Archiv des Autors: Miriem

ein paar Fakten über ein tolles Land

Nach meinem Vorstellungstext melde ich mich aus Brasilien, mit 8 interessanten Fakten über dieses wirklich vielschichtige Land.

1.Die Mentalität

Brasilianer sind immer gut gelaunt, bzw zeigen nicht, wenn sie es nicht sind. Man ist höflich und freundlich zu jedem. Aber vor Allem sind Brasilianer indirekt. Gibt es ein Problem, wird es meist entweder nicht angesprochen, oder es wird nicht ernst genommen. Diese Lockerheit kann echt entspannend sein, wird manchmal jedoch schwierig, wenn man über etwas ernstes reden möchte.

2.Fußball

Fußball ist der brasilianische Nationalsport. Die Menschen hier lieben es, ihr Team im Fernsehen anzusehen, aber dazu kommt, dass fast jeder hier selbst Fußball spielt. Wenn man sich unter Freunden trifft spielt man entweder Volleyball, oder Fußball, wobei letzteres definitiv bevorzugt wird. Jeder hat sein Team. Meins ist, aufgrund meiner Gastfamilie, Botafogo. Anfangs wurde ich von Jedem gefragt, was sowohl mein Team in Brasilien, als auch mein Team in Deutschland ist und es wurde immer recht enttäuscht reagiert, wenn ich gesagt habe, dass ich mich nicht wirklich für diese Sportart interessiere. Beim Thema Fußball und Brasilien, darf man das berühmte 7:1 der Fußball WM natürlich nicht fehlen. Schon oft wurde ich darauf angesprochen, ob man in Deutschland genau so viel darüber rede, wie hier. „Pique Alemanha“ (gespr. Piki Alemanja) ist ein gängiger Ausdruck, um etwas gut gelungenes oder erfolgreiches zu kommentieren, auch wenn es nichts mit Fußball zu tun hat. Ich finde es einfach interessant, dass dieses Ereignis, vermutlich nie aus den Köpfen der Brasilianer verschwinden wird.

3.Hygiene

Den Brasilianern ist Körperhygiene ausgesprochen wichtig. Manche duschen bis zu 5x am Tag. Natürlich nicht jeder, aber 1x täglich ist so zu sagen „Pflicht“. Wenn man sich das Wetter und die Temperaturen Brasiliens ansieht, kann man das Bedürfnis aber auch gut nachvollziehen. Hier in Rio de Janeiro, im Osten, wird es seltenst unter 25°C und mir wurde gesagt, dass im gerade aufkommenden Sommer Temperaturen zwischen 35° und über 40°C die Normalität sind. Da scheint einem 3x täglich duschen dann doch ziemlich verständlich.

4. Körperkontakt

Hier in Brasilien gehört Körperkontakt zum Alltag. Jeder begrüßt sich mit Umarmungen und Wangenküssen (die Anzahl variiert von Region zu Region). Der Kontakt gehört zur Kultur. Brasilianische Eltern sind bekannt dafür, ihre Kinder mit Küssen und Umarmungen zu überhäufen.

5. Familie

Wo ich gerade schon mit den brasilianischen Eltern angefangen habe, kann ich mich ja auch direkt mit der gesamten brasilianischen Familie befassen. Familie ist in Brasilien so ziemlich das Wichtigste. Sie spielt auch im Alltag eine sehr große Rolle. Wie bereits gesagt, hängen Eltern sehr an ihren Kindern und es wird sich sehr nah gestanden.

6. Essen

Wie Fußball der Nationalsport ist, so sind Reis und Bohnen die Nationalspeise Brasiliens. Täglich gibt es Reis und Bohnen mit verschiedenen Beilagen, oder als Beilage. Die Art der Bohnen variiert sehr von der Region in der ihr euch befindet. Ich persönlich bin kein riesen Fan von Bohnen, aber ich liebe den Reis hier. Apropos Essen, das ich liebe: Dadurch, dass ich aus Deutschland, der Brotnation schlecht hin, komme, bin ich, wie ihr wahrscheinlich auch, ziemlich verwöhnt, was die Auswahl an Sorten betrifft. In Brasilien gibt es allerdings nur wenig Auswahl, welche Weis-, Mais- und Kokosbrot beinhaltet. Ein paar Freunde von mir, die auch ihr Auslandsjahr in Brasilien verbringen, und ich haben unsere gemeinsame Whatsappgruppe sogar nach dem deutschen Brot benannt. Der Mangel an Brot wird aber definitiv durch süße Pizza ausgeglichen. Ja, süße Pizza mit Schokolade. Leider nicht in gesamt Brasilien verbreitet, aber hier in Rio de Janeiro kennt und liebt sie jeder.

7. Schule

In Brasilien gibt es grundsätzlich zwei Schulformen; die Öffentlichen und die Privaten. An jeder Schule gibt es eine Uniform. Ich gehe auf eine kleine Privatschule an der die Uniform lediglich aus einem Tshirt besteht. In den meisten Schulen gibt es bis zu 40 Schüler pro Klasse, meine allerdings nur aus 16. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist sehr locker und eher freundschaftlich. Der Unterricht ist rein frontal, was leider teilweise etwas eintönig wirken kann. Kaum Jemand kann wirklich gut Englisch sprechen und die, die es können, lernen die Sprache in einem außerschulischem Kurs. Verbreiteter ist Spanisch, was aber auch verständlich ist, da alle anderen Länder Südamerikas Spanisch sprechen.

8. Social Media

Mein 8. Punkt über Brasilien, den ich gerne mit euch teilen würde, betrifft Social Media, da dies in Brasilien eine sehr große Rolle spielt. Während in Deutschland Facebook im Prinzip schon wieder „out“ ist, ist es hier die Plattform Nr. 1. Jeder benutzt sie und ihr werdet sehr viele Freundschaftsanfragen bekommen, auch wenn ihr die Leute kaum kennt. Ihr solltet also wirklich auf eure Privatsphäre achten.

Ich hoffe ihr konntet etwas mit meinem Bericht anfangen,                                                                                                                                                        Miriem

Ich bin eine Chancenergreiferin

Oi, o meu nome é Miriem. Tenho 15 anos. E ainda moro em Alemanha
Oder auch: Hallo, ich heiße Miriem, bin 15 Jahre alt und lebe noch in Deutschland.
Noch, weil in drei Wochen mein Auslandsjahr in Brasilien beginnt, in dem ich dort für ein Jahr in einer Gastfamilie leben und zur Schule gehen werde.
Wie es dazu kam?
Vor Vier Jahren hat meine Schwester mit YFU ein Auslandsjahr in den USA verbracht. Ihre Gastschwester hat damals eine Gastfamilie in Deutschland gesucht, worauf hin wir uns als Gastfamilie speziell für sie beworben haben, wodurch es für uns zu einem direkten Austausch geworden ist. Ich habe eine wundervolle Zeit mit meiner Gastschwester gehabt und muss immer lächeln, wenn ich daran denke, durch dieses Jahr eine dritte große Schwester gewonnen zu haben.
Von den Erlebnissen meiner Schwester war ich so inspiriert, dass ich angefangen hatte, über die Möglichkeit eines Auslandsjahres für mich nachzudenken. Und nachdem mein Vater es mir ans Herz gelegt hatte, es mir zu überlegen, habe ich angefangen mich richtig damit zu befassen. Und plötzlich hatte ich ausgefüllte Bewerbungsunterlagen vor mir auf dem Tisch liegen, und war noch total ahnungslos.
Ich hatte keine Ahnung, ob ich zu einem Auswahlgespräch eingeladen werden würde, ob ich tatsächlich ausgewählt werde, ob das Alles wahr werden würde. Aber das wurde es. Mein Auswahlgespräch Anfang Dezember 2015 war super und ich bin mit einem echt guten Gefühl raus gegangen. Allerdings verflüchtigte sich dieses und mein Mut und meine Hoffnungen schwanden, als ich wochenlang keine Antwort erhielt.
Nichtmal ein Absageschreiben kam und ich befürchtete schon, vergessen geworden zu sein. Bis ich dann unter dem Weihnachtsbaum einen dicken Briefumschlag, ein Portugiesisch Buch und eine riesige Landkarte Brasiliens fand. Ich fing vor Freude richtig an zu weinen, obwohl ich es damals noch nicht ganz realisiert hatte.
Dann stand kurz vor Ostern diesen Jahres meine VBT an. Ich weiß diese „Geheimnistuerei“ darum ist nervig, wenn man sie noch nicht hatte. Aber jedes Wort darüber ist eigentlich schon zu viel. Da es den „Zauber der Ungewissheit“ nimmt. Also kann ich nur sagen, dass es eine der besten Wochen meines Lebens war und ich so viele wundervolle Menschen mit dem gleichen Ziel kennengelernt habe. Lasst euch einfach überraschen.
Und jetzt sitze ich hier, schreibe diesen Blog Eintrag und habe es immer noch nicht wirklich realisiert.
Ich habe zwischendurch immer wieder einen kleinen Moment, indem es mir klar ist, aber die meiste Zeit erscheint es mir immer noch so surreal.
Ich werde für ein Jahr meine Familie und Freunde verlassen und in Brasilien leben.
Ich bin froh, dass mein Umfeld gut auf meine Entscheidung reagiert hat und bin meinen Eltern unglaublich dankbar, dass sie mir diese Erfahrung und die Möglichkeit selbstständiger und selbstbewusster zu werden, und tolle Menschen kennen zu lernen möglich machen.
Ein paar von ihnen habe ich schon ein wenig kennen gelernt.
Meine Gastfamilie ist super sympathisch und super nett zu mir.
Ich freue mich, ein Part ihrer Familie zu werden.
Die Stadt in der ich wohnen werde liegt im Staat Rio de Janeiro direkt am Meer.
Ich bin super aufgeregt und hoffe, es spätestens zu realisieren, wenn ich angekommen bin.
Mein nächster Blogeintrag wird wohl aus Brasilien kommen, da werde ich euch dann auch mehr von mir persönlich erzählen.
Wünscht mir Glück oder Erfolg oder so.. 😉
Miriem,
eine Chancenergreiferin (auch Austauschschülerin genannt) 🙂
PS: Ihr könnt auch gerne auf meinem privaten Blog http://chancenergreiferin.blogspot.de/ vorbeischauen!