Von Höhen und Tiefen, Wollsocken und finnischen Ortsfällen

Hallo ihr lieben! (:

Was ist passiert in den letzten sieben Wochen?

Über diese Frage muss ich selbst erstmal in Ruhe nachdenken. Jetzt  bin ich jetzt schon über drei Monate in Finnland, was mir manchmal teils verblüffend, teils seltsam vorkommt. Es gibt immer wieder so Momente, in denen ich plötzlich einfach denke Unglaublich! Ich bin wirklich gerade hier! …Vor einem Jahr hätte ich es niemals für möglich gehalten, jemals komplett begeistert davon zu sein, dass Prinzip der sechs (!) finnischen Ortsfälle überblickt zu haben. Ich mache so viele Erfahrungen und habe mit Menschen zu tun, die ich ohne den Entschluss zur Bewerbung für ein Austauschjahr von YFU niemals kennengelernt hätte.

Seit einigen Wochen habe ich wirklich einen normalen Alltag mit  Frühaufstehen für die Schule, Hausaufgaben, Finnischkurs und Tanzen je zweimal die Woche, und abends oft gemütlichem Fernsehen und Gesprächen mit meiner Gastfamilie. Es wird seit der Zeitumstellung jetzt schon um vier dunkel und zwischendurch ist es auch schon recht kalt, aber es hat irgendwie auch etwas unheimlich gemütliches. Schnee hat sich ungewöhnlicherweise noch nicht blicken lassen, aber ich habe jetzt schon öfter gehört, dass ein besonders kalter Winter bevorsteht…Mit wundervollen selbstgestrickten Wollsocken und Handschuhen von meiner Gastoma fühle ich mich jedenfalls gewappnet, den Winter so finnisch wie möglich anzugehen: In fünf Schichten warmer Klammotten eingepackt.

Oft geht es mir sehr gut, ich genieße alles Neue und Überraschende, und bin glücklich hier zu sein, manchmal bin ich müde und angestrengt, von den Herausforderungen des Sprachenlernens bzw. nicht-Verstehens und dem Freundefinden, von ungewohnten Situationen oder Höhen und Tiefen, die wohl auch einfach dazugehören. Viel positives Denken hilft,  auch offen für alles und so aktiv wie möglich zu sein, und „the sun shines always brighter after the rain“

YFU ist unglaublich toll und engagiert, letztes Wochenende zum Beispiel haben Ehrenamtliche ein Sleep Over für alle ATS in der Helsinki-Region organisiert. Zusammengefasst bedeutet das, fünfzehn gutgelaunte Leute, ein guter finnischer Film, Pizza, Kartenspiele, wenig Schlaf und ziemlich viel Spaß. Es tut auch immer total gut, sich mit anderen über all die Erfahrungen, die wir hier machen auszutauschen.

Ich freue mich schon total auf Anfang Dezember, da geht es dann für ein Wochenende mit vielen anderen YFU Austauschschülern  in die mit der Fähre ca. zwei Stunden entfernte estnische Hauptstadt Tallinn!

Sonnige Novembergrüße! 🙂

Luisa