Die Sommerferien…

Schon wieder ist eine Weile vergangen seit meinem letzten Eintrag, doch das hatte seine Gründe, ich nutze meine Zeit hier doch am liebsten um etwas zu unternehmen oder Leute kennenzulernen… 😉 So auch in den Sommerferien:

Die Sommerferien waren bis jetzt die schönste Zeit hier. Ich könnte zwanzig Blogeinträge schreiben und wäre doch nicht fertig von all den tollen und schönen Momenten zu berichten.

Zum Beispiel waren sie waren voller japanischen, traditionellen Feste, die ich zu lieben begann. Man kleidet sich traditionell (meist beginnt die Vorbereitung dafür schon Stunden vorher) spaziert mit Freunden und Familie durch die Straßen, frisst sich am Straßenessen, das in allen Farben und Formen, in den tollsten Kreationen, gibt, sucht wenn die Dämmerung beginnt einen guten Platz um sich zu setzten und genießt das Feuerwerk!

Besonders schön war eins der Feste, das ich mit meinen Kendofreunden besuchte. Ins unseren Yukatas trafen wir uns am Bahnhof, machten zuerst eine Runde Karaoke (eine beliebte Aktivität der Jugendlichen hier) und genossen danach die festliche Stimmung.

Eines anderen Morgens, stiegen wir schon sehr früh ins Auto. Wenig später stand, etwas mit Wolken verhangen aber doch sichtbar, DAS Wahrzeichen Japans vor meiner Kameralinse: der Fijusan!

Die Hitze hielt uns also keineswegs von Ausflügen und spontanen Aktionen ab: der berühmte Ueno Zoo, Heimat zweier Pandas die auf Grund der Hitze einfach wie tot dalagen; der Tokio Tsukiji Fischmarkt, in den ich mich verliebt habe; ein entspannter Spaziergang durch Yokohama und ein Picknick am Fluss, wo wir auf die vergangenen und vor uns liegenden fünf Monat, die ich noch hier bin, anstießen.

Wir besuchten Nikko, ein faszinierender Ort, denn die Stadt beherbergt die außergewöhnlichsten Schreine und Tempel und hat ein echt schönes Flair; Edomura, ein Freizeitpark im Stil der Edo-Periode (ca 1600-1850); ein Privatworkshop bei einer Töpferin: noch eine Privataudienz bei einem Bambus-Handwerker (ein älterer Herr, der in seiner kleinen, nur von Tatamimatten ausgelegten Hütte den ganzen Tag aus Bambus zum Beispiel Körbe, Teller oder Matten Herstellt) und der Besuch eines weiteren Festes.

Schön war auch der Besuch eines Onsen, das traditionelle Japanische Bad: nach einem anstrengenden Tag steigt man in eins der vielen Becken die alle auf angenehme 2345365731363°C geheizt sind und entspannt. Doch nur selten ist das, worin man da sitzt auch normales Wasser: ein Becken mit geschwefeltem Wasser das man trinken kann (schmeckt nach faulen Eiern, soll aber unglaublich gesund sein) ein Strudelbad, ein Becken in dem man kleine Stromschläge (ja, wirklich!) bekommt und ein Becken das auf frostige -12235435°C gekühlt ist.

Schon ewig ist das Onsen ein wichtiger Teil der Japanischen Kultur, und obwohl es mir anfangs schwer fiel einfach mal NICHTS zu tun fand ich es doch letztendlich sehr entspannend…

Leider hatte meine Gastschwester fast jeden Tag Klubaktivität. Klubs sind eine super Sache und ich bin unglaublich froh gute Wahlen getroffen zu haben und beim Kendo und Sado meine besten Freunde gefunden zu haben, aber manche andere Klubs sind echt superstressig. So auch der meiner Schwester, Badminton. Weil sie jeden Tag dort hin musste, kam sie auf die meisten Ausflüge nicht mit, das fand ich sehr schade…

Doch nun hat die Schule wieder begonnen. Alles geht wieder seinen gewohnten Weg, ich merke trotzdem wie mir die Zeit davonrennt und ich schon in viereinhalb Monaten auf dem Rückflug sein werde. Seltsam, die Vorstellung… Aber ich merke auch dass mein japanisch nicht aufhört besser zu werden, ich mich immer wohler fühle und einfach unglaublich glücklich bin!

Doch es spornt mich an jede Chance zu nutzen und die Zeit noch unvergesslicher zu machen, als sie eh schon ist!

Das war es jetzt, danke für die Zeit die ihr euch nehmt um das hier zu lesen,

Helene

P.s.: Entschuldigt meine langweilige Titelwahl, ich bin irgendwie nicht besonder gut darin… 😀