Geburtstage, Herbstferien und Erfolgserlebnisse

Vom 12. Oktober bis zum 20. Oktober hatten wir Herbstferien. Ja leider nur eine Woche.
Meine Herbstferien begannen damit, dass ich mich am Samstag mit einer Austauschülerin aus Deutschland und einen Austauschüler aus Frankreich, der auch mein Nachbar ist, in Odense getroffen. Wir haben uns einen schönen Tag gemacht, waren essen (falls jemand mal nach Odense kommt: Das „Café Biografen“ ist zu empfehlen.) und ein bisschen shoppen. Allerdings ist letzteres nicht unbedingt in Dänemark zu empfehlen, weil es leider teuer wie alles hier ist.

[singlepic id=545 w=320 h=240 float=]Arthur, Natalie und ich

Außerdem möchte ich gerne noch etwas über dänische Geburtstage erzählen, weil meine Brüder am 24. September und 12. Oktober Geburtstag hatten.
Am Geburtstagsmorgen geht die gesamte Familie mit Fahnen und einem Teil der Geschenke in das Zimmer des Geburtstagskindes und weckt es mit einem dänischen Geburtstagslied auf.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=VmhC_bqcGLE[/youtube]
Danach sind wir runter in die Küche gegangen und haben „Boller“ und „Brunsviger“ gegessen. (Die Rezepte dazu stehen für alle Interessierten am Ende des Eintrages.) In Dänemark ist es Tradition an Geburtstagen zuerst „Boller“ mit Butter und danach „Brunsviger“ zu frühstücken. In jedem dieser „Boller“ steckte eine kleine dänische Fahne und auf dem Kuchen liegen kleine Süßigkeiten, wie Gummibärchen oder Lakritze.

[singlepic id=547 w=320 h=240 float=]Brunsviger

[singlepic id=546 w=320 h=240 float=]Boller mit Fähnchen

Von Freitag bis Sonntag sind wir zu meiner Gastgroßtante nach Hou (direkt an der Küste und ca. 30 km südlich von Aarhus) gefahren. Dort sind wir am Freitag Krabben fischen gegangen. Wenn ihr euch jetzt fragt wie das geht: es ist einfacher als gedacht. Man nehme einen Stock an den man eine lange Schnur mit einer Wäscheklammer und einem Gewicht bindet. Dann muss man nur noch ein Stück Salami in die Klammer klammern und dann heißt es nur noch warten das einer anbeißt und den dann mit einem Kescher rausfischen.
Im Großen und Ganzen kann man dieses Wochenende mit dem Wort „hygge“ am besten beschreiben, aber leider haben wir dieses Wort nicht im deutschen. „Hygge“ ist mit eines der wichtigstens Wörter der dänischen Sprache und heißt etwa so viel wie gemütlich, was allerdings auch nicht richtig passt.

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[singlepic id=550 w=320 h=240 float=] Der Hafen von Hou

Und jetzt kommen wir zu meinem Erfolgserlebnis: Meine „Deadline“ für deutsch oder englisch zu Hause war der Montag in den Ferien. Ich war am Anfang als mir das gesagt wurde (gleich am ersten Tag mit vielleicht 50 Wörtern dänisch) mehr als skeptisch ob das wirklich was wird, aber seit dem 14. Oktober sprechen wir nur noch dänisch zu Hause. Wir sprechen hier nicht von 100 % richtigem dänisch und das mir nie die Wörter fehlen oder ich etwas nicht verstehe, doch ich kann mich gut verständigen und ab und zu auch mal für schmunzeln sorgen, weil ich mal wieder Wörter vertauscht oder sehr seltsam ausgesprochen habe. Ich fange auch immer mehr und mehr an auf Dänisch zu denken, mich selbst als „Jäsmine“ vorzustellen und selbst wenn ich deutsche Texte lese fange ich an die Namen oder auch einzelne Wörter dänisch auszusprechen. Z. B. wird aus einem „Rad“ ein „Räl“ oder aus einem Daniel ein Däniel. Wenn mir sowas passiert muss ich immer selbst ein wenig über mich lachen, aber bin andererseits auch stolz auf mich, weil ich schon so im dänisch drinnen bin.

Und jetzt zu den Rezepten:

Brunsvigerrezept
Zutaten:
– 400 ml Milch
– ein Würfel Hefe
– 60 g Butter (für den Teig)
– 3 EL Zucker
– 1 TL Salz
– 600 g Mehl
– 200 g Butter (für den Guss)
– 200 g Zucker
– 2 EL Zimt

Teig:
– Hefe in der Milch auflösen,
– flüssige Butter, Zucker und Salz dazugeben,
– mit Mehl zu einem klebrigem Tieg verarbeiten,
– gehen lassen.

Guss:
– Butter in einem Topf schmelzen
– braunen Zucker und Zimt untermischen
– von der Herdplatte nehmen

– den Teig ca. zwei Finger dick in eine Form geben
– nochmal kurz gehen lassen
– mit dem Finger kleine Dellen in den Teig drücken
– die Glasur in die Dellen gießen und über den Teig verstreiche

Und jetzt noch für 20 min. bei 200 °C in den Ofen schieben

Boller

Zutaten:
– 1 kg Mehl
– 200 g Butter
– 400 g Milch
– 25 g Hefe
– 2 Eier
– Salz

Zubereitung:
– Butter schmelzen
– Milch zur Butter geben und wärend man die Mischung mit einem Knethacken umrührt.
– Salz, Mehl und Eier unterrühren und für ca. 15 min mit dem Knethaken kneten
– den Teig für 30 min in einen auf 50 Grad vorgeheitzten Backofen stellen
– die Menge reicht für ca. 25 Boller
– bei 200 Grad für ca. 12 min in den Ofen schieben

Die Boller werden allerdings nicht nur zum Geburtstag gegessen.