Archiv des Autors: Marie-Louise

Rio de Janeiro : Zuckerhut,Ipanema,Niterói.. und ein wenig Melancholie

Hallo meine Lieben,

hier kommt wie versprochen mein Post zu meiner Woche in Rio de Janeiro :). Los ging es letzte Woche Dienstag Nachmittag von unserem Flughafen in Ilhéus nach Belo Horizonte und dann -mit 2 1/2 Stunden Verspätung und insgesamt 4 1/2 Stunden Wartezeit- weiter nach Rio de Janeiro,wo wir letztendlich 23.30 ankamen und von unserem Onkel abgeholt wurden. Dieser wohnt zusammen mit seiner Frau und seinen 2 Kindern in Niterói, eine super schöne Nebenstadt von Rio de Janeiro. Da es schon so spät war haben wir nur noch fix Lasagne gegessen und sind dann ins Bett gefallen. 🙂

Am nächsten Tag ging es frühs schon wieder los,denn wir sind alle zusammen mit der Fähre in das Zentrum von Rio de Janeiro gefahren und oh mein Gott,es ist einfach riiiieeeesiiiig,wirklich richtig richtig riesig mit unzählig vielen Geschäften und Menschen,ich weiß wirklich nicht wie die Leute dort noch wissen wo sie sind. Jedenfalls sind wir durch sämtliche Straßen und Gassen,an Ständen vorbei,haben noch unterwegs was gegessen und die Zeit ist einfach nur so verflogen,sodass wir auch schon bald wieder zurück sind,denn Nachmittags nach der Arbeit beginnt die Rush Hour und da ist einfach alles noch mehr überfüllt. Aber man muss,egal zu welcher Tageszeit,wirklich auf seine Sachen aufpassen – in unserer unmittelbaren Nähe wurde ein Mann beklaut, aber zum Glück war die Polizei da und in den Menschenmassen findet man auch immer wieder Polizisten, die besondern auf Märkten oder Hauptstraßen für Sicherheit sorgen. Ich kann euch dennoch beruhigen – Mir ist die ganze Woche über nichts passiert,man muss halt nur ein wenig aufpassen.

Am nächsten Tag bin ich dann zusammen mit meiner Cousine und 2 Tanten von mir durch Niterói gefahren und sie haben mir alles mögliche gezeigt, wie zum Beispiel das Kunstmuseum mit moderner aber teilweise sehr fragwürdiger Kunst haha und danach die Strände,wo aber leider unmittelbar das Abwasser reinfließt. Außerdem gibt es in Niterói einen Stadtpark und es war allein schon eine Herausforderung ihn zu finden,denn um dorthin zu kommen muss man durch sämtliche Gassen hin und her und dann ein ganzes Stück im Kreis nach oben fahren,aber es hat sich eindeutig gelohnt. Die Aussicht dort oben ist einfach wunderschön!

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Als wir Abends zurück sind, wurden wir noch mit diesem wunderschönem Himmel belohnt:

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Einfach der Wahnsinn oder? Als wir in der ersten Nacht vom Flughafen nach Niterói gefahren sind, mussten wir über eine ganz lange Brücke und von dort aus konnte man auf der einen Seite den Cristo Redentor ganz weit über den Häusern leuchten sehen,das war unglaublich.

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Am nächsten Tag waren wir alle zusammen shoppen und am Abend bin ich mit meiner Cousine und einer Freundin von ihr süße Pizza essen gegangen und ich habe mal wieder gemerkt wie offen und wie herzlich die Brasilianer sind,denn ich wurde von ihren Freunden vorher begrüßt als würden wir uns schon ewig kennen und später beim Essen war es auch so,als wäre es schon immer so gewesen,wisst ihr was ich meine? Ich hab einfach sofort dazu gehört und das tut unheimlich gut. 🙂

Am nächsten Tag sind wir dann direkt nach Rio de Janeiro in die Stadt und dort hat meine Schwester zuerst alte Bekannte wieder getroffen und danach sind wir zu meiner anderen Tante. Sie hat sich riesig gefreut uns wieder zu sehen, obwohl wir uns erst vor einer Woche gesehen hatten. Kurz nachdem wir angekommen sind hat sie mir ein Tshirt aus Rio geschenkt,worüber ich mich natürlich riesig gefreut habe 😀 Aber es sollte noch besser kommen, denn am Sonntag ging es erst richtig los. Früh am Morgen sind wir los und unser erstes Ziel war der Wald/Park der Stadt, welcher wirklich mittendrin liegt und richtig hübsch ist und sogar einen Wasserfall hat. Wir sind mit dem Auto durchgefahren und haben immer mal angehalten,man kann jedoch auch durchlaufen oder Fahrrad fahren,was sicher auch richtig genial ist.

Danach sind wir weiter durch sämtliche Stadteile,an zahlreichen Stränden und Shoppingcentren vorbei und als es schließlich Mittag war sind war ganz lecker im „La Mole“ essen gegangen und oh mein Gott,es war so unglaublich lecker und die Bedienung war wirklich spitze! Unser Tag war aber lange noch nicht vorbei, denn danach ging es an das andere Ende der Stadt zu den anderen Stränden : Sao Conrado, Ipanema,Copacabana… unglaublich schön,aber dementsprechend auch viele Menschen dort und direkt daneben riesige Hochhäuser aneinander gereit. Wir sind aber nur vorbei gefahren,denn meine Tante hatte noch eine Überraschung geplant,von der ich nicht mal ansatzweise etwas geahnt hatte. Auf dem angeblichem Weg nach Hause hat mein Onkel auf einmal angehalten und ich dachte ich sehe nicht richtig – wir standen vor dem Zuckerhut (Pao de Acucar) Wie genial ist das denn bitte? Also haben wir ganz fix Eintrittskarten gekauft und dann ging es auch schon mit der Seilbahn hoch. Zunächst auf den Morro da Urca, hier war die Aussicht schon einfach gigantisch, und dann auf den Pao de Acucar, welcher 395 Meter hoch ist und mich einfach komplett überwältigt hat. Es ist einfach riesig und die Aussicht…WOW! Ihr habt sicherlich schonmal irgendwo im Internet davon Bilder gesehen,aber wenn man selber oben steht und runter schaut ist das nochmal eine ganz andere Welt und einfach atemberaubend! Damit hatte sich ein riesiger Traum von mir erfüllt und ich kann es immer noch nicht glauben,dass ich wirklich ganz oben war.

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Nach diesem Spektakel waren wir dann noch die Mutter meiner Tante besuchen und anschließend Pizza essen (die brasilianischen Pizzen sind soooo gut!). Danach bin ich nur noch ins Bett gefallen,denn am nächsten Morgen mussten wir schon um 7 Uhr beim Check-In am Flughafen sein und sind nach stundenlangem fliegen Mittags (endlich) erschöpft angekommen.

 

Rio de Janeiro war definitiv ein Highlight in meinem Auslandsjahr und gerade weil ich nur noch wenige Tage habe,fehlt es mir nach diesem Erlebnis noch schwerer loszulassen. Ich glaube ich werde erst am Flughafen in Deutschland realisieren,dass meine Zeit hier (für’s Erste) vorbei ist, dass ein Teil meines Lebens vorerst nich mehr ganz existiert. Als ich herkam dachte ich,dass dieses Jahr eine Herausforderung für mich ist, aber die wahre Herausforderung beginnt erst,wenn es vorbei ist 🙁

Was ich aber eigentlich sagen will: Wenn ihr die Chance habt ein Auslandsjahr zu machen,dann nutzt sie! Es wird sicherlich nicht bei allen „Das Beste Jahr deines Lebens“, aber hey – so ist das Leben. Es gibt immer gute und schlechte Tage, aber die Kunst ist es immer das Beste daraus zu machen. Ich habe auf meinem Weg hier so wundervolle Freundschaften geknüpft,eine völlig andere Kultur kennengelernt,eine völlig neue Sprache erlernt und habe ein zweites Zuhause am anderem Welt gefunden und glaubt mir sowas ist einfach unbezahlbar. Hätte ich die Chance würde ich gleich noch 1 Auslandsjahr dranhängen oder 2,3,4… einfach weil ich so glücklich bin,weil ich so ein Glück habe und dieses Gefühl gibt mir jetzt schon die Gewissheit,dass ich eines Tages zurück kommen werde 🙂

 

Dies war wahrscheinlich mein letzter Eintrag aus Brasilien und ich werde euch dann nächsten Monat alles über meinen Abschied und natürlich auch meine Ankunft in Deutschland berichten.

Beijos e um abraco, Marie-Louise

 

 

 

 

 

Pascóa,Aniversário,Praia…

Hallo meine Lieben,

es tut mir so unendlich Zeit,dass ich mich so lange nicht gemeldet habe,aber die Zeit rauscht einfach nur so an mir vorbei und ich versuche so viele Momente wie möglich zu genießen und meine Möglichkeiten auszuschöpfen,denn beim Blick auf den Kalender ist deutlich zu sehen,dass meine Zeit in Brasilien in weniger als 2 Monaten vorbei ist 🙁

Aber erstmal zu meiner letzten Zeit 🙂  Es war hier natürlich wie auch in Deutschland Ostern und da wir von Donnerstag bis Mittwoch Ferien hatten,sind Verwandte aus Rio de Janeiro angereist. Passend zum Ferienanfang ist am letzten Schultag auch mein Oster/Geburtstagspaket von meinen Eltern ankommen und somit waren wir wieder mit Schokolade,Gummibärchen,deutschem Brot!! und anderen Leckereien ausgestattet.Karfreitag gab es bei uns zum Mittag super leckeren Fisch und am Abend sind wir dann zum Geburtstag von der Frau meines Bruders und oh mein gott,die Kuchen hier in Brasilien sind einfach der pure Wahnsinn! Ich glaube es gab den leckersten Kuchen,den ich je gegessen habe und wir hatten an diesem Abend so viel Spaß! Samstag waren wir dann alle zusammen am Strand,es war wunderschönes Wetter,das Wasser war angenehm warm/kühl und ich habe sogar von dem Eismann ein Eis geschenkt bekommen 😀 Das war auf jeden Fall ein richtig schöner Tag an dem ich erneut gemerkt habe,wie viel Glück ich eigentlich habe hier mit so wundervollen Menschen in diesem Paradies zu sein. Es sind auch ganz viele Bilder entstanden, hier seht ihr ein paar:

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[singlepic id=733 w=320 h=240 float=center] mein Eis 😉

 

[singlepic id=732 w=320 h=240 float=center] Seht ihr die Krabbe?

Danach war Ostersonntag und ich hatte meinen 17. Geburtstag 🙂 Ich habe von meiner Familie ein Kleid und ein Shirt geschenkt bekommen und wir haben zusammen einen Kuchen aus Deutschen + Brasilianischen Zutaten gemacht (er war einfach himmlisch!). Zum Mittag gab es dann ein riesiges Buffet mit Hühnchen, Salaten, Möhrencreme,Reis,weißen Bohnen und sämtlichen anderen Dingen und danach hatte meine Gastfamilie eine „Überraschung“ für mich. Ich war so gespannt,weil ich absout keinen Schimmer hatte,was auf mich zukommt 😀 Wir saßen alle zusammen in der Stube auf unseren Sofas und sie hatten den Laptop an den Fernseher angeschlossen und YouTube geöffnet und ich dachte mir so Okay? Was kommt denn jetzt? Und auf einmal öffnen sie ein Video und ich dachte ich sehe nicht richtig. Da hat meine Familie aus Deutschland zusammen mit meinen Freunden wirklich ein Geburtstagsvideo für mich gemacht. Es war wunderschön und ich habe mich so riesig gefreut,dass die Tränen nur so geflossen sind. Außer „Brasilien“ und „Fußballer“ hatte meine Gastfamilie nichts Deutsches verstanden, aber sie haben anhand der Gestiken gemerkt,was mir meine Familie sagen will. Es war auf der einen Seite ein unglaublich komisches Gefühl mit der einen Familie zusammen zu sitzen und die andere Familie im Fernsehen auf Video zu sehen, aber dieses Gefühl ist unbezahlbar,denn es bedeutet für mich zwei Familien zu haben, zwei „Zu Hause“ und irgendwie auch zwei verschiedene Leben. Es war also ein rundum gelungener Geburtstag und ich war einfach nur glücklich.

Am Mittag war unser letzter Ferientag und mein kleiner Neffe ist 6 Jahre alt geworden und das heißt BIG PARTY! Wir haben am Vormittag Essen vorbereitet und es sah so aus,als würden wir für 100 Personen backen/kochen. Beijinhos,Brigadeiro,Bolo,Pao de Queijo,Bolinho,Quibe, de Queijo,Pastel und und und – es wurde massenhaft geschnippelt und geknetet. Als seine Freunde dann ankamen,wusste ich warum wir so viel Essen gemacht haben,denn am Ende waren locker um die 20 Kinder bei uns zu Hause,inklusive Eltern/Geschwister und da war das wirklich nötig. Desweiteren gab es noch Hot Dogs und die Kleinen hatten mächtig Spaß miteinander 🙂 Am Abend bin ich dann noch in die Stadt,da ein Freund von mir auch Geburtstag hatte und wir alle zusammen Sushi gegessen haben – all you can eat. Es war so verdammt lecker und einige versuchen hier immer „Rekorde“ aufzustellen und so wollte ein Freund von mir 70 Sushis essen,hat aber „nur“ 57 geschafft. Das Sushi ist hier unheimlich gut,aber es sättigt halt auch wahnsinnig und ich hätte niemals so viel in mich reinbekommen 😀

Im Laufe der Woche sind dann auch noch andere Verwandte angekommen und am Wochenende waren wir zusammen in der „Cabana da Empada“, wo es einfach die leckersten Empadas überhaupt gibt. Ich hatte einen mit Hähnchen+Käse und einen mit Schoko+Ananas. Hier ein Bild von meinem Erstem damit ihr euch was drunter vorstellen könnt:

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 Delicia! Es ist dort einfach wunderschön mit so viel Natur und man genießt es einfach richtig dort zu sein 🙂 Hier noch fix ein Bild von uns Allen :

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Für mich geht es heute Nachmittag endlich mit meiner Mama,meiner Schwester und meinem Neffen nach Rio de Janeiro und ich kann es kaum noch erwarten 🙂 Es enstehen sicher ganz viele tolle Bilder und ich bin mir sicher,dass das eine unvergessliche Woche wird. Ich denke mal dazu werde ich dann auch meinen nächsten Post machen – Bis bald!

PS: Es tut mir leid,wenn mein Deutsch etwas komisch ist bzw. die Sätze teilweise seltsam formuliert sind, aber in meinem Kopf ist Portugiesisch so eingebrannt,dass mir das dann manchmal gar nicht auffällt 😀

 

Von der WM, einer Eierschlacht & Lepo Lepo

Hallo ihr Lieben,

es ist schon wieder einen Monat her,dass ich mich gemeldet habe und da dachte ich mir,dass es doch ganz schön wäre euch mal wieder ein paar Sachen zu erzählen 🙂

Fangen wir bei meiner neuen Klasse an : Am Anfang war es wirklich komisch, da ich wirklich niemanden kannte und außer den Lehrern kaum jemand mit mir gesprochen hat,wieso auch immer, aber ich habe mich dann einfach mit an eine Gruppe drangehangen & das sind jetzt auch meine Freunde in der neuen Klasse. So etwas ist ganz wichtig, sich so schnell es geht Anschluss zu suchen (besonders leicht,wenn es Schuljahresanfang ist). Normalerweise gehen viele Brasilianer auf einen zu, aber es kann halt auch so der Fall sein wie hier bei mir. Das komplette Gegenteil war ein Mädchen namens Fernanda. Letzte Woche Freitag hatten wir nur 5 Stunden & danach so etwas wie „Sport“, aber das ist mehr oder weniger freiwillig und ich habe mich dann halt mit Freunden an einen Tisch gesetzt und wir haben uns unterhalten und dann kam ein Mädchen „Hallo,ich heiße Fernanda,wie heißt du?“ – „Marie-Louise“- „Und woher kommst du?“ – „Aus Deutschland“ – „Aaah wie cool, du bist ab jetzt meine Freundin okay? Denk dran,ich heiße Fernanda. Alles klar ich muss los,tschüss“ und ich dachte mir nur so okaaay? Was war das denn jetzt haha. Eine anderes Mal in der Schule wurde ich gefragt, ob das Wasser in Deutschland gut ist, ob ich weiß was ein Ei ist und ob wir in Deutschland Eier essen 😀 Ich musste mich ja wirklich zusammenreißen,dass ich nicht lauthals loslache,aber okay. Unsere Chemielehrerin lobt mich oft,dass ich so schön mitmache & unser Bio Lehrer versucht auch oft so mithilfe von mir den Vergleich zu Deutschland herzustellen (also Vegetation,Tiere usw) und das finde ich echt cool, dass sie mich da nicht total außen vor lassen. Unsere letzte Literaturstunde war auch total genial, es war eine Doppelstunde und die Schüler wurden in verschiedene Gruppen mit Themen aufgeteilt und jede Gruppe hat etwas musikalisches gemacht & es war so eine mega gute Stimmung und zum Schluss hat sogar unser Lehrer dann vor allen Leuten „Lepo Lepo“ getanzt haha. Hört euch das Lied mal auf YouTube an,dann wisst ihr Bescheid.

Außerdem durfte ich noch eine andere Tradition von Brasilien erfahren: Das Eierwerfen. Hier ist es tatsächlich üblich, dass du wenn du Geburtstag hast damit rechnen musst,dass deine Freunde Eier kaufen,diese mit in die Schule bringen & du damit abgeworfen wirst bzw auf deinem Kopf ein „Kuchen“ damit gemacht wird. Aiaiai,da war was los sag ich euch 😀 Eine andere Sache zur Schule: Man darf in der Schule sein Handy laden,wann man möchte & manchmal benutzen es die Schüler, um ein Buch im Internet oder so zu lesen,was gerade im Unterricht besprochen wird. Einige Tests dürfen zusammen geschrieben werden, was ich ja echt cool finde,aber das sind dann halt meistens eher so Unterrichtsaufgaben die bewertet werten,aber davon gibt es viele.

Dann noch ein ganz ganz anderes Thema, was ich vorher hier noch nie angesprochen habe : Beziehungspartner. Ich habe mich letztens mit einem Kumpel über meinen Freund in Deutschland unterhalten (Ja, wir haben uns auf die Fernbeziehung eingelassen und es läuft super!) und sind dabei auf das Thema übernachten gekommen. Für uns in Deutschland ist es ja mehr oder weniger normal,bei seinem Partner zu sein und dann (falls es die Eltern erlauben) auch mal dort schlafen,oder einfach einen Film zusammen zu schauen oder so, aber hier ist es teilweise nicht einmal möglich zusammen mit einem Kumpel einen Film zuschauen und dabei die Tür zuzuhaben. Er hat mir erzäht,dass eine Freundin bei ihm war und sie wirklich nur ganz normal einen Film schauen wollten und er hat halt aus Gewonheit die Tür zu gemacht und nach ein paar Minuten hat ihm sein Dad eine SMS geschrieben,dass er mal bitte rauskommen soll,damit die Beiden reden und er solle doch bitte die Tür offen lassen und solche Sachen. Ich meine Kontrolle ist gut, aber irgendwie muss man seinem Kind doch auch irgendwann Freiraum geben. Dennoch sind natürlich nicht alle Eltern so, aber wenn ihr einfach mal so bei nem Kumpel übernachten wollt,könnte das ein Problem sein. Was hier aber auch Standart ist, ist die Tatsache,dass viele viele Kinder,die inzwischen schon Erwachsene sind,bei ihren Eltern wohnen bleiben und da wird hier niemand als „Muttersöhnchen“ abgestempelt,denn hier ist das einfach ein Zeichen von Familienzusammengehörigkeit und absolut normal. So fragt meine 21 jährige Schwester auch manchmal immer noch ihre Mum, ob sie bei ihrem Freund schlafen darf oder andere allgemeine Sachen.

Mein letzter Punkt heute: die WM. Wie ihr sicherlich vor einiger Zeit mitbekommen habt, gab es einige Unstimmigkeiten und Unruhen aufgrund der WM, da die Brasilianer einfach (völlig zu Recht) der Meinung sind,dass das unendlich viele Geld,welches für die Stadien ausgegeben wird, viel mehr in der Gesundheit und in anderen Bereichen gebraucht wird. Es hat sich mehr oder weniger gelegt,aber ich bin mir ziemlich sicher,dass es in naher Zukunft und besonders zu Beginn der WM noch etliche Demos geben wird. Ich zu meinem Teil hoffe, dass man das alles relativ gut lösen kann und Brasilien nicht völlig im Chaos versinkt. Ich wohne ja nicht ganz so nah an einem Stadion, aber es wird sicherlich bald soweit kommen,dass besonders in den Städten wo die Spiele stattfinden die Preise unendlich ansteigen und ja.. trotz dieser Tatsache freuen sich natürlich sämtliche Brasilianer auf die WM und können es kaum erwarten,dass es endlich losgeht. 🙂 Deutschland ist übrigens einer der Favoriten hier (Brasilien natürlich auch) und sie sind der Meinung,dass wir Deutschen und wir Brasilianer es ziemlich weit schaffen werden.

Meine Gastmama hat jetzt übrigens die Tickets für Rio de Janeiro gekauft und wir fliegen vom 29.04 – 05.05 und ich freue mich riesig drauf, besonders weil kurz vorher auch mein Geburtstag ist und ich noch ein letztes Paket von meinen Eltern bekomme,wuhu! Apropros letztes Paket.. meine Endzeit ist angebrochen 🙁 Es sind nur noch weniger als 100 Tage, das ist doch unmöglich. Es ist sehr sehr schwierig das zu realisieren und sich vor Augen zu halten,aber ich werde auf jeden Fall versuchen die Zeit hier so gut es geht noch zu genießen.

schöne „neue“ Welt

Das neue Schuljahr hat begonnen und ich war natürlich heilfroh endlich meine ganzen Freunde und die Lehrer wiederzusehen :). Ja, man freut sich hier (zumindest teilweise) die Lehrer wieder zu sehen, da man zu ihnen einfach eine total lockere und freundschaftliche Bindung hat und dann gab’s natürlich auch erstmal ein paar Küsschen und Umarmungen. Ein bisschen habe ich ja schon Angst,dass wenn ich zurück in Deutschland bin total komisch rüber komme, weil ich es jetzt gewohnt bin selbst fremden Leuten Wangenküsse zu geben – ich kann mich nicht daran erinnern,wann ich das letzte Mal jemandem die Hand geschüttelt habe 😉 Mit dem neuem Schuljahr kamen aber auch gleich ein paar Veränderungen, denn es sind einige Lehrer von der Schule gegangen und somit wurden die 3 Abschlussjahrgänge in 2 Zusammengelegt und wir waren -haltet euch fest- sage und schreibe 55 Personen in einem relativ kleinem Klassenzimmer.Da ist Chaos natürlich vorprogrammiert, die Lehrer waren teilweise überfordert (was ja absolut verständlich ist, aber sie greifen auch nie wirklich hart durch) und das krasseste war aber, dass die Schüler,die zu spät kamen, keinen Tisch/Stuhl mehr hatten und sich so in die Reihen auf den Fußboden gesetzt haben. Desweiteren hat der Abschlussjahrgang 3 mal in der Woche Nachmittags Unterricht (was ja absolut normal ist), 2 mal in der Woche Vormittags UND Nachmittags Unterricht und dann noch Samstag und manchmal sogar Sonntag Vormittag Unterricht – einfach nur heftig. Die Konzentration und die Motivation geht dann natürlich oft verloren und als die Lehrer meinten es sei wichtig nebenher trotzdem noch den Hobbys nachzugehen, habe ich mich wirklich gefragt wie es die Schüler in dem ganzem Lernstress noch schaffen sollen. Kurze Zeit später bekamen ich und Emil (der dänische Austauschschüler) eine schlechte Nachricht.Da wir keine Arbeiten zwingend mitschreiben mussten (wir „wiederholen“ das Jahr hier sozusagen) und die Klasse so voll ist wurden wir wieder heruntergestuft. Ich hätte wirklich heulen können, weil ich es geliebt habe in der Umgebung meiner Freunde hier sein zu können,aber ich hatte natürlich auch Verständnis und so ging es ab in die neue Klasse. Wir waren natürlich erstmal „auf uns alleine gestellt“, da wir niemanden kannten, aber das Gute war, dass das neue Schuljahr ja erst angefangen hat und so a) einige neue Schüler sowieso dazu kamen und b) neue Lehrer kamen, die sich erstmal vorgestellt haben. Am Anfang habe ich mich wirklich nicht wohl gefühlt, wie ein richtiger Außenseiter und ich dachte niemand würde mit mir reden wollen oder sie haben kein Interesse oder sowas, aber das hat sich zum Glück wirklich schnell gelegt. 🙂 Inzwischen habe ich schon einen zweiten Freundeskreis aufgebaut mit wirklich netten Leuten und ich bin glücklich. Den Unterricht verstehe ich übrigens super gut, ich war wirklich überrascht von mir selbst, aber ich kann dem Unterricht wunderbar folgen und habe sogar in Chemie schon einige Punkte gesammelt (was meine Lehrerin sehr stolz gemacht hat haha). Meine Freunde aus der alten Klasse sehe ich meistens vor/nach der Schule und in den Pausen und wir verstehen uns immer noch so einwandfrei wie vorher, was mir echt wichtig war. Das Letzte was sich hinsichtlich der Schule für mich verändert hat ist, dass ich anstatt mit dem öffentlichem Bus jetzt mit einem Schülertransport zur Schule gefahren und abgeholt wäre. Es macht preislich einen nicht all zu großen Unterschied, ist deutlich sicherer,da ich jeden Tag alleine einen Hang auf und abwärts laufen musste und ich komme nicht mehr total K.O. in der Schule an (weil ich den Berg in der prallen Sonne hochlaufen musste).

Eine andere Sache die sich verändert hat ist unsere Planung bezüglich Rio de Janeiro. Eigentlich wollten wir ja jetzt im Februar fliegen, oder Anfang März. Da es jetzt aber dort brechend heiß ist (um die 42 Grad, gefühlte 50) wollte meine Familie mir das nicht „antun“ und wir fliegen später – im April oder Mai. Ich hoffe wirklich so sehr,dass das klappt und sie mir somit doch noch ein kleines Träumchen erfüllen.

Apropros Träumchen, vorletztes Wochenende waren wir am Sonntag in der Stadt Canavieiras, eigentlich um an den Strand zu fahren. Wir sind gleich frühs mit der ganzen Familie los, da die Stadt ungefähr 2 Stunden mit dem Auto entfernt ist. Nachdem wir angekommen waren,trafen wir auf zwei Freunde meiner Gastmutter und sind zunächst in ein Haus gegangen (ich dachte das wäre das Haus von einem der Freunde, da Sachen von ihm dort rumlagen) und haben es uns angeschaut und wow, es sah wirklich gut aus, schön geräumig und im Garten ganz viele Kokusnüsse an den Bäumen. Nach einiger Zeit hat uns dann der Hunger gepackt und wir sind an einen nah gelegenen Imbiss gefahren, der direkt an einem Fluss liegt. Verdammt Leute es sah dort wirklich aus wie im Paradies und das Essen war echt gut. Ich habe dort zum ersten Mal Krebs gegessen und dann gab es noch verschiedenen Fisch,Reis und Farofa – super lecker. Als wir dort waren habe ich dann auch erfahren,dass meine Gastmutter das Haus wo wir vorher waren KAUFEN will. Sie meinte es wäre der perfekte Ort für schöne Wochenenden oder die Ferien und da stimme ich ihr natürlich absolut zu. Hoffentlich gehen wir dort bald nochmal hin, denn es ist wirklich ein super idillischer Ort, die Stadt ist fantastisch und man muss es einfach lieben. 🙂

 

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Glück,Zufälle und das Ende der Sommerferien

Halli Hallo,

nun ist schon fast der letzte Tag vom Januar angebrochen und da dachte ich mir,dass ich euch nochmal kurz ein bisschen erzähle, wie mein erster Monat des neuen Jahres überhaupt so war 🙂

Gestartet bin ich (wie schon im letztem Post erwähnt) eigentlich super gut in das neue Jahr, als ich jedoch dann wieder zu Hause war hatte ich einige gesundheitliche Probleme, welche mir wirklich zu schaffen machten. Ich möchte darauf gar nicht so wirklich näher eingehen, aber dennoch hatte ich wirklich große Angst um mich selbst und auch darum,dass ich mein Auslandsjahr hier in Brasilien vorzeitig abbrechen muss. Ich habe dann natürlich mit meiner Gastfamilie darüber gesprochen und diese sind mit mir dann auch gleich zum Arzt gefahren,welcher mir Antibiotika verschrieben hat. Dort bei dem Arzt (es war eine gemeinschaftliche Klinik) herrschte Teilweise totales Chaos,weil die Sekretärinnen überfordert waren, aber an sich musste man einfach nur eine Nummer ziehen, sich hinsetzen, fernseh schauen und warten und dann geht man zu den Sekretärinnen, sagt was man hat & dann wird man irgendwo hingeschickt oder muss noch einmal warten.Inzwischen ist alles wieder in Ordnung und mir geht es wunderbar!

 

Gegen Mitte des Monats war ich mit meiner Familie bei einer Arbeitskollegin meiner Mutter zu einem Churrasco eingeladen und ja was soll ich sagen, ich liiiiiebe Churrascos hier so sehr 🙂 Das Essen ist super lecker, es gab leckere Cocktails und mein Bruder und ein paar Freunde von ihm saßen an einem Tisch und haben Samba gespielt. Aber das beste an diesem Abend war, dass ich Izabela getroffen habe. Ich kannte sie vorher nicht, wir wurden an dem Abend einander vorgestellt und sie hat doch tatsächlich über Weihnachten und Silvester einen Monat in DEUTSCHLAND verbracht & ihre Schwester war vor etlichen Jahren mal ein Jahr in der Türkei 🙂 Wie cool ist das denn? Es war wirklich ein brillianter Zufall und wir hatten natürlich eine Menge zu erzählen (auf Portugiesisch versteht sich, da man in einem Monat und besonders im erstem wirklich nicht viel von der Sprache mitnimmt). Desweiteren muss ich sagen, dass ich wirklich erstaunt bin,wie viele Leute hier an Deutschland oder an der Sprache wirklich interessiert sind, da sie nicht die Erste ist, die ich in der Hinsicht getroffen habe. Ein anderer Freund von der Familie war selber auch schon in Deutschland & fliegt jetzt im Februar wieder nach Berlin um ein bisschen rumzuschauen und ich muss echt sagen, als er ein paar Wörter Deutsch gesprochen hat, habe ich ihm echt abgenommen,dass er Deutscher ist und das obwohl er zum größten Teil nur Namen von Schriftstellern kennt. Dennoch ist seine Aussprache wirklich total akzentfrei,was ich hier bis jetzt noch nie so gehört habe und das fand ich wirklich beeindruckend. Als ich hier damals zu meinem erstem Churrasco bei den Schwiegereltern meiner Schwester eingeladen war, hatte mich ein Freund meiner Mutter mit „Hallo, wie gehts?“ angesprochen und ich war erstmal total aus den Socken gehauen,weil ich mit sowas natürlich überhaupt nicht gerechnet habe.

Eine andere gigantische Sache, welche mich wirklich unglaublich glücklich gemacht hat und auch noch macht ist die Tatsache, dass ich Karneval mit meiner Familie in RIO DE JANEIRO verbringen werde. Das ist doch der absolute Wahnsinn,oder? Ich kann es immer noch nicht glauben und freue mich wirklich unheimlich darauf, denn ich glaube dass das nochmal ein richtiges Highlight meines Jahres wird.

Vorgestern war außerdem mit meinen Freunden im „American Parque“, da es der letzte Tag war und wir uns endlich mal wieder sehen wollten und ja was soll ich sagen, es war super lustig und der Preis für eine Fahrt ist mit 4 Reais (bisschen weniger als 2 Euro) auch echt okay, zumal ich eh nicht mehr als 2-3 Mal mitfahren kann,da mir einfach total schwindelig wird haha.

Nächste Woche ist dann auch für mich erstmal das Faulenzen vorbei, denn es sind inzwischen 3 Monate Sommerferien rum. Ich kann es nicht fassen,haben die Ferien nicht letztens erst angefangen? Aber hey, ich freue mich zwar nicht darauf jeden Tag wieder den riesigen Berg zur Schule hochlaufen zu müssen, aber ich freue mich unendlich darauf meine Freunde wieder jeden Tag zu sehen!

Ich meld mich wieder wenn das neue Schuljahr angefangen hat

S2 Adeus