Angekommen in Zamosc! (1. September 2017)

So viel ist passiert in den letzten vier Tagen!
Wirklich unglaublich wie viel in vier Tage passt und wie schnell die Zeit trotzdem manchmal rennt. Ich bin jetzt bei meiner Gastfamilie angekommen, bei der ich für das restliche Jahr bleiben werde, hier in Zamosc.
Ich sitze grad in meinem Zimmer, an meinem Schreibtisch, in dem Haus, das ich für ein Jahr mein Zuhause nennen werde. Eine verrückte und trotzdem wunderschöne Vorstellung. Ich weis nicht wen oder was ich hier (kennen) lernen werde. Ich weis nicht was hier alles passieren wird und wie sich klitzekleinste Details auf die Zukunft aus wirken werde. Ich weis nicht wie ich mich verändern werde und auch nicht was ich vielleicht verändern kann/werde.
Wen werde ich treffen? Was werde ich tun? Alles ist ungewiss.
Ich kann mir nicht vorstellen wie es wird, weil die Realität so detailgetreu ist, dass die Zukunft von meinem kleinen Gehirn nicht erfasst werden kann. Ich lasse mich überraschen, von den Menschen, denen ich begegne, den Situationen, in die ich komme und dem neuen Leben (und dem neuen Ich), das für ein Jahr mein Leben sein wird.

Also nun zu den letzten Tagen in Posen:
Ich habe nicht mehr viel gemacht. Ich war einmal schwimmen, mit meiner Gastschwester in der Stadt, bei einem yfu-Abschlussmeeting und zuhause. Dann war ich noch mit meiner Gastfamilie Proviant einkaufen und natürlich habe ich auch gepackt. -wie sollte es anders sein-
An alle die es nicht wissen, ich hatte einen riesen Koffer, eine Sporttasche und einen Reiserucksack als Gepäck. Achja und die drei Sachen wogen zusammen mehr als ich. Glück gehabt, es hat nochmal alles reingepasst und als der Koffer zu war und mein Zimmer dafür leer, realisierte ich dass es weiter ging. Die Reise ging los und ich war total aufgeregt, ein Mix aus Vorfreude, Angst, Neugier und Melancholie, aber auch ein bisschen Traurigkeit, dass ich meine Familie verlassen muss.
Gesagt getan. Ich bin am 30.August 2017 um 9:44 in den Zug gestiegen. Alex (der andere Deutsche, der in Polen sein Auslandsjahr macht) hab auf mich im Zug gewartet und unser 6er- Abteil war randvoll.
Alex ist nach Hajnòwka gefahren und musste deswegen in Waschau aussteigen. Das heißt ich bin 4 Stunden mit Alex gefahren und 3 Stunden alleine. Wie gesagt ist Alex in Warschau ausgestiegen und dafür sind zwei Typen zu uns ins Abteil gekommen. Als der Schaffner dann kam und gemerkt hat, dass ich kein Englisch spreche, hat er mich gefragt woher ich denn kommen würde und ich meinte “Germany-Berlin”. Tja und nach ungefähr einer Stunde hat mich der eine Typ, der in Warschau mit seinem Kumpel eingestiegen ist, ganz neugierig gefragt was ich denn im Zug von Posen nach Lublin mache, wenn ich doch kein Polnisch spreche. Dann hat Madame Rosa ihre allseits bekannte, ich-bin-eine-Austauschschülerin-aus-Berlin-und-fahre-nach-Polen-(Warum, Wieso, Weshalb das ganze…. )- Story ausgepackt und die dachten natürlich ich wäre eine eine Studentin, weil man auf Englisch da keinen Unterschied macht.
Also musste ich erstmal klarstellen, dass ich hier zur Schule gehen werde und erst fünfzehn bin. War echt ganz lustig denen zu erklären, dass man auch ein Auslandsjahr machen kann ohne schon auf der Uni zu sein.
Die beiden Dudes kamen aus England und der eine war Halbinder und der andere ein Pole, der aber in England lebt. Da war natürlich das Thema Brexit nicht weit. Weiter ging es dann mit den, in der (deutschen) Gesellschaft sichtbaren, Folgen des zweiten Weltkriegs, dem non plus ultra Thema Flüchtlingspolitik und den Vorurteilen gegenüber Deutschen, Polen, Engländern und Indern. Achja die beiden waren übrigens irgendwas um die 20 rum und grad auf einer Tour quer durch Polen. Das pracktischste an der ganzen Sache war aber, dass sie mir natürlich mit meinem Gepäck geholfen haben. jaja das war echt nötig.
Und dann war ich da (um 16.54 mit 10 min Verspätung). Mein Gastvater hatte mich schon gefunden bevor ich überhaupt den Zug verlassen hatte und nahm gleich meinen 50-Kg Koffer entgegen. (Ich sag euch man nimmt viel mehr mit, wenn man nicht fliegen muss) 🙂
Mein Gastvater war mit meiner Gastschwester gekommen um mich aus Lublin abzuholen. Wir sind dann ca noch eine Stunde nach Hause gefahren und ich und meine Gastschwester haben ein bissl gesmalltalkt.
Meine Gastschwester ist ein sehr mädchenhafte sMädchen würde ich sagen. Sie interessiert sich für Mode, Shoppen und spanische Musik. Achja und für Mathe. Ihr Name ist Madzia (kommt von Magdalena) und sie ist echt sehr süß und ehrgeizig, was die Sache anbelangt, dass ich Polnisch lernen muss. Sie hat echt viel Köpfchen. Ich war natürlich erstmal von Vorurteilen geprägt,als ich sie mit hochhackigen Schuhen, den langen Fingernägeln und der Prada-Sonnenbrille sah. -Und bitte lest das nicht abwertend!- Sie ist echt sehr nett und man sollte niemals vom Äußeren einer Person auf ihr Inneres schließen.
Was ich fast vergessen hätte: Sie ist 16 und zwei Köpfe kleiner als ich bzw bin ich zwei Köpfe größer als sie.
Zurück zu meiner Anreise. ich kam dann zum ersten Mal in mein neues Zuhause.
Meine Gastfamilie wohnt in einem relativ normalen Haus, wenn es um die gehobene Gesellschaft von Polen geht. (elektrisches Gartentor, Hund im Zwinger vorm Haus (sie heißt Mamba und darf nachts im Garten rumlaufen), Pool, ein kleines Beet, Terasse, großes Wohnzimmer und großer Fernseher)
Mein Zimmer befindet sich auf dem oberen Stockwerk mit meinem eigenen Badezimmer. Ich glaube mein Zimmer ist nach dem Wohnzimmer und dem Billiardzimmer das größte im Haus. Allerdings ist es unterm Dach und deswegen muss man die Schrägen eigentlich davon abziehen. Mein Zimmer ist echt schön und auch das Badezimmer ist der Hammer, ich sag nur Whirlpoolbadewanne mit Aussicht auf den Himmel. Aber denkt jetzt nicht so eine Badewanne hätte nur gute Seiten. nene. Duschen muss ich nämlich im Badezimmer meiner Gastschwester, weil man das in einer Whirlpoolbadewanne nur im Sitzen kann. jaja so ist das, liebe Freunde. Was lernen wir daraus? Es gibt nicht nur schwarz und weiß!

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist das Leben hier echt ein Unterschied zu dem Leben, das ich gewohnt bin. Ob es eine Verbesserung oder eine Verschlechterung ist, kann man echt nicht sagen. Es ist halt einfach anders.
Appropo anders. ich gehe auf eine Privatschule, ja Privatschule. Meine Klasse wird aus 16 Schülern bestehen (11 Jungs, 5 Mädchen) und ich bin der Mathe/Physikklasse. Wenn ihr euch jetzt fragt wer mir die Schule denn bezahlt: Niemand. Ich bin eine Stipendiatin und ich glaube, dass die vielleicht auch ein bisschen mit mir angeben wollen, aber sollen sie nur.
Mein Schulleiter ist auf jeden Fall total nett und er spricht sogar Deutsch. (Er sieht ein bisschen aus wie der Typ aus Ich einfach unverbesserlich) Die Schule beginnt zwar erst Montag, aber ich hatte gestern eine Privataudienz bei meinem Direktor. jaja total der VIP-Guest bin ich.

Eines der Sachen, die nicht so toll ist, ist dass meine Gastfamilie glaube ich ein bisschen das Gefühl hat mit meiner ersten Gastfamilie in Konkurrenz treten zu müssen. Ich versuche das zu minimieren, in dem ich ihnen ständig sage wie froh ich bin jetzt bei ihnen zu sein. Allerdings muss ich mich selbst auch immer wieder daran erinnern die beiden Gastfamilien zu vergleichen, weil das einfach nur unfair wäre. Aber immer positiv denken, schließlich bin ich ja hier ein Jahr, da hab ich schon noch ganz schön viel Zeit um ihnen zu zeigen, wie lieb ich sie hab.

Das wars erstmal!
Liebste Grüße aus Zamosc,
Rosa

Die letzten zwei Tage in Posen- danach gehts nach Zamosc (31.August 2017)

Liebe Freunde und Freundes Freunde,
Viel Spaß beim Lesen wünscht ihre Rosa Lea Felicia aus Polen:

AAAAAAAAAAARRRRRGGGGG nur noch zwei Tage hab ich hier. Ich stehe jeden Morgen auf, mache mein Bett, putze mir die Zähne, gehe zum Frühstück usw. und auf einmal ist er da der Moment, indem man realisiert, dass ich in 48 h ganz woanders sein werde. So ähnlich wie als ich Berlin verlassen habe, nur dass ich hier nie mehr zurückkommen werde. Ich werde nie wieder wie jetzt hier im Wohnzimmer auf dem Sessel sitzen und hier im Moment zu Hause sein. Was ein trauriges Gefühl.
Vorher hieß es immer “Hier wirst du für ein Jahr nicht mehr sein.”, aber jetzt heißt es für immer. Meine Gastfamilie möchte mich zwar besuchen kommen, sowohl in Zamosc als auch in Berlin. Trotzdem ist unsere gemeinsame Zeit, in der ich ein Teil ihrer Familie wurde, vorbei. Ich hätte gerne noch mehr Zeit hier, würde gerne noch den ganzen Wald hinter unserem Haus erforschen, mit meiner Familie hier Weihnachten, Ostern, Geburtstag feiern, aber ich muss weiter. Weiter zur nächsten Gastfamilie, in die nächsten Stadt, in das nächste Haus und in die nächste Schule.
Denkt nicht, dass ich mich nicht freuen. Ich freue mich MEGA auf die nächste Gastfamilie, ein Jahr werde ich bei ihnen wohnen, mit ihnen wohnen. Ich werde mit meiner Schwester zur Schule gehen, mit meinem kleinen Bruder im Garten spielen und mit meinen Eltern am Essenstisch lachen, aber trotz diesen wunderschönen Vorstellungen, habe ich eine kleine Träne im Auge. Ich habe meine Familie hier in Posen so lieb gewonnen und es fühlt sich echt an, wie eine richtige Familie, nicht aufgesetzt, einfach nur offen und ehrlich. Meine Gastschwester hier in Posen ist für mich in einer Art und Weise, die ich nicht erklären kann zu einer Schwester geworden und meine Gastmutter, zu einer zweiten Mutter. Ich merke, dass ich hier hingehöre, ich bin angekommen, ich fühle mich ZUHAUSE.
Trotz alle dem, muss ich übermorgen abreisen und ich bin die Definition von gemischten Gefühlen. Ich freue mich so auf die Familie in Zamosc. Die Familie, die ganz aufgeregt alles für meine Ankunft bei ihnen vorbereitet. Die Familie die schon jetzt mehr Pläne für das Jahr hat, als da überhaupt Tage wäre um sie zu realisieren. Meine Gastschwester, die immer total aufgeregt ist, wenn wir skypen und sich wie wild deswegen durch die Haare streicht. Mein Gastbruder, der sich nicht ins Bild traut (beim Skypen) und trotzdem so neugierig ist, dass er die ganze Zeit neben meiner Gastschwester steht und zuhört, was seine baldigen Schwestern so reden. Und meine Gasteltern, die einen sehr netten und lieben Eindruck machen und die die Entscheidung gefällt haben mich für ein Jahr bei ihnen aufzunehmen. Achja das wisst ihr ja noch gar nicht: ICH WURDE AUSGEWÄHLT (von meiner Gastfamilie). Ich dachte immer, irgendjemand in einem Büro von yfu hätte sich gedacht, dass das schon irgendwie passen würde und mich zugeteilt.
ABER NEIN, falsch gedacht. Meine Familie hat sich mich ausgesucht. Die wollten mich, genau mich.
-Klar, sie hatten nicht viel Auswahl. (Wir sind ja nur drei Austauschschüler in Polen), aber sie haben mich trotzdem ausgesucht!-
Zurück zu den gemischten Gefühlen: Ich bin voller Vorfreude, Euphorie und Neugierde zugleich und doch würde ich auch gerne hier bleiben. Ich hätte hier noch soviel zu entdecken, soviel zu erleben und soviel Zeit zu leben, aber nein übermorgen geht es los UND ICH FREU MICH. Wie sagt man so schön: “Man soll immer dann gehen, wenns am schönsten ist.”
Wenn ich mir jetzt überlege wie es mir jetzt geht, nach zwei Wochen in dieser wundervollen Gastfamilie, Wie wird es mir dann in einem Jahr gehen?
Die Zeit vergeht so schnell, ich habe nur 10 Monate mit meiner Familie in Zamosc, was wenn das zu wenig ist? Was wenn der Abschied so extrem schwer wird, weil es ein Abschied für immer ist? (Und ja ich weis, ich kann sie dann wiedersehen, aber ich werde nie wieder bei ihnen leben und so zu ihrer Familie gehören.)
Ich habe für mich entschlossen, dass ich jede Sekunde auskoste, weil die Zeit rast und ehe ich mich versehe ist das Jahr um und ich bereue, dass ich ich mich nicht mehr in das Familienleben oder die Schule eingebracht habe.
Apropo Schule. Ich werde natürlich zur Schule gehen, wie ein normales polnisches 15-Jähriges Mädchen und ich werde das schaffen. Ich werde vielleicht sogar gute Noten kriegen. Vielleicht nicht morgen und auch nicht übermorgen, aber in ein paar Monaten wäre das durch aus möglich. An alle, die es nicht wissen Polen hat in Europe die viertbeste Schulbildung und weltweit die zehntbeste, also wird es für mich nicht einfach.
Aber ich bin im Mathematik/Physik Zug, dass heißt ich werde in der Zeit hier bestimmt auch noch was lernen für die Oberschule in Deutschland. Immer positiv denken und so.

Ansonsten geht es mir super. Vor zwei Tagen hatten wir einen extremen Nebel am Morgen und ich dachte nur: “Das ist es, das ist die perfekte Metapher”. Ich komme in ein Land, eine Welt, ein Leben, das für mich komplett mit Nebel bedeckt ist und ich sehe nur die Teile, die mir total nah sind. Aber mit der Zeit lichtet sich der Nebel und ich sehe mehr. Ich sehe das wunderschöne Feld, den Fluss oder den Wald. Ich sehe die Schönheit des Landes um mich herum. Ich lerne es kenne.
Ihr müsst es euch wie eine Erdkugel vorstellen, die komplett von Nebel bedeckt ist und je nach dem wie gut man einen Ort kennt, lichtet sich der Nebel mal mehr und mal weniger an diesen Stellen der Erde.
Vorher konnte man sich nur etwas ausmalen, was hinter dem Nebel sein könnte, aber jetzt kann man es sehen, fühlen, riechen. Ich fange an kleine Teile zusehen. Ich kriege mit wie alles um mich herum funktioniert und was für andere bedeutungsloser Alltag ist, ist für mich ein Abenteuer und total interessant. Ich gucke auf dem Weg zur Sprachschule aus dem Fenster und bin fasziniert von der Umgebung, den Häusern, Menschen und der Natur um mich herum. Ich fasziniert von dem Hund meiner Familie, der zu mir kommt und gekrault werden will. Ich finde das alles so schön, so unfassbar schön.
Dieses Lebensgefühl, die Freiheit, die unbedeutenen Kleinigkeiten, die mich jeden Tag umgeben und diese Jahr zu etwas ganz Großem machen.
Ich habe realisiert, dass es nicht anders und auch nicht ähnlich ist zu dem was ich erwartet habe. Die Wahrheit ist ich wollte gar nichts erwarten. Ein Auslandsjahr in Polen, was soll das schon groß sein. Ich meine mein Traum von einem Auslandsjahr begann in Costa Rica. Und jetzt? Ich kann mir gar nicht vorstellen, jetzt in Costa Rica zu sein und ich möchte es auch gar nicht. Ich möchte hier sein. Hier in Polen. Nicht irgendwo in Costa Rica.
Glaubt mir, dass ich das mal sage hätte ich nie erwartet und das ist was ich damit meine. Ich überrasche mich jeden Tag selbst. Ich gehe joggen, atme die polnische Luft ein, sehe den wunderschönen Wald, quatsche mit meiner Gastfamilie bis spät in die Nacht rein und ich bin dabei einfach nur wunschlos glücklich.
Ich vergleiche mich nicht mit meinen Freunden, die vielleicht eine mega geile Zeit in den USA, Italien, Australien oder Deutschland haben (Lg an euch alle). Ich will hier sein ohne, dass ich mein Auslandsjahr, wegen dem was andere erleben, schlecht mache. Und ich möchte auch niemanden haben, der mein Auslandsjahr bewertet, weil das kann nur ich.
Ich möchte mir nicht Gedanken darüber machen, ob andere aus Deutschland das gut, cool oder voll blöd finden, was ich mache. Ich mache das, was ich hier m Moment machen möchte und was ich cool finde! Ich bin alleine, ein Jahr lang und ich finde es super!
-Hab euch alle trotzdem lieb <3-

Aber da ihr bestimmt wissen wollt, was ich eigentlich so gemacht habe in der letzten Woche. Hier eine ganz kurze Kurzfassung:

Ich war in der Sprachschule (Hausaufgaben, Lernen und Üben inbegriffen). Ich war joggen. Ich war bei yfu-Meetings (Wir reden da über Kultur, Kulturschock, Schule, Regeln….). Ich war einkaufen. Ich war in Warschau. Ich hab gelesen. Ich war in einem Museum über die Geschichte Posens. Ich war essen (viermal). Ich habe Unmengen an Tee getrunken. Ich habe gelacht. Ich war bei einer Ballettaufführung. Ich war nochmal joggen. Ich habe im Zug geschlafen. Ich habe M&M’s gekauft. Ich war alleine einkaufen. Ich bin alleine nachhause gefahren. Ich habe unglaublich viel gelernt. Ich habe in Warschau die Kirche besucht, in der Chopins Herz liegt. Ich habe in Warschau sieben Hochzeiten gesehen und eine ein bisschen gecrasht (Wir mussten während der Zeremonie quer durch die Kirche laufen). Ich habe ein Eichhörnchen gefüttert und ich habe etwas geschenkt bekommen.

So das wars erst mal fürs erste.
Also schreibt mir fleißig! Ich freu mich immer, wenn mir angezeigt wird, dass ich Antworten habe bzw dass irgedendjemand das hier liest!
Eure Rosa aus Polen

Schon eine ganze Woche (21. August 2017)

Posen, 21. August 2017

Hallo, ihr Lieben!
Genau jetzt vor einer Woche saß ich im Zug, gespannt auf das Abenteuer was mich erwartet,
gespannt auf die neuen Leute, vielleicht aber auch die Probleme und das komplett neue Leben.
Wie anders kann es sein, habe ich mich gefragt. Es muss doch anders sein, schließlich ist es nicht “mein Leben”. Es muss sich unterscheiden.
Schließlich kenne ich nichts und niemanden und niemand kennt mich. Die Leute müssen doch anders mit mir umgehen, als die Leute, die mich kennen.
Aber so ist es nicht. Ich muss sagen es fühlt sich zwar anders an, aber eher so wie “mein Leben in Polen”. Mein Leben in Berlin hält vielleicht Winterschlaf während ich nicht da bin, aber auf jeden Fall ist ist es gerade nicht anwesend.
Es ist als wäre ich zwei unterschiedliche Personen, beide sind mir zwar bekannt, aber hier bin ich anders. Ich fühle mich anders, bewege mich anders, rede anders und lebe anders.
Ich bin nicht die blonde Rosa aus Berlin. Ich bin irgendwie ein Teil dieser Welt. Ich gehöre hierher. Ich gehöre irgendwie auf eine verrückte Art und Weise zu dieser Familie und zu Polen. Ich gehöre dazu. Ich bin nicht anders. Ich falle nicht (als fremd) auf. Ich sitze alleine, musikhörend in der Straßenbahn und keiner weis, dass ich eigentlich eine Fremde bin.
Eine Fremde in dieser Welt. Fremd im Denken, Bewegen, LEBEN.
Ich gehöre hierher, obwohl ich nicht von hier bin.

Ein verrücktes und trotzdem wundervolles Gefühl zugleich. Ich bin hier zuhause und doch ist alles neu für mich.
Jetzt, nach einer Woche würde ich sagen, es ist nicht wie ein zweites Zuhause, weil sich zweites Zuhause nur wie ein zweitrangiges anhört. Es ist wie ein komplettes Zuhause- halt nur für die “polnische Rosa”.
Damit meine ich gar nicht nur meine Gastfamilie, die ich total ins Herz geschlossen hab. Ich meine die Art zu leben, aus dem Haus zu gehen, in den Bus zu steigen, Spaziergänge zu machen, zu lachen, Rezepte auszuprobieren, im Garten die Seele baumeln zu lassen und sich so zu verquatschen, dass man erschrickt, wenn man auf die Uhr schaut.
Ich bin mit der Welt wie verschmolzen, ja es war wie ein fliessender Übergang von einem Leben ins andere.

Gestern (am Sonntag) war ich mit meiner Gastschwester und ihrer Freundin Julia im Zoo. Julia ist uns für eine Woche aus Warschau besuchen gekommen und fährt mit uns am Samstag, wenn wir auch nach Warschau fahren (für den Tagestrip) nach Hause. Was ich aber eigentlich erzählen will ist, dass ich dort zum ersten mal in Polen aus vollstem Herzen gelacht habe. Und ich meine so gelacht.
Natürlich habe ich vorher auch schon gelacht, aber das war das erste RICHTIGE Schlapplachen.
Warum wir fast von den Picknikbänken fielen, ist dass ich meine lieben Freunde (an der Stelle Liebste Grüße an euch guys) mit einem Foto von einem Bären ziemlich auf den Arm genommen hab. Das Foto zeigt einem Bären (eigentlich im Zoo), der gerade hinter einem Baum verschwindet.

Ich schrieb dazu -wie sollte es anders sein- : ” Oh mein Gott, ich war grad im Wald auf einer Brücke und hab einfach einen Bär gesehen. Das ist soooooo krass!!!!”
Und beeinflusst von Vorurteilen und sehr süßer Unwissenheit, glaubten mir meine Freunde aus Deutschland, dass es in Posen wilde Bären gibt.
Man muss sich mal uns drei Mädchen vorstellen, wie wir uns darüber totlachen, dass Polen den Bären Wodka zu trinken geben und keine Fußball- sondern Bärenkampffans sind und dann sind da noch meine Freunde aus Berlin, die sich für mich freuen, dass ich so unglaubliche Erlebnisse habe. Sogar als ich schrieb, dass meine Gastmutter mir angeblich erzählt hätte, sie habe schon mal einen Bären gestreichelt, antworteten sie nur, ich solle die Bären aber trotzdem nicht anfassen, weil die -ich zitiere-“scheiß gefährlich” wären.
Ja das war mein erstes echtes Lachen in Polen. Danke an meine Freunde in Berlin, dass ihr darauf reingefallen seid. 🙂

Auch mein Polnischkurs hat begonnen und ich bin nicht -wie gehofft- mit Leuten aus der ganzen Welt zusammen, die ein Auslandland in Polnisch machen. Naja ich bin mit einem Typen aus Colorado (Jacob, “Cuba”) und Alex, der vielleicht irgendeinem von euch bekannt sein könnte (Er ist der andere Deutsche, der mit meiner Organisation nach Polen geht), zusammen in einem Kurs.
Ich hatte mir allerdings erhofft mit Leuten aus Asien, Südamerika oder Skandinavien zusammen über Polen reden zu können und mich mit Austauschschülern aus verschiedenen Ländern austauschen zu können.
Leider gehen aber dieses Jahr nur 3 Leute mit meiner Organisation nach Polen. Normalerweise sind es 8-15 pro Jahr. Und der Hammer ist ja, dass wir alle polnische Wurzeln haben.
Ist Polen wirklich so unbeliebt, dass nur Leute mit polnischen Wurzeln hierher wollen um ihr Polnisch zu verbessern oder weil sie bestimmte finanzielle Unterstützung dafür bekommen?
Gibt es niemanden, der Polen einfach faszinierend findet und so hierher will?
Hat Polen es verdient so unbeliebt zu sein und so unter seinem Wert behandelt zu werden?- Warscheinlich nicht.

Auf jeden Fall ist meine Lehrerin relativ streng und redet mit mir auch meist nur auf Polnisch. Ich sagen davon, dass ich sie verstehe bin ich noch weit entfernt. ABER ich mache Fortschritte und das ist das wichtigste.
Ich kann jetzt die Wochentage und ich lerne auch gerade die Pluralform von Adjektiven und Nomen. Ich muss sagen beim deklinieren weis ich noch nicht mal was die Wörter heißen, aber trotzdem kriege ich es hin irgendwie die Aufgabe zu lösen. Ich versuche jeden Tag ein bisschen zu lernen und merke immer mehr wie schwierig Polnisch ist, vorallem wenn es in Englisch erklärt wird.
Die polnische Sprache hat sieben Fälle, die englische keinen. Also wie erklärt man einen polnischen Fall auf Englisch?

Das Ding ist, ich könnte hier noch alles bis ins kleinste Detail beschreiben, aber ihr könntet es trotzdem nicht so sehen wie ich. Es sind meine Erinnerungen und Erlebnisse, die ihr vielleicht anders auffast oder vielleicht auch komplett richtig, aber ihr werdet nie das fühlen, was ich fühle oder das sehen, was ich durch meine Augen sehen. Es ist verrückt sich vorzustellen, was ihr alle für unterschiedliche Vorstellungen von meinem Auslandsjahr habt. Jeder von euch wird bei meinen Worten andere Impression haben, einen anderen Gedanken, eine andere Geschichte. Beschreiben kann keiner von euch diese Bilder und Gefühle, die ich euch vermittel, weil man manche Sachen einfach nicht in Worte fassen kann, so dass sie genau das in anderen bewirken, was man erlebt hat.

Beste Grüße aus dem regnerischen Posen!
Eure Rosa

Das erste Lebenszeichen aus dem wunderschönen Polen

Posen, den 16. August 2017   (3.Tag)

Hallöchen liebe Freunde aus der Heimat!

Ein Traum wird wahr- ICH BIN IN POLEN!!!!!!!

Endlich nach all dem Hin und Her bin ich angekommen. Nach den ganzen Vorbereitungen, dem Stress, den Problemen und den Entscheidungsschwierigkeiten bin ich endlich angekommen. Ich bin hier, in diesem Moment, in meinem Zimmer, und ich werde für ein Jahr hier bleiben. Ich werde für ein Jahr eine für mich zwar nicht komplett neue Kultur erleben, aber zumindest die Sprache ist komplett neu für mich. Und es ist trotzdem irgendwie alles anders, als ich im Zug saß, dachte ich nur:  das Graß ist grüner und der Himmel blauer, die Wolken sind fluffiger und alles ist irgendwie ein bisschen schöner, so als würde man im Sommer eine Sonnenbrille tragen, die man gar nicht wieder abnehmen möchte.

Wenn mich Leute fragen, ob ich mich eher auf das Jahr freue oder ob ich Angst habe antworte ich gerne, dass es für mich so ist als ob ich für ein Jahr lang Geburtstag habe. Auf Geburtstag freut man sich immer, man ist total aufgeregt, kann die Nacht vorher vielleicht nicht schlafen und freut sich einfach auf die Geschenke und vielleicht auch auf die Aufmerksamkeit, die man bekommt. Ein Tag im Jahr, der nur einem gehört und sonst niemandem. Aber man hat auch Angst, was ist wenn der Geburtstag gar nicht so wird wie man sich ihn erhofft oder wie man ihn erwartet? So ungefähr ist das Auslandsjahr, es ist wie ein komplettes Jahr nur für mich und vielen Überraschungen. Eine riesen Sache, ein riesen Schritt und ein riesen Geschenk.

Ich möchte vor Allem versuchen AALLES in mich aufzunehmen, alles auszukosten, nicht zu verpassen und mir auch nicht selbst im Wege zu stehen. Ich will offen sein, so RICHTIG offen. Keine Vorurteile, das ist mein Ziel und ich will ehrgeizig sein, die Zeit nutzen, genießen und einfach glücklich und frei sein.

 

Aber jetzt erzähle ich erstmal wie das hier so alles ist:

Also für die die es nicht wissen, ich bin im Moment für zwei Wochen in Posen, einer Stadt, die ungefähr oder ganz genau 239 km von Berlin entfern ist. Hier habe ich einen Sprach- und Kulturkurs von meiner Organisation. Der startet allerdings erst am Freitag. Ich werde mehrere Tage einfach Polnisch lernen, Posen erkunden oder etwas über die polnische Geschichte lernen. Außerdem habe ich auch Workshops über bestimmte Themen, bei denen meine Gastschwester Emilia mich begleiten wird.

Und an einem Tag werde ich mit der Gruppe auch für einen Tagestrip nach Warschau fahren, wobei mich Emilia wieder begleiten wird. Darauf freue ich mich schon besonders, weil wir schon um 7 Uhr morgens losfahren und erst abends um 23 Uhr wiederkommen. Es wird bestimmt sehr anstrengend, aber auch total lustig und da ich noch nie so richtig in Warschau war wird das bestimmt total aufregend für mich.

Achja für die zwei Wochen bin ich bei einer Gastfamilie untergebracht und die passt echt wie die Faust aufs Auge zu mir. Also ich habe eine Gastmutter (Katarzyna), eine Gastschwester (Emilia) und einen Gastbruder (Rafel), wobei Rafel nicht mehr zuhause wohnt, sondern eine kleine Wohnung in der Stadt hat mit seiner Freundin zusammen (Er ist 20).

Meine Gastmutter ist noch relativ jung und ist eine kleine Frau mit einem großen Herzen und einem noch größeren Lächeln im Gesicht. Sie arbeitet in einem kleinen Büro in der Nähe des Hauses für eine Versicherung und ich habe, dass Gefühl, dass sie mich wirklich wie eine Tochter behandelt, weil sie mich auch so nennt. Ein kurzes Beispiel: Sie meinte, dass sie eigentlich mehr Kinder haben wollte, aber dass sie ja jetzt mit mir zwei Töchter hat. Echt eine sehr herzliche, liebe und offene Frau, die auch sehr an meinem Leben in Deutschland interessiert ist, aber dazu später mehr.

Meine Gastschwester ist 17, hat blonde schulterlange Dreads und ist wirklich sehr talentiert beim Zeichnen. Sie möchte später mal Computerspiele animieren und allein ihr Skizzenbuch sieht echt super professionell aus.

Außerdem hat meine Gastfamilie noch zwei Hunde und zwei Katzen und alle vier sind nach Alkohol, so heißen sie auf Deutsch übersetzt, wie verschiedene Snapssorten aus unterschiedlichen Ländern. Lustig ist, dass sich der eine Hund immer selbst zudeckt, weil ihm zu kalt ist. Ja das ist Jäger (nach Jägermeister benannt). Ein sehr quirliger Hund und vor ihm liegt Brandy, die alte kleine Hündin, die sich kaum noch bewegen kann, trotzdem aber alles machen möchte.

Meinen Gastbruder hab ich gestern kennen gelernt und er schien auch sehr nett. Er hat gleich mal versucht mit mir Deutsch zu reden, auch wenn der Versuch leider kläglich scheiterte. Gestern kam auch der Vater meiner Gastmutter –mein Gastopa– für eine Nacht zu Besuch. Leider kann er kein Englisch und ich kann auf Polnisch gerade mal sagen, dass ich ins Bett gehe oder dass das Essen sehr gut schmeckt, also ist das mit der Kommunikation in der Hinsicht ganz schön schwierig. Ansonsten rede ich mit allen Englisch, baue aber Polnische Wörter wie okno (Fenster) oder kontakt (Steckdose) auf Polnisch ein, die ich neu gelernt habe und auch kleine Wörter wie Danke, Guten Appetit oder Gute Nacht versuchte ich immer auf Polnisch zu sagen.

Die größte Umgewöhnung muss ich sagen ist, dass ich mir jetzt immer den Wecker auf 8:45 Uhr stelle, um mein Zimmer aufzuräumen, Duschen zugehen und nicht die Letzte zu sein, die aufsteht, obwohl Ferien sind. Wenn die anderen dann noch nicht wach sind, übe ich Polnische Wörter oder lese ein Buch- ich bin schon fast mit meinem Buch durch-. Achja und natürlich lese ich auf Deutsch. Ich muss sagen, dass ich das vielleicht sogar beibehalte, weil ich sagen muss, dass es gut tut, wenn man den Tag produktiv nutzt und weis, dass man heute was geschafft hat.

Meine Gastfamilie ist genauso gerne wie ich in der Natur und unternimmt gerne was und das allein natürlich schon wegen Jäger ( der Hund, der sich selbst zudeckt). Heute war ich mit meiner Gastschwester im Wald und wir haben viel über Politik, Gesellschaft, Natur und geschichtliche Ereignisse gesprochen. Sie ist sehr interessiert und offen. Wir sind uns in vielen Sachen einig, auch wenn sie meinte, dass es sehr gut sein kann, dass ich in Polen auf viele Leute treffe, die anders denken, bin ich sehr froh darüber die Chance zu bekommen, eine Gastfamilie zu haben, die sehr weltoffen ist.

Der Wald – in dem wir waren- liegt nicht weit von unserem Haus und ist leider künstlich angelegt, aber trotzdem wunderschön.

Meine Gastmutter und auch meine Gastschwester fragen mich viel zu politischen Sachen und Einstellungen zu gewissen Themen und wollten auch viel über Flüchtlinge aus dem arabischen Raum wissen, da es in Polen nur Flüchtlinge aus der Ukraine gibt und ich in Deutschland in einem Flüchtlingsheim arbeite. Meine Gastschwester meinte zu mir, dass sie so schnell studieren möchte, um dann in ein anderes Land zu ziehen, weil sie mit dem was die Regierung in Polen so veranstaltet nicht einverstanden ist und auch generell gerne die Welt erkunden möchte. Sie dachte an Kanada, Island oder Dänemark.

Meine Gastfamilie zeigt mir aber auch viel und bringt mir Polnisch bei, so haben wir auf alle möglichen Sachen Post-its geklebt, damit ich die Namen lerne.

 

*Rosa aus Polen 🙂

PS: Ganz vergessen: Meine Gastfamilie ernährt sich auch komplett vegetarisch genau wie ich. Also passt das auch. (Echt eine Seltenheit in Polen)

 

PPS: Noch eine letze lustige ganz kurze Geschichte:

Ich sollte hier Zwiebeln schneiden und ich hab aus Versehen eine Schicht zuviel abgemacht, sodass ich danach behauptet habe in Berlin hätten wir ein Problem mit Zwiebeln, weil die da Pestizide und alles Mögliche reinspritzen und dass ich es deswegen gewöhnt wäre eine Schicht aus Sicherheit mehr abzumachen. Also wenn jemand fragt: IN BERLIN GIBT ES EIN ZWIEBELPROBLEM!

Ein Auslandsjahr in Polen- Wieso, Weshalb, Warum… ?

Hallöchen, an den der das hier liest.

Mein Name ist Rosa, ich bin 15 Jahre alt und ich wohne zur Zeit in Berlin. Ich werde für ein Jahr nach Polen gehen. Ja, wirklich Polen. Ich weis es ist nicht das typischste Land für ein Auslandsjahr und vielleicht auch nicht eins der Länder, die einem bei dem Traum von einem Auslandsjahr in den Kopf kommen. Es ist eines der Länder, bei denen Leute fragen –ich bin nur ehrlich– warum man „da“ überhaupt hin will und ob es sich überhaupt lohnt, weil es ja gefühlt so nah an Deutschland dran ist. Generell kann sich kaum jemand vorstellen, wie so ein Auslandsjahr in Polen aussehen soll. Mir ist aufgefallen, dass kaum jemand aus Deutschland so richtig was über unser wunderschönes Nachbarland weis und dass die Vorurteile die Leute extrem beeinflussen.

Ich freue mich auf jeden Fall total. Auf die Menschen, das gute Essen, die Gastfreundschaft, die für mich völlig neue Sprache, die Natur, die Erfahrungen und auch auf den kalten Winter. Ich freue ich darauf ein „untypisches“ Auslandsjahr zu haben und vielleicht vielen beweisen zu können, wie cool Polen in Wirklichkeit ist. So als wäre das meine Aufgabe für dieses Jahr. Als wäre ich eine Art Botschafter oder Weltenvermitler. Endlich mal jemand, der wirklich was Neues zu erzählen hat.

Aber warum mache ich das? Warum vage ich diesen großen Schritt, meine Familie, meine Freunde, meine Schule, meine gewohnte Umgebung und mein altes Leben zu verlassen?

Um ehrlich zu sein, es ist ,weil ich etwas neues will, raus aus dem Alltag, der gewohnten Umgebung und den immer wiederkehrenden Sitationen. Es war ein Gefühl, dass mir sagte, ich muss raus in die große weite Welt. Ich will dort sehen wie andere Menschen leben, was sie tun und wie sie denken. Ich will offen sein, mehr sehen als nur „meine kleine Welt“ und dadurch besser das „große Ganze“ verstehen. Ich will etwas für mich selbst meistern, etwas was ich allein gemacht habe und auf das ich stolz sein kann. Also entschied ich. Ich will für ein Jahr ins Ausland.

Vielleicht werde ich es nicht schaffen, dass Polen so populär wird wie vielleicht Spanien oder Frankreich, aber wenn nur einer von euch es in Erwägung zieht, Polen auf seine Liste zu setzten dann habe ich schon viel erreicht. Deswegen hoffe ich, dass das, was ich hier schreibe irgendjemanden erreicht.