Faster, bigger and better-First impressions from America

Seit dem ich am Flughafen Washington stand und von meiner Gastfamilie mit einem wunderschönen selbst gemachten Schild und Luftballons abgeholt wurde sind schon wieder elf Tage vergangen. Doch in diesen ELF TAGEN habe ich so viel gelernt und erlebt, wie manche in einem halben Jahr zu Hause. Meine ersten Erfahrungen und Eindrücke aus meinem Austauschjahr:

Small Talk:
Kein Benimmbuch und keine Reportage übertreiben, wenn sie sagen, dass Small Talk in Amerika wichtig ist. Es ist wirklich unvorstellbar. Man wird ständig und von allen Seiten angesprochen. Sei es ein: “Ohh! Your shirt is so cute“ oder ein “Hello, how are you?“ Für einen Deutschen ist es wirklich ungewohnt, oder besser gesagt sehr anstrengend. Doch sobald man weiß, was sie als Antwort hören möchten, ist alles auf einmal ganz leicht und macht richtig Spaß.
Einkaufen in Amerika:
„Wir fahren mit dem Auto in die Stadt und schauen einmal was es hier für Läden gibt“ oder wir fahren zum nächsten Tante-Emma-Laden wird man hier nicht finden. Wirklich alles ist überdimensional! Regal an Regal und Store an Store findet man in den Walmart und Malls der Vereinigten Staaten. Es war wirklich beeindruckend, als ich das erste Mal meinen Fuß in diese Gebäude setzte und sehr witzig, weil meine Gastschwester und ich unsere Mum verloren hatten.
Gottesdienst/ Jugendgruppe in Amerika:
Alleine auf dem Weg zu meiner Schule fahren wir an 4 Kirchen vorbei. Die Menschen in Amerika leben ihren Glauben viel, viel stärker als wir in Deutschland. So ist es auch kein Wunder, dass ich jeden Sonntag in die Kirche gehen werde (das ist wirklich noch wenig) und wir vor jeder Mahlzeit beten. Auch Jugendliche sind in der Kirche viel mehr vertreten und so ist das Angebot für Jugendliche viel größer. Keine Angst, es macht wirklich Spaß und ist großartig. Besonders haben es mir die lebensfrohen und schönen Lieder angetan.
• Zeitverschiebung:
Das wird jeder von euch sicher wissen, dass Amerika zwischen 6 und 10 Stunden hinter Deutschland liegt. Das ist im Allgemeinen kein Problem, dennoch ist es schwierig. Die ersten Tage habe ich es durch meinen Jet Leck bemerkt. Nun merke ich es, wenn ich morgens aufstehe und dutzende Nachrichten aus der Heimat auf dem Handy habe und wenn ich abends Zeit und Muße gefunden habe zu antworten, dann liegen alle schon wieder in den Betten.
• Das Essen:
Ich will nicht unter-übertreiben, aber das Essen in Amerika ist anders! In der Kantine bekommt man zu seinem Sandwich Chips gereicht, das Frühstück besteht aus undefinierbarem Cornflakes und auf dem Weg zur Schule sind ungelogen mindestens 12 Fastfood Stores unterschiedlicher Restaurantketten. Laut meinem Gastvater haben die Amerikaner einfach keine Zeit zum Essen. Glücklicherweise kocht meine Gastmutter sehr viel Gemüse und legt Wert auf gesunde Ernährung. Obwohl das Essen wirklich ungesund ist, habe ich mir trotzdem vorgenommen vieles zu probieren, denn auch das gehört zu einer anderen Kultur.

• Zu Fuß gehen, Nein danke!:
Wer sagt, dass Deutschland autoverrückt ist, kennt die Amerikaner noch nicht. Es steht bei einem 3 Personenhaushalt mindestens drei riesige Autos in der Einfahrt. Doch noch gewöhnungsbedürftiger für mich ist die viele Nutzung: Man fährt tatsächlich immer mit dem Auto, auch wenn es nur 300 Meter sind.

• Politik:
Für viele mag das uninteressant sein, doch als PPPlerin ist mir auch dieses Thema sehr wichtig. Am Donnerstagabend sind wir das erste Mal auf das Thema Politik gekommen. Meine Gasteltern haben mir einiges erklärt und auch ihre Standpunkte dargelegt. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sich meine Sicht für die Politik geändert hat. Sich ein Urteil über die Politik eines anderen Landes zu verschaffen ist wirklich unglaublich schwierig, wenn man das Land, die Kultur und vor allem die Menschen nicht kennt.

Es ist wirklich wunderschön diese vielseitigen Erfahrungen zu machen. Zusätzlich ist es ein unbeschreibliches Gefühl langsam zu merken, wie man in eine völlig fremde Familie hinein wächst und wie mein Englisch, das ich Jahre lang vergebens verbessern wollte, von Tag zu Tag wie von Geisterhand besser wird. Doch muss ich auch sagen, dass natürlich all diese schönen Seiten erst nach und nach kommen, den aller Anfang ist schwer. Doch ich bin zuversichtlich und freue mich auf 10 herausragende Monate, mit einzigartigen Momenten.
Weitere Berichte und Bilder findet ihr unter meinem eigenen Blog: www.corazi.wordpress.com oder unter meinem Instagram Account: cora3131
Liebste Grüße aus Virginia in das ferne Deutschland!
Cora <3
PS: Noch könnt ihr euch für das PPP bewerben. Nutzt die Chance!