Archiv des Autors: Vanessa

Endlich Ferien!

Sonne, Strand und Meer. Mal ehrlich, so stellt sich doch fast jeder Deutsche den perfekten Urlaub vor, oder liege ich da falsch? Diesen perfekten Urlaub habe ich hier in Ecuador erleben duerfen. In den diesjaehrigen Halbjahres- und gleichzeitig Faschingsferien ging es fuer mich endlich an die Kueste Ecuadors, genauer gesagt nach Crucita, ein kleines Kuestenoertchen. Dort verbrachte ich mit meiner Familie die kommenden Feiertage und muss sagen, dass sich die Costa wirklich starkt von der Sierra unterscheidet. Nicht nur an der komplett anderen Landschaft faellt es auf, auch dann wenn man mit Schweiss auf der Stirn im Auto sitzt und darauf wartet, dass die Klimaanlage anfaengt, ihren Dienst zu tun. Waerend man hier in der Sierra die gefuehlten 25 Grad, normalerweise nicht ueberschreitet, waere dies in der Kueste schon ein „kalter“ Tag. Das „pollo“, „Huehnchen“ der Sierra wird an der Costa gegen den „pescado“ „Fisch“ ausgetauscht. Aber egal wohin man in Ecuador kommt, man kann sich sicher sein, Reis gibt es immer zu essen! Dann sind die Menschen der Kueste auch ganz anders. Sie sprechen schneller und haben noch dazu eine viel schlechtere Aussprache, als die Menschen in den Anden. Statt „pescado“, lassen sie einfach das S weg und sagen „pecado“. „Buenas dias“ wird zu „Buena dia“. Kleinigkeiten, aber dennoch Dinge, die einem sofort auffallen, wenn man nur 3 Stunden westlich faehrt. In den Restaurants der Kueste kann man von morgens bis abends Fisch und alle anderen moeglichen Meeresfruechte essen, etwas, was mir total gut gefallen hat. So lecker das Essen dort! Ein typisches Gericht ist „chevice“, eine kalte Suppe mit viel Zitrone. Je nachdem, wer sie zubereitet, findet man sie auch mit Tomaten oder Gurken vor. Von der „chevice“ gibt es unterschiedliche Typen. Es gibt sie mit Fisch, Garnelen oder Muscheln. Die mit Garnelen ist mein persoenlicher Favorit. Serviert wird sie normalerweise mit „chifles“, das sind Bananenchips der „platano verde“, der gruenen Banane und sie werden zerstreuselt und uber die Suppe gegeben. So lecker! Ueberhaupt wird an der Kueste viel gruene Banane gegessen, die viel anders schmeckt, als die gelben, die wir in Deutschland kaufen koennen. Wenn sie in Oel gebacken werden heissen sie „patacones“ und werden eigentlich wie der Reis auch, zu jedem Fischgericht serviert. Genug vom Essen geschwaermt!

Der Strand an dem wir waren, war schoen gewesen, azulblaues Wasser, welches bis lange nach Sonnenuntergang nicht an Waerme verlor. Wir badeten, baueten Sandburgen, machten einen kurzen Ausflug nach Manta, eine Stadt, etwa 1 Stunde von Crucita entfernt, und spielten Karneval. Ja, in Ecuador „spielt“ man Karneval. Es ist so komplett anders als in Deutschland! Waehrend ich mir zuhause schon Wochen vorher Gedanken mache, als was ich mich verkleiden koennte, spielt es hier einfach gar keine Rolle. Am letzten Schultag vor den Ferien versammelten sich alle Schueler von allen Schulen der Stadt im Zentrum. Jeder Passant bekam auch schon gleich ein Geschenk von der Jugend mit auf den Weg. Anstatt mit Bombons und Blumen wir hier mit Wasserbomben, Mehl, Huehnerfutter und die Eieren geworfen. Auch mit Fingerfarben wurde nicht gegeizt und nachdem meine Freundinnen und ich die Hauptstrasse durchquert hatten, konnte man uns den Spass, den wir auch wirklich hatten, total ansehen. Die Gesichter blau, gelb, rot und schwarz gefaerbt und die Haare weiss vom Mehl. Auf der Schuluniform klebte das Eigelb. Das hoert sich vielleicht etwas ekelig an, aber es war einfach nur lustig! Ach ja, nicht zu vergessen naetuerlich die „kareoka“ so etwas wie Rasierschaum. Sehr beliebt hier. Damit wird herumgesprueht bis zum geht nicht mehr. Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass der Karneval hier mal etwas komplett anderes war, ich den deutschen ein bisschen vermisst habe, aber den in Ecuador voll ausgeschoepft habe.

Tut mir leid, dass es mal wieder so lange gedauert hat, bis ich mich gemeldet habe, aber die Zeit vergeht hier einfach wie im Flug und oft finde ich einfach keine.

Euch Allen wuensche ich jetzt ein schoenes Osterfest, ihr werdet wieder von mir hoeren ;).

Viele Gruesse!

Vanesssa

ZEIT…

…etwas, was viel zu schnell vorbei geht. Zumindest dann, wenn man als Austauschschueler in einem anderen Land lebt. Halbzeit, kaum zu glauben! Seid Ende August bin ich jetzt schon hier und wie viel habe ich bis jetzt schon erlebt! Wenn die Zeit auf einmal anfaengt rueckwaerts zu laufen, dann faengt man automatisch an, ein Fazit unter seiner bisherigen Zeit zu ziehen. Meine war bis jetzt toll und ich hoffe, dass die zweite Haelfte genau so gut, vielleicht sogar besser wird!

So viel zum Einleitungsgedanken, eigentlich nur das, was sich jeder ATS in dieser Zeit denken wird.

Aber jetzt lasst mich euch mal von meiner Silvesterfeier hier erzaehlen, denn da konnte ich doch einige Unterschiede zu Deutschland feststellen. Also zur Tradition: Das alte Jahr ist ein Mann, der so genannte „año viejo“, er stirbt, weil er schon sehr alt ist. Allerdings ist er mit einer sehr jungen Frau verheiratet, die nun zur „viuda“, zur Witwe wird. Die Witwen tanzen zusammen auf den Strassen,  sammeln Geld und werfen den vorbeikommenden Maenner anzuegliche Sprueche zu. Warum das Ganze so lustig ist? Weil die „viudas“ als Frauen verkleidete Maenner sind. Sie tragen viel zu kurze Kleider, hohe Schuhe, Perueken und sind gut geschminkt. Einfach gesagt:Sie machen total Stimmung! Am Silvestertag, fuhren wir nach Atuntaqui, eine kleine Stadt in der Naehe, um dort den Umzug der „viudas“ zu betrachten. Viele Leute waren gekommen um die Maenner in ihren lustigen Kostuemen zu bestaunen. Mir gefiehl die Gruppe an Maenner am Besten, die sich als Babys verkleidet hatten, mit uebergrossen Windeln und Schnullern. Spaeter fuhren wir wieder zurueck nach Ibarra um die „año viejos“ anzusehen, die in der ganzen Stadt aufgestellt waren und alle puenktlich um 12 nachts verbrannt werden sollten. So einen grossen Mopp an Leuten, unglaublich! Die Strassen waren versperrt und man kam nur im Schneckentempo vorran. Grund dafuer: Eine Gruppe von ca. 6 „viudas“, die die Strasse versperrten. Sie tanzten zu lauter Musik, hielten jedes Auto an, hieften die maennlichen Fahrer aus ihren Waegen und animierten sie zum tanzen. Haha, das war so cool gewesen! Als wir wieder zuhause waren, gab es Essen und auch wir verbrannten puenktlich um 12 Uhr unseren „año viejo“. Der stellt uebrigens auch immer, oder meistens, eine Person da. Familie und Freunde duerfen etwas ueber diese Person auf grosse Zettel schreiben, die dann zusammen mit ihr verbrannt werden. Diese Tradition soll der betreffenden Person fuer das naechste Jahr viel Glueck bringen. Deshalb entschied sich meine Familie dieses Jahr dafuer, mich anzubrennen. Um 12 Uhr stand ich also, symbolisch gesehen, in Flammen. Ein Feuerwerk gab es nicht, dass brauchte es auch gar nicht, denn diese Tradition finde ich viel schoener. Dann sprang Jeder ueber das Feuer ins „año nuevo“, ins Neue Jahr. Und eins ist klar, wenn es um Silvesterpartys geht, dann steht Ecuador mit seinem Feiergeist bei mir ganz oben. Ueberall auf den Strassen gibt es Partys, die erst dann anfangen, wenn die ersten Deutschen normalerweise schon laengst in den Federn liegen. Wenn eine Feier an diesem Tag bis 8 Uhr morgens geht, dann ist es nicht aussergewoehnlich, es ist einfach ganz normal. Getanzt wird immer viel und dass mag ich hier so. Waehrend sich in Deutschland viele erst im betrunkenen Zustand trauen ein wenig die Hueften zu schwingen, gehoert es hier einfach zur Standartausruestung eines jeden, guten Ecuadorianers. Ich besuche jetzt seid 1 Woche einen Salsakurs und es ist echt krass, wie toll alle hier tanzen koennen! Es macht so viel Spassen, denn Tanz und Musik druecken einfach nur Lebensfreude aus!  Egal wie schlecht ein Tag auch sein mag, dreh einfach die Musik an, sing und tanz, und du wirst sehen, deine Probleme haben sich zwar nicht geloest, aber du fuehlst dich trotzdem befreiter, es wird dir danach besser gehen. Nicht wichtig wie gut oder schlecht du bist, es ist nur wichtig das du dich traust, es zu tun. Ohne Scheu.

Nach Weihnachten war ich dann auch noch fuer 4 Tage auf Reise gewesen. Zuerst ging es in den Dschungel. Wie kann man den am Besten beschreiben? Es ist wie ein Traum. Ich konnte einfach nicht fassen, dass ich dort war. An jeden der den Film „Dschungelkind“ kennt, die Landschaft sieht einfach wirklich so aus! Atemberaubend, total beeindruckend schoen! Nur gruen, so viel Pflanzen und Blumen, ueber 30 kleiner Aeffchen, die einfach wie selbstverstaendlich durch den Park eines kleinen Dorfes spazieren. Man kann es schlecht beschreiben, man muss es letztendlich einfach selbst gesehen haben! Wir machten eine ca. 4 stuendige Wanderung durch die „selva“ und der Regenwald machte seinem Namen alle Ehre. Es regnete ca. die Haelfte der Zeit. Die Wanderung war sehr interessant und wir erfuhren viel, uber die Natur, die Pflanzen und das Leben dort. Halt wurde an einem Fluss gemacht, an dem wir baden gingen. Da ich leider mein Mueckenschutzmittel vergessen hatte, kehrte ich ziemlich verstochen von diesem Ausflug wieder zurueck. Egal! Auf dem Felsen im Wasser sassen Spinne, blaue, schoene, die so gross wie eine Hand waren. Wasserspinnen, nicht gefaehrlich, aber dennoch etwas beaengstigend.

Nach zwei Tagen „oriente“ ging es wider zurueck in die „sierra“. Auf dem Rueckweg  fuhren wir durch die Touristenhochburg Baños, eine Stadt zwischen Anden und Regenwald, und machten dort Mittagspause. Eine Stadt, voll mit „gringos“ und Hippies. Abe wirklich sehr schoen. Seinen Namen „baños“, uebersetzt „Badezimmer“ verdankt die Stadt, seinen vielen Termalbaedern. Durch seine schoene Lage zwischen den gruenen Bergen des Dschungels und den vielen bunten Haeusern ist sie wirklich ein MUSS fuer jeden Ecuadorbesucher! Kein Wunder, dass sich dort also die „gringos“ nur so tummeln.

Nach dem Halt in Baños erreichten wir schliesslich unser eigentliches Ziel: Quilotoa. Ihr muesst unbedingt nach Bildern googlen, denn dies war wirklich das Beindruckenste, was ich bis jetzt je in meinem Leben gesehen habe. Quilotoa ist ein riessiger Kratersee auf ca. 3.000 Metern Hoehe. Dort ist es sehr kalt und es leben kaum Menschen dort. Die Jenigen, die jedoch dort leben, sprechen Kichwa besser als Spanisch und sind relativ arm. Der Anblick des Sees warf mich einfach nur total von den Socken. Total krass, wie die Natur so etwas Schoenes schaffen kann! Wir liefen den steilen Weg zur Lagune hinunter, was nur 30 Minuten dauerte um spaeter wieder mit Pferden nach oben zu reiten. Was fuer ein Glueck, dass es die gab, sonst haetten wir wahrscheinlich dort unten uebernachten muessen, weil es echt schwer war, wieder nach oben zu gelangen. Dann gings auch schon zurueck nach Hause nach Ibarra. Wir durchquerten Latacunga, Ambato und Quito und als wir schliesslich am Abend, alle total erschoepft die Tuer zu unserem Haus aufschlossen, hatte ich wirklich das Gefuehl des Nach-Hause-Kommens. Ich dachte, ja, jetzt bin ich wirklich angekommen! Ja, dann kam auch schon Silvester und alles was ich euch bis jetzt schon erzaehlt habe.

Diesen Monat haben wir 2 Wochen Ferien, das Ende des Cimestres, also so zu sagen Halbzeit, in der Schule und auch in meinem Austauschjahr. In dieser Zeit werde ich fuer ca. 5 Tage an den Strand fahren, den Pazifik sehen, die Sonne geniessen und den zweimeterhohen Schnee in meiner Heimatstadt in den schoenen Alpen so gar nicht vermissen :D.

So dass wars jetzt erst einmal ihr Lieben. Ich werde mich bald mal wieder melden, vielleicht jetzt in der zweiten Halbzeit etwas haeufiger, da meine Freundin Amina, die viel zuverlaessiger in dieser Angelegenheit war als ich, es ja leider nicht mehr machen kann….

Viele liebe Gruesse an alle die meinen Blog lesen, ueber Kommentare freue ich mich uebrigens auch ;).

 

Vanessa

Momente

Ein Moment

Definition laut Duden: ausschlaggebender Umstand, Gesichtspunkt.

 

Ein Moment

Meine Definition: Leben

Der Leben besteht aus Momenten. Kleine Augenblicke, kleine Gesten, ein kleines Laecheln. Es ist eine Anreihung von unterschiedlichen Geschenhennissen die jede Sekunde passieren. Sie vergehen. Manche dauern laenger an, andere ziehen so schnell vorbei wie die Wolken bei einem Sturm. Sie sind fluechtig, diese Momente. Sie sind einmalig. Wie gerne wir sie manchmal doch festhalten wuerden. Wie gerne wir sie manchmal einfach in eine Glasflasche packen und mit einem Korken verschliessen moechten um sie zuhause in den Schrank zu stellen, nur um sie irgendwann in den schlechten Zeiten einmal wieder herausnehmen zu koennen um nochmals von diesem schoenen Moment zu kosten. Aber dies gestattet uns das Leben nicht. Nicht in dieser Form. Sobald der Moment verflogen ist, bleibt nur noch die Erinnerung daran. Doch auch diese ist etwas wert. Sie ist genau so kostbar, wie der Moment selbst. Erinnerungen muss man bewahren und schuetzen um den schoenen Moment niemals zu vergessen…

So ist auch jedes Austauschjahr eine Anreihung von Momenten, Ereignissen, Augenblicken. Viele sind toll, einzigartig, aufregend und unvergesslich. Andere sind verwirrend, aufwuehlend, manchmal etwas traurig oder stimmen zum Nachdenken an. Aber alle diese Momente haben eins gemeinsam: Sie formen das Austauschjahr. Wir koennen von ihnen lernen, sie geniessen, sie einfach leben.

 

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ich langweile euch nicht, mit meinen ewig langen Einleitungen, aber dass sind eben Dinge, ueber die ich mir Gedanken mache ;). In dem letzten zwei Monaten ist mal wieder viel passiert. Und ich kann schon sagen, dass ich auch der trotz hier manchmal 25 Grad schon in Weihnachtsstimmung bin. Die Parks sind mit Lichterketten geschmueckt und auch an jedem anderen Baum der Stadt kann man die wild, in unterschiedlichen Farben flackernden Lichter sehen. Weihnachtsmusik wird schon seid November in jedem Supermarkt gespielt, zur gleichen Zeit als auch schon die ersten bunt dekorierten Christbaeume ihren Platz einnahmen. In jedem Klassenzimmer der Schule steht eine kleine, selbst gestaltete Krippe mit Tieren, Maria, Jose und dem Jesuskind. Neun Tage vor Weihnachten fangen hier die „Novenas“ an. Da werden Freunde, Verwandte und Nachbarn eingeladen um zusammen zu singen, zu essen, aus der Bibel zu lesen, ganz einfach zusammen zu sein, um sich ein bisschen auf das kommende Fest einzustellen. Ich finde das echt eine schoene Idee. In meiner Schule finden die auch jeden Morgen statt. Jeden Tag bereitet eine andere Klasse etwas vor. Meine Englischklasse sang zum Beispiel, zusammen mit zwei anderen „We are the world“ von Michael Jackson. Das war echt richtig toll und ich durft mich als Maria verkleiden, mit einem grossen Baby aus Porzelan im Arm! Ja, dann freue ich mich auch schon total auf das Weihnachtsfest hier. Und obwohl ich mich gerade in Ecuador befinde, habe ich es auch dieses Jahr nicht versaeumt, Plaetzchen zu backen. Meine Gastmama und ich haben ziemlich viele gemacht. LECKER! Gut, so viel zur Vorweihnachtszeit.

Heiligabend war dieses Jahr auch ganz anders fuer mich. Sind wir in Deutschland immer nur 4 oder 5 Personen, waren wir dieses Jahr hier in Ecuador bestimmt so um die 15. Das hat mir sehr gut gefallen. Traditionell gibt es hier in so ziemlich jeder Familie Truthahn zu essen. Lecker! Dazu gab es gruenen Reis, zwei Sossen (eine aus Pflaumen, Rotwein und Zimt, eine andere aus Uvillas), zwei Salate und danch noch einen Nachtisch der sich „Pristiños con miel“ nennt.

Danach haben wir die letzte „Novena“ fuer dieses Jahr abgehalten, mit Bibelversen, Gesang und Wuenschen fuer die Zukunft. Geschenke wurden natuerlich auch ueberreicht. Alles in allem kann ich sagen, dass ich wirklich ein sehr schoenes Weihnachtsfest mit meiner Familie hier in Ecuador erlebt habe, deshalb meine Familie in Deutschland nicht all zu stark vermisst habe. Zum Glueck!

 

Gut, was ist noch passiert? Wir waren Ende Oktober in Cuicocha. Der so genannte Meerschweinchensee, ist ein Kratersee mit einer Insel in der Mitte. Dort haben wir eine kleine Rundfahrt mit einem Boot gemacht. War ziemlich kalt, mit dem spritzenden Wasser, aber wunderschoen. Dann fiehl am 3. November in vielen Schulen der Unterricht aus, weil es der „Tag der katholischen Lehrer“ war. Wir Schueler haben uns gefreut, verstaendlicher Weise :D. Einen Tag waren wir in Quito, der Hauptstadt Ecuadors und die Groesse der Stadt haut mich einfach jedes Mal ums neue wieder um. Dazu kommt noch der viele Verkehr. Ich bin echt froh, in eine etwas kleineren Stadt, die fuer mich immer noch gross genug ist, zu wohnen. Dort haben wir den Praesidentenpalast besucht und „La compañia“, eine alte Kirche. Die Kirche ist wirklich sehr eindrucksvoll gestaltet, mit sehr viel Gold. Leider durfte ich keine Fotos machen, aber wenn einer von euch einmal nach Ecuador kommt, dann muss er diese Kirche unbedingt gesehen haben.

Ebenfalls Ende Oktober fanden in meiner Schule die „Campañas de la lista“ statt, also ganz einfach uebersetzt, die Schuelersprecherwahlen. Allderdings mal wieder im totalen Kontrast zu Deutschland. Hier kann man die Wahlen naemlich eher mit einer mehrtaegigen Party vergleichen. Eine ganze Woche war in den Pausen immer total laute Musik, die Schueler tanzten und malten sich mit Frabe entweder eine 1 oder 2 auf die Wange, als Zeichen fuer welche Liste sie stehen. An einem Donnerstag fand in den letzten zwei Schulstunden 2 Konzerte statt. Jede Liste hatte die Moeglichkeit Jemanden zu angagieren der singt, tanzt oder einfach Spass bringt. Das war echt lustig. Ende Novembers war dann der „dia de deporte“ im Colegio angesagt. Am Samstagmorgen fand eine grosse Einweihnungsfeier auf dem Schulhof statt. Alle Schueler mussten innerhalb ihrer Klassen marschieren, in der Sportuniform versteht sich, und wurden angefuehrt von der „madrina“, der Patin, der Gluecksbringerin, der Schoenheitskoenigin, der Klasse, begleitet von ihrem/n Maskottchen. Das war super. Meine Freundinnen verkleideten sich als Superheldinen und meine Gastcousine aus den USA war die Madrina und sah echt spitze aus! Ja, dann ist ein Junge mit der „olympischen Fakel“ durch die Schule gerannt und hat das „olympische Feuer“ angezuendet. Damit waren die Spiele dann ofizielll eroeffnet. Es wurde Fussball, Basketball und Volleyball gespielt. Es gab „Ornado“ zu essen, dass ist im Prinzip ein ganzes Schwein von dem einfach Stueckchen abgeschnitten werden. Dazu Motte und Kartoffeln. War lecker.

Gut dann bleibt noch zu erwaehnen dass ich jetzt schon zwei Mal mit meiner Mama auf einem Markt hier in der Naehe war. Dort gibt es wirklich alles zu kaufen. Von Kleidung, ueber jede Menge Obst und Gemuese bis hin zu Fleisch (wo man natuerlich auch abgetrennte Rinderfuesse und Zunge kaufen kann). Wir haben jede Menge Obst und Gemuese fuer nur 15 Dollar, also so ca. 13 Euro gekauft. Unter anderem 10 Mangos fuer nur 2 Dollar! , so toll. Die Maerkte hier liebe ich einfach!

Das wars jetzt mal wieder fuers Erste. Tut mir leid, dass ihr wieder mal so lange warten musstet. Irgendwann nach Silvester werde ich mich wieder melden. Bis dahin, feliz navidad y feliz año nuevo 2015, auf dass es mindestens genauso gut wird wie das alte Jahr 2014. Danke an YFU, danke an meine Familie in Deutschland und grossen Dank natuerlich auch an meine Gastfamilie hier in Ecuador. Ihr ermoeglicht mir dieses Jahr, alles was ich bisher erleben durft verdanke ich euch. Ihr seid super! Vielen Dank natuerlich auch an Jeden der meinen Blog liest, es macht mir Spass euch von meinen Erfahrungen berichten zu duerfen. Muchas gracias y hasta luego.

Vanessa

Der Anfang einer Grossen Reise…

Ein letztes Mal das Gesicht der Familie. Die letzte Umarmung. Der letzte Blick. Dann verschwindet man auch schon in der Handgepaeckkontrolle. Naechstes Jahr sehen wir uns wieder. Naechstes Jahr, wie komisch das klingt. Einen Zeitraum, den sich ein Mensch mit seinem kleinen Denkvermoegen kaum vorstellen kann. So geht es zumindest mir. Ein komisches Gefuehl, glueklich und doch etwas traurig steigt man in ein Flugzeug, dass einen in eine ungewisse Zukunft fliegt. Zwar kennt man seine neue Familie schon von Bildern und E-Mails, doch ist alles andere voellig unbekannt. Man beginnt sein Abenteuer. Es ist Aufregend, fantastisch und total verrueckt, eigentlich wie ein Traum. Ein Traum der endlich wahr wird…

 

Hola a todos,

jetzt lebe ich schon seid gut 2 Monaten hier und habe es immer noch nicht geschafft euch zu schreiben. Entschuldigt vielmals! In den letzten Wochen ist einfach so viel passiert, dass ich bisher noch nicht die Zeit gefunden habe, die ganzen Geschehennisse im PC festzuhalten. Also wo fange ich denn an…Am besten mit dem Montag! Also der Montag beginnt so, wie man es aus den Schulen latainamerikas kennt: Es wird die Nationalhymne gesungen und die Nationalflagge gehisst. Am 26.09 ist hier uebrigens „dia de bandera“, „Tag der Flagge“, ein Nationalfeiertag. In der Schule wird marschiert und der Flagge werden Geschenke ueberreicht. Am Anfang als die Proben fuer das Marschieren losgingen, war das ziemlich komisch fuer uns drei Austauschschueler, aber irgendwann hat es angefangen, soetwas wie Spass zu machen, auchen wenn 1 ½ Stunden etwas anstrengend sind, aber eine Abwechslung zum Unterricht :D. Ja, genau, wir sind 3 Austauschschueler in meinem Colegio. Beide sind von der Organisation „Rotary“ und total symphatisch. Ein Junge aus Belgien und ein Maedchen (sie geht in meine Klasse und ist zufaellig auch meine Austauschcousine :D) aus den USA. Wir „Gringos“ fuehlen uns alle, glaube ich, ganz wohl in unserem Colege. Auch wenn meine Sprachkenntisse immernoch zu wuenschen uebrig lassen. Man merkt eben, dass ich ohne Vorkenntisse gekommen bin, aber ich muss sagen, ich verstehe schon deutlich mehr als am Anfang und ich liebe es Spanisch zu sprechen, auch wenn ich nicht viel sagen kann und viele Fehler mache, aber gut, aller Anfgang ist schwer, das wird schon. Ja, deshalb verstehe ich im Unterricht auch so ziemlich gar nichts. Nur in Englisch, Kunst und Sport kann ich punkten.

In der zweiten Woche war ich hier schon auf dem Imbabura. Das ist ein stiller Vulkan, nachdem die Provinz hier benannt wurde. Ich muss gestehen, ich habe es nicht bis ganz nach oben geschafft, denn der Bergsteigen in einer Hoehe von 3.000 bis 4.000 Meter ist doch deutlich anstrengender als, wie in Deutschland auf 1.700 oder so. Dieser Tag war fantastisch. Keine Wanderwege, keine Touristen, keine Menschenseele, nur meine Freunde und ich. Oh, und die Natur, wirklich einmalig! Dann haben wir auch noch den grossen Markt in Otavalo besucht. Wenn jemand von euch plant nach Ecuador zu kommen, sollte er diesen Markt auf jeden Fall gesehen haben. Viele Farben, tolle Sachen und alles so billig, wenn man es mit deutschen Verhaeltnissen vergleicht. Das bringt mich zum naechsten Punkt. Es gibt hier Obst in Huelle und Fuelle und es ist ziemlich preisguenstig. Man bekommt 20 Manderinen fuer einen Dollar. Erdbeeren das ganze Jahr und im Dezember ist Mangosaison, da gibt es einen Haufen davon fuer wenig Geld. Lecker! Das Essen schmeckt mir so gut, dass ich schon 2 kg zugenommen habe :D. Empanadas, Morocho, Fritadas,… que rico! Ach ja, letzte Woche waren wir am Meerschweinchensee. Cuicocha. Sehr schoen. Wir haben eine Bootsfahrt durch den See gemacht, war ziemlich kalt, aber traumhaft. Die Landschaft hier ist sowieso wie aus dem Bilderbuch. Ich bin jeden Tag begeistert davon. Ach ja, falls man das noch nicht aus meinem Beitrag raushoeren konnte: Ich wohne in der Sierra, also in den Anden. Und es ist einfach toll, mir gefaellt es super in meiner Stadt. Auch wenn sie viel groesser ist als meine in Deutschland, so kann ich doch schon behaupten, dass ich mich nun schon ein bisschen auskenne. Klar ich kenn nicht alles und man kann sich schnell verlaufen, aber ein paar Strassen und Parks kennt man doch schon auswendig.

Was laesst sich noch erzaehlen? Ah, das Deutsche Wetter vermisse ich so gar nicht, nachdem mir meine Mutter erzaehlt hat, dass fuer diese Woche schon Schnee angesagt ist (in den Alpen). Da kann ich nur lachen und sagen: Wir hatten heute mindestens 18 Grad, wenn nicht mehr und so ist es eigentlich das ganze Jahr. An manchen Tagen ist es ein bisschen kaelter, gerade in der Regenzeit, die gerade andauert. Aber ansonsten sind die Temperaturen relativ bestaendig, in meiner Stadt in der Sierra zumindest.

Oh, heute habe ich mein erstes Erdbeben erlebt. Und ich kann euch sagen, es ist ein wirklich komisches Gefuehl. Wie, wenn einem schwindelig ist, nur dass sich nicht nur der eigene Boden unter den Fuessen bewegt, sondern auch die Heangelampen im Flur.

Ach und ich habe angefangen Tagebuch in Spanisch zu schreiben. Das dauert immer ziemlich lange, weil ich viele Woerter nachschlagen muss, deshalb mache ich es auch nicht jeden Tag. Das Woerterbuch ist uebrigens zu meinem besten und wichtigsten Freund geworden, ich habe es fast immer dabei, obwohl es ziemlich schwer und klobig ist.

Ja, ich schaetze, dass wars jetzt mal fuers Erste. Ich wuerde gerne sagen, ich melde mich naechsten Monat wieder, aber ich moechte lieber nichts versprechen.

Entonces hasta luego

Vanessa

Austausch ist lernen!

Unter diesem Motto soll mein Jahr im Ausland stehen. Denn ich möchte die kommenden 10 Monate lernen. Das mag sich zunächst ziemlich trocken anhören, vor allem für diejenigen unter euch, die wie ich noch in die Schule gehen. Doch es soll nicht ein auswendig lernen aus Büchern oder Heften sein, nein, viel mehr ein Lernen vom Leben. Wie heißt es so schön? Das Leben schreibt die besten Geschichten und da passt auch das Zitat von Goethe prima dazu: Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Deshalb möchte ich die Welt sehen, dadurch lernen, mir mein eigenes Urteil zu bestimmten Themen zu bilden, mich selbst besser kennenlernen und an Erfahrungen nicht scheitern sondern wachsen.

So viel erst einmal dazu. Aber nun sollte ich mich vielleicht vorstellen. Ich heiße Vanessa, bin 16 Jahre alt und komme aus einer kleinen Stadt mit gerade mal 20.000 Einwohnern im wunderschönen Allgäu, im Süden Bayerns. Die nächsten 10 Monate meines Lebens werde ich in Ecuador, genauer gesagt in der Andenstadt Ibarra, Südamerika verbringen.

 

Eine häufig gestellte Frage, am Anfang, kurz nachdem ich meine Zusage bekam war: Was willst du denn in Ecuador?

Eigentlich weiß ich gar nicht mehr so recht, wie sich das alles ergeben hat. Anfangs wollt ich unbedingt nach Südafrika. Als ich dann bei meiner Bewerbung angeben musste, welche Länder für mich in Frage kämen, sprang mir auf einmal ganz Lateinamerika ins Gesicht. Ich informierte mich ein wenig über die Länder und ich war sofort begeistert. Meine Entscheidung, das Austauschjahr in Ecuador zu verbringen, kam letztendlich daher, weil ich einmal etwas komplett anderes sehen wollte. Ich war bis jetzt noch nie außerhalb Europas und deshalb war für mich sofort klar: Wenn überhaupt, dann schon richtig weit weg!

 Nun sitze ich hier, schreibe diesen Blogeintrag und bin mit meinen Gedanken irgendwo über den Wolken. Nur noch 41 Tage bis zum Abflug und ich frage mich wahrhaftig: Wo ist die Zeit geblieben? Es kommt mir vor wie gestern als ich voller Vorfreude mein Ticket nach München für das Auswahlgespräch buchte und jetzt ist bereits 1 Jahr vergangen. Vor drei Monaten hatte ich meine Vorbereitungstagung (VBT) und sie war einfach nur der Hammer. So viel Begeisterung und Freude wurde versprüht, dass ich ziemlich traurig war, als es nach einer Woche wieder nach hause ging. Momentan befinde ich mich immer noch in der Vorbereitungsphase, aber nicht mehr lange. Ich merke, wie schnell die Zeit an mir vorbeizieht, jetzt habe ich sogar schon meine Gastfamilie.

Auch die Abschlussprüfungen der 10. Klasse habe ich endlich hinter mich gebracht und zum Glück bestanden. Nun kann ich mich voll und ganz dem Ziel zuwenden und auf den entscheidenden Tag der Abreise warten. Dann heißt es für mich nach so langer Zeit des Wartens, der Vorbereitung und Vorfreude endlich: Adios alemania y hola Ecuador.

Das war’s jetzt mal fürs Erste. Liebe Grüße

Vanessa