Rio de Janeiro : Zuckerhut,Ipanema,Niterói.. und ein wenig Melancholie

Hallo meine Lieben,

hier kommt wie versprochen mein Post zu meiner Woche in Rio de Janeiro :). Los ging es letzte Woche Dienstag Nachmittag von unserem Flughafen in Ilhéus nach Belo Horizonte und dann -mit 2 1/2 Stunden Verspätung und insgesamt 4 1/2 Stunden Wartezeit- weiter nach Rio de Janeiro,wo wir letztendlich 23.30 ankamen und von unserem Onkel abgeholt wurden. Dieser wohnt zusammen mit seiner Frau und seinen 2 Kindern in Niterói, eine super schöne Nebenstadt von Rio de Janeiro. Da es schon so spät war haben wir nur noch fix Lasagne gegessen und sind dann ins Bett gefallen. 🙂

Am nächsten Tag ging es frühs schon wieder los,denn wir sind alle zusammen mit der Fähre in das Zentrum von Rio de Janeiro gefahren und oh mein Gott,es ist einfach riiiieeeesiiiig,wirklich richtig richtig riesig mit unzählig vielen Geschäften und Menschen,ich weiß wirklich nicht wie die Leute dort noch wissen wo sie sind. Jedenfalls sind wir durch sämtliche Straßen und Gassen,an Ständen vorbei,haben noch unterwegs was gegessen und die Zeit ist einfach nur so verflogen,sodass wir auch schon bald wieder zurück sind,denn Nachmittags nach der Arbeit beginnt die Rush Hour und da ist einfach alles noch mehr überfüllt. Aber man muss,egal zu welcher Tageszeit,wirklich auf seine Sachen aufpassen – in unserer unmittelbaren Nähe wurde ein Mann beklaut, aber zum Glück war die Polizei da und in den Menschenmassen findet man auch immer wieder Polizisten, die besondern auf Märkten oder Hauptstraßen für Sicherheit sorgen. Ich kann euch dennoch beruhigen – Mir ist die ganze Woche über nichts passiert,man muss halt nur ein wenig aufpassen.

Am nächsten Tag bin ich dann zusammen mit meiner Cousine und 2 Tanten von mir durch Niterói gefahren und sie haben mir alles mögliche gezeigt, wie zum Beispiel das Kunstmuseum mit moderner aber teilweise sehr fragwürdiger Kunst haha und danach die Strände,wo aber leider unmittelbar das Abwasser reinfließt. Außerdem gibt es in Niterói einen Stadtpark und es war allein schon eine Herausforderung ihn zu finden,denn um dorthin zu kommen muss man durch sämtliche Gassen hin und her und dann ein ganzes Stück im Kreis nach oben fahren,aber es hat sich eindeutig gelohnt. Die Aussicht dort oben ist einfach wunderschön!

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Als wir Abends zurück sind, wurden wir noch mit diesem wunderschönem Himmel belohnt:

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Einfach der Wahnsinn oder? Als wir in der ersten Nacht vom Flughafen nach Niterói gefahren sind, mussten wir über eine ganz lange Brücke und von dort aus konnte man auf der einen Seite den Cristo Redentor ganz weit über den Häusern leuchten sehen,das war unglaublich.

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Am nächsten Tag waren wir alle zusammen shoppen und am Abend bin ich mit meiner Cousine und einer Freundin von ihr süße Pizza essen gegangen und ich habe mal wieder gemerkt wie offen und wie herzlich die Brasilianer sind,denn ich wurde von ihren Freunden vorher begrüßt als würden wir uns schon ewig kennen und später beim Essen war es auch so,als wäre es schon immer so gewesen,wisst ihr was ich meine? Ich hab einfach sofort dazu gehört und das tut unheimlich gut. 🙂

Am nächsten Tag sind wir dann direkt nach Rio de Janeiro in die Stadt und dort hat meine Schwester zuerst alte Bekannte wieder getroffen und danach sind wir zu meiner anderen Tante. Sie hat sich riesig gefreut uns wieder zu sehen, obwohl wir uns erst vor einer Woche gesehen hatten. Kurz nachdem wir angekommen sind hat sie mir ein Tshirt aus Rio geschenkt,worüber ich mich natürlich riesig gefreut habe 😀 Aber es sollte noch besser kommen, denn am Sonntag ging es erst richtig los. Früh am Morgen sind wir los und unser erstes Ziel war der Wald/Park der Stadt, welcher wirklich mittendrin liegt und richtig hübsch ist und sogar einen Wasserfall hat. Wir sind mit dem Auto durchgefahren und haben immer mal angehalten,man kann jedoch auch durchlaufen oder Fahrrad fahren,was sicher auch richtig genial ist.

Danach sind wir weiter durch sämtliche Stadteile,an zahlreichen Stränden und Shoppingcentren vorbei und als es schließlich Mittag war sind war ganz lecker im „La Mole“ essen gegangen und oh mein Gott,es war so unglaublich lecker und die Bedienung war wirklich spitze! Unser Tag war aber lange noch nicht vorbei, denn danach ging es an das andere Ende der Stadt zu den anderen Stränden : Sao Conrado, Ipanema,Copacabana… unglaublich schön,aber dementsprechend auch viele Menschen dort und direkt daneben riesige Hochhäuser aneinander gereit. Wir sind aber nur vorbei gefahren,denn meine Tante hatte noch eine Überraschung geplant,von der ich nicht mal ansatzweise etwas geahnt hatte. Auf dem angeblichem Weg nach Hause hat mein Onkel auf einmal angehalten und ich dachte ich sehe nicht richtig – wir standen vor dem Zuckerhut (Pao de Acucar) Wie genial ist das denn bitte? Also haben wir ganz fix Eintrittskarten gekauft und dann ging es auch schon mit der Seilbahn hoch. Zunächst auf den Morro da Urca, hier war die Aussicht schon einfach gigantisch, und dann auf den Pao de Acucar, welcher 395 Meter hoch ist und mich einfach komplett überwältigt hat. Es ist einfach riesig und die Aussicht…WOW! Ihr habt sicherlich schonmal irgendwo im Internet davon Bilder gesehen,aber wenn man selber oben steht und runter schaut ist das nochmal eine ganz andere Welt und einfach atemberaubend! Damit hatte sich ein riesiger Traum von mir erfüllt und ich kann es immer noch nicht glauben,dass ich wirklich ganz oben war.

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Nach diesem Spektakel waren wir dann noch die Mutter meiner Tante besuchen und anschließend Pizza essen (die brasilianischen Pizzen sind soooo gut!). Danach bin ich nur noch ins Bett gefallen,denn am nächsten Morgen mussten wir schon um 7 Uhr beim Check-In am Flughafen sein und sind nach stundenlangem fliegen Mittags (endlich) erschöpft angekommen.

 

Rio de Janeiro war definitiv ein Highlight in meinem Auslandsjahr und gerade weil ich nur noch wenige Tage habe,fehlt es mir nach diesem Erlebnis noch schwerer loszulassen. Ich glaube ich werde erst am Flughafen in Deutschland realisieren,dass meine Zeit hier (für’s Erste) vorbei ist, dass ein Teil meines Lebens vorerst nich mehr ganz existiert. Als ich herkam dachte ich,dass dieses Jahr eine Herausforderung für mich ist, aber die wahre Herausforderung beginnt erst,wenn es vorbei ist 🙁

Was ich aber eigentlich sagen will: Wenn ihr die Chance habt ein Auslandsjahr zu machen,dann nutzt sie! Es wird sicherlich nicht bei allen „Das Beste Jahr deines Lebens“, aber hey – so ist das Leben. Es gibt immer gute und schlechte Tage, aber die Kunst ist es immer das Beste daraus zu machen. Ich habe auf meinem Weg hier so wundervolle Freundschaften geknüpft,eine völlig andere Kultur kennengelernt,eine völlig neue Sprache erlernt und habe ein zweites Zuhause am anderem Welt gefunden und glaubt mir sowas ist einfach unbezahlbar. Hätte ich die Chance würde ich gleich noch 1 Auslandsjahr dranhängen oder 2,3,4… einfach weil ich so glücklich bin,weil ich so ein Glück habe und dieses Gefühl gibt mir jetzt schon die Gewissheit,dass ich eines Tages zurück kommen werde 🙂

 

Dies war wahrscheinlich mein letzter Eintrag aus Brasilien und ich werde euch dann nächsten Monat alles über meinen Abschied und natürlich auch meine Ankunft in Deutschland berichten.

Beijos e um abraco, Marie-Louise