Gastfamilie, Sprache, Sport und Schule

Hallo Ihr Lieben,
es tut mir wirklich leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Nun bin ich schon einige Monate in Frankreich und es ist höchste Zeit für einen neuen Blogeintrag. ?
Heute berichte ich Euch etwas über meine Gastfamilie, die französische Sprache, mein neues Hobby und die Schule.
Et voilà…

Ma Famille d‘Accueil
Meine Gastfamilie, das sind meine Gasteltern, 4 Gastbrüder (21, 26, 27 und 29 Jahre alt) und Néra, eine stattliche, große, aber ganz liebe Hunde-Lady. Nur mein jüngster Gastbruder wohnt noch zu Hause. Die anderen 3 haben bereits mit ihren Partnerinnen eigene Wohnungen. Trotzdem sehe ich meine Gastbrüder häufig, denn sie sind sehr oft zu Besuch. Einer meiner Gastbrüder erwartet bald sein erstes Baby und ich finde es sehr spannend, dass ich das erste Enkelkind meiner Gasteltern in meinem Austauschjahr miterleben kann. Insgesamt ist die Familie natürlich noch viel größer und ich habe mittlerweile alle Großeltern, Tanten, Onkels, Cousins, Cousinen usw. kennengelernt, denn es finden regelmäßig Familientreffen und Familienfeiern statt. Eine besonders lustige Feier stand unter dem Motto Schick & Schock, bei der wir uns entsprechend ge- bzw. verkleidet haben.
Wir wohnen in einem Vorort von St. Étienne in einem schönen Haus und ich habe das Glück, im Dachgeschoss ein kleines, aber eigenes Zimmer zu haben.

La Langue Française
Das war ein echter Schock. 5 Jahre Französisch Unterricht am Gymnasium und trotzdem habe ich anfangs eigentlich NICHTS verstanden. Die Franzosen sprechen so schnell und verschlucken halbe Wörter, eigentlich halbe Sätze! Was für ein unangenehmes Gefühl, wenn um einen herum alle sprechen und du sie nicht verstehst. Und du möchtest etwas sagen, aber es funktioniert einfach nicht. Anfangs dachte ich, es ist viel zu schwer, die Sprache lerne ich nie. Aber auf wundersame Weise konnte ich nach 1 Monat dann doch Einiges verstehen und nach 2 Monaten auch Einiges sagen. Seitdem wird es von Woche zu Woche besser. Und je besser ich die Sprache kann, desto mehr erschließt sich mir mein Umfeld. Ich kann mich besser mit der Familie verständigen, mit Klassenkameraden plaudern, den Schulunterricht verstehen, selber einkaufen gehen usw. Das ist traumhaft! Französisch ist immer noch meine Lieblingssprache und ich bin weiterhin hochmotiviert sie noch zu verbessern! ❤️

Korfbal
Ich habe in Frankreich ein neues Hobby gefunden und es macht mir sehr viel Spaß! Sportbegeistert war ich ja schon immer und so wollte ich auch in Frankreich unbedingt in einen Sportverein gehen. Nach längerem Suchen (möglichst vor Ort, zeitlich passend, Gruppe passend, Gastfamilie einverstanden usw.) bin ich bei Korfbal gelandet.
Wahrscheinlich sagt das jetzt niemanden von Euch etwas. Ich kannte diese Sportart vor einigen Monaten ehrlich gesagt auch noch nicht. Korfbal kommt ursprünglich aus Holland (Korf=Korb). Diese Sportart ist zwar mittlerweile international bekannt, in Deutschland findet man sie jedoch nur selten. Korfbal kann man noch am ehesten mit Basketball vergleichen. Allerdings sieht der Ball anders aus, der Korb ist höher und es wird ohne Dribbeln gespielt. Wir trainieren einmal in der Woche und nehmen auch an Wettkämpfen teil. Mein Korfbal-Verein ist super sympathisch, die Leute sind total nett und gut drauf. Wir machen ständig Späße und haben eine Menge Gaudi!

Le Lycée
Zur Schule fahre ich jeden Morgen mit dem Bus in ca. 40 Min. Ich besuche in St. Étienne ein französisches lycée (Gymnasium), gehe in die Jahrgangsstufe Première (11. Klasse) mit dem Schwerpunkt ES – Économique et Sociale (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlicher Zweig). Auf mein lycée gehen ca. 430 Schüler und Schülerinnen. Allerdings ist das lycée nur ein Teil von einer großen Bildungseinrichtung mit mehreren Gebäuden und verschiedenen Schularten und Ausbildungsstätten. Insgesamt besuchen ca. 1800 Personen diesen Campus.
Schule in Frankreich ist endlos lang. Der Unterricht beginnt um 08:00 Uhr morgens und geht in meiner Klasse 3 Mal bis 18:00 Uhr und 1 Mal bis 17:00 Uhr. Nur der Mittwoch ist kurz, da ist bereits mittags Schulschluss. Zusätzlich haben wir ca. 2 Mal pro Monat samstags Schule. Meistens werden samstags Prüfungen geschrieben, für die unter der Woche keine Zeit ist.
Hier noch ein paar weitere Infos über die Schule in Frankreich:
Das Schuljahr ist in Trimestern eingeteilt. Eine Schulstunde dauert 55 Minuten. Es gibt fast ausschließlich Frontalunterricht. Der Unterrichtsstoff wird nicht an die Tafel geschrieben oder per Overhead oder Beamer an die Wand projiziert, sondern diktiert (und das in einem Eiltempo…puh) ?! Alle Tests sind angekündigt. Ausfragen sind sehr selten. Die Schule ist leistungsorientiert und anspruchsvoll. Das Notensystem ist anders als in Deutschland. Bei jedem Test gibt es 20 Punkte, die man erreichen kann. Genauso ist es dann im Zeugnis; 20 erreichte Punkte ist das bestmögliche Ergebnis. In Frankreich isst man vormittags keine Brotzeit in der Pause, so wie das in Deutschland üblich ist. Es gibt erst mittags wieder etwas zu essen. Es gibt eine Kantine und einen Kiosk. Aktivitäten, wie Schulorchester, Chor, Sport, AG’s usw. finden leider nicht statt. Das finde ich sehr schade. Man verbringt so viel Zeit in der Schule, aber eben nur für den Unterricht. Ein langer grauer Schulalltag…

Der Schaltrend
In Frankreich hat eigentlich jeder Jugendliche einen Schal. Das ist erst mal nichts Ungewöhnliches. Allerdings sind das keine normalen Schals. Es sind tischdeckengroße Tücher. Sie werden deshalb auch oft in der Schule als Decken benutzt. Ich musste diesem Trend auch nachgehen und bin nun stolzer Besitzer einer anziehbaren Tischdecke ???.

Wohlig warm eingekuschelt sende ich Euch ganz herzliche Grüße aus Frankreich!
Bis zum nächsten Mal,
Eure Sandra

Salut aus Frankreich! ??

Salut aus Frankreich! ??
Jetzt bin ich erst 1 Woche in Frankreich und es kommt mir schon vor wie eine halbe Ewigkeit. In den letzen Tagen ist einfach so viel passiert: Vom Arrival-Camp über die scheinbar unendlich lange Reise zu meiner Gastfamilie, das Treffen mit meiner Gastfamilie, die ersten Versuche mit der neuen Sprache klar zu kommen, bis hin zum ersten Schultag. Und das alles in 7 Tagen!
Aber jetzt nochmal von Vorne: Vergangenen Mittwoch musste ich mitten in der Nacht aufstehen (wohlbemerkt extrem müde), um pünktlich um 5 Uhr am Flughafen zu sein. Um 7 Uhr startete dann endlich der Flieger und ich war sehr aufgeregt. Es folgte eine Reise mit zwei Flugetappen, einem längeren Aufenthalt am Flughafen Paris und noch einer Busfahrt, bis wir endlich im Camp ankamen. Im Arrival-Camp wurden alle YFU Austauschschüler weltweit begrüßt, die das kommende Jahr in Frankreich verbringen würden. Es war schön dort Austauschschüler kennen zu lernen, die in der selben Region in Frankreich wohnen werden wie ich. Im Camp haben wir viel über die Gewohnheiten und Gepflogenheiten der Franzosen gelernt und eine Sache fand ich besonders nützlich. Wir haben Küsschen geben geübt (auf französisch: bises), denn das ist gar nicht so leicht, wie man denkt. Die Wangen müssen sich berühren, das Küsschen muss aber in die Luft gemacht werden! Außerdem darf das Küsschen nicht geräuschlos sein! ? Und das ist definitiv eine Sache, die ich jetzt schon tausendmal gebraucht habe, denn Franzosen geben sich einfach immer Küsschen! Hände schütteln, so wie wir das in Deutschland machen, ist unüblich.
Für Samstag war die Weiterreise zu unseren Gastfamilien geplant. Wir waren alle schon ganz gespannt und konnten es kaum erwarten endlich unsere Gastfamilien zu treffen! Die Reise dauerte jedoch um Einiges länger als geplant, denn die Autobahn war von Demonstranten blockiert worden und unser Bus hatte sich somit um mehrere Stunden verspätet. Während der Reise quer durch Frankreich mit Bus und Bahn sind wir von Station zu Station immer weniger geworden, weil immer wieder Austauschschüler an Haltestellen von ihren Gastfamilien abgeholt wurden. Um 18 Uhr waren dann auch wir, die St. Étienne Gruppe, endlich am Ziel. Unsere Gastfamilien warteten bereits alle in einem Raum in einer Schule, zu der wir gebracht wurden. Jeder Schüler wurde einzeln aufgerufen und durfte erst dann in den Raum zu allen Familien. Die jeweilige Gastfamilie stand zur Begrüßung auf einer Bühne. Ich lief auf die Bühne zu meiner Familie und es gab… na was denkt ihr? Richtig! Ein Küsschen ?! Dann wurde noch ein Foto gemacht und ich durfte mich mit meiner Familie hinsetzen, bis alle Gastschüler ebenso von ihren Familien begrüßt worden waren.
Ich habe mich riesig gefreut, meine Gasteltern endlich kennen zu lernen! Ich hatte sie so lange nur auf einem Foto gesehen und nun standen sie neben mir!!! ? Ich habe wirklich eine tolle Familie! Sie geben sich sehr viel Mühe, damit es mir rundum gut geht, sie helfen mir mit allen organisatorischen Dingen und sie sind sehr geduldig! Wenn ich etwas auf Französisch nicht verstehe, erklären sie es mir noch einmal. Und ja, die Fremdsprache ist eine große Herausforderung!
Dienstag war dann der erste Schultag. Allerdings war er nur sehr kurz und deshalb kann ich noch nicht viel über die Schule berichten. Bald werde ich aber mehr wissen und euch wieder schreiben!
À bientôt, Sandra

Der Countdown läuft!

Hallo!

Mein Name ist Sandra und ich werde ab August ein Jahr in Frankreich verbringen. Meine Reise bei YFU hat bereits vor 1 ½ Jahren begonnen. Da habe ich mich schon für ein Austauschjahr beworben, noch bevor das Bewerbungsverfahren für 2015/2016 begonnen hatte. Ich wurde vorgemerkt und erhielt die Zugangsdaten für die Online Bewerbung 3 Monate später. Nach meiner Bewerbung wurde ich relativ schnell zu einem Auswahlgespräch eingeladen, das mir sehr gut gefallen hat. Dort habe ich auch die ersten YFU-ler kennengelernt. Nach dem Auswahlgespräch war ich mir sicher, dass ich die richtige Organisation für mein Austauschjahr gefunden hatte. Als ich dann Anfang der Sommerferien 2014 die Zusage für Frankreich bekam, habe ich mich riesig gefreut!

Ostern 2015 bin ich zur VBT (Vorbereitungstagung) gefahren. Hier habe ich sehr viele nette Menschen getroffen und mit mehreren habe ich auch noch Kontakt. Während der VBT haben viele Jugendliche erzählt, dass sie bereits eine Gastfamilie haben, sodass ich es auch nicht mehr erwarten konnte, meine Gastfamilieninfos endlich zu erhalten. Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich in dieser Zeit zum Briefkasten gelaufen bin; jeden Tag und ab und zu auch sonntags 😉 ! Deshalb könnt ihr euch sicher vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, als der Brief dann endlich da war. Meine Gastfamilie hört sich super nett an und wir haben auch schon E-Mails ausgetauscht.

Wenn man an Frankreich denkt, denkt man automatisch an Käse, Baguette, Wein und an den Eiffelturm. Aber das sind sicherlich nicht alle Aspekte, die Frankreich ausmachen. Vor allem sind es die Menschen, die Sprache und die kleinen Gewohnheiten, die den Alltag ausmachen, von denen ich in meinem Austauschjahr sicher viele erleben werde und die mein Austauschjahr prägen werden.

Der Countdown hat begonnen. 1 ½ Monate sind es jetzt noch bis zum Flug nach Frankreich. 1 ½ Monate bis ich in eine fremde Kultur eintauche. 1 ½ Monate bis mein großes Abenteuer beginnt. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Gastfamilie, wie das Leben in Frankreich ist und wie schnell ich Französisch lernen werde, diese wundervolle Sprache der Liebe.
Bis zum Abflug kann ich nur sagen: „Ich freue mich riesig auf mein Austauschjahr in Frankreich!“