Archiv des Autors: Michelle

Wieder Zuhause aber irgendwie auch nicht.

Jetzt bin ich schon wieder seit 3 Wochen Zuhause. Nachdem ich noch fünf Tage in Berlin beim YES war und eine 8 Stündige Busfahrt von Berlin nach Köln überstanden hatte, konnte ich meine Familie endlich wieder in die Arme schließen.

Aber um mal ganz von vorne anzufangen: Meine letzten Wochen in Norwegen waren voller Höhen und Tiefen. Je näher das Abreisedatum gekommen ist, desto mehr habe ich gemerkt wie sehr mir Norwegen ans Herzen gewachsen ist. Die Temperaturen waren endlich über 15 grad (was ich kaum noch für möglich gehalten hätte) und ich habe viel mit Freunden und meiner Gastfamilie unternommen. Das einzige, was man immer im Kopf hatte, war das Abreisedatum. Die Vorfreude auf Zuhause stieg. Die Trauer, dass ich Norwegen verlassen musste aber auch. Deswegen die Höhen und Tiefen. 🙂

Plötzlich war ich wieder Zuhause. Ich habe mich natürlich gefreut. Alles war wie immer, aber irgendwie auch nicht.

„Its a funny thing coming home. Nothing changes. Everything looks the same, feels the same, even smells the same. You realized what changed is you“ – F. Scott Fitzgerald

Auf dem ersten Blick war alles dasselbe. Unser Haus, meine Familie, mein Hund, mein Zimmer und ja sogar meine Freunde haben sich bis auf einen neuen Haarschnitt kaum verändert. Aber trotzdem ist (fast) alles anders. Leute, die vorher beste Freunde waren, reden heute kaum noch ein Wort miteinander. Auch kleine Dinge haben sich verändert. Als ich meine Mutter fragte seit wann wir einen neuen Fernseher haben antwortete sie nur: “ Schon lange“. Kleinigkeiten, von denen ich erst jetzt weiß. Der normale, deutsche Alltag hat mich schnell eingeholt und ich versuche mich irgendwie wieder daran zu gewöhnen. Um genau zu sein ist es schwer zu beschreiben. Natürlich bin ich froh Zuhause zu sein, aber ein Teil meines Herzens wird auch immer in Norwegen bleiben. Ich bin halt eben wieder Zuhause, aber irgendwie auch nicht. Die letzten Tage habe ich trotzdem viel mit meiner Familie unternommen, ihnen norwegische Traditionen gezeigt und einfach viel Spaß dabei gehabt. Es braucht einfach alles seine Zeit.

Ein bisschen  Norwegisch:

Når jeg ser tilbake hvor fort tiden har gått er det helt utrolig. Året mitt har vært fantastisk, ikke alltid lett men alt var verdt det. Jeg huske det når jeg kommet til Norge og kunne ingen ord norsk og nå sitter jeg her og skrive helt uten hjelp. Selv om jeg gjøre noen feil.  Familien som jeg bodde på og ikke kjente fra før er nå min norske familie. Jeg har fått venner som jeg er utrolig glad i og et land som jeg ikke kjente er blitt mitt andre hjemm!

Die Übersetzung:

Wenn ich zurückblicke wie schnell die Zeit vergangen ist, ist es einfach unglaublich. Mein Jahr war fantastisch. Ich erinnere mich, das ich nach Norwegen gekommen bin ohne auch nur ein Wort norwegisch zu können und jetzt sitze ich hier und kann komplett ohne Hilfe schreiben. Auch wenn ich ein paar Fehler mache. Die Familie, bei der ich gewohnt habe ist jetzt meine norwegische Familie. Menschen, die ich vorher nicht kannte, sind jetzt meine Freunde und ein Land, welches ich vorher nicht kannte ist jetzt meine zweites Zuhause! <3

Falls ihr Fragen an mich habt, könnt ihr die gerne in die Kommentare schreiben. Ich werde sie sehr gerne beantworten! Ansonsten war das jetzt der letzte Post. Es hat Spaß gemacht, hier von meinen Erfahrungen zu berichten! 🙂

Michelle

 

 

 

 

Hipp Hipp Hurra og Gratulerer med dagen, Norge! 17. Mai (Nationalfeiertag)

Wenn die Straßen in den Städten voll sind, jeder eine Bunad (die traditionelle Tracht) trägt, Kinder schon am frühen Morgen anfangen Eis zu essen und alle „Hipp Hipp Hurra“ rufen dann weißt du, dass es 17. Mai ist. Der 17. Mai ist norwegens Nationalfeiertag und im Vergleich zu vielen anderen Ländern, wird dieser viel größer gefeiert und ist auch der wichtigste Tag im Jahr. Ich hatte mich schon während des ganzen Auslandsjahres auf diesen Tag gefreut und bin super glücklich, dass ich den Nationalstolz der Norweger miterleben durfte.

Meine Gastmutter und Ich haben den Tag in der Stadt gefeiert. Ich durfte sogar eine Bunad tragen! Es gibt insgesamt drei Züge, den Kinderzug wo alle Schulkinder mitgehen, den Folketorg wo alle Organisationen und Vereine mitgehen und den Russetorg wo alle Abiturienten mitgehen. Es war wirklich ein unglaubliches Gefühl so einen Tag zu erleben. In Deutschland habe ich sowas noch nicht erlebt. Es war wunderschön wie die Norweger, sich selbst und das Land feiern. Für die meisten Kinder ist es auch ein schöner Tag, weil sie den ganzen Tag Eis essen dürfen, denn der 17.Mai wird hier mit Eis, pølse (Hot dogs) und Kuchen gefeiert und natürlich wird die Nationalhymne gesungen.   🙂

DSC_0206

DSC_0266 (2)

DSC_0232

DSC_0243

Michelle

Skifahren und Eisfischen: Die Natur in Norwegen

Ein Grund, warum ich mich entschieden habe, ein Auslandsjahr in Norwegen zu machen war die Natur. Ich war vorher zwar noch nie in Norwegen, aber ich wollte wissen ob die Natur genauso schön ist wie auf den Bildern, die man im Internet sieht. Nun kann ich bestätigen, dass die Bilder im Internet nicht lügen. Norwegen hat einfach eine unglaublich schöne Natur und das Gute ist, Norweger zerstören sie nicht. Im Gegenteil. Für Norweger spielt die Natur auch eine sehr große Rolle, denn Norweger verbringen einen Großteil ihres Lebens draußen würde ich sagen.

 

12834941_974569205970153_1420483972_n

 

Dabei ist es egal ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit. Fast jede Familie hat eine Hütte in den Bergen. Mitten im nirgendwo, ohne Strom und ohne fließend Wasser. Dort verbringt man gerne seine Ferien oder auch Wochenenden.

12910923_10209046418742804_1335656431_n

Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Sonntag hier nicht als Ausruhtag gilt, sondern eher als ein „Pa Tur“ Tag. Das bedeutet, man ist draußen. Ein Kvikk lunsj darf bei einer Sonntagstour auch auf keinen Fall fehlen. Kvikk lunsj kann man gut mit Kit kat vergleichen. Es wird oft bei so einer Tour gegessen und auch auf der Packung, ist eine Sonntagstour drauf abgebildet.

Speziell die Osterferien sind dafür beliebt, dass man den ganzen Tag draußen ist und Ski fährt. Wenn ich in drei Worten, typisch norwegische Osterferien beschreiben müsste, würde ich sagen: Kvikk lunsj, Orangen und Ski. Auch Süßigkeiten werden an Ostern mehr gegessen als sonst und sie sind billiger. Meine Osterferien sind auch schon fast vorbei, aber sie waren auch typisch norwegisch. An einem Tag habe ich mit meiner Gastschwester einen Roadtrip gemacht. Gestern waren wir Eisfischen (ich habe leider keinen Fisch gefangen), waren in der Hütte und haben Kvikk lunsj und pølse gegessen und an den anderen Tagen waren wir oft Skifahren. Es war wunderschön und die Natur hier ist auch nie langweilig. Es macht wirklich Spaß draußen zu sein.

12903446_1277202208961704_805676633_o

 

Übrigens sind es auch nur noch drei Monate bis ich schon wieder in Deutschland bin. Das macht mich auf der einen Seite traurig, aber auf der anderen Seite freue ich mich auch auf Deutschland. Die nächsten Monate werde ich noch genießen und ich weiß, dass ich Norwegen sehr vermissen werde, denn es ist schon irgendwie mein zweites Zuhause geworden.

Ich hoffe der Blogeintrag war hilfreich und hat euch gefallen. 🙂 Norwegen sollte man wirklich mit eigenen Augen erleben!

 

DSC_0070

13287857_1024168104343596_450134583_o

Michelle

 

 

Halbzeit

Als ich letztes Jahr gesehen habe, dass manche Austauschschüler Halbzeit in ihrem Auslandsjahr hatten, habe ich mich gefragt wie sich das wohl anfühlen muss. Zu wissen, dass Halbzeit ist. Nun erfahre ich es selbst.

Die Leute fragen mich, ob ich glücklich bin, bald wieder in Deutschland zu sein. Ich weiß nicht was ich darauf antworten soll. Ich freue mich natürlich auf meine Familie in Deutschland und auch darauf alle wieder zu sehen. Aber ich möchte mein Leben hier nicht verlassen. Natürlich kann ich wieder kommen aber es wird nicht dasselbe sein. Um ehrlich zu sein, hat es mich traurig gemacht zu wissen, dass ich „nur“ noch 5 Monate hier habe. Aber ich freue mich auch auf Deutschland. Ich habe mit ein paar Austauschschülern darüber geschrieben, wie sie es finden und wir waren uns eigentlich fast alle einig. Die Zeit fliegt und wir können nichts dagegen ändern. Die nächsten fünf Monate heißt es jeden kleinsten Moment zu genießen.20160123_124217

In den fünf Monaten, die ich nun schon hier bin habe ich viel erlebt. Sehr viel.

Ich bin in ein für mich fremdes Land gefahren und nun ist es eine Art Zweites zu Hause geworden. In der Zeit habe ich gelacht, geweint, viel erlebt, viel gesehen und vor allem viel gelernt. Zugegeben, die erste Zeit war echt nicht einfach und ich war nicht immer so glücklich, wie ich es jetzt gerade bin aber das gehört doch auch einfach dazu. Die Sache, das ich nun nach fünf Monaten mich eingelebt habe und die Sprache halbwegs gut kann macht die Sache hier glücklich zu sein viel einfacher. Deshalb bin ich echt glücklich mich für ein komplettes Schuljahr entschieden zu haben, denn im zweiten Halbjahr, hab ich das Gefühl, fängt man richtig an dieses Jahr zu genießen.DSC_0005

Ich möchte gerne „Danke“ sagen. Danke an alle, die ein Teil von der ersten Hälfte meines Auslandsjahres waren. Danke an alle, die mir das Auslandsjahr ermöglicht haben und Danke YFU. Ich kann sagen, dass ich mir keine bessere Organisation bis jetzt hätte vorstellen können und auch wenn erst eine Hälfte meines Jahres herum ist, hat YFU mir so viel gezeigt, geholfen und gegeben. Ich freue mich auf die nächsten 5 Monate!

Michelle

 

 

 

Ein Weihnachten, welches ich niemals vergessen werde.

Mein Weihnachten dieses Jahr war anders. Nicht so wie sonst. Es war mein Norwegisches Weihnachten. Ein Weihnachten, welches ich niemals vergessen werde und möchte. Es ein unglaublich tolles Erlebnis. Ich habe ein Jahr mal andere Traditionen gefeiert und ich bin einfach sehr dankbar dafür, dass ich das erleben durfte!

In Norwegen fängt es damit an, das am (kleinen) Weihnachtsabend alles vorbereitet wird. Ich habe das Wochenende auf der Farm der Eltern meiner Gastmutter gefeiert. Wir hatten viele Norwegische Traditionen.

Der Weihnachtsbaum, der erst am kleinen Weihnachtsabend aufgestellt und dann geschmückt wird. Das Dinner for one schauen was keiner verpassen will, und obwohl es jedes Jahr geschaut wird, meistens jeder sogar mitsprechen kann, wird herzlich darüber gelacht.“This is so typical German“, bekam ich zu hören. Es war wirklich amüsierend.

3 Nøtter for Askepott ist hier auch ein Absolutes muss! Die Sache, dass es auf einer anderen Sprache und damit meine ich nicht Norwegisch ist, macht die Sache nicht einfacher. Für die Norweger ist es synchronisiert, aber es gibt nur einen Synchronsprecher für alle Figuren. Ein Mann, der gleichzeitig die Stimme vom Prinzen, der bösen Stiefmutter, Aschenputtel und zahlreichen anderen Figuren ist.

Traditionell gibt es am Mittag „Grøt“. Dort ist eine Mandel versteckt und der Jenige, der die Mandel im „Grøt“ hat bekommt ein Marzipanschwein.

Außerdem muss man den Julenissen „Grøt“ vor die Tür stellen. Wenn man es nicht macht, werden sie Dir Streiche spielen und du wirst kein Glück haben und keine Geschenke bekommen.
Am Heiligabend habe ich zusammen mit den Großeltern und meiner Gastmutter Weihnachten gefeiert. Es gab Truthahn und viele andere leckere Sachen! Danach wurden die Geschenke ausgepackt.
Später, so um 23:00, wurden wir spontan bei meinem Gastonkel zum Kaffee und Kuchen eingeladen. Wie ihr seht, ist in Norwegen alles möglich und es ist nie zu spät für Kaffee und Kuchen.

Michelle
20151224_213011