Külföldön gyorsabban megy az idő!

Sziasztok barátaim,

vielleicht hab ihr es schon an der Überschrift gemerkt, aber mein Ungarisch verbessert sich langsam! Das heißt auf Deutsch ‚Im Ausland vergeht die Zeit schneller‘ und trifft im Moment absolut auf mich zu. Seit ein paar Tagen ist über die Hälfte meiner Zeit hier in Ungarn vorbei und ich will es nicht wirklich wahrhaben, weil ich hier mittlerweile wirklich mein zweites Zuhause gefunden habe. Ich streite mich mit meiner Schwester und eine Stunde später umarmen wir uns wieder, ich spreche endlich gut genug Ungarisch, um mich mit meinen Eltern unterhalten zu können, ohne alle 30 Sekunden ein Wort nachzuschlagen/-fragen. Und ich genieße mein Leben und meine Zeit hier in vollen Zügen.

Was mir an meiner Schule super gut gefällt, ist, dass sie sich wirklich für die Schüler interessiert. Sie ist eher klein, dafür kennt aber auch jeder jeden. Wir haben zum Beispiel von der Schule eine Karte für das Theater hier in Szeged bekommen, für die wir einmal 3000 Forint (ca. 10 Euro) bezahlen mussten. Dadurch habe ich schon 3-4 Theaterstücke zusammen mit ein paar Freunden und meiner Schwester gesehen. Außerdem organisiert die Schule regelmäßig Wettbewerbe für die Schüler, z.B. in Erdkunde oder einen Gedichtwettbewerb. Jeden Morgen vor der ersten Stunde haben wir 10 Minuten zusammen mit unserem Klassenlehrer, in denen wir über den Tag sprechen, ob wir einen Test schreiben, es wird sich gemeinsam gefreut, wenn jemand eine gute Note bekommen hat… Generell gefällt mir die Klassengemeinschaft hier super. Es wird zusammen gehalten, es gibt kaum Grüppchenbildung und man kommt eigentlich mit jedem klar.

Ich wollte auch noch was zum ungarischen Weihnachten erzählen. ‚Weihnachten‘ heißt auf Ungarisch karácsony, was ich viel schöner als das deutsche Wort finde, weil es irgendwie ‚weihnachtlicher‘ klingt. Im Voraus haben meine Schwester und ich jeder einen Adventskalender selbst vorbereitet, mit kleinen Socken und einem langen Nylonfaden. Das hat in meiner Familie (der ungarischen) Tradition und ich glaube, ich werde die übernehmen. An Weihnachten selbst kam dann reichlich Familie und es gab mal wieder reichlich essen. Danach kam kis Jézuska, also der kleine Jesus und hat die Geschenke gebracht. Ich hab von meiner Gastfamilie eine riesige Tasse bekommen, weil ich mich immer darüber beschwert hab, dass ihre Tassen zu klein sind 😀

Im neuen Jahr sind Helga und ich dann drei Tage zur Schule gegangen und danach nach Österreich gefahren, um dort Ski zu fahren. Für mich war es das erste Mal im Gebirge, also bin ich die ersten Tage staunend durch das Dorf, in dem wir waren, gelaufen, und hab die Berge bewundert. Beim Ski fahren habe ich mich dann grandios blamiert, indem ich mich vor Publikum abgelegt hab – nicht grade eine meiner Glanzstunden 😀 Aber die Zeit in Österreich war wunderschön und seitdem verstehe ich mich auch super mit meiner Schwester.

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Nach einer wunderbaren Woche in Österreich sind wir dann zusammen nach Esztergom gefahren, eine Stadt, die nördlich von Budapest ganz nah an der Grenze zur Slowakei liegt und nur von der Donau vom anderen Land getrennt wird. Dort hat mein Mitteljahrseminar von YFU stattgefunden. Es war echt super, die ganzen anderen mal wieder zu sehen und ich hab die drei Tage, die wir da hatten, echt genossen. Wir haben über alles mögliche gesprochen – Probleme in der Gastfamilie; Vorurteile, die sich vielleicht auch bestätigt haben; ungarisches Essen… Am einen Nachmittag haben wir uns noch die Stadt angeguckt und am nächsten Tag ging es schon wieder nach Hause, nach Szeged.

Mit dem Ungarisch läuft es immer besser. Ich liebe diese Sprache für ihre Besonderheiten, für das, was mich an ihr amüsiert (Zeh heißt Fußfinger auf Ungarisch!), für ihren Klang und weil sie eigentlich wie Deutsch ist, nur auf Ungarisch. Neulich wollte eine Freundin was von unserem Geschichtslehrer und er meinte ‚Bevor das passiert, muss noch viel Wasser die Donau runterfließen!‘. Viele Dinge kann man 1:1 übersetzen, weil die Logik hinter den Sprachen sich ähnelt. Und seit ich besser spreche, finde ich auch mehr Anschluss in meiner Klasse.

So, das war’s erstmal von mir. Ich wünsch den anderen ATS noch viel Spaß in ihren Gastländern und meinen Freunden und meiner Familie zu Hause noch ein schöne Zeit – in 5 Monaten sehen wir uns wieder!

Bis dahin alles Gute,

Linda