Matlåda und Glögg

Hej! Hier ist es kalt geworden- minus drei Grad – und es geht immer schneller auf Weihnachten zu. Ich habe ein paar mehr schwedische Eigenheiten für euch zusammengetragen:

Matlåda

In Schweden ist Essen sehr teuer und man geht deshalb so gut wie nie auswärts essen. In der Schule bekommen alle Schüler umsonst Essen, aber bei der Arbeit bringen sehr viele einfach etwas mit und wärmen es auf. Das nennt sich dann „Matlåda“, also „Essensbox“. Jeder Betrieb hat also mehrere Mikrowellen in der Mitarbeiterküche, um alle mit Essen zu versorgen.
Personal space

Das hier ist mir erst nach einer Weile aufgefallen, als ich die meisten Menschen um mich herum schon gut kannte und die Gespräche sich trotzdem unpersönlich anfühlten. Erst, als meine Gastmutter das Thema angesprochen hat, ist mir klar geworden, was so „falsch“ war: Der Abstand, den man in Schweden zu seinem Gesprächspartner hat, ist wesentlich größer als in Deutschland, sogar bei engen Freunden. Was in Deutschland nur wenige Zentimeter sind, ist hier ungefähr eine Armlänge.
Glögg

Julglögg ist eine schwedische Weihnachtsspezialität. Man kann das warme Getränk mit Punsch oder Glühwein vergleichen, mit dem Unterschied, dass man hier Mandeln und Rosinen hineingibt und dann mit einem Löffel ist und trinkt. Wärmt und schmeckt nach Advent!

 

Julmust

Das ist ein kaltes Getränk mit Kohlensäure, auch Apotekarens Julmust genannt. Es ähnelt farblich Coca Cola und schmeckt wie Root Beer mit Weihnachtsgewürzen. In Schweden wird es den ganzen Advent und speziell zum Smörgasbord an Heiligabend getrunken. Coca Cola hat sogar einmal versucht, das Rezept zu bekommen – schmeckt einfach besser. Ist ihnen aber nicht geglückt…

 

Löffel und Kuchen

Hier wird bei der Fika grundsätzlich mit einem Löffel anstatt einer Kuchengabel gegessen… Vielleicht weil die meisten Kuchen hier eine sehr „kladdige“, also speckig-cremige Konsistenz haben. Speziell der sogenannte Kladdkaka, ein Schokoladenkuchen, von dem man sich garantiert zwei Wochen lang ernähren könnte…

 

Julpyssel

So heißt hier die Weihnachtsdekoration. Und die ist ein wenig anders als in Deutschland. Anstatt Strohsternen oder Fensterbildern werden hier hauptsächlich Lichter in die Fenster gesetzt. Das macht so richtig Stimmung auf Weihnachten wenn man um drei im Dunkeln (!) nach Hause geht und in jedem Fenster ein Stern oder eine Lichterkette leuchten…

 

Lucia

In Schweden werden weder Sankt Martin noch Nikolaus gefeiert. Dafür gibt es hier am 13. Dezember das Lucia-Fest. Lucia ist die Patronin des Lichts und das wird hier immer rarer. Am Luciafest gibt es Luciaumzüge, wo Kinder in weißen Kleidern, mit Lichterkränzen auf dem Kopf und Kerzen in der Hand singend durch die Straßen ziehen.

 

Lussekatter

Dieses traditionelle Gebäckstück wird speziell an Lucia, aber auch schon davor gebacken und gegessen. Es besteht aus Hefeteig mit Saffran, zu einer Art acht geformt und mit einer Rosine in der Mitte.
Ich habe gerade sehr viele Prüfungen in der Schule und meine Klassenkameraden lernen wie verrückt. Währenddessen schaue ich mir Stockholm an und schreibe den ein oder anderen Blogeintrag… Tja, die Welt ist ungerecht.

Ich hatte in der letzten Zeit viele Konzerte und es kommt ein weiteres auf mich und meine Klasse zu. Aber bald sind Weihnachtsferien, die hier drei Wochen lang sind. Genug Zeit zum Geschenke kaufen und um sich vom Weihnachtsstress erholen. Ich bin schon gespannt, wie eine schwedische Weihnachtsfeier so aussieht…