Wieder Zuhause aber irgendwie auch nicht.

Jetzt bin ich schon wieder seit 3 Wochen Zuhause. Nachdem ich noch fünf Tage in Berlin beim YES war und eine 8 Stündige Busfahrt von Berlin nach Köln überstanden hatte, konnte ich meine Familie endlich wieder in die Arme schließen.

Aber um mal ganz von vorne anzufangen: Meine letzten Wochen in Norwegen waren voller Höhen und Tiefen. Je näher das Abreisedatum gekommen ist, desto mehr habe ich gemerkt wie sehr mir Norwegen ans Herzen gewachsen ist. Die Temperaturen waren endlich über 15 grad (was ich kaum noch für möglich gehalten hätte) und ich habe viel mit Freunden und meiner Gastfamilie unternommen. Das einzige, was man immer im Kopf hatte, war das Abreisedatum. Die Vorfreude auf Zuhause stieg. Die Trauer, dass ich Norwegen verlassen musste aber auch. Deswegen die Höhen und Tiefen. 🙂

Plötzlich war ich wieder Zuhause. Ich habe mich natürlich gefreut. Alles war wie immer, aber irgendwie auch nicht.

„Its a funny thing coming home. Nothing changes. Everything looks the same, feels the same, even smells the same. You realized what changed is you“ – F. Scott Fitzgerald

Auf dem ersten Blick war alles dasselbe. Unser Haus, meine Familie, mein Hund, mein Zimmer und ja sogar meine Freunde haben sich bis auf einen neuen Haarschnitt kaum verändert. Aber trotzdem ist (fast) alles anders. Leute, die vorher beste Freunde waren, reden heute kaum noch ein Wort miteinander. Auch kleine Dinge haben sich verändert. Als ich meine Mutter fragte seit wann wir einen neuen Fernseher haben antwortete sie nur: “ Schon lange“. Kleinigkeiten, von denen ich erst jetzt weiß. Der normale, deutsche Alltag hat mich schnell eingeholt und ich versuche mich irgendwie wieder daran zu gewöhnen. Um genau zu sein ist es schwer zu beschreiben. Natürlich bin ich froh Zuhause zu sein, aber ein Teil meines Herzens wird auch immer in Norwegen bleiben. Ich bin halt eben wieder Zuhause, aber irgendwie auch nicht. Die letzten Tage habe ich trotzdem viel mit meiner Familie unternommen, ihnen norwegische Traditionen gezeigt und einfach viel Spaß dabei gehabt. Es braucht einfach alles seine Zeit.

Ein bisschen  Norwegisch:

Når jeg ser tilbake hvor fort tiden har gått er det helt utrolig. Året mitt har vært fantastisk, ikke alltid lett men alt var verdt det. Jeg huske det når jeg kommet til Norge og kunne ingen ord norsk og nå sitter jeg her og skrive helt uten hjelp. Selv om jeg gjøre noen feil.  Familien som jeg bodde på og ikke kjente fra før er nå min norske familie. Jeg har fått venner som jeg er utrolig glad i og et land som jeg ikke kjente er blitt mitt andre hjemm!

Die Übersetzung:

Wenn ich zurückblicke wie schnell die Zeit vergangen ist, ist es einfach unglaublich. Mein Jahr war fantastisch. Ich erinnere mich, das ich nach Norwegen gekommen bin ohne auch nur ein Wort norwegisch zu können und jetzt sitze ich hier und kann komplett ohne Hilfe schreiben. Auch wenn ich ein paar Fehler mache. Die Familie, bei der ich gewohnt habe ist jetzt meine norwegische Familie. Menschen, die ich vorher nicht kannte, sind jetzt meine Freunde und ein Land, welches ich vorher nicht kannte ist jetzt meine zweites Zuhause! <3

Falls ihr Fragen an mich habt, könnt ihr die gerne in die Kommentare schreiben. Ich werde sie sehr gerne beantworten! Ansonsten war das jetzt der letzte Post. Es hat Spaß gemacht, hier von meinen Erfahrungen zu berichten! 🙂

Michelle