfernt:).

Vor ungefähr zwei Wochen haben wir übrigens Halbjahreszeugnisse bekommen und ich war ehrlichgesagt ziemlich stolz auf meins. Klar konnte nicht jedes Fach so ernsthaft bewertet werden (wie Tschechisch oder Deskriptive Geometrie..), aber ich habe insgesamt nur drei Zweien und sonst nur Einsen! Das Notensystem hier ist dem deutschen sehr ähnlich, nur gibt es hier keine 6 und allgemein habe ich das Gefühl, dass man leichter gute Noten bekommen kann als an meiner Schule in Bayern. Trotzdem habe ich mich über mein erstes richtig offizielles Papier, das meine Anwesenheit hier in der Schule bestätigt, echt gefreut:).

Mittlerweile habe ich glaube ich schon genügend verschiedene Situationen erlebt, um ein wenig besser die tschechische mentale Natur beschreiben zu können, also werde ich sie euch so gut wie möglich ein bisschen näher bringen. Anfangs sind Tschechen schon ziemlich kalt, noch mehr als Deutsche und man begrüßt sich auch nur sehr, sehr selten mit einer Umarmung (sogar zu Silvester hat mir meine Gastschwester mit einem Handdruck ein Frohes Neues Jahr gewünscht!). In der Familie ist das etwas ganz anderes, was es für mich, die von der Familie eher als Gast gesehen wird, vielleicht ein bisschen schwerer macht. Doch eigentlich sind Tschechen unglaublich herzlich, offen, interessiert und besonders hilfsbereit, nur dass sie es einfach anders zeigen und etwas schüchterner als Deutsche sind. Wenn das Eis einmal gebrochen ist, fürchten sie sich aber nicht mehr und das führt dann zu sehr schönen Gesprächen. Tschechen sind außerdem richtig gastfreundlich und wir haben oft jemanden aus der Familie oder Nachbarschaft zu Besuch. Doch was mir ziemlich früh noch aufgefallen ist: Man entschuldigt und bedankt sich hier für alles und ich habe mich schon richtig daran gewöhnt, auch wenn es mir manchmal noch etwas seltsam vorkommt. Zum Beispiel, wenn man auf dem Weg zum nächsten Klassenzimmer ist und aus Versehen den Nebenläufer anstößt, kommt prompt eine Entschuldigung. Während ich am Anfang versucht habe, zu versichern, dass es doch nichts macht und nichts passiert ist, entschuldige ich mich nun selber:)… Was besonders bei den ,,älteren´´ Tschechen noch ziemlich präsent ist, sind die Komplexe gegenüber dem achsotollen Deutschland, was mich auch schon in einige Konfliktsituationen gebracht hat. In Deutschland gibt es ja schließlich sehr wohl nicht nur fleißige Schüler, wir kaufen uns nicht alle 4-5 Jahre ein neues Auto und warum sollte denn überhaupt ALLES bei uns besser sein? Bessere Teetrinker sind wir jedenfalls nicht! Ich habe immer gedacht, dass man Tee in England trinkt und frage mich jetzt, warum man das nicht aus Tschechien hört: Eigentlich wird fast immer Tee getrunken, egal zu welcher Tageszeit. Ganz typisch ist auch die Kaffeepause direkt nach dem Mittagessen oder das Hausschuhetragen – die ,,bačkory´´habe ich am Anfang immer überall vergessen.. Jetzt bin ich ganz von der Mentalität abgeschwiffen, aber ich glaube, ich habe eigentlich schon genügend darüber geschrieben:).

Gerade fällt mir nichts mehr weiter ein, ich weiß, dass ich sowieso etwas vergessen habe;).

Přeju vám hezký další měsíc, mějte se krásně a ahoj,

Natalie