1 1/2 Monate..

Ich glaube, ich sollte langsam mal wieder etwas schreiben, auch wenn ich nicht wirklich behaupten kann, es sei viel geschehen.

Die meiste Zeit verbringe ich zu Hause in meinem Zimmer und versuche, mich zu beschäftigen. Entweder schaue ich mir spanische Filme an, lese spanische Bücher, chatte mit meinen Freunden hier, einfach, damit sich mein Sprachniveau weiter steigert. Momentan ist es so, dass ich eigentlich alles verstehe und das meiste sagen kann, trotzdem ärgert es mich, wenn mir ab und zu mal die Worte fehlen, um mich perfekt auszudrücken. Aber wie gesagt, ich arbeite daran.

Vor einiger Zeit spielte Ecuador gegen Kolumbien Qualifikation für die WM. Mir macht ja Fußball gucken sowieso Spaß, aber hier ist das ganze nochmal ein Stück schöner. Das Spiel hier hat um einiges mehr Pfiff als die Spiele bei uns zu Hause. Man kann wirklich sagen, dass alle wie die Verrückten rennen und wenn man hinten den Ball bekommt, stürmt man einfach nach vorn, ohne großen Spielaufbau. Es wird ziemlich ruppig gespielt, aber der Schiedsrichter pfeift nur selten ab und so entsteht wirklich ein sehr lebendiges, spannendes Spiel. Ecuador hat zwar verloren, aber ich freue mich darauf, mir hier weitere Spiele anzuschauen.

Am Wochenende war hier die Wahl zur „Reina mundial de banano“, eine Schönheitsköniginnenwahl. Wir standen leider an der Seite, ohne Sitzplatz und mit sehr schlechtem Blick auf die Bühne. Nach einer kurzen Eröffnung mit Tanz und Musik wurden alle Teilnehmerinnen vorgeführt, zwischendurch gab es auch nochmal den ein oder anderen Musikact. Es wurde dann wirklich kalt und mit der Zeit auch etwas langweilig und wir wurden alle müde. Also fuhren wir wieder nach Hause. Ich meine, dass die deutsche Teilnehmerin gewonnen hat, bin mir aber nicht ganz sicher. Warum Deutschland teilgenommen hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht, da wir ja gar keine Bananen exportieren, aber vielleicht irre ich mich ja. 😉

Ich möchte noch kurz etwas zu den Essgewohnheiten hier sagen, da sie doch etwas von unseren deutschen Gepflogenheiten abweichen. Also zum Frühstück ist man unterschiedliche Dinge, bei mir gibt es oft „Bolón de verde“, ein typisches Frühstücksgericht hier in Ecuador. Das ist zerstampfte Kochbanane zu einem Kloß geformt und dann etwas angebraten. Das Mittagessen besteht immer zunächst aus einer Suppe, danach wird Reis in Massen mit Fleisch serviert. Man ist alles, wirklich alles mit dem Löffel. Was mir auffällt, man kann wirklich alles auf dem Teller liegen lassen, aber bitte auf keinen Fall das Fleisch! Ich ernähre mich eigentlich meistens nur von Reis mit Bohnen, da meine Gastfamilie zum Glück akzeptiert, dass ich vegetarisch esse. Zum Abendbrot ist man dann nochmal Reis mit Fleisch, ganz beliebt dabei ist „Arroz con pollo“, Reis mit Hühnchen, ich habe das Gefühl, meine Gastfamilie isst das jeden Tag, aber es scheint ihnen ja gut zu schmecken. Man trinkt immer frischen Fruchtsaft zu den Mahlzeiten und die sind wirklich unglaublich gut!

Tja, wie gesagt bin ich mittlerweile 1 1/2 Monate hier und bis jetzt muss ich sagen, dass es ein ziemliches Auf und Ab der Gefühle war. Ich hoffe, es stellt sich bald Besserung ein.