Danke.

Sziasztok barátaim!

Mittlerweile bin ich seit einem Monat zu Hause und hab mich auch schon wieder  eingelebt. Aber zwischen diesem und dem letzten Blogeintrag ist ja noch einiges passiert, was ich euch natürlich nicht vorenthalten will.

In der Schule hatten wir ein Konzert, an dem jeder teilnehmen durfte, der wollte. Ich bin drei Mal aufgetreten: Einmal mit meiner Klasse, mit der wir zwei Lieder gesungen haben, dann mit einem Freund als Flötenduo und einmal alleine mit meiner Ukulele, wo ich dann „Gute Nacht, Freunde“ von Reinhard Mey gesungen hab. Vorher hab ich den Zuhörern kurz erklärt, warum ich mir das Lied ausgesucht hatte und hab ihnen den Refrain übersetzt (bei der Stelle mit der „Zigarette und dem letzten Glas im Steh’n“ gab es lautes Gegröhle von den Zehntklässlern :D) und das Ganze ist echt super angekommen, was den Abend zu einem der schönsten Erlebnisse meines Austauschjahres macht. Auch ein paar der Zwölftklässler haben ein Lied gesungen, das relativ bekannt ist in Ungarn, ich verlink euch mal hier meine Aufnahme.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=-BMlEgdvt7Q[/youtube]

Am 15.7. hatten wir dann noch évzáró, das ist eine Art ‚Feier‘ wo jeder, der in dem Schuljahr etwas besonderes geleistet hat, etwa einen Wettbewerb gewonnen oder besonders gute Noten, eine Urkunde bekommt und vor der ganzen Schule geehrt wird. Da ich ja auf ein katholisches Gymnasium gehe, hatten wir vor der eigentlichen Veranstaltung noch einen Gottesdienst, so hat das Ganze dann zweieinhalb Stunden gedauert und war ein bisschen langweilig. Ein paar aus meiner Klasse waren kitűnő, also ‚herausragend‘, was heißt, dass sie in fast jedem Fach eine fünf haben und ziemlich gute Schüler sind. Nach der Schule war ja eigentlich geplant, dass wir noch für vier Tage mit Dóri nach Kroatien fahren, aber das mussten wir leider ausfallen lassen, da das Wetter so mies war. 

In der  letzten Woche in Ungarn hatten wir noch ein Camp, wo wir über die Wiedereingewöhnung zu Hause gesprochen haben. Außerdem waren die zukünftigen Austauschschüler aus Ungarn auch dabei, also die, die im August in ihre Gastländer starten. Ich fand das eine super Gelegenheit, um sie kennen zu lernen und noch mal neue Freundschaften zu knüpfen, bevor es nach Hause ging. Da habe ich auch noch mal Viki getroffen, das Mädchen, das wir als nächstes aufnehmen werden 🙂 Nach dem Camp habe ich dann noch einen Tag in Budapest bei einer Freundin verbracht, wir waren shoppen im West End (ein riiiesiges Einkaufszentrum beim Westbahnhof) und auf der Margit sziget (eine Insel in der Donau, mitten in der Stadt). Nach einem schönen Tag bin ich dann wieder nach Szeged gefahren, um die letzten paar Tage mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Am Mittwoch vor dem Abflug hatte ich mit einer Freundin verabredet, dass wir in ein Café gehen und dort einen Kaffee zusammen trinken, stattdessen hat sie mich in die Wohnung eines Freundes geführt, wo alle meine Freunde auf mich warteten!

In Szeged musste ich dann ja auch mal anfangen zu packen, also habe ich meinen großen grünen Koffer vom Dachboden geholt und überlegt, was ich auf dem YES brauche und was ich schon vorher nach Hause schicke. Ich sag lieber nicht, wie viele Pakete ich schicken musste, das ist ein bisschen peinlich ._. Und ich musste am Flughafen trotzdem noch auspacken, weil mein Koffer drei Kilo Übergewicht hatte, obwohl ich ihn in Szeged noch gewogen hatte. Den restlichen Kram musste meine ungarische Mutter mir dann hinterherschicken, das war immer noch billiger, als das Übergepäck zu bezahlen. Und dann ging es auch schon los, zurück nach Deutschland! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Zusammen mit den anderen ATS bin ich nach Berlin geflogen, von wo aus wir dann mit einem Bus nach Werbellinsee gefahren wurden – der Ort, an dem das YES jedes Jahr statt findet. Ich muss sagen, so toll, wie alle immer sagen, fand ich das YES jetzt nicht, liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich einfach kein Partytier bin. Ich hab noch ein paar neue Leute kennen gelernt, alte Bekannte wieder getroffen (hallo VBT-ler :D) und dann ging es am ersten Juli auch schon wieder nach Hause. YFU hatte Busse organisiert, die nach Hamburg, Leipzig, Hannover, Düsseldorf und München (hab ich einen vergessen?) fuhren. Von da aus musste man dann selber sehen, wie man nach Hause kam, aber da mein Vater mich abgeholt hat, war das kein Problem.

Und ja, da bin ich jetzt seit einem Monat. Zu Hause. In meinem Zimmer, in meinem Bett und schreibe diesen Eintrag, der wohl der letzte sein wird. Denn mein Abenteuer ist vorbei, aber eure, liebe Blogger, starten erst noch. In diesem Sinne: DANKE an meine Eltern, die mir das Jahr ermöglicht haben, DANKE an meinen treuen Leser (ja, die gibt es) und DANKE an meine Familie in Ungarn, die mich für ein Jahr aufgenommen und wie ihr eigenes Kind behandelt hat. Danke.

Linda