schöne „neue“ Welt

Das neue Schuljahr hat begonnen und ich war natürlich heilfroh endlich meine ganzen Freunde und die Lehrer wiederzusehen :). Ja, man freut sich hier (zumindest teilweise) die Lehrer wieder zu sehen, da man zu ihnen einfach eine total lockere und freundschaftliche Bindung hat und dann gab’s natürlich auch erstmal ein paar Küsschen und Umarmungen. Ein bisschen habe ich ja schon Angst,dass wenn ich zurück in Deutschland bin total komisch rüber komme, weil ich es jetzt gewohnt bin selbst fremden Leuten Wangenküsse zu geben – ich kann mich nicht daran erinnern,wann ich das letzte Mal jemandem die Hand geschüttelt habe 😉 Mit dem neuem Schuljahr kamen aber auch gleich ein paar Veränderungen, denn es sind einige Lehrer von der Schule gegangen und somit wurden die 3 Abschlussjahrgänge in 2 Zusammengelegt und wir waren -haltet euch fest- sage und schreibe 55 Personen in einem relativ kleinem Klassenzimmer.Da ist Chaos natürlich vorprogrammiert, die Lehrer waren teilweise überfordert (was ja absolut verständlich ist, aber sie greifen auch nie wirklich hart durch) und das krasseste war aber, dass die Schüler,die zu spät kamen, keinen Tisch/Stuhl mehr hatten und sich so in die Reihen auf den Fußboden gesetzt haben. Desweiteren hat der Abschlussjahrgang 3 mal in der Woche Nachmittags Unterricht (was ja absolut normal ist), 2 mal in der Woche Vormittags UND Nachmittags Unterricht und dann noch Samstag und manchmal sogar Sonntag Vormittag Unterricht – einfach nur heftig. Die Konzentration und die Motivation geht dann natürlich oft verloren und als die Lehrer meinten es sei wichtig nebenher trotzdem noch den Hobbys nachzugehen, habe ich mich wirklich gefragt wie es die Schüler in dem ganzem Lernstress noch schaffen sollen. Kurze Zeit später bekamen ich und Emil (der dänische Austauschschüler) eine schlechte Nachricht.Da wir keine Arbeiten zwingend mitschreiben mussten (wir „wiederholen“ das Jahr hier sozusagen) und die Klasse so voll ist wurden wir wieder heruntergestuft. Ich hätte wirklich heulen können, weil ich es geliebt habe in der Umgebung meiner Freunde hier sein zu können,aber ich hatte natürlich auch Verständnis und so ging es ab in die neue Klasse. Wir waren natürlich erstmal „auf uns alleine gestellt“, da wir niemanden kannten, aber das Gute war, dass das neue Schuljahr ja erst angefangen hat und so a) einige neue Schüler sowieso dazu kamen und b) neue Lehrer kamen, die sich erstmal vorgestellt haben. Am Anfang habe ich mich wirklich nicht wohl gefühlt, wie ein richtiger Außenseiter und ich dachte niemand würde mit mir reden wollen oder sie haben kein Interesse oder sowas, aber das hat sich zum Glück wirklich schnell gelegt. 🙂 Inzwischen habe ich schon einen zweiten Freundeskreis aufgebaut mit wirklich netten Leuten und ich bin glücklich. Den Unterricht verstehe ich übrigens super gut, ich war wirklich überrascht von mir selbst, aber ich kann dem Unterricht wunderbar folgen und habe sogar in Chemie schon einige Punkte gesammelt (was meine Lehrerin sehr stolz gemacht hat haha). Meine Freunde aus der alten Klasse sehe ich meistens vor/nach der Schule und in den Pausen und wir verstehen uns immer noch so einwandfrei wie vorher, was mir echt wichtig war. Das Letzte was sich hinsichtlich der Schule für mich verändert hat ist, dass ich anstatt mit dem öffentlichem Bus jetzt mit einem Schülertransport zur Schule gefahren und abgeholt wäre. Es macht preislich einen nicht all zu großen Unterschied, ist deutlich sicherer,da ich jeden Tag alleine einen Hang auf und abwärts laufen musste und ich komme nicht mehr total K.O. in der Schule an (weil ich den Berg in der prallen Sonne hochlaufen musste).

Eine andere Sache die sich verändert hat ist unsere Planung bezüglich Rio de Janeiro. Eigentlich wollten wir ja jetzt im Februar fliegen, oder Anfang März. Da es jetzt aber dort brechend heiß ist (um die 42 Grad, gefühlte 50) wollte meine Familie mir das nicht „antun“ und wir fliegen später – im April oder Mai. Ich hoffe wirklich so sehr,dass das klappt und sie mir somit doch noch ein kleines Träumchen erfüllen.

Apropros Träumchen, vorletztes Wochenende waren wir am Sonntag in der Stadt Canavieiras, eigentlich um an den Strand zu fahren. Wir sind gleich frühs mit der ganzen Familie los, da die Stadt ungefähr 2 Stunden mit dem Auto entfernt ist. Nachdem wir angekommen waren,trafen wir auf zwei Freunde meiner Gastmutter und sind zunächst in ein Haus gegangen (ich dachte das wäre das Haus von einem der Freunde, da Sachen von ihm dort rumlagen) und haben es uns angeschaut und wow, es sah wirklich gut aus, schön geräumig und im Garten ganz viele Kokusnüsse an den Bäumen. Nach einiger Zeit hat uns dann der Hunger gepackt und wir sind an einen nah gelegenen Imbiss gefahren, der direkt an einem Fluss liegt. Verdammt Leute es sah dort wirklich aus wie im Paradies und das Essen war echt gut. Ich habe dort zum ersten Mal Krebs gegessen und dann gab es noch verschiedenen Fisch,Reis und Farofa – super lecker. Als wir dort waren habe ich dann auch erfahren,dass meine Gastmutter das Haus wo wir vorher waren KAUFEN will. Sie meinte es wäre der perfekte Ort für schöne Wochenenden oder die Ferien und da stimme ich ihr natürlich absolut zu. Hoffentlich gehen wir dort bald nochmal hin, denn es ist wirklich ein super idillischer Ort, die Stadt ist fantastisch und man muss es einfach lieben. 🙂

 

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