Wieder Zuhause…

Hej,

Jetzt bin ich schon einer ganzen Weile wieder zuhause in Deutschland, bin aber bisher noch nicht dazugekommen, einen Blog zu schreiben. Ich habe jetzt schon seit sechs Wochen Ferien, in denen ich jede Menge erlebt habe. Ich war mit YFU in Lappland, ganz im Norden von Schweden an der Grenze zu Norwegen. Die Natur dort ist wunderschön, wenn auch ein bisschen karg: An vielen Stellen ist Permafrostboden, die Temperatur liegt bei durchschnittlich null grad Celsius. Es gibt nur wenige Pflanzen, die bei so einer Kälte überleben: Alle Nadelbäume sind verschwunden, nur kleine Birken wachsen, weit verteilt und selten höher als zweieinhalb Meter. Moose, Flechten, weiter unten ein wenig Gras und Gebirgsblumen. Das ist alles. Aber trotz dem rauen Klima hat die Gegend einen unwiderstehlichen Charme, wild, einsam und dem Wetter ausgesetzt.

Nach der zwanzigstündigen Zugfahrt zurück nach Stockholm war dann ein Tag Zeit zum Durchatmen, denn am nächsten sind meine Gastfamilie und ich dann zur Mitsommerfeier bei meinem Gastonkel aufgebrochen. Meine Gasttante und mein Gastonkel haben eine “Sommarställe”, also ein kleines Hüttchen für den Sommer, auf einer Insel im Stockholmer Schärengarten. Dort feiern sie traditionell jedes Jahr Mitsommer zusammen mit Freunden und Familie. An Mitsommer wird im großen und ganzen gefeiert, dass es so hell ist. Man schmückt einen Mitsommerbaum und tanzt darum herum, man flechtet Blumenkränze und isst bis zum Umfallen. Gegessen wird übrigens fast das Gleiche wie an Weihnachten, dazu kommen dann noch Erdbeerkuchen und Krabbentorte.

Nach Mitsommer war es dann auch schon an der Zeit, Auf Wiedersehen zu sagen. Denn schließlich war schon klar, dass wir uns wiedersehen. Meine Familie und ich werden im Sommer noch einmal zu Besuch kommen. Ich war froh, schon dieses feste Datum im Kopf haben zu können, als ich allen Tschüss sagen musste. Es gibt nichts schlimmeres als sagen zu müssen: “Bis irgendwann… vielleicht.”

Jetzt bin ich wieder zuhause, nach einem Seminar mit YFU in Berlin. Nach allem, was ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten erlebt habe, ist jetzt plötzlich kaum noch etwas. Das ganze Jahr kommt mir manchmal ein bisschen vor wie ein Traum. Aber ein verdammt guter Traum. Und Gott sei Dank geht dieser Traum weiter. Alle Menschen, die ich getroffen habe, die mich durch dieses Jahr begleitet haben, werden schließlich weiterhin da oben sein. Und ich habe fest vor, sie dort so oft wie möglich zu besuchen.