O tempo voa por – time flies by…

Oi! Eu sou a Elisabeth, tenho 16 anos e vou ao Brasil em 2018/19.

Das war brasilianisches Portugiesich und heißt:

Hallo! Ich bin Elisabeth, bin 16 Jahre alt und gehe 2018/19 nach Brasilien.

Und damit herzlich willkommen auf meinem Blog!

In meinem allerersten Beitrag würde ich euch gerne die Geschichte erzählen, wie ich zu einem Auslandsjahr gekommen bin, und von meinen Gefühlen, so kurz vor dem Abflug.

Mittlerweile sind es noch genau 5 Tage, bis ich ins Flugzeug steige und brasilianischen Boden betrete… für mich ist das schon seit über einem Jahr eine unglaubliche Vorstellung. Ich weiß noch genau, wie sich, auch durch die Hilfe meiner Mutter, im Herbst 2016 nach und nach die Idee in meinem Kopf festgesetzt hat, eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen, irgendwo, irgendwann, Hauptsache alleine. Ich wollte irgendwie ein Abenteuer erleben. Meine größter „Auslöser“ war mit Abstand eine Austauschmesse, die ich mit meiner Mutter besucht habe. Nach einigen Stunden Auf-mich-eingerede, Fragengestelle und wahnsinnig viel Information sowie Inspiration verließ ich die Messe, aber außer mit einem Beutel, in dem bestimmt knapp 15 Kataloge von Austauschorganisationen waren, stieg ich auch noch mit einem überwältigendem Gefühl ins Auto: Ich war, glaub ich, noch nie so Feuer und Flamme für eine Idee wie nach diesem Besuch. Ich wollte ein Jahr ins Ausland! Ab da begann eine Zeit, in der ich sämtliche Kataloge gewälzt und mehrere Stunden im Internet recherchiert habe, um eine passende Organisation und ein Land zu finden. Langsam nahm ein Bild in meinem Kopf Gestalt an, dass sich mit jedem Erfahrungsbericht-Lesen und Informieren festigte. Ich fing an, mir Situationen vorzustellen, Situationen, wie das Auswahlgespräch, die Gastfamilie zu bekommen und die Vorbereitungstagungen, die zu diesem Zeitpunkt noch unerreichbar weit weg schienen und die ich immer mit dem Gedanken „Ach, das dauert doch eh noch voll lange“ wegschob. Aber es passierte. Nach langem Überlegen und Abwägen habe ich für die Organisation YFU entschieden, bei der ich aber von Anfang an ein gutes Gefühl hatte. Nach dem Auswahlgespräch kam eine Phase, die sehr lang war, aber die ich hier einmal im Kurzen zusammenfassen werde: Sie bestand eigentlich nur aus Warten und viiiiel Bürokratie (wobei das „Schlimmste“ in Hinblick auf Formulare ausfüllen ja noch kommen sollte), denn ich habe eine lange, ausführliche Bewerbung geschrieben, bei der ich mich und mein Leben detailreich beschrieben habe und die echt Zeit gekostet hat, allerdings auch gut war, um sich selbst einmal zu reflektieren. Ein großer und schwieriger Punkt war definitiv die Länderwahl. Die Auswahl ist bei YFU einfach unglaublich groß, und so oft ich Probleme bei anderen Sachen habe, mich zu entscheiden, so sah es auch bei der Länderwahl aus. Nach vielem Überlege und Gezögere standen dann ausschließlich Länder aus Südamerika auf meiner Wunschliste. Warum ich gerne in so ein Land wollte und warum besonders Brasilien mit auf Platz 1 auf dieser Liste war, darüber würde ich gerne noch einmal einen gesonderten Beitrag schreiben. Rückblickend kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich mir viel zu viele unnötige Gedanken und Sorgen über die Länder gemacht habe und, zumindest momentan, sagen würde, dass ich mir kein besseres Austauschland als meines vorstellen könnte und echt zufrieden bin. Und, es ist zwar eine nervige Floskel, aber: Es kommt nicht so sehr auf das Land an und man kann überall ein cooles und spannendes Auslandsjahr erleben! Das sagen zumindest fast alle Austauschschüler, und ich glaube es. Jedenfalls kam dann im Juli 2017 ein großer Umschlag von YFU an: Ich wurde für für BRASILIEN angenommen! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt und fröhlich ich war, als ich das gelesen habe. Das war echt ein toller Moment, den ich nicht vergessen werde. Mit dem Wissen, in welches Land ich fliegen werde, wurde es nun ernst. Ich musste noch viel mehr Formulare ausfüllen und einen Brief für die zukünftige Gastfamilie schreiben, und dann kam auch schon, schneller als ich dachte, die VBT (Vorbereitungstagung), eine absolut coole Woche mit anderen Austauschschülern, in der ich nicht nur echt viel Spaß hatte und viel Interessantes zum Thema Austausch gelernt habe, mein ganzes Auslandsjahr wurde durch die vielen Berichte und Tipps auch viel greifbarer und reeller. Ich hab gedacht: „ Oh, stimmt, bald geht es wirklich los.“ In der nächsten Zeit wurde ich dann geimpft und habe mal mehr, mal weniger ausdauernd Portugiesisch gelernt, bis ich dann im Mai 2018 am Anfang einer Mathestunde meine Gastfamilie bekommen habe. Ich sag mal so: Ich bin aufgeregt in der Klasse herumgesprungen, konnte mich kaum einkriegen vor Freude und habe alle Leute umarmt. Auf Mathe konnte ich mich dann auf jeden Fall nicht mehr konzentrieren (nich,t dass ich es sonst super gut kann 🙂 ).
Tja, und jetzt sitze ich hier, bin nicht mal mehr 50 Tage in Deutschland und das Auslandsjahr rückt immer näher und näher, schneller, als es mir eigentlich lieb ist. Wobei… vielleicht auch schon. Ich kann es nämlich nicht mehr wirklich erwarten. Alle Situationen, wie in das Flugzeug steigen oder seine Gastfamilie sehen, stellt man sich immer vor, als wären diese noch meilenweit entfernt. Aber manchmal trifft es mich wie ein Schlag, dass sie es eben nicht sind und es bald wirklich ernst wird. Die Zeit ist wirklich wie im Flug vorbeigegangen, obwohl ich so aufgeregt war. Nicht, dass es unerwartet ist, dass ich bald fliege. Es ist ja schon seit zwei Jahren geplant. Aber dass ich mich in einer Woche tatsächlich von allem hier in Deutschland verabschieden muss und für ein ganzes Jahr auf einem fremden Kontinent, in einem fremden Land und in einer fremden Familie leben werde, ist trotz der ganzen Informationen und Vorbereitungen einfach unvorstellbar und ich hab es noch nicht realisiert. Werde ich wahrscheinlich auch nicht, bis ich tatsächlich beim Flughafen bin. Der Countdown läuft, der Abflug rückt näher und näher und mit jedem Tag werde ich aufgeregter und auch gestresster. Es gibt noch immens viel zu tun, und ich habe Bedenken, dass ich es nicht mehr schaffe.
Wenn ich an den Abflugtag und die restliche Zeit davor denke, fühle ich eine komische Mischung aus Trauer, Angst, Stress, Freude und Aufregung. Doch die zwei letzten Punkte überwiegen sehr stark und trotz dass ich mein Leben hier wahrscheinlich vermissen werde und ich auch den Druck habe, noch alles von den Sachen, die ich mir vorgenommen habe, vor dem Abflug zu schaffen, kann ich es wirklich kaum erwarten. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich bei dieser unglaublichen Reise begleitet und genauso wie ich erlebt, wie aus Vorstellungen echte, hoffentlich schöne Erlebnisse werden.

Até logo! Bis bald! Eure Elisabeth