Wie es anfängt

Hallo, ich bin Lucia, 16 Jahre alt, spiele Klavier und trete in genau zwei Wochen mein Musikaustauschjahr in Ungarn an. Meine bevorstehenden Erfahrungen und Erlebnisse möchte ich in diesem Blog gerne mit euch teilen – vorher will ich aber erzählen, wie alles anfing:

 

WIESO INS AUSLAND?

In eine andere Welt eintauchen, eine neue Kultur erleben, die Fremdsprachenkentnisse weiterentwickeln – das war für mich schon immer faszinierend. Die Möglichkeit, selbstständig sein eigenes Abenteuer zu erleben und an den Herausforderungen zu wachsen, klingt einfach verlockend, auch in Hinsicht der Persönlichkeit. Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich der Pluspunkt im Lebenslauf 🙂 Und weil eigentlich alle Schüler mit Auslandserfahrung mit lauter Begeisterung darüber sprechen und meins sogar noch mit Musik zu tun hat, hat mir das den endgültigen Anstoß gegeben, mich zu bewerben.

 

WIESO UNGARN?

Zugegeben, besonders die USA hat mich fasziniert, seit ich ein Kind war und in zahlreichen Büchern und Filmen Eindrücke aus der amerikanischen High-School und Kultur einfing. Doch trotzdem hat Ungarn mich letztendlich für ein Austauschjahr überzeugt, und zwar aus verschiedenen Gründen:

  • Ungarn ist eins von vier Ländern, in denen das Musikprogramm angeboten wird. Die Musik – besonders das Klavier spielen – ist für mich sehr wichtig, und gerade Ungarn ist für seine großen Komponisten wie Liszt und Bartók bekannt. Deshalb sehe ich es als große Ehre und Chance an, dort im nächsten Jahr musikalisch gefördert zu werden.
  • Zu Osteuropa fühle ich mich in besonderer Weise hingezogen: Ich bin in Ungarns Nachbarland Rumänien geboren und trage damit vielleicht schon ein Stück weit die Kultur mit, in die ich im nächsten Jahr eintauchen möchte. Auch zu Ungarn fühle ich mich verbunden, denn wir waren die letzten Jahre mehrmals dort im Urlaub, und gerade Budapest ist wunderschön! Das, was ich bisher von dem Land gesehen und erfahren habe, hat nur positive Eindrücke bei mir hinterlassen.
  • In Ungarn habe ich außerdem die Möglichkeit, eine neue Sprache zu lernen! Und da mir das eher leichtfällt, sehe ich ihren Ruf als besonders schwierige Sprache als eine Herausforderung an 🙂

 

AUFREGUNG

Stichwort Herausforderung – so ein Jahr ohne ein vertrautes Umfeld und fern von allen Menschen, die man in sein Herz geschlossen hat, wird natürlich nicht einfach. Jetzt, wo es fast so weit ist, steigt auch die Aufregung immer weiter und verschiedene Fragen geistern einem durch den Kopf: Was soll ich alles einpacken und wie wird der Abschied werden? Wie ist meine Gastfamilie so, wie ist die Schule, die Musikstunden? Sind die Klassenkameraden nett? Schaffe ich es, Freunde zu finden und mich einzuleben? Werde ich Deutschland vermissen und will schon früher wieder zurück, oder kann ich mich am Ende gar nicht mehr von Ungarn losreißen?

Ich denke, zwischendurch kalte Füße zu kriegen ist ganz normal – am Ende bleibt uns jedoch nichts anderes übrig, als den Sprung ins kalte Wasser zu wagen, für den wir uns selbst entschieden haben. Wir müssen uns anpassen, auf Menschen zugehen und selbstständig werden. Ich mache diese Reise, um meine Persönlichkeit zu reifen und mich positiv zu verändern. Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mit auf meine Reise kommen wollt.

Lucia