Schule

Am Montag bin ich dann doch noch nicht zur Schule gegangen, sondern habe mich mit meiner Gastgroßmutter oder auch abuelita in die Stadt begeben, um die Uniform(en) zu kaufen. Es gibt drei: Eine für Montags, das ist wohl irgendwie ein besonderer Tag, wenn ich mehr darüber weiß, werde ich mich dem sicherlich noch einmal widmen. Diese Uniform besteht aus einer weißen Bluse, einer Weste, dem normalen Rock, Nylonstrumpfhosen und ziemlich hässlichen Schuhen mit Absatz. Die normale Uniform besteht einfach aus einem weißen Poloshirt und einem rot-grau kariertem Rock. Eigentlich gibt es dazu auch Schuhe, ich habe sie auch gekauft, aber ich hatte nach dem ersten Tag solche Blasen, dass ich sie einfach gegen schwarze Ballerinas aus Deutschland getauscht habe, das merkt ja keiner. Die dritte Uniform ist eine Sportuniform, T-Shirt, kurze und lange Hose und weiße „Sportschuhe“. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich viel Wert auf einen guten Schuh lege, vor allem beim Sport und wenn ich euch sage, dass diese Treter 6$ gekostet haben, dann wisst ihr auch, wie gut sie sind.

 

Am Dienstag war dann mein erster Schultag und es war der bisher beste Tag, den ich hier verbracht habe. Ich bin im höchsten Jahrgang und leider im Informatikkurs gelandet. Leider eigentlich nur wegen der Fächer, ansonsten finde ich den Kurs ziemlich cool. An meinem ersten Tag waren NUR Jungs dort. Ich wurde von der Vize-Direktorin in die Klasse gebracht und bevor ich irgendwas gesagt hatte, wollte sie erstmal, dass die anderen für mich applaudieren, was schon etwas seltsam war. Ich habe mich dann kurz vorgestellt und einen Platz ganz vorne bekommen. Ich weiß nicht genau, was wir für ein Fach hatten, wie lange die Stunde gedauert hat oder was die da überhaupt behandelt haben, ich habe von diesen „Dingen“ (ich glaube, es waren so eine Art Funktionen) in Deutschland noch nie irgendwas gesehen.

Der Unterricht ist richtig lustig. Alle machen so mehr oder weniger, was sie wollen. Nach draußen gehen, um frische Luft zu schnappen, essen, Musik hören, Fotos machen,… Aber für die Lehrer scheint es kein großes Problem zu sein, sie lachen oft mit den Schülern und wenn sie mal wirklich um Ruhe bitten, dann sind die Leute auch ruhig und schreiben, was ihnen diktiert wird. Manche Lehrer sind strenger und andere weniger, das merkt man schon. Trotzdem habe ich richtig viel Spaß im Unterricht, auch wenn ich bisher noch nicht so viel verstehe, aber irgendeiner der „chicos“ setzt sich immer mit seinem Stuhl-Tisch-Gerät neben mich und hilft mir und manchmal kann ich ihnen auch helfen, vor allem in Englisch. Jedenfalls könnte ich nicht glücklicher sein und habe genau den richtigen Kurs getroffen, denn die Jungs sind echt lustig, machen viele Witze untereinander und mit mir und haben auch viel Interesse daran, deutsche Wörter zu lernen, von „Guten Tag“ bis zu weniger seriösen Wörtern. Durch die Schule habe ich ein bisschen mehr das Gefühl, angekommen zu sein und meine Klassenkameraden tragen viel dazu bei. Es sind gefühlt 50 Jungs und es gibt außer mir nur 2 Mädchen, die aber mit den Jungs nicht so viel zutun haben wollen.

 

Irgendwann verstehe ich sicher auch, welche Fächer ich gerade habe und was der Stoff ist. Laut Stundenplan habe ich Programmieren, Mathe, Datenverarbeitung oder so was, Englisch, Physik, Rechnungswesen, eine Art GRW und zwei Fächer die sich Redes de Computacion und Computacion nennen, also perfekt für jemanden, der gerade mal zwei Jahr Informatik in der 7. und 8. hatte, aber naja, vielleicht lerne ich ja etwas.

 

Wie lange die Stunden dauern, weiß ich nicht so genau.  Ich habe jeden Tag 8 Stunden, die alle im selben Raum stattfinden. Nur manchmal gehen wir in einen Computerraum, um dort Präsentationen auszuarbeiten oder zu programmieren. Es gibt zwei Pausen, in denen man auf den Hof geht und sich Essen kaufen kann.

Musiktechnisch komme ich hier so RICHTIG auf meine kosten. In Deutschland war ich ja mit meinem Musikgeschmack (Reguetón, Salsa, Merengue …) relativ einsam, aber hier hört das jeder die ganze Zeit.

Soviel erstmal dazu, wenn ich länger in der Schule bin, schreibe ich bestimmt noch mal etwas.

 

Bis dahin,

besos y abrazos de María