Schule und neue Geschehnisse

09/13/2017-10.02 pm

Hi!

Vergangenen Montag hatte ich meinen ersten Schultag und seither freue ich mich wirklich jeden Tag auf die Schule. Hier hat man nur fünf Fächer die man sich selbst aussuchen kann-Drama, Geschichte, Biologie, Englisch und Travel&Tourism sind meine.
Anstatt TT hatte ich zuerst Mathe, doch bereits nach der ersten Stunde habe ich es abgewählt, da die hier chon viel weiter sind als ich in meiner letzten Schule war, weshalb ich mir das ganze aufholen nicht antuen wollte.
In den restlichen Fächern fühle ich mich hingegen sehr wohl und komme auch gut mit, trotz der verpassten vier Wochen.
Ich liebe unsere Schuluniform, heißt weiße Bluse mit blauer Schulkrawatte, schwarzer Rock oder Hose (natürlich schwarze Schuhe) und oben drauf den blauen Schulblazer.
Zwar bin ich geschockt darüber, was manche Mädchen hier unter “angemessener” Länge verstehen in Bezug auf die Röcke, aber ansonsten ist es toll einfach jeden Tag zu wissen was man anziehen kann ohne auch nur eine Sekunde nachdenken zu müssen.

Jetzt aber zu den anderen Neuigkeiten:
Falls ich es schon einmal erwähnt habe, ich hatte eine Gastschwester aus Italien. Ja, richtig gelesen. Hatte.
Sie hatte sich hier nicht wohlgefühlt und daraufhin die Familie (und Schule) gewechselt und wohnt jetzt in einem kleinen Dorf neben Edinburgh.
So weit so gut, doch ohne jetzt wirklich ins Detail zu gehen, kann ich nur sagen, dass ich den Kontakt zu ihr abgebrochen habe, da sie sich in vielen Dingen mehr als daneben verhalten hat und reltaiv schlimme Gerüchte über unsere Gastfamilie verbreitet hat.

Ich jedoch “liebe” meine Gastfamilie und bin mehr als glücklich hier zu sein.

P.s.: I have the best best friend in the world!!! (ich habe morgen Geburtstag und sie hat mir einen Text geschickt, da sie ihn ja offensichtlich nicht mit mir verbringen kann, der mir sehr viel bedeutet).

 

Bis denne!

Von Wohnzimmergefühlen, Sitzplatzschwierigkeiten und Abschied.

Am 16.08. war es dann endlich so weit: Meine Eltern und ich standen am Gate; doch irgendwie wusste keiner so richtig, was er tun, sagen oder lassen sollte. Die komplette Situation war auch irgendwie sehr absurd, denn vor, neben und hinter uns rannten, liefen oder gingen die Leute mal mehr, mal weniger hektisch zu den Orten, an denen sie zu sein hatten oder sein wollten. Und dann waren da noch wir. Die, die nicht so recht wussten, was jetzt passieren würde. Schließlich fasste ich einen Endschluss und umarmte erst meine Mutter und dann meinen Vater. Ohne groß nachzudenken, schnappte ich mir meine Koffer und ging zum Security Check, wo meine Eltern mich nicht mehr sehen würden. Ein letztes Mal drehte ich mich zu ihnen um und winkte ihnen zu. Dann verschwand ich um die Ecke.

Es fühlte sich… gar nicht an. Ich fühlte nicht viel in diesem Moment. Ich hatte geglaubt, dass dieser Moment für mich einer der schlimmsten während meiner Reise sein würde, doch ich fühlte rein gar nichts, außer der Nervosität vor dem Security Check.

Doch auch dort lief alles gut, und so stand ich plötzlich mit meinem Koffer und meiner Jacke in den riesigen Hallen des Frankfurter Flughafens. Die letzte Schwierigkeit war, das Terminal und die Anderen zu finden.

Das Unterfangen war allerdings auch schnell bewerkstelligt und dann saß ich auch schon mit circa 20 anderen Austauschschülern auf den mehr oder weniger bequemen Stühlen. 1,5 Stunden noch.

Ich snappte und stellte das Bild in meine Story. „Let’s go“, schrieb ich darunter. Direkt danach schrieben mich ein paar meiner Freunde an. Einen guten Flug wünschten sie mir, und dass ich eine schöne Zeit haben mag. Es fühlte sich sehr surreal an. So als würde ich in zwei Wochen bereits wieder zurück sein, doch dem war nicht so.

In diesem Moment traf es mich wie ein Blitz: Ich würde 11 Monate lang weg sein. Was habe ich mir dabei gedacht?

Doch diese Gedanken verflogen ebenso schnell, wie sie kamen: und ebenso schnell verging auch die Zeit, bis das Flugzeug starten würde. (Eine Lüge. Die Zeit verging unglaublich langsam.)

Nach einigem Hin und Her und einem: „Hey, I am sorry Mister, but I think this is my seat.“ meinerseits, saßen wir in der Maschine und sahen den Wolken beim vorbeiziehen zu.

Dann begann der Sinkflug und man konnte die ersten Blicke auf Tallinn erhaschen. Viele „Wow!“’s und „Oh!“’s waren zu hören, bevor das Flugzeug landete und wir in dem kleinen, süßen Flughafen ankamen.

Bereits der Flughafen bildete einen so großen Kontrast zu dem in Frankfurt, dass ich mir ein stetiges Dauergrinsen nicht verkneifen konnte. Der ganze Flughafen fühlt sich an wie ein Wohnzimmer. Gemütliche Sofas, ein paar hübsche Böden und Tapeten. Fehlt nur noch der Kamin, in dem ein kleines Feuer flackert.

Nach gefühlt ewigem Warten auf unsere Koffer, („Warum geht das denn nicht schneller?“ „Mensch, Estland ist so klein, da KÖNNEN hier doch gar nicht viele arbeiten.“ „Ach ja, vergessen.“) begrüßten uns einige Ehrenamtliche von YFU und alle stiegen in den Bus, der uns nach Kurtna bringen sollte.

Kurtna. Hach, Kurtna. Dazu später mehr…

Mein 1. Artikel <3

Hey :)

Zu aller erst wollte ich mich einmal kurz vorstellen:

Ich bin Kristina und ich bin 15 Jahre alt. Mein Auslandsjahrabenteuer
werde ich am Donnerstag antreten und dann heißt es 'Tschüss
Deutschland und salam Aserbaidschan!'. Ich freue mich schon sehr,
besonders auf meine Gastfamilie. Ich kann es schon kaum erwarten....

Fortsetzung folgt....

Mit ganz vielen lieben Grüßen,
Kristina

 

Das erste Lebenszeichen aus dem wunderschönen Polen

Posen, den 16. August 2017   (3.Tag)

Hallöchen liebe Freunde aus der Heimat!

Ein Traum wird wahr- ICH BIN IN POLEN!!!!!!!

Endlich nach all dem Hin und Her bin ich angekommen. Nach den ganzen Vorbereitungen, dem Stress, den Problemen und den Entscheidungsschwierigkeiten bin ich endlich angekommen. Ich bin hier, in diesem Moment, in meinem Zimmer, und ich werde für ein Jahr hier bleiben. Ich werde für ein Jahr eine für mich zwar nicht komplett neue Kultur erleben, aber zumindest die Sprache ist komplett neu für mich. Und es ist trotzdem irgendwie alles anders, als ich im Zug saß, dachte ich nur:  das Graß ist grüner und der Himmel blauer, die Wolken sind fluffiger und alles ist irgendwie ein bisschen schöner, so als würde man im Sommer eine Sonnenbrille tragen, die man gar nicht wieder abnehmen möchte.

Wenn mich Leute fragen, ob ich mich eher auf das Jahr freue oder ob ich Angst habe antworte ich gerne, dass es für mich so ist als ob ich für ein Jahr lang Geburtstag habe. Auf Geburtstag freut man sich immer, man ist total aufgeregt, kann die Nacht vorher vielleicht nicht schlafen und freut sich einfach auf die Geschenke und vielleicht auch auf die Aufmerksamkeit, die man bekommt. Ein Tag im Jahr, der nur einem gehört und sonst niemandem. Aber man hat auch Angst, was ist wenn der Geburtstag gar nicht so wird wie man sich ihn erhofft oder wie man ihn erwartet? So ungefähr ist das Auslandsjahr, es ist wie ein komplettes Jahr nur für mich und vielen Überraschungen. Eine riesen Sache, ein riesen Schritt und ein riesen Geschenk.

Ich möchte vor Allem versuchen AALLES in mich aufzunehmen, alles auszukosten, nicht zu verpassen und mir auch nicht selbst im Wege zu stehen. Ich will offen sein, so RICHTIG offen. Keine Vorurteile, das ist mein Ziel und ich will ehrgeizig sein, die Zeit nutzen, genießen und einfach glücklich und frei sein.

 

Aber jetzt erzähle ich erstmal wie das hier so alles ist:

Also für die die es nicht wissen, ich bin im Moment für zwei Wochen in Posen, einer Stadt, die ungefähr oder ganz genau 239 km von Berlin entfern ist. Hier habe ich einen Sprach- und Kulturkurs von meiner Organisation. Der startet allerdings erst am Freitag. Ich werde mehrere Tage einfach Polnisch lernen, Posen erkunden oder etwas über die polnische Geschichte lernen. Außerdem habe ich auch Workshops über bestimmte Themen, bei denen meine Gastschwester Emilia mich begleiten wird.

Und an einem Tag werde ich mit der Gruppe auch für einen Tagestrip nach Warschau fahren, wobei mich Emilia wieder begleiten wird. Darauf freue ich mich schon besonders, weil wir schon um 7 Uhr morgens losfahren und erst abends um 23 Uhr wiederkommen. Es wird bestimmt sehr anstrengend, aber auch total lustig und da ich noch nie so richtig in Warschau war wird das bestimmt total aufregend für mich.

Achja für die zwei Wochen bin ich bei einer Gastfamilie untergebracht und die passt echt wie die Faust aufs Auge zu mir. Also ich habe eine Gastmutter (Katarzyna), eine Gastschwester (Emilia) und einen Gastbruder (Rafel), wobei Rafel nicht mehr zuhause wohnt, sondern eine kleine Wohnung in der Stadt hat mit seiner Freundin zusammen (Er ist 20).

Meine Gastmutter ist noch relativ jung und ist eine kleine Frau mit einem großen Herzen und einem noch größeren Lächeln im Gesicht. Sie arbeitet in einem kleinen Büro in der Nähe des Hauses für eine Versicherung und ich habe, dass Gefühl, dass sie mich wirklich wie eine Tochter behandelt, weil sie mich auch so nennt. Ein kurzes Beispiel: Sie meinte, dass sie eigentlich mehr Kinder haben wollte, aber dass sie ja jetzt mit mir zwei Töchter hat. Echt eine sehr herzliche, liebe und offene Frau, die auch sehr an meinem Leben in Deutschland interessiert ist, aber dazu später mehr.

Meine Gastschwester ist 17, hat blonde schulterlange Dreads und ist wirklich sehr talentiert beim Zeichnen. Sie möchte später mal Computerspiele animieren und allein ihr Skizzenbuch sieht echt super professionell aus.

Außerdem hat meine Gastfamilie noch zwei Hunde und zwei Katzen und alle vier sind nach Alkohol, so heißen sie auf Deutsch übersetzt, wie verschiedene Snapssorten aus unterschiedlichen Ländern. Lustig ist, dass sich der eine Hund immer selbst zudeckt, weil ihm zu kalt ist. Ja das ist Jäger (nach Jägermeister benannt). Ein sehr quirliger Hund und vor ihm liegt Brandy, die alte kleine Hündin, die sich kaum noch bewegen kann, trotzdem aber alles machen möchte.

Meinen Gastbruder hab ich gestern kennen gelernt und er schien auch sehr nett. Er hat gleich mal versucht mit mir Deutsch zu reden, auch wenn der Versuch leider kläglich scheiterte. Gestern kam auch der Vater meiner Gastmutter –mein Gastopa– für eine Nacht zu Besuch. Leider kann er kein Englisch und ich kann auf Polnisch gerade mal sagen, dass ich ins Bett gehe oder dass das Essen sehr gut schmeckt, also ist das mit der Kommunikation in der Hinsicht ganz schön schwierig. Ansonsten rede ich mit allen Englisch, baue aber Polnische Wörter wie okno (Fenster) oder kontakt (Steckdose) auf Polnisch ein, die ich neu gelernt habe und auch kleine Wörter wie Danke, Guten Appetit oder Gute Nacht versuchte ich immer auf Polnisch zu sagen.

Die größte Umgewöhnung muss ich sagen ist, dass ich mir jetzt immer den Wecker auf 8:45 Uhr stelle, um mein Zimmer aufzuräumen, Duschen zugehen und nicht die Letzte zu sein, die aufsteht, obwohl Ferien sind. Wenn die anderen dann noch nicht wach sind, übe ich Polnische Wörter oder lese ein Buch- ich bin schon fast mit meinem Buch durch-. Achja und natürlich lese ich auf Deutsch. Ich muss sagen, dass ich das vielleicht sogar beibehalte, weil ich sagen muss, dass es gut tut, wenn man den Tag produktiv nutzt und weis, dass man heute was geschafft hat.

Meine Gastfamilie ist genauso gerne wie ich in der Natur und unternimmt gerne was und das allein natürlich schon wegen Jäger ( der Hund, der sich selbst zudeckt). Heute war ich mit meiner Gastschwester im Wald und wir haben viel über Politik, Gesellschaft, Natur und geschichtliche Ereignisse gesprochen. Sie ist sehr interessiert und offen. Wir sind uns in vielen Sachen einig, auch wenn sie meinte, dass es sehr gut sein kann, dass ich in Polen auf viele Leute treffe, die anders denken, bin ich sehr froh darüber die Chance zu bekommen, eine Gastfamilie zu haben, die sehr weltoffen ist.

Der Wald – in dem wir waren- liegt nicht weit von unserem Haus und ist leider künstlich angelegt, aber trotzdem wunderschön.

Meine Gastmutter und auch meine Gastschwester fragen mich viel zu politischen Sachen und Einstellungen zu gewissen Themen und wollten auch viel über Flüchtlinge aus dem arabischen Raum wissen, da es in Polen nur Flüchtlinge aus der Ukraine gibt und ich in Deutschland in einem Flüchtlingsheim arbeite. Meine Gastschwester meinte zu mir, dass sie so schnell studieren möchte, um dann in ein anderes Land zu ziehen, weil sie mit dem was die Regierung in Polen so veranstaltet nicht einverstanden ist und auch generell gerne die Welt erkunden möchte. Sie dachte an Kanada, Island oder Dänemark.

Meine Gastfamilie zeigt mir aber auch viel und bringt mir Polnisch bei, so haben wir auf alle möglichen Sachen Post-its geklebt, damit ich die Namen lerne.

 

*Rosa aus Polen 🙂

PS: Ganz vergessen: Meine Gastfamilie ernährt sich auch komplett vegetarisch genau wie ich. Also passt das auch. (Echt eine Seltenheit in Polen)

 

PPS: Noch eine letze lustige ganz kurze Geschichte:

Ich sollte hier Zwiebeln schneiden und ich hab aus Versehen eine Schicht zuviel abgemacht, sodass ich danach behauptet habe in Berlin hätten wir ein Problem mit Zwiebeln, weil die da Pestizide und alles Mögliche reinspritzen und dass ich es deswegen gewöhnt wäre eine Schicht aus Sicherheit mehr abzumachen. Also wenn jemand fragt: IN BERLIN GIBT ES EIN ZWIEBELPROBLEM!

Ein Auslandsjahr in Polen- Wieso, Weshalb, Warum… ?

Hallöchen, an den der das hier liest.

Mein Name ist Rosa, ich bin 15 Jahre alt und ich wohne zur Zeit in Berlin. Ich werde für ein Jahr nach Polen gehen. Ja, wirklich Polen. Ich weis es ist nicht das typischste Land für ein Auslandsjahr und vielleicht auch nicht eins der Länder, die einem bei dem Traum von einem Auslandsjahr in den Kopf kommen. Es ist eines der Länder, bei denen Leute fragen –ich bin nur ehrlich– warum man „da“ überhaupt hin will und ob es sich überhaupt lohnt, weil es ja gefühlt so nah an Deutschland dran ist. Generell kann sich kaum jemand vorstellen, wie so ein Auslandsjahr in Polen aussehen soll. Mir ist aufgefallen, dass kaum jemand aus Deutschland so richtig was über unser wunderschönes Nachbarland weis und dass die Vorurteile die Leute extrem beeinflussen.

Ich freue mich auf jeden Fall total. Auf die Menschen, das gute Essen, die Gastfreundschaft, die für mich völlig neue Sprache, die Natur, die Erfahrungen und auch auf den kalten Winter. Ich freue ich darauf ein „untypisches“ Auslandsjahr zu haben und vielleicht vielen beweisen zu können, wie cool Polen in Wirklichkeit ist. So als wäre das meine Aufgabe für dieses Jahr. Als wäre ich eine Art Botschafter oder Weltenvermitler. Endlich mal jemand, der wirklich was Neues zu erzählen hat.

Aber warum mache ich das? Warum vage ich diesen großen Schritt, meine Familie, meine Freunde, meine Schule, meine gewohnte Umgebung und mein altes Leben zu verlassen?

Um ehrlich zu sein, es ist ,weil ich etwas neues will, raus aus dem Alltag, der gewohnten Umgebung und den immer wiederkehrenden Sitationen. Es war ein Gefühl, dass mir sagte, ich muss raus in die große weite Welt. Ich will dort sehen wie andere Menschen leben, was sie tun und wie sie denken. Ich will offen sein, mehr sehen als nur „meine kleine Welt“ und dadurch besser das „große Ganze“ verstehen. Ich will etwas für mich selbst meistern, etwas was ich allein gemacht habe und auf das ich stolz sein kann. Also entschied ich. Ich will für ein Jahr ins Ausland.

Vielleicht werde ich es nicht schaffen, dass Polen so populär wird wie vielleicht Spanien oder Frankreich, aber wenn nur einer von euch es in Erwägung zieht, Polen auf seine Liste zu setzten dann habe ich schon viel erreicht. Deswegen hoffe ich, dass das, was ich hier schreibe irgendjemanden erreicht.