CULTURAL EXCHANGE – eine unglaubliche Erfahrung

Hallo Zusammen,

zu erst einmal: mir geht es immer noch super gut und ich bin glücklich! Das einzige was mir total Angst macht ist, dass ich in knapp 100 Tagen schon wieder zurück in Deutschland sein werde. Aber bis dahin werde ich die Zeit noch richtig genießen und es gibt noch so viel zu erleben!
Ich habe  jetzt nach 7 Monaten BLOG schreiben auch endlich verstanden, wie man Bilder hinzufügt! Hahaha, oh WOW Lea und Technik! 🙂

Und jetzt zu dem relevanten Part:

Wie ich euch ja versprochen habe, werde ich in diesem Eintrag über den Culutral Exchange (und nur über den CE) schreiben, da es einfach eine Erfahrung war die , wie ich finde, es wert ist etwas ausführlicher zu beschreiben.
Vorweg möchte ich noch hinzufügen, dass ich von meinem CE berichten werde, wie ich die Dinge wahrgenommen habe und wie ich mich in den verschieden Situationen gefühlt habe, das ist natürlich kein objektiver Einblick.

Was ist der Cultural Exchange eigentlich?
Der Cultural Exchange ist ein freiwilliger YFU-Trip dem man hinzuwählen konnte. Wir mussten ungefähr 2000 Rand bezahlen (1 Euro sind ca. 14,5 Rand) und waren 26 Austauschschüler und drei Interns (ehemalige Austauschschüler, die für einen gewissen Zeitraum bei YFU- Mitarbeitere leben und für YFU arbeiten). Wir haben   für zwei Wochen in einem Township in einem ruleren Gebiet gelebt (das habe ich im Internet gefunden, als Erklärung für den Begriff Township: “In Südafrika bezeichnet ein Township ein Gebiet, das früher ein Wohngebiet für ausschließlich Schwarze war. (…) In diesen Townships gibt es oftmals keine rechte Infrastruktur, d.h. sie bestehen hauptsächlich aus vielen kleineren Wohnhäusern, dann pro Gebiet einige Schulen und kleinere Läden.
Ehrlicherweise muss man zugeben, dass der Begriff Township natürlich sehr negativ behaftet ist, da in diesen Gebieten oftmals eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und wie gesagt die Infrastruktur recht schlecht ist.“). Wir waren kleinere Gruppen bis zu fünf Personen in einem Gebiet und sind alle zusammen mit unseren Gastgeschwistern zur Schule gegangen (bzw. die Interns haben Unterricht gegeben oder im Büro gearbeitet). Der Sinn war es eine andere Kultur kennenzulernen, da sie Menschen in Townships viele Dinge sehr kulturell machen, da sie oftmals keine andere Möglichkeiten haben und einfach die Lebensweise zu sehen und einen neuen Blick auf die Dinge zubekommen ohne Vorurteile zu haben.

Mein Cultural Exchange
Mein “Kultureller Austausch“ hat eigentlich schon am Donnerstag nach der Schule angefangen, da die ersten anderen Austauschschüler aus Port Elizabeth und Cape Town schon mit dem Bus angereist waren, da wir Freitag früh morgens losfahren wollten. Im Laufe des Tages kamen mehr und mehr und am Ende hatten wir echt ein volles Haus, aber es war toll alle wiederzusehen und wie immer sind YFU-Treffen eine menge Spaß!
Am Abend habe ich dann auf den letzten Drücker noch schnell ein paar Klamotten zusammen gesucht (das mit dem letzten Drücker ist glaub ich einfach so ein südafrikanisches Ding). Bei der Auswahl der Kleidung hat YFU uns im vorhinein schon gesagt, keine super kurzen Sachen mitzunehemen, denn auch wenn es für Europäische Leute schwer vorstellbar ist, ist in der schwarzen Kultur das Knie wie bei uns die Brust, also ein absolutes NO-GO zu schauen.

Freitag Morgen sind wir gegen fünf Uhr losgefahren, nachdem alle hier waren und sich von ihren Familie verabschiedet haben. Wir sind auf dem weg nach Nelspruit (in Mpumalanga) haben wir Halt in Middelburg und Lydenburg gemacht um noch andere ATS abzuholen. Als wir nach ungefähr 8 Stunden in Nelspruit an einer Tankstelle ankamen, haben wir für ungefähr 1 Stunde gewartet uns verabschiedet und sind in verschieden Autos, bzw. wir in einem Minibus zu den verschieden Schulen gefahren. Da unsere Schule am weitesten weg war, kamen wir gegen 18 Uhr dort an. Es regnete in strömen und der Minibus ist auf dem Weg zweimal einfach stehen geblieben, also waren wir super happy endlich anzukommen, aber auch sehr nervös. Es hat mich an meinen ersten Tag in SA erinnert, noch total ohne irgendeine Idee was es heißt für ein Jahr in SA zu leben.
Wir haben unsere Gastfamilie in einem kleinen Büro getroffen, voll mit Menschen, wir wussten nur den Namen unsere Gastgeschwister, hatten aber kein Bild oder Info über die Familie. Das erste zusammen treffen und der Abschied und eigentlich während des gesamten CE war eins immer dabei: irgendein Gerät das Fotos nehmen kann, nicht eins sonder gefühlte 100! Der Regen ist in der schwarzen Kultur ein Segen, also waren alle sehr positiv gestimmt und nach einer halben Stunde sind wir zur Bushaltestelle gelaufen, wo wir eine Stunde gewartet haben, aber nachdem kein Bus gekommen in Sicht war, sind wir losgelaufen. Es war super matschig und ich war sehr glücklich. Meine Gastfamilie schien sehr nett, und es war echt sehr cool. Als wir “zu Hause“ angekommen sind, hat meine Gastschwester angefangen meinen Rucksack auszupacken, das war sehr komisch für mich, aber nach ein paar Tagen habe ich mich daran gewöhnt, dass Eigentum einfach immer ohne Fragen geteilt wird. Sharing is caring! Am Wochenende haben wir eingentlich kaum was gemacht. Samstag sind wir circa 1,5 Stunden zu einer anderen ATS gelaufen, die auf der anderen Seite des Hügels gelebt hat und hab auf dem Weg immer wieder Leute kennengelernt. Es war so viel auf einmal und manchmal habe ich mich unwohl gefühlt, besonders, weil viele der Männer betrunken waren und für mich sehr aufdringlich. Aber ich habe auch sehr viele liebe Menschen während meiner Zeit in Mbuzini (Name meines Townships) kennengelernt. Immer wieder habe ich kleine Präsente bekommen um auszudrücken, wie glücklich sie sind, dass wir weißen Menschen in ihrer Community sind. Besonders geehrt habe ich mich gefühlt, als ich eine Packung gegrillte Hühnerfüße und Hühnerköpfe bekommen habe, das habe ich mit Freude an meine Freunde die mit mir nach Hause laufen weitergegeben. 😉

Die Schule war sehr anders als meine südafrikanische und deutsche Schule. Der Unterricht sollte eigentlich in Englisch sein, da aber das Englisch Level von Schülern und Lehrern eher niedrig war, wurde immer öfter auf Siswati unterrichtet. Ich habe während meiner Zeit einige Wörter gelernt, aber diese wirklich coole Sprache ist zu vielseitig um in zwei Wochen zulernen, auch wenn alle irgendwie die Erwartung hatte, wir würden am 3. Tag fließend Siswati sprechen können. Anders war auch, dass die Lehrer die Schüler häufig sehr heftig geschlagen haben. Einmal mussten 15 Mädchen sich mit den Händen an der Wand hinstellen und der Lehrer hat einfach auf sie eingedroschen, ein Mädchen ist weinen zu Boden gegangen, aber er hat einfach weitergeschlagen. Ich kann sowas nicht verstehen, aber meine Gastschwester sagt, sie verstehe es. “It’s the only way to get us quite!“ Das sehe ich anders!!!

Die Kirche war auch eine riesen Erfahrung, am ersten Sonntag war ich in einer eher modernen Kirche, wir mussten lange Röcke und etwas das unsere Schultern bedeckt tragen und eine Band hat unglaublich laut gespielt und wir haben gesungen und getanzt. Ein sehr beeindruckender Zeitpunkt war, als gebeten wurde, denn das wird im Gegensatz zu Deutschland laut gemacht, jeder betet für sich, aber laut. Das ist ein Gewirr von Stimmen, im Hintergrund Musik und wenn man möchte kann man auch rumlaufen. Ich habe fanziniert zugesehen und dann musste ich mich noch der Kirche vorstellen, vor circa 150 Leuten, die alle freudige Geräusche gemacht haben, aber leider kein Englisch verstehen, meine Gastschwester Mabo hat auch versucht zu übersetzen und mit meinen paar Siswati Worten konnten wir uns am Ende auch verstehen.
“Sawubona, le kamalami Bunhle. Ngiabonga!!!“ – Hallo mein Name ist Bunhle (mein Township Name, den meine Familie mir gegeben hat, er bedeutet Beauty). Danke!!!
Die 2. Kirche war sehr traditionell, in Uniform und mit viel traditionellem Tanz und Gesang, aber auch super cool!DSCN4232

Ich habe während meiner Zeit viel gelernt und bin sehr glücklich, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Ich werde definitiv eines Tages zurück zukommen, um alle weiterzusehen.

NGIABONGA!!!!!!!

Yours,
Bunhle Mzinyane