Archiv des Autors: Maria

Verkehr, Erdbeben und die Vorweihnachtszeit

Seit meinem letzten Eintrag ist schon ein bisschen Zeit vergangen und ich dachte, vielleicht schreibe ich mal wieder ein bisschen über die Geschehenisse.

Ich hoffe, ihr genießt alle die Weihnachtszeit zu Hause in Deutschland, hier ist es nämlich sehr unweihnachtlich. Zwar geben sich die Ecuadorianer allergrößte Mühe beim Schmücken, selbst der Bürgermeister lässt in der Stadt riesige Weihnachtsengel aufhängen, aber bei über 30°C fällt es doch schwer, in Weihnachtsstimmung zu geraten. Hier gibt es nämlich auch keinen Nikolaus, keinen Adventskalender, kein Plätzchenbacken und keine Adventssonntage. Trotzdem haben die Ecuadorianer genauso viel Stress beim Geschenke kaufen, Festessen vorbereiten usw. Ich bin gespannt auf die Weihnachtstage, aber freue mich auch schon sehr, nächstes Jahr wieder bei kalten Temperaturen Kakao zu schlürfen und jeden Tag ein Türchen aufzumachen.

Vor einigen Wochen saß ich morgens ganz normal in meinem Zimmer, als plötzlich alles anfing, zu wackeln. Es gab ein kurzes Erdbeben, allerdings nur sehr schwach und es war auch schnell wieder vorbei. Etwas unheimlich war es trotzdem.

Vor kurzem war ich mit meiner Gastfamilie in Guayaquil, der größten (und gefährlichsten) Stadt Ecuadors. Wir fuhren 3 Stunden mit dem Auto hin, gingen dort in eine riesige Mall, Weihnachts-Schnäppchen kaufen, übernachteten in einem Hotel, besuchten am nächsten Tag noch eine weitere, noch größere Mall und fuhren wieder zurück. Immerhin kamen wir auf der Rückfahrt am Malecón vorbei, einer Art Promenade am Guayas-Fluss. Ich hatte gehofft, dass ich vielleicht ein bisschen von der Stadt zu sehen bekäme, aber zum Glück werde ich im Januar noch einmal nach Guayaquil fahren.

Der Verkehr ist überhaupt so eine Sache hier. Ich würde ihn als sehr unterschiedlich zu Deutschland beschreiben. Mittlerweile fahre ich öfter mal mit dem Bus. Davon wird manchmal abgeraten, weil es etwas gefährlicher ist, aber tagsüber hält sich die Gefahr in Grenzen. Man geht zu irgendeiner Station und wartet, bis der Bus kommt, was nie länger als eine Minute dauert, dann steigt man ein, bezahlt 25ct und kann so lange herumfahren, wie man möchte. Für Schüler in Schuluniform kostet die Fahrt sogar nur 15ct. Ab und zu steigen Verkäufer in den Bus ein, wollen Bonbons, Lollis oder Kekse verkaufen. Einmal stieg sogar ein junger Mann mit einem Verstärker ein und rappte eine Weile. Dies geschieht natürlich mit dem Motiv, Geld zu verdienen, denn nicht alle hier sind wirtschaftlich so gut dran wie meine Gastfamilie. Zwar muss man sich Ecuador nicht als furchtbar armes Land ohne Strom und Wasser vorstellen, aber es gibt schon viele ärmere Gegenden, in denen das Leben sehr einfach ist und die Menschen froh sind, über jeden Dollar, den sie sich irgendwie verdienen können.
Die Alternative zum Bus ist das Taxi und das wird hier wirklich viel genutzt. Es ist im Vergleich zu Deutschland spottbillig und immer sofort verfügbar, daher ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel. Aber auch hier sollte man darauf achten, sich nicht allein in ein Taxi zu begeben und die Taxis zu bevorzugen, die mit Kameras und einem Notfallknopf von der Regierung ausgestattet sind. Laufen und Fahrrad fahren gehört nicht unbedingt zu den Arten, sich fortzubewegen. Fahrrad fahren ist hier aufgrund nicht vorhandener Fahrradwege und einem ziemlich unübersichtlichen Autoverkehr unglaublich gefährlich. Verkehrsregeln, Ampeln und Schilder gibt es zwar und sie werden auch ab und zu beachtet, manchmal werden sie aber auch eher als “Empfehlungen” angesehen und großzügig übergangen, sodass man, falls man doch mal zu Fuß unterwegs ist, sehr aufpassen sollte. Auch für kurze Wege wird bevorzugt ein motorisiertes Gefährt genutzt. Übrigens gilt auch hier: Führerschein ab 18, aber die meisten lernen das Autofahren schon wesentlich eher und es wird auch nicht groß darauf geachtet, ob jemand mit oder ohne Führerschein fährt. Mir wurde sogar erzählt, dass, wenn man ohne Führerschein unterwegs ist, nur eine Strafe von $5-10 bekommt und das wars. Angeschnallt ist man sowieso nie unterwegs und auf Pick-Ups fahren meistens hinten auf der Ladefläche noch ein paar Leute mit.

Letztens gab es in meiner Schule übrigens einen sogenannten “mañana cultural” (kulturellen Morgen). Zu diesem Zweck sollten zwei Freunde von mir und ich vor der gesamten Schule vorsingen, auf Englisch. Wir sangen “Count on me” von Bruno Mars, denn eben jener ist extrem bekannt und beliebt hier und schließlich sollten die Leute das Lied kennen. Es war aufregend und hat Spaß gemacht und es haben alle sehr laut applaudiert, was uns natürlich stolz gemacht hat. Danach gab es eine Schönheitsköniginnenwahl. Es traten 5 Mädchen an, die jeweils eine traditionelle Tracht des Landes trugen und mit einigen Informationen die jeweilige Region präsentierten. Es waren sehr interessante Kleidungsstücke dabei, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die Teilnehmerinnen waren übrigens alle aus meinem Jahrgang.

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Anschließens tanzten die jüngeren Jahrgänge noch traditionelle Tänze vor, insgesamt bildeten diese Beiträge also eher den kulturellen Teil der Veranstaltung als unser Sing-Auftritt.

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Ich bin jetzt 4 Monate hier und kann glaube ich mittlerweile sagen, das Land ganz gut zu kennen, zumindest die grundlegenden Dinge. Mir fällt jeden Tag auf, wie unterschiedlich Ecuador und Deutschland sind, das mir Vieles hier sehr gut gefällt und ich andere Dinge in Deutschland absolut zu schätzen weiß. Und auch wenn es manchmal nicht ganz so leicht ist, lohnt es sich wirklich, diese Erfahrung zu machen und ich bin froh, diese Chance zu haben.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich erstmal und wünsche frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2014!
Ganz liebe Grüße,
Maria

PS: Weil vermehrt der Wunsch aufgekommen ist, gibt es jetzt noch ein Foto von mir in Schuluniform. Freut euch einfach, dass ihr anziehen könnt, was ihr wollt.

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Schmetterlinge – sonst nichts…

In diesem Post also nur Bilder von den Schmetterlingen. Es gibt sicher Spannenderes, aber ein paar schöne Exemplare sind dabei.

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Dschungelreise – el viaje al oriente!

Drückende Hitze, feuchte Kleidung, überall Grün, der Geruch nach feuchter Natur, Regen, knallende Sonne, bunte Blüten, traumhafte Landschaft, egal wohin man schaut, Affen, Insekten, ein Traum..

Ich bin wieder da und hinter mir liegen ein paar Tage Dschungel, ein paar Tage Abenteuer, ein paar Tage Glück. Denn diese Reise in den Dschungel war spannend, erlebnisreich, aber auch anstrengend.

Alles begann mit der Busfahrt von Machala nach Quito. Wir fuhren den ganzen Tag (12 Stunden) und waren alle froh, als wir abends endlich in Quito ankamen und viele bekannte Gesichter trafen. Am nächsten Morgen fuhren wir alle gemeinsam in Richtung Regenwald. Als wir ausstiegen, am Ufer des “Rio Napo” überkam uns zunächst eine drückende Hitze. Doch viel wichtiger war die traumhafte Kulisse, in der wir uns plötzlich befanden. Endloses Grün, dazwischen schlängelt sich der Fluss durch die Landschaft, auf wessen Oberfläche die Sonne glitzert. Doch für großes Staunen blieb keine Zeit, denn wir mussten gleich unser Gepäck auf kleine Boote laden, die uns zum Hotel bringen sollten.

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So sah das Ufer aus, an dem wir ankamen. Diese Holzboote brachten uns samt Gepäck zum Hotel.

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Das Hotel befand sich ein Stück flussaufwärts auf der anderen Uferseite. Es erschien uns allen wie eine Oase und das Mittagessen, welches uns gleich nach der Ankunft in Form eines Buffets serviert wurde, sorgte für viele große Augen. Alle Austauschschüler sind es seit 3 Monaten gewöhnt, jeden Tag Reis zu Essen und so sorgte die große Auswahl an Salaten, Nachtisch, Gemüse, Fleisch und Beilagen einfach für sehr viele glückliche Gesichter und übervolle Mägen. Den restlichen Tag verbrachten wir im Hotelpool oder in den zimmereigenen Hängematten.

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Die schöne Hängematte auf unserem Balkon mit wunderschöner Aussicht auf den Fluss.

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Am nächsten Morgen, nachdem wir mit Pfannkuchen, jeder Menge Früchten und richtigem Müsli versorgt waren, fuhren wir mit den Booten in ein Reservat. Dort machten wir eine dreistündige Tour durch den Regenwald, ab und zu wurden uns Pflanzen und Tiere erklärt und alle bestaunten die tolle Kulisse. Es war wirklich interessant, aber auch sehr anstrengend, da es furchtbar heiß und sehr feucht war.

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Wir wurden dann zum Flussufer gefahren, wo bereits gebaute Floße auf uns warteten. Zu zwölft nahmen wir dann Platz und durften uns dann den Dschungelfluss bis zum Hotel treiben lassen, was aufgrund der großen Hitze wirklich eine tolle Abkühlung war.

Abends konnten wir noch ins Dorf hinter dem Hotel gehen, ein bisschen die Landschaft erkunden oder einfach in der Hängematte entspannen.

Ich habe so eine Fülle an Grün wirklich noch nie gesehen und finde, der Regenwald hier ist ganz anders als Wälder, die man eben sonst so kennt. Teilweise kann man keine 5m weit blicken, so viele Bäume und Pflanzen gibt es. Selbst wenn man nach oben blickt, erstreckt sich über einem ein riesiges Dach aus Blättern, Blüten und Grün und ab und zu verirren sich Sonnenstrahlen durch das Blätterdach, die dann alles zum Leuchten bringen. Es ist einfach schön.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot zu einer Art Auffangsstation für Tiere mitten im Wald. Dort sahen wir Papageien, Wasserschweine, Affen und vieles mehr, leider nur hinter Gittern, was schade war. Auf dem Weg dorthin bekamen wir jedoch einen Affen in freier Natur zu sehen, der sich über uns durch die Bäume bewegte, was natürlich alle dazu brachte, sofort die Kamera zu zücken. Die Auffangsstation war sehr interessant und man sah viele Tiere, die wir sonst im Wald wohl nicht gesehen hätten.

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Auch diesmal kamen wir wieder über den Fluss zurück zum Hotel, in großen Gummi-Schwimmreifen konnten wir uns auf dem Fluss zurücktreiben lassen. Das hat natürlich richtig viel Spaß gemacht und uns allen einen heftigen Sonnenbrand eingebracht.
Nachmittags waren wir dann in einem Schmetterlingshaus, in dem es eine Vielzahl an bunten, schönen Schmetterlingen gab. Die Fotos lade ich in einem separaten Blogeintrag hoch, da es zu viele sind. Man konnte dann noch ein paar Souvenirs aus dem Dschungel kaufen, sowas wie Blasrohre, Messer oder Schmuck und den Rest des Abends nach Belieben im Hotel oder im Dorf verbringen.

Die Reise war, wie schon erwähnt, einfach wunderbar. Ich hatte keine Vorstellung, wie der Regenwald aussieht und werde all diese Dinge, die ich auf dieser Reise, gesehen und erlebt habe, wohl nie wieder in dieser Form erleben. Diese Natur ist einzigartig und wenn man sie mal gesehen hat, dann versteht man irgendwie, warum es so unheimlich wichtig ist, sie zu schützen. Mir hat die Reise viel gebracht, viele neue Eindrücke, viel Wissenswertes und viele schöne Erlebnisse. Außerdem habe ich ein bisschen entspannt, denn ein Austauschjahr ist anstrengender, als man denkt.

Mit diesen Worten beende ich diesen Blogpost und wenn noch irgendwelche Fragen aufkommen, bin ich gerne bereit, sie zu beantworten.

Die Schmetterlingsbilder folgen im nächsten Post,
bis bald, eure Maria.

Peru, Innereien und ein 15. Geburtstag

Die Zeit ist vergangen und bald ist der 3. Monat vorbei. Alles ist in bester Ordnung und nach anfänglichen Schwierigkeiten kann ich mich jetzt wirklich über nichts mehr beklagen. Und ich habe auch Einiges erlebt.

In meiner Stadt gab es einen großen Marsch, der sich “Todos somos Machala” (Wir alle sind Machala) nannte. Das Ganze war eine politische Aktion. Bald finden wieder Bürgermeisterwahlen statt und der jetzige Bürgermeister Carlos Falquez genießt ein unheimlich hohes Ansehen bei den Bewohnern der Stadt. Er hat die Stadt wohl extrem aufgewertet und verbessert in der Zeit, in der er jetzt schon Bürgermeister ist. Straßen und Parks gebaut, die Infrastruktur verbessert usw. Um ihn zu unterstützen und um für seine Wiederwahl zu werben, gab es diesen besagten Marsch. Alle bekamen Fähnchen und T-Shirts und sind dann die gesamte Hauptstraße jubelnd entlanggelaufen. Ich war dabei gemeinsam mit meiner Tanzgruppe vertreten, wir hatten unsere eigenen T-Shirts und ein Spruchband, es hat viel Spaß gemacht. Übrigens ist der Bürgermeister quasi mein Nachbar, er wohnt nur 2 Häuser entfernt.

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Außerdem war ich bei einem “Quince Años” (15. Geburtstag). Dieses Fest wird hier sehr groß gefeiert, zumindest bei den Mädchen und ist inetwa mit der Konfirmation/Jugendweihe bei uns zu vergleichen. Die Familien geben sich unglaubliche Mühe bei der Ausrichtung dieser Festlichkeit, die je nach finanziellen Möglichkeiten größer oder etwas kleiner ausfällt. In diesem Fall war das ganze Haus geschmückt, aus unseren Augen vielleicht etwas kitschig. Alles war rosa, ein kleines Buffet war aufgebaut und sehr viele Leute hatten sich eingefunden, um den Ehrentag dieses Mädchens zu feiern. Der Einfachheit halber liste ich nur die wichtigsten Punkte auf.

1. Der Einzug der “Quinceañera” und ihrer Begleitung (ich glaube in diesem Fall war es ein Klassenkamerad von ihr). Sie trug ein prächtiges Kleid (rosa!!!) und als sie den Raum betrat, applaudierten alle.
2. Als nächstes hat sie 15 “damas” aufgerufen, ihre wichtigsten Freundinnen, die sich dann um sie herum in die Mitte des Raumes stellten.
3. Der “cambio de maquillaje”, (Make-up auflegen). Ihre Mutter hat ihr die Augen und die Lippen geschminkt.
4. “Tausch der Schuhe” (cambio de zapatillos), wobei sie ihre rosafarbenen Hausschlappen auszog und ihr silberne High-Heels angezogen wurden.
5. Als nächstes musste ihr Begleiter ihr Strumpfbänder vom Bein ausziehen und den “damas” (also den Freundinnen) anziehen.
6. Alle “damas” haben eine Kerze bekommen, welche angezündet wurde und die “Quinceañera” wurde von ihrem Begleiter zu jeder der Kerzen geführt. Diese durfte sie dann auspusten und sich für jede Kerze etwas wünschen, also insgesamt 15 Wünsche.
7. Es wurden ein paar Reden gehalten, von ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrer besten Freundin, alle richteten ein paar nette Worte an sie. Der Inhalt der Reden war meistens das Erwachsenwerden, denn wie auch bei uns die Konfirmation, wird der 15. Geburtstag hier als Eintritt in das Erwachsenwerden gesehen.
8. Als letzter Punkt folgte ein Walzer, den sie zuerst mit ihrer Begleitung, dann mit ihrem Vater tanzte. Anschließend wurde der Abend eröffnet und viel getanzt.

Den “Quince Años” feiert man in ganz Lateinamerika, wobei allerdings jedes Land seine eigenen kleinen Traditionen hat und das auch noch von Familie zu Familie unterschiedlich sein kann. Mir hat es gut gefallen, diesen Geburtstag mitzuerleben, nächstes Jahr wird meine Gastschwester 15, mal sehen, ob wir dann auch so eine Feier haben.

Letztens waren alle Austauschschüler meiner Schule bei einem Sing-Wettbewerb zum Zuschauen. Sinn der Sache war es, dass die Schüler auf Englisch singen mussten und in ihrer Aussprache bewertet wurden. Von jedem colegio Machalas trat ein Schüler auf. Die Schulen versuchen, durch solche Evente das Interesse an der englischen Sprache zu wecken, denn das ist wirklich kaum vorhanden. Die meisten wollen gar nicht unbedingt Englisch lernen und derartige Wettbewerbe wecken vielleicht doch das Interesse des Einen oder Anderen. Eigentlich keine schlechte Idee.

Weiterhin gibt es zu berichten, dass ich in Peru war, wenn auch nur ganz kurz. Wer Machala kennt, weiß, dass es sehr nah an der peruanischen Grenze liegt und eben dort waren wir. Der Ort nennt sich Huaquillas und dort gibt es im Prinzip nichts als Straßenverkäufer, die zu sehr billigen Preisen allerlei Dinge verkaufen. Von diversen Früchten, über Kleidung, Schmuck bis zu Whiskey kann man dort wirklich alles günstig erstehen. Es wurden sogar Welpen verkauft, was ich allerdings grausam fand, denn diese sahen keinesfalls gesund aus. Die günstigen Preise sind dadurch zu erklären, dass das Ganze nur mehr oder weniger (weniger!!!) legal stattfindet.
Die Verkaufsstraße führt über die Grenze und ja, wir waren drüben. Meine Gasteltern wollten Plastikblumen und Weihnachtsdekoration kaufen und nach über 2 Stunden haben wir das Plastikblumen-Weihnachtsdekorationsgeschäft dann wieder verlassen. Mit 3 Säcken Plastikblumen und um $160 ärmer. Anschließend haben wir noch eine Kokusnuss geschlürft und Wassermelonen gekauft, die größer waren als ein Baby. Ich fand es super, habe aber leider vergessen, Fotos zu machen.

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Als letztes noch eine sehr interessante Information. (Höhö) Ich habe Innereien gegessen. Eines morgens servierte man mir Reis mit so einer bräunlichen Soße, in der Kartoffelstücken und noch etwas anderes schwamm. Man sagte mir, das sei kein Fleisch und es nenne sich “guatita”. Also aß ich es und die Soße war auch ganz lecker, nur die Stückchen kamen mir etwas komisch vor, so schwabbelig und besonders gut haben sie auch nicht geschmeckt. Nach dem Frühstück habe ich dann gegoogelt, was ich da gerade gegessen habe. Guatita – ein typisch ecuadorianisches Gericht, bei welchem geschmorte Innereien mit Kartoffeln und Erdnusssoße zu Reis gegessen werden. Naja, meine Gastfamilie ist noch im Lernprozess und sie versuchen eigentlich meist, mich von Fleisch fern zu halten.
In ein paar Tagen fahre ich endlich in den Dschungel, worauf ich mich richtig freue. Liebste Grüße,
Maria

Endlich wieder Schule!

Es ist einige Zeit vergangen und mittlerweile verbringe ich schon über 2 Monate hier. Ecuador ist für mich immernoch ein traumhaftes Land mit wunderbaren Menschen, einer unglaublich vielfältigen Landschaft und ich bereue es nicht, mein Austauschjahr in diesem schönen Land zu verbringen. Auch wenn es mir nicht immer gut geht und ich auch sehr schlechte Phasen erlebe, freue ich mich jeden Tag, diese Erfahrung machen zu dürfen.

Wir hatten 2 Wochen Ferien. Die waren ehrlich gesagt sehr langweilig, weil meine Familie zu Hause geblieben ist und nicht verreist ist, wie es unter den meisten Familien üblich ist, da meine Gasteltern arbeiten mussten. Das fand ich sehr schade, aber irgendwie ist die Zeit dann auch vergangen. Ein paar kleine Erlebnisse gab es dennoch und wenigstens die möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich gehe jetzt regelmäßig (wenn es klappt jeden Tag) ins Fitnessstudio. Es ist wirklich ziemlich groß und es gibt über 3 Stockwerke verteilt diverse Geräte. Bei manchen weiß ich nicht einmal, wozu sie gut sind. Unter anderem wird dort auch ein Tanzkurs angeboten, an welchem ich teilnehme. Ein sehr gut gebauter, strahlender Ecuadorianer tanzt vor dem Spiegel irgendwelche furchtbar schnellen und komplizierten Schrittfolgen vor und die ausschließlich weiblichen Teilnehmer versuchen, ihm zu folgen, was den sehr talentierten Latinas natürlich deutlich besser gelingt als mir. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich von Mal zu Mal besser werde und vor allem macht dieser Kurs einfach sehr viel Spaß.

Abends nehme ich an einer sogenannten “bailoterapia” teil. Das kann man sich im Prinzip als eine Mischung aus Tanz und Aerobic vorstellen. Der Kurs ist gratis und findet auf einem Basketballplatz hier in der Nachbarschaft statt, es nehmen Frauen aus allen Altersklassen teil und die Leiterin ist eine unglaublich sympathische, sehr talentierte Frau, die sich immer sehr viel Mühe gibt! Das schöne ist, dass man viele neue Leute kennenlernt und durch das gemeinsame Tanzen eine große Gemeinschaft entsteht. So wurde ich zusammen mit einigen anderen Teilnehmerinnen bei einer Japanerin zum Mittagessen eingeladen. Sie lebt mit ihrem Mann seit kurzer Zeit in Ecuador und geht auch regelmäßig zur bailoterápia. Das gemeinsame Essen war sehr schön, es wurden Pizza und Spaghetti serviert, sowie japanischer Tee.

Außerdem hat meine Gasttante (die übrigens bei meiner Gastfamilie als Hausangestellte arbeitet) mich zu einem Schulevent ihrer Tochter mitgenommen. Jeder Kurs der Schule hat tänzerisch den Karneval in einem lateinamerikanischem Land dargestellt. Die Schüler hatten bunte Kostüme an und jeder Kurs präsentierte sich mit einer eigenen Choreografie. Leider sind meine Bilder sehr schlecht und verschwommen, da wir ziemlich weit hinten saßen, deshalb erspare ich euch das lieber.

Einmal sind wir (meine Gastgeschwister und die 2 Kinder der Tante) gemeinsam ins Kino gegangen. Es gibt in der Stadt nur ein Kino, welches in die riesige Mall integriert ist, in der man glaube ich wirklich alles kaufen kann. Mir wurde gesagt, 14 Uhr soll ich fertig sein, 15 Uhr waren dann auch die anderen fertig. (An die ecuadorianische Zeit bin ich noch nicht ganz so gut angepasst) Wir guckten einen Horrorfilm, den aber alle schlecht fanden. Am Wochenende fand dann in der Architektenschule meines Gastvaters ein Event mit Architekten aus dem ganzen Land statt, welches mit vielen Reden und der Wahl einer Schönheitskönigin eröffnet wurde.

Dann waren die Ferien auch schon wieder zu Ende und mittlerweile gehe ich wieder zur Schule, was mich sehr freut, denn dadurch habe ich deutlich weniger Langeweile. Ich durfte sogar bei einem Englisch-Buchstabierwettbewerb, der in unserer Schule ausgetragen wurde, Wettkampfleiterin sein. Demnächst werden die Sieger für den nächsthöheren Wettbewerb vorbereitet und auch dabei soll ich behilflich sein.

Ecuador hat sich für die WM 2014 qualifiziert, hier war echt die Hölle los. Autohupen die ganze Nacht, riesige Feiern, die im TV übertragen wurden, fast alle trugen am nächsten Tag das Ecuador-Trikot. Die Menschen haben sich wahnsinnig gefreut, da die Qualifikation für Ecuador nicht ganz so ‘selbstverständlich’ ist, wie für uns.

Mehr kann ich euch momentan nicht erzählen, ich bin also mehr oder weniger zurück im Alltag, habe eine gewissen Routine und lebe mich besser ein. Demnächst werde ich mit YFU in den Dschungel Ecuadors fahren, darauf freue ich mich schon riesig und ich zähle schon die Tage bis dahin.

Es drückt euch aus der Ferne,
Maria