Basar: Feilschen, plaudern, Türkisch üben

Versuch Nummer zwei der YFU-Teilnehmer ihre Türkischkenntnisse in der Praxis zu testen! Dieses mal war das Ziel der Basar in Izmir. Mia und Akuma erzählen vom Ausflug – zwei Eindrücke der türksichen Einkaufskultur.

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Nochmal die Vokabeln durchgehen und dann heißt es: Auf in die Menschenmenge! 
Von Ballkleidern bis Süßigkeiten war alles vertreten, an Regenrinnen hängend, auf Tischen liegend oder in kleinen Läden. Wobei die meisten Produkte – wie erwartet – mit lautem Geschrei beworben wurden. Wo soll man da denn zuerst hingucken? Vor fast jedem Geschäft wurde man von Mitarbeitern abgefangen, die einen dazu überreden wollten, den Laden zu betreten. Eine ungewohnte Situation für die meisten. 
Doch wurde endlich etwas Interessantes gefunden, hieß es erst mal den Preis runterhandeln! Von 65 auf 55 und dann irgendwann auf 40 Lira. Auch wenn es mit dem gebrochenen Türkisch/Englisch-Mix schwierig war: 
Für diejenigen, die hartnäckig geblieben sind, hat es sich mehr als gelohnt.
 Was man also über diesen Tag sagen kann ist, dass man einen einmaligen Einblick in etwas für Deutschland untypisches erhalten hat und so gut wie jeder der Truppe nun ein wenig auf Türkisch um Preise feilschen kann.

Mia für das Merhaba-Blog-Team

Shopping, Shopping … Bazar?

Früh am Morgen war es, da gingen unsere deutschen Campteilnehmer mit uns, dem Blog-Team, auf spannende Entdeckungsreise zum türkischen Shoppen. Wir gingen gemeinsam zu einem Markteingang mit dem großen Schriftzug „ALLAH“. Nun gab uns die Türkischlehrerin Eda einen Zettel mit ihrer Handynummer und dem Namen dieses Eingangs auf Türkisch. Auch, wenn es zuerst aussah, als gingen wir in 5er-Gruppen, spalteten wir uns doch auf in 2er- oder 3er-Teams. :’D
Ich war mit Alena unterwegs, denn wir setzten uns Ziele: Süßigkeiten für einen kranken Freund, typisch türkische Kleidung, schönen (und vor allem günstigen^^) Schmuck einkaufen und gemütlich Kaffeetrinken!
Nicht ganz unerwartet sprachen uns verschiedene Verkäufer an und zeigten uns ihre Ware. Interessiert gingen wir auch in einige Läden – und wieder heraus. Und wieder hinein … und wieder hinaus. 🙂 Aber ein Laden schien uns sympathisch. Vielleicht lag es am Verkäufer^^, also warfen wir einen Blick hinein. Der Laden schien von außen klein, enthielt aber einen sehr großen, langen Raum voller Gegenstände, mit denen sich einige Menschen sicher ihr Wohnzimmer dekorieren können: alte, hölzerne Uhren, große Spiegel für die Wand, Glaslampen in bunten, orientalischen Farben… Es gab so viel, dass wir eine Viertelstunde dort standen. Der Verkäufer unterhielt sich nebenbei mit uns, fragte, wie es uns geht, woher wir kommen … Er gab uns sogar gratis ein paar Süßigkeiten, die echt lecker schmeckten. 🙂 Mich interessierte besonders eine Abteilung: eine riesengroße Ansammlung unterschiedlich großer, verzierter Schachspiele! Es gab Figuren aus Holz, Silber, Aluminium, mit Szenen aus der griechischen Antike, türkischen Soldaten im ersten Weltkrieg, auch gewöhnlichen, kleineren Spielen, magnetische, einfach alles! Schon immer wollte ich mir ein großes und schönes Spiel kaufen, bis mir einfiel, dass in mein Koffer nur begrenzt Platz ist. Deshalb kaufte ich ein kleineres, griechisches Pack an Figuren. Spielplatten sind ja Zuhause. 😉 Wir bedankten uns für die freundliche Bedienung und gingen.

 

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Weiter im Gehen fand ich, was ich suchte: Einen kleinen, aber feinen Süßigkeitenladen. Der Verkäufer – ein schüchterner, junger Mann gegen vielleicht 25 – sprach mit mir auf Türkisch. Da es soviel Auswahl gab und ich vieles nicht kannte, sagte ich ihm, er möge bitte von allem ein wenig nehmen. Ich zeigte ihm, was mir – erstmal optisch – gefiel und er packte davon ein paar Stück in eine Tüte. Die zweite Tüte füllte ich mit süßen Würfeln in bunten Farben. Diese Süßigkeit ist typisch für die Türkei, denn wir aßen sie schon oft! 😀
Später besuchten wir noch einen Kollier-Laden. Zu unserem Bedauern war es echter Schmuck: Echter Schmuck zu echten Preisen! Deshalb entschieden wir uns, weiterzugehen. An einer Saftbar mit schöner Terrasse unter Blättern setzten wir uns und tranken frisch gepressten Apfelsaft, mit Schaum, was uns etwas überraschte^^, und für mich einen Orangensaft. Nun kamen auch die Anderen dazu und setzten sich, um auch eines dieser leckeren, großen Getränke zu probieren.

Alles in allem finde ich, dass der Vormittag ziemlich erlebnisreich und angenehm kühl verlief. Alena und ich hatten viel Spaß zusammen auf dem scheinbar endlosen Bazar. Gemeinsam als Gruppe gingen wir zurück, mit Bushaltestopp am Bäcker, denn viele hatten noch Hunger. Ich kaufte mir verschiedene Kekse, die ungewöhnlich groß waren und mit Walnüssen gefüllt. Tja, was es nicht Alles gib…! O.O

Sonnige Grüße aus dem İzmir Kız Lisesi, unserer Schule 😉
Akuma

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Beim YFU-Kurzaustauschprogramm Merhaba Deutschland – Hallo Türkiye! lernen Jugendliche aus ganz Deutschland die türkische Kultur und Sprache kennen und nehmen gemeinsam mit türkischen und süd- und osteuropäischen Jugendlichen an kreativen Camps teil. Das Theatercamp Unendliche Geschichten und das Musik- und Multimediacamp Klangstraßensymphonie finden beide vom 20. Juli–08. August 2015 in Izmir statt und werden von der Initiative PASCH des Goethe-Institut Ankara organisiert. Die dritte Woche verbringen die Jugendlichen in einer türkischen Gastfamilie. Alle YFU-Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden finanziell von der Stiftung Mercator unterstützt.