Oradea- meine Stadt in Rumänien

Salut,
in diesem Beitrag möchte ich euch ein bisschen über die Stadt erzählen, in der ich wohne.

Oradea liegt ganz im Westen Rumäniens, das Stadtzentrum ist 13 km von der ungarischen Grenze entfernt. Daher gibt es in der Stadt eine große ungarische Minderheit, die ungefähr 25% der Bevölkerung ausmacht, viele Schilder sind auch in ungarisch geschrieben und viele Rumänen sprechen ungarisch, so auch meine Gastmutter.

Oradea wurde von den Römern gegründet und gehörte bis 1538 zu Ungarn, auch einige ungarische Könige sind hier begraben. Danach wurde es Teil des Habsburgerreiches (Österreich, Ungarn+ Teile von Deutschlands, Italiens, Sloweniens und Kroatiens), danach übernahmen es die Türken, dann wieder die Österreicher und erst nach dem zweiten Weltkrieg musste es, trotz damals mehrheitlich ungarischer Bevölkerung, aus strategischen Gründen an Rumänien abgetreten werden. 1940 fiel die Stadt allerdings wieder an Ungarn zurück, vier Jahre später wurde sie aber von der rumänisch-sowjetischen Armee besetz und gehört seitdem wieder zu Rumänien.
Diese verschiedenen kulturellen Einflüsse und auch die vor dem zweiten Weltkrieg auf ein sechstel geschätzte jüdische Bevölkerung haben sehr deutliche Spuren in der Architektur hinterlassen. Unten sieht man zum Beispiel das Zentrum in typischer ungarischer Architektur.

Ich mag an Oradea, dass es sehr grün ist. An jeder Ecke gibt es irgendeinen Park, unten sieht man den Park im Stadtzentrum, fast alle Straßen sind von Bäumen gesäumt und direkt neben unserem Block fließt der Fluss Crisul Repede, an dem wir immer mit unserem Hund spazieren gehen.

Die öffentlichen Verkehrsmittelverbindungen sind relativ gut, es kommt ungefähr alle 15 Minuten eine Straßenbahn, und auch wenn das System etwas verwirrender ist als in deutschen Städten (es gibt keinen wirklichen Fahrplan, nirgendwo steht geschrieben, welche Straßenbahn denn gerade vor einem steht und wo sie hält, auch in der Straßenbahn erzählt einem niemand, wo man sich gerade befindet, außerdem ist der Ticketstand Samstagnachmittag und Sonntag geschlossen, sodass ich schon einige Male gezwungen war, schwarz zu fahren etc) habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, langsam und laut durch die Straßen zu tuckern.
Pe curand, Alina