Neues Entdecken

Nach 3 Monaten in China habe ich immer noch genau so viel Motivation wie an meinem ersten Tag hier. Denn jeden Tag entdecke ich neues, mal größere und mal kleinere Unterschiede und lerne neue Leute kennen.

 

Die Schule hat vor über 2 Monaten angefangen und da gibt es große Unterschiede. Es wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt. Meine Schule ist eingezäunt mit Wachmännern an den Toren und überall sind Kameras. Aber man gewöhnt sich daran. In China tragen alle Schuluniformen, die vielleicht nicht unbedingt schön sind aber dafür sehr bequem, da es meistens Jogginganzüge sind in denen man auch Sportunterricht hat. Außerdem hängt in China in jedem Klassenzimmer eine chinesische Flagge. Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist viel enger als in Deutschland und man kann mit ihnen auch über alles Außerschulische reden. Das erste Halbjahr bin ich in einer internationalen Klasse um erst chinesisch lernen zu können. Ich habe bis 3 Uhr Schule, bleibe aber jeden Tag bis 6 Uhr, unterrichte eine deutsch AG und gehe zum Basketball Training. Auch wenn ich mit den anderen in meiner Mannschaft, die bereits seit über 5 Jahren spielen, nicht annährend mithalten kann sind sie total nett und helfen mir mich zu verbessern. Letzte Woche standen Prüfungen in Mathe, Englisch und Chinesisch (lesen,schreiben & sprechen) an. Den Tag danach sind wir auf Klassenfahrt gefahren um uns von den Prüfungen zu erholen. Nach einer drei stündigen Busfahrt sind wir in 古北水镇 (Wtown) angekommen. Wtown ist ein Dorf  zu Füßen des ältesten Teils der Großen Mauer in Simatai. Der Aufsieg war teilweise ziemlich anstrengend, da die Stufen mal einen halben Meter hoch waren, mal nur wenige Zentimeter breit. Aber im Endeffekt hat es sich gelohnt denn die Aussicht war einfach fantastisch.

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Vor ein paar Wochen war Sportfest an meiner Schule. In China wird das alles viel ernster genommen als in Deutschland. Jede Klasse hatte eine eigene Choreografie einstudiert mit kreativen Outfits. Um 6.30Uhr haben wir uns alle an einem großen Stadion getroffen. Ich fand es echt interessant. Zum einen weil in China der Klassenzusammenhalt viel größer ist. Zum anderen weil es eine gute Möglichkeit ist neue Leute kennen zu lernen, da alle zusammen sind und zur Abwechslung mal nicht lernen müssen. Obwohl meine Schule über 2000 Schüler hat ist es echt überraschend wie viele ich schon kenne / bzw wie viele mich kennen / bzw wie viele mich nicht kennen aber mir trotzdem hallo sagen weil ich ein Ausländer bin. Beim 400m Lauf wurde ich zweite und habe eine Medallie von der Schule bekommen.

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Den Nationalfeiertag am 1.Oktober habe ich mit einer Freundin von Basketball verbracht. Ich bin morgens um 4.30 aufgestanden um die berühmte Flaggenzeremonie am Tian’anmen Platz zu sehen. Besonders war, dass an dem Tag Leute aus ganz China mit ihren Kindern und Eltern kamen um sich die Zeremonie anzuschauen.

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Meine Gastfamilie ist mir schon richtig ans Herz gewachsen. Ich genieße es abends nach dem Essen noch lange gemeinsam am Tisch zu sitzen und mit meinen Gasteltern über alles mögliche zu reden. Wenn mein Gastbruder am Wochende nach Hause kommt spielen wir zusammen Badminton und Tischtennis oder er bringt mir Chemie und Physik auf Chinesisch bei, was ich nicht mal auf Deutsch verstehen würde. In den Ferien sind wir sogar zusammen nach Dalian gefahren, eine wunderschöne Hafenstadt in der Provinz Liaoning.

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Mein erster Geburtstag in China war auch besonders. Morgens hat meine Klasse und Lehrer mich total lieb empfangen, gesungen und mir ein Geschenk überreicht. Danach haben wir noch Bilder zusammen gemacht. Nach der Schule habe ich noch etwas mit meinen Mitschülern unternommen und abends mit meiner Gastfamilie Pizza essen. Für den nächsten Tag haben sie mir ein Fotoshooting in traditioneller chinesischer Kleidung geschenkt.

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Meine Klasse

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Meine Gasteltern

An einem anderen Wochenende haben ein paar Austauschschüler aus Peking die Austauschschüler aus Tianjin, einer Hafenstadt in der Nähe von Peking, besucht. Mit dem Schnellzug ging es morgens los und nach einer halben Stunde waren wir auch schon da. Die Wiedersehensfreude war groß und man hatte sich viel zu erzählen.dscn2276

Wenn ich nichts zu tun habe setze ich mich einfach in ein Kaffee oder laufe durch die Straßen um neue Leute kennen zu lernen und unterhalte mich mit ihnen. Ganz besonders mag ich die alten Menschen in China, da sie noch voller Lebensfreude sind. Hier treffen sie sich oft auf den Straßen oder in Parks mit Freunden und reden, machen Tai-Chi (chinesisches Schattenboxen), schreiben Kalligrafie, spielen Tischtennis oder chinesisches Schach. Wenn ich durch die Straßen laufe bleibe ich gerne stehen und rede mit ihnen. Sie freuen sich dann immer total und bringen mir neue Sachen bei oder erklären etwas.

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Chinesisches Schach

 

Bis bald

Jana 杰娜