Die Berge Ecuadors

Hallo an alle lieben Leser,

ich habe mich offensichtlich etwas länger nicht gemeldet, was daran liegt, dass ich seit über einem Monat Ferien habe und nichts Aufregendes passiert. Die letzte Woche jedoch durfte ich noch einmal meine Sachen packen und mich auf Reise begeben, in die „sierra“ (Bergregion) Ecuadors. Von diesem tollen Erlebnis möchte ich natürlich gerne berichten.

Wie immer mussten wir erst die lange Reise von Machala nach Quito antreten, welche aber mit einem freien Tag in Quito belohnt wurde, da wir über Nacht fuhren und schon morgens ankamen. Wir liefen etwas durch die Stadt, kauften ein paar Mitbringsel und genossen einfach den Tag.

Am nächsten Morgen begann dann das offizielle Programm. Wir starteten mit einer Tour durch Quito. Kirchen, Plätze, Gebäude usw. wurden besichtigt. Doch das war definitiv nicht das Highlight des Tages. Schon als wir auf den Platz vor dem Regierungsgebäude gingen, wurden wir von einem Polizeiaufgebot überrascht, viele Leute säumten das Gebiet, uniformierte Männer auf Pferden und eine Blaskapelle waren zu sehen. Es hieß, der Präsident von Mexico würde empfangen werden. Erst einmal setzten wir die Tour fort mit der Besichtigung einer Kirche. Als wir diese verließen, hörten wir, wie eine Stimme durchs Mikrofon irgendetwas auf dem Platz ankündigte und aus Neugier gingen wir zurück. Da stand der Präsident Ecuadors mit einem Haufen von Leuten auf dem Balkon des Regierungsgebäudes, wir alle konnten ihn sehen. Plötzlich sagte die Stimme durchs Mikro, dass wir bitte jetzt still stehen sollen für die Hymne Ecuadors. Alle Austauschschüler konnten natürlich bereits den Text und so sangen wir die Nationalhymne gemeinsam mit dem Präsidenten. Das war wirklich ein sehr beeindruckendes Erlebnis, welches ich nicht so schnell vergessen werde.

Aber um euch einen Eindruck von Quito zu ermöglichen, hier ein paar Bilder.

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Die „basilica del voto nacional“ in Quito

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Das bin ich vor den Türen der basilica.

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Dieses Kirchenfenster soll die Vielfalt der ecuadorianischen Blumenwelt repräsentieren, daher die vielen Blumen.

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Ein kleiner Ausblick auf Quito, die Stadt ist wirklich riesig mit einer Nord-Süd Ausdehnung von 50km.

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Die Kirchtürme der basilica und im Hintergrund seht ihr die „virgen de Quito“, die auf einem Hügel über die Stadt wacht.

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Die „iglesia de la compañia“, eines der attraktivsten Touristenziele.

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Das alte Stadtzentrum von Quito.

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Bewaffnete Polizisten vor dem Präsidentengebäude.

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Man kann ihn schlecht erkennen, hoffentlich hilft euch der rote Kreis.

Am Nachmittag besuchten wir dann die „Mitad del mundo“ – die Mitte der Welt. Ecuador liegt ja auf dem Äquator, wie der Name schon sagt. Es gibt ein großes Monument, welches die Franzosen vor vielen Jahren erichteten, um die Mitte der Welt zu markieren, jedoch verrechneten sie sich um ein paar hundert Meter, sodass die eigentliche Mitte der Welt etwas abseits von diesem Denkmal liegt. Wir besuchten das echte Denkmal, welches viel bescheidener wirkte. Ein einfacher roter Strich, ein paar Experimente, die jedoch wirklich beeindruckend waren. Eine gute Freundin schaffte es sogar, ein Ei aufzustellen.

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Am nächsten Tag besuchten wir morgens einen Vulkankrater, der nun mit Wasser gefüllt ist. Am Nachmittag fuhren wir nach Otavalo, ein kleines Städtchen nördlich von Quito, um „shoppen“ zu gehen. Denn Otavalo beherbergt den größten indigenen Kunsthandwerksmarkt Südamerikas. Vor allem Produkte aus Alpakawolle gibt es dort günstig zu kaufen.

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Der nächste Tag war dann etwas spannender. Nachdem wir morgens auf einer Aussichtsplattform angehalten haben, fuhren wir danach in Richtung Cotopaxi, einem noch aktiven Vulkan, der 5897 m hoch ist. Wir stoppten mit dem Bus auf 4800 m und begannen dann den Aufstieg bis auf 5000 m. Es war unglaublich anstrengend, ich bekam Herzrasen und konnte kaum atmen, aber am Ende schafften es doch fast alle bis auf 5000 m und wir fühlten uns sehr stolz. Der Cotopaxi wird als einer der schönsten Vulkane der Erde angesehen, wegen seiner typischen Vulkanform und der weißen Schneekuppe.

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Um diese Höhe noch zu toppen, stiegen wir am nächsten Morgen auf den Chimborazo bis zu 5100 m Höhe. Der Chimborazo ist vom Erdmittelpunkt aus gemessen, die höchste Erhebung der Erde und damit der nächste Punkt an der Sonne. Das liegt daran, dass die Erde ja keine perfekte Kugel ist, sondern eher…sagen wir eine Kartoffel. So kommt es, dass die Erdkruste am Äquator weiter vom Erdmittelpunkt entfernt ist, als anderswo. Aus diesem Grund übertrifft der Chimborazo also sogar die Höhe des Mount Everest, allerdings nur, wenn man vom Erdmittelpunkt ausgeht. Auch dieser Aufstieg war sehr anstrengend, allerdings schon einfacher als den Tag zuvor. Später besichtigten wir noch Riobamba, eine Bergstadt, die durch ihre hübschen Kolonialgebäude beeindruckt und wirklich einen Besuch wert ist.

Am folgenden Tag besuchten wir das Städtchen Alausí, das berühmt ist für seine Eisenbahn. Das kommt vor allem daher, dass es in Ecuador keine Zugstrecken gibt, man nutzt also nur Bus und Auto, um durchs Land zu reisen. Aus diesem Grund ist eine Eisenbahn, noch dazu eine so historische, wirklich etwas Besonderes. Die Fahrt war entspannt, man konnte gemütlich aus dem Fenster gucken und die Berge bewundern. Schließlich kamen wir an einer kleinen Station an, die mit einem Museum über die Geschichte der Bahn informiert, ansonsten aber nicht viel zu bieten hatte. Nachdem wir wieder zurückgefahren waren, setzten wir unseren Weg nach Cuenca fort, wo wir auch schliefen.

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Dann kam auch schon der letzte Programmtag, welchen wir in einem Nationalpark in der Nähe Cuencas begonnen. Für Naturfans unbedingt zu empfehlen. Am Nachmittag bekamen wir dann noch eine Stadtführung durch Cuenca, die (meiner Meinung nach) schönste Stadt Ecuadors. In diese Stadt kann man sich nur verlieben!!

Allen, die bis hierher durchgehalten haben, danke ich für ihre Aufmerksamkeit! Es war eine unvergessliche Woche mit vielen Highlights und wieder mal hat sich bestätigt, dass Ecuador definitiv einen Besuch wert ist.

Ganz liebe Grüße,
Maria