Archiv des Autors: Lea

Eine Ende aber kein Abschied für ewig

 

 

Hallo zusammen,

seit meinem letzten Eintrag ist es nun wieder eine Weile her und schlimmer wie je zuvor fliegt die Zeit nur so an mit vorbei und in 10 Tagen, ist mein Auslandsjahr, auf das ich so lange hin gefiebert habe auch schon wieder vorbei…

Es ist echt komisch an manches zurück zu denken und zu sagen, das ist 10 Monate her.

Oder daran, als ich mit meinen Freundinnen auf dem Weg nach Hause war, mit 5 Mädchen auf der Rückbank des Autos (eingequetscht und super unbequem) mit lauter Musik und eine Erinnerung auf meinem iPod bekommen habe „100 Tage in Südafrika“. Als ich das dann mit ihnen geteilt habe (eher ihnen zugeschrien (die Musik! ;-)), haben wir alle zusammen einen „Bar-One“ geteilt und diesen besonderen Tag gefeiert.

Es sind diese kleinen und großen Momente, die das ganze Jahr unvergesslich gemacht haben und die ich niemals vergessen möchte.

 

Ich muss auch sagen, dass ich super glücklich bin, dass ich recht viele Fotos von allem gemacht habe, denn manchmal erinnre ich mich durch die Fotos an Momente die ich sonst vergessen hätte. Auch mein Tagebuch (das ich nach 5 Monaten aufgehört habe, worauf ich echt nicht stolz bin!)

 

Jetzt zu dem was seit meinem letzen Blog geschehen ist. Ich bin 16 geworden! Yeah! An meinem Geburtstag war ich erst in der Schule, wo mir ein paar Freundinnen einen 16-Button an meinen Schulpulli gesteckt haben, damit alle wissen, dass ich Geburtstag habe. (Ich bin die jüngste in der ganzen Stufe, da in die die 11.Klasse gehe und da schon alle 17 oder 18 sind.) Ich habe einen Blumenpott bekommen und Schokolade (deustche!). Das war wirklich schön.

Zu Hause war am Morgen noch niemand außer meinem Gastvater wach also hat der Geburtstagsvibe erst in der Schule angefangen und das hat mich echt gefreut. Als ich nach Hause kam, war mein Gastbruder und Gastschwester da und haben mir gratuliert. Ich war ein bisschen enttäuscht, weil es sich irgendwie nicht wie Geburtstag angefühlt hatte..bis dann! Ich bin in mein Zimmer gekommen und mein ganzer Raum war voll mit Luftballons und „Happy Birthday“ Girlanden. Und auf meinem Bett lagen viele kleine Geschenke, von jedem etwas. Meine Gastmutter war am meinem Geburtstag noch in Thailand um dort zu arbeiten, deswegen gab es keinen selbstgerechten Kuchen. Aber meine „Intern-Gastgeschwister“ haben mich noch später am Abend mit Kuchen überrascht, was echt super war. Yummy! 🙂

Freitag Abend habe ich noch mit ein paar Freunden bei uns gegrillt und einfach nur zusammen gesessen und gechillt.

 

Dann war der Geburtstag meiner Mama und wir haben mit ein paar Freunden der Familie gegrillt (ja, gegrillt wird gerne). Außerdem war Doina zu besuch, eine ehemalige Internin. Das war super lustig.

 

Danach hatte ich eine Woche Ferien, in der meine Gastschwester Ami und ich zusammen das Zimmer der Interns, mein Zimmer und das Wendy renoviert, was super viel Spaß + Arbeit war und zu sehenswerten Resultaten geführt hat.

 

Ich war auch bei meinem ersten Rugby Match, Blou Bulls gegen Stormer. Die Stimmung im Stadion war sehr beeindruckend und ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn ich die Regeln immer noch nicht verstehe 🙂

 

Danach war ich mit meinen Gasteltern und einem meiner Gastbrüder in Durban, wo wir eine super tolle Zeit hatten. Wir waren viel am Strand, obwohl es recht windig war. Abends haben wir Räder geliehen und sind an der Promenade entlang gefahren, bis zum Stadion, haben Strand-Fußball gespielt und waren viel Curry essen, denn Durban ist bekannt als „Kleinindien“, und es verdient den Namen definitiv.

 

Vor gut 2 Wochen hatte ich meine Re-Entry Orientierung mit YFU, was echt schön war, wieder zusammen mit einigen von den Austauschschülern zusammen zu kommen, aber auch traurig um zu realisieren, dass alles so gut wie vorbei ist.

 

Im Moment schreibe ich Exams und muss daher nur manchmal in die Schule.

Diese Wochenende hat eine der Volunteers geheiratet und ich hatte die Möglichkeit auf eine südafrikanische Hochzeit zu gehen.

 

Langsam habe ich angefangen meinen Koffer zu packen, und auszusortien. Kommt mit, kommt vielleicht mit, bleibt hier.

 

Das Mitbringsel Problem geht auch wie nach jeder Reise los, doch ich mach mir keinen Stress, den Platz ist im Koffer eh nicht viel und wenn es eines ist, dass ich hier in Südafrika gelernt habe, dann ist es, sich nicht zu viele Sorgen zu machen 🙂

 

Liebe Grüße ein letzes Mal (für dieses Jahr) aus Südafrika und vielen Dank!

eure Lea

Das ist Afrika…äh SÜDafrika

Hallo Zusammen,

heute habe ich einen etwas anderen BLOG-Eintrag für euch. Ich werde nicht von dem berichten was ich in Südafrika erlebt habe, sondern wie ich Südafrika erlebt habe. Dabei werde ich einige Fragen beantworten, die ich mir vor meinem Auslandsjahr gestellt habe oder Fragen/Vorurteile die ich von verschiedensten Menschen aufgegriffen habe. Dabei werde ich das erzählen, was ich empfinde und hoffe damit einigen die Frage, ob Südafrika das richtige Land für ein Auslandsjahr ist, zu beantworten.

Das wird natürlich nicht 100% sachlich sein, weil ich mir selbst meine Meinung von SA schon machen konnte und selbst schon viel zu verliebt in das Land und vokalem die Leute bin! Falls es jemanden gibt, der andere Meinung ist, könnt ihr natürlich super gerne in den Kommentaren eure Meinung dazu geben.

Wie der Titel schon ein wenig verrät (oder auch nicht), denken viele wenn sie an SA denken sehr allgemein an den Kontinenten Afrika, obwohl Südafrika, auch wenn es immer noch ein 3.Welt-Land ist (was man nicht vergessen sollte!) ein ziemlich weiterentwickeltes Land. Es gibt stabile Straßen und Highways, auf welchen es natürlich keine freilaufenden Löwen gibt, es sei denn man ist in einem der zahlreichen Nationalparks unterwegs. 🙂
Außerdem gibt es fließend Wasser und auch WiFi, welches man aber definitiv nicht als selbstverständlich betrachten sollte. Aber keine Angst in öffentliches Plätzen wie zum Bespiel der Mall (das Einkaufszentrum- es gibt keine Läden in den Straßen) kann es freies WiFi geben und sonst gibt es auch ziemlich viele Internet-Cafes.

Daran, dass man in Südafrika definitiv nicht so viel Freiheit hat wie in Deutschland musste ich und viele andere Austauschschüler sich erstmal gewöhnen. Es ist eher ungewöhnlich, dass man weiße Menschen auf der Straße laufen sieht. Allerdings kann ich dazu sagen, dass ich in meinen ersten 3 Monaten, in denen ich mit einer schwarzen Familie gelebt habe, sehr oft auf der Straße war und das kein Problem für mich war, obwohl das im „gefährlichen“ Jozi war. Wenn man sich mal mit Freunden treffen möchte, muss man immer jemanden aus der Gastfamilie fragen, die einen aber immer sehr gerne hin-und herfahren. Allgemein werde Autos sehr sehr sehr viel gebraucht. Ein Netz von öffentlichen Verkehrsnetzen gibt es hier nicht. Das meist gebrauchte (allerdings nur von schwarzen) Fahrmittel ist ein Taxi. Nicht so eins wie wir es kennen, sonders ein weißer Minibus und glaubt mir Taxi-Fahrer fahren wie verrückt! Teilweise haben sie nichtmals Führerscheine und hoffen einfach nicht von der Polizei angehalten zu werden. Sonst gibt es noch den Gautrain, der eine gute Verbindung zwischen Joburg und Pretoria herstellt, aber sehr teuer ist. Eine Fahrt kostet 50 Rand.
Nach dem Sand vom 05.04.2014 ist:
1 Euro = 14.74 Rand
50 Rand = 3,45 Euro

Wenn man den ersten Monat in SA ist, ist man wirklich im Himmel! Alles scheint so billig zu sein und man will wirklich alles kaufen und jetzt nach 8 Monaten grault es mich schon, weil ich in Deutschland sicherlich feststellen werde, wie teuer die Sachen mir vorkommen werden.

Und nun komme ich zu einem sehr umstrittenen Thema: Rassismus
Ich denke es ist schwer zu erklären, wie südafrikanische Menschen ticken, einfach weil alle immer sehr lustig drauf sind und jeder Witze über jeden macht, sogar über sich selbst. Ich habe zwar schon in einigen Fällen mitbekommen, dass es tatsächlich noch dolle Spannung zwischen weißen und schwarzen gibt. In der Familie in der ich für 2 Wochen gelebt habe, hab ich es stärker gespürt als je zuvor, einfach durch abfällige Bemerkungen gegenüber schwarzen. Für mich ist Rassismus einfach ein sehr  wichtiges Thema und ich finde es einfach lächerlich Menschen auf Grund ihrer Herkunft zu bewerten. Ich habe besonders in Joburg sehr viele schwarze, indische, coloured und weiße Freunde die alle prima miteinander klar kommen und ich finde sie sind ein super Vorbild von denen sich viele andere eine Scheibe abschneiden könnten!!!

Hier noch ein kurzes Youtube-Video von Trevor Noah, der definitiv coolste und lustigste Komedien überhaupt!
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-NuKhW3sJsA[/youtube]

Eine kurze Info zu Trevor Noahs letzem Witz: http://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Zuma_rape_trial

Falls ihr noch etwas über etwas wissen möchtet, könnt ihr mich gerne fragen und falls ich etwas darüber weiß, teile ich es super gerne mit euch! 🙂

Liebe Grüße,
eure Lea

 

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CULTURAL EXCHANGE – eine unglaubliche Erfahrung

Hallo Zusammen,

zu erst einmal: mir geht es immer noch super gut und ich bin glücklich! Das einzige was mir total Angst macht ist, dass ich in knapp 100 Tagen schon wieder zurück in Deutschland sein werde. Aber bis dahin werde ich die Zeit noch richtig genießen und es gibt noch so viel zu erleben!
Ich habe  jetzt nach 7 Monaten BLOG schreiben auch endlich verstanden, wie man Bilder hinzufügt! Hahaha, oh WOW Lea und Technik! 🙂

Und jetzt zu dem relevanten Part:

Wie ich euch ja versprochen habe, werde ich in diesem Eintrag über den Culutral Exchange (und nur über den CE) schreiben, da es einfach eine Erfahrung war die , wie ich finde, es wert ist etwas ausführlicher zu beschreiben.
Vorweg möchte ich noch hinzufügen, dass ich von meinem CE berichten werde, wie ich die Dinge wahrgenommen habe und wie ich mich in den verschieden Situationen gefühlt habe, das ist natürlich kein objektiver Einblick.

Was ist der Cultural Exchange eigentlich?
Der Cultural Exchange ist ein freiwilliger YFU-Trip dem man hinzuwählen konnte. Wir mussten ungefähr 2000 Rand bezahlen (1 Euro sind ca. 14,5 Rand) und waren 26 Austauschschüler und drei Interns (ehemalige Austauschschüler, die für einen gewissen Zeitraum bei YFU- Mitarbeitere leben und für YFU arbeiten). Wir haben   für zwei Wochen in einem Township in einem ruleren Gebiet gelebt (das habe ich im Internet gefunden, als Erklärung für den Begriff Township: “In Südafrika bezeichnet ein Township ein Gebiet, das früher ein Wohngebiet für ausschließlich Schwarze war. (…) In diesen Townships gibt es oftmals keine rechte Infrastruktur, d.h. sie bestehen hauptsächlich aus vielen kleineren Wohnhäusern, dann pro Gebiet einige Schulen und kleinere Läden.
Ehrlicherweise muss man zugeben, dass der Begriff Township natürlich sehr negativ behaftet ist, da in diesen Gebieten oftmals eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und wie gesagt die Infrastruktur recht schlecht ist.“). Wir waren kleinere Gruppen bis zu fünf Personen in einem Gebiet und sind alle zusammen mit unseren Gastgeschwistern zur Schule gegangen (bzw. die Interns haben Unterricht gegeben oder im Büro gearbeitet). Der Sinn war es eine andere Kultur kennenzulernen, da sie Menschen in Townships viele Dinge sehr kulturell machen, da sie oftmals keine andere Möglichkeiten haben und einfach die Lebensweise zu sehen und einen neuen Blick auf die Dinge zubekommen ohne Vorurteile zu haben.

Mein Cultural Exchange
Mein “Kultureller Austausch“ hat eigentlich schon am Donnerstag nach der Schule angefangen, da die ersten anderen Austauschschüler aus Port Elizabeth und Cape Town schon mit dem Bus angereist waren, da wir Freitag früh morgens losfahren wollten. Im Laufe des Tages kamen mehr und mehr und am Ende hatten wir echt ein volles Haus, aber es war toll alle wiederzusehen und wie immer sind YFU-Treffen eine menge Spaß!
Am Abend habe ich dann auf den letzten Drücker noch schnell ein paar Klamotten zusammen gesucht (das mit dem letzten Drücker ist glaub ich einfach so ein südafrikanisches Ding). Bei der Auswahl der Kleidung hat YFU uns im vorhinein schon gesagt, keine super kurzen Sachen mitzunehemen, denn auch wenn es für Europäische Leute schwer vorstellbar ist, ist in der schwarzen Kultur das Knie wie bei uns die Brust, also ein absolutes NO-GO zu schauen.

Freitag Morgen sind wir gegen fünf Uhr losgefahren, nachdem alle hier waren und sich von ihren Familie verabschiedet haben. Wir sind auf dem weg nach Nelspruit (in Mpumalanga) haben wir Halt in Middelburg und Lydenburg gemacht um noch andere ATS abzuholen. Als wir nach ungefähr 8 Stunden in Nelspruit an einer Tankstelle ankamen, haben wir für ungefähr 1 Stunde gewartet uns verabschiedet und sind in verschieden Autos, bzw. wir in einem Minibus zu den verschieden Schulen gefahren. Da unsere Schule am weitesten weg war, kamen wir gegen 18 Uhr dort an. Es regnete in strömen und der Minibus ist auf dem Weg zweimal einfach stehen geblieben, also waren wir super happy endlich anzukommen, aber auch sehr nervös. Es hat mich an meinen ersten Tag in SA erinnert, noch total ohne irgendeine Idee was es heißt für ein Jahr in SA zu leben.
Wir haben unsere Gastfamilie in einem kleinen Büro getroffen, voll mit Menschen, wir wussten nur den Namen unsere Gastgeschwister, hatten aber kein Bild oder Info über die Familie. Das erste zusammen treffen und der Abschied und eigentlich während des gesamten CE war eins immer dabei: irgendein Gerät das Fotos nehmen kann, nicht eins sonder gefühlte 100! Der Regen ist in der schwarzen Kultur ein Segen, also waren alle sehr positiv gestimmt und nach einer halben Stunde sind wir zur Bushaltestelle gelaufen, wo wir eine Stunde gewartet haben, aber nachdem kein Bus gekommen in Sicht war, sind wir losgelaufen. Es war super matschig und ich war sehr glücklich. Meine Gastfamilie schien sehr nett, und es war echt sehr cool. Als wir “zu Hause“ angekommen sind, hat meine Gastschwester angefangen meinen Rucksack auszupacken, das war sehr komisch für mich, aber nach ein paar Tagen habe ich mich daran gewöhnt, dass Eigentum einfach immer ohne Fragen geteilt wird. Sharing is caring! Am Wochenende haben wir eingentlich kaum was gemacht. Samstag sind wir circa 1,5 Stunden zu einer anderen ATS gelaufen, die auf der anderen Seite des Hügels gelebt hat und hab auf dem Weg immer wieder Leute kennengelernt. Es war so viel auf einmal und manchmal habe ich mich unwohl gefühlt, besonders, weil viele der Männer betrunken waren und für mich sehr aufdringlich. Aber ich habe auch sehr viele liebe Menschen während meiner Zeit in Mbuzini (Name meines Townships) kennengelernt. Immer wieder habe ich kleine Präsente bekommen um auszudrücken, wie glücklich sie sind, dass wir weißen Menschen in ihrer Community sind. Besonders geehrt habe ich mich gefühlt, als ich eine Packung gegrillte Hühnerfüße und Hühnerköpfe bekommen habe, das habe ich mit Freude an meine Freunde die mit mir nach Hause laufen weitergegeben. 😉

Die Schule war sehr anders als meine südafrikanische und deutsche Schule. Der Unterricht sollte eigentlich in Englisch sein, da aber das Englisch Level von Schülern und Lehrern eher niedrig war, wurde immer öfter auf Siswati unterrichtet. Ich habe während meiner Zeit einige Wörter gelernt, aber diese wirklich coole Sprache ist zu vielseitig um in zwei Wochen zulernen, auch wenn alle irgendwie die Erwartung hatte, wir würden am 3. Tag fließend Siswati sprechen können. Anders war auch, dass die Lehrer die Schüler häufig sehr heftig geschlagen haben. Einmal mussten 15 Mädchen sich mit den Händen an der Wand hinstellen und der Lehrer hat einfach auf sie eingedroschen, ein Mädchen ist weinen zu Boden gegangen, aber er hat einfach weitergeschlagen. Ich kann sowas nicht verstehen, aber meine Gastschwester sagt, sie verstehe es. “It’s the only way to get us quite!“ Das sehe ich anders!!!

Die Kirche war auch eine riesen Erfahrung, am ersten Sonntag war ich in einer eher modernen Kirche, wir mussten lange Röcke und etwas das unsere Schultern bedeckt tragen und eine Band hat unglaublich laut gespielt und wir haben gesungen und getanzt. Ein sehr beeindruckender Zeitpunkt war, als gebeten wurde, denn das wird im Gegensatz zu Deutschland laut gemacht, jeder betet für sich, aber laut. Das ist ein Gewirr von Stimmen, im Hintergrund Musik und wenn man möchte kann man auch rumlaufen. Ich habe fanziniert zugesehen und dann musste ich mich noch der Kirche vorstellen, vor circa 150 Leuten, die alle freudige Geräusche gemacht haben, aber leider kein Englisch verstehen, meine Gastschwester Mabo hat auch versucht zu übersetzen und mit meinen paar Siswati Worten konnten wir uns am Ende auch verstehen.
“Sawubona, le kamalami Bunhle. Ngiabonga!!!“ – Hallo mein Name ist Bunhle (mein Township Name, den meine Familie mir gegeben hat, er bedeutet Beauty). Danke!!!
Die 2. Kirche war sehr traditionell, in Uniform und mit viel traditionellem Tanz und Gesang, aber auch super cool!DSCN4232

Ich habe während meiner Zeit viel gelernt und bin sehr glücklich, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Ich werde definitiv eines Tages zurück zukommen, um alle weiterzusehen.

NGIABONGA!!!!!!!

Yours,
Bunhle Mzinyane

 

Weihnachten, New Years, Krüger Nationalpark, eine neue Schule

Hallo Zusammen,

ersteinmal sende ich euch liebe Grüße aus dem sonnigen Südafrika!
Seit meinem letztem Blogeintrag ist einige Zeit vergangen und so vieles ist passiert, worüber ich euch gerne erzählen würde!

Weihnachten in Südafrika- so ungewohnt, aber toll!

Am 24. Dezember haben erst alle ausgeschlafen und wir haben gemütlich in den Tag gestartet, die Eltern meiner Gastmutter waren schon ein paar Tage früher angereist um mit uns das „Keersfest“ (Afrikaans für Weihnachten) zu feiern. Wir waren meine Gastmutter Mamma Nettie, mein Gastvater Papa Jotti, die Großeltern und meine Gastgeschwister, Isabel aus Belgien, Henrik aus Schweden und Leandro aus Argentinien. Da alle natürlich gerne im Laufe des Tages mit ihren Familien in den verschieden Ländern skypen würden, habe ich schon gegen elf mit meiner Mutter und Schwester geskypt. Es war ein sehr komisches Gefühl darüber nachzudenken, was die beiden im Laufe des Tages machen würden und ich nicht da sein konnte, besonders weil ich überhaupt keine Weihnachtsstimmung hatte, was alleine schon am super warmen Wetter lag! Später haben wir angefangen typische Südafrikanisches Finger Food zuzubereiten und uns die Zeit bis es das Essen, dass es dann gegen sechs gab totzuschlagen. Wir hatten einen sehr schönen Abend und saßen bis spät Abends im Garten zusammen. Gegen zehn Uhr abends habe ich  noch einmal mit meiner Mutter und Schwester geskypt, da mich das Heimweh ein wenig gefangen hatten, was aber recht schnell wieder verging. Am Morgen des 25. Dezembers sind wir zusammen in die Kirche gegangen, was für mich sehr interessant war, aber auf Afrikaans schwer verständlich. Am 2. Weihnachtsfeiertag sind wir zu einem von Mamma Netties Söhnen gefahren, wo wir Pizza gebacken haben (Nein, das ist nicht typisch Südafrika!)

New Years

Neujahr war sehr schön. Erst war ich mit meinen Gastgeschwistern im Kino und dann etwas Getränke und Fleisch einkaufen.
Gegen 19 Uhr ist dann der Strom ausgefallen und all unsere Pläne waren über den Haufen geworfen, also haben wir noch unsere Fleisch gegrillt und saßen  im Kerzenlicht im Garten. Um kurz vor zwölf sind wir auf die Straße gegangen um das Feuerwerk zu sehen und etwas gutes hatte der Stromausfall dann doch noch: die ganze Siedlung was dunkel, und das Feuerwerk sah unglaublich schön aus und dauerte ungefähr 20 min.

 

eine neue Schule, ein neuer Start

Anfang Januar bin ich in meine neue Schule gekommen, die Hoerskool Pretoria Noord, 11. Klasse und komplett Afrikaans sprechend. Ab jetzt heißt es im Unterricht zu hoffen wenigstends ein paar Worte zu verstehen, doch es wird besser von Tag zu Tag. Auch wenn diese Schule komplett anders von meiner ersten ist, gefällt es mir gut und die Leute sind sehr nett.

Krüger National Park

Der Krüger Nationalpark ist einer der größten und tierreichsten Nationalparks in Südafrika und ein unglaubliches Erlebnis! Ich war dort mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester für ein paar Tage und wir haben unglaublich viele Tiere gesehen. Einen Tag waren wir super glücklich und haben erst Löwen, dann ein Rhino und später noch Elefanten direkt vor unserem Auto gehabt, was unbeschreiblich war!!! Es war wirklich großartig!

Diesen Freitag fahre ich für zwei Wochen auf den Culture Exchange, wo ich bei einer Gastfamilie in einem Township leben werde und dort auch zu Schule gehen werde. Ich freue mich so sehr auf die Erfahrung, bin aber auch sehr nervös! Einen ausführlichen Bericht darüber gibt es nächstes Mal!

Liebe Grüße,
eure Lea

So viel passiert- Cape Town, Gastfamilienwechsel und mehr!

Hallo ihr lieben im wohl ziemlich kalten Deutschland!

Seit meinem letztem Eintrag ist hier in Südafrika wieder einiges passiert.
Ich habe meine Gastfamilie „gewechselt“ (ich bin ausgezogen und lebe im Moment eher provisorisch bei einer sehr lieben YFU-Mitarbeiterin, dazu später mehr!). Der Grund ist für manche vielleicht nicht leicht zu verstehen, aber ich wollte noch einmal von vorne anfangen und selbst probieren Dinge besser zu machen. Auch nachdem zu Hause in Deutschland viel passiert ist, habe ich das einfach für nötig gehalten. Es ist zwar traurig, dass ich meine Gasfamilie, besonders meine Gastschwester, verlassen habe, aber wir haben nach wie vor sehr guten Kontakt zu einander und ich plane bald mal vorbeizuschauen. Schade ist es auch wegen meiner Schule und den Freunden, von denen ich nicht die Möglichkeit hatte mich zu verabschieden, aber das hole ich definitiv nach! Danach habe ich für ein paar Tage bei meiner Kontaktperson und ihrem Mann, die auch in Joburg lebt gewohnt, die mir auch super mit allem geholfen hat. Nebenbei, für alle die überlegen mit YFU ins Ausland gehen kann ich nur sagen, dass alle ATS mit denen ich gesprochen habe sich sehr gut betreut und nie alleine fühlen, was echt wichtig ist! Danach stand auch schon fast die Cape Town Tour an, also bin ich für die nächsten 2 Nächte zu der selben YFU-Mitarbeiterin gegangen, wo ich auch jetzt bin. Hier leben noch drei weiter YFU-Leute, eine ATS aus Belgien und 2 Interns aus Argentinien und Schweden. Donnerstags sind die ersten anderen ATS aus SA angekommen, die sonst keine Möglichkeit hatten zum Bus zu kommen.
Wir haben Karten gespielt, Koffer gepackt und waren alle sehr aufgeregt auf Cape Town und unsere Freunde, die teilweise erst am morgen als der Bus gekommen ist gekommen sind oder die wir auf dem Weg in Joburg abgeholt haben.

Und dann ging es los…..

Cape Town here we come!

Da wir soooooooo viel gemacht haben, werde ich versuchen alles knapp zu fassen und in ein bis zwei Sätzen zu erklären 🙂

Tag 1: 

  • Treffen um 4 Uhr in Pretoria, alle begrüßen und freuen sich weiterzusehen, von GF’s verabschieden, in Richtung Joburg losfahren
  • gegen 5 Uhr in Joburg, andere ATS treffen, noch mehr freuen sich wiederzusehen
  • den gaaaaaaanzen Tag Bus fahren, Pipi-Pausen machen, Film gucken, quatschen, schlafen
  • gegen 22 Uhr super müde im „Backpackers Paradise“ angekommen, wer wollte Abend essen und nur noch schlafen! (Btw: nach ca. 15 Stunden Busfahrt sind wir noch nicht in Cape Town)

Tag 2:

  • super lecker frühstücken (Obstsalat mit Müsli und Jogurt), Koffer in Bus packen, weiter fahren
  • Kangoo Caves (so was wie ne Tropfsteinhöhle) im mitten wunderschöner Berglandschaft, es was echt atemberaubend: in der Höhle und draußen! 
  • Straußenfarm: hier haben wir viel interessantes über die Riesenvögel gelernt, habe drauf gesessen und 5 von uns durften sogar reiten! Das war ein Spaß! 🙂
  • am Abend sind wir in Tzizikama angekommen, wo wir in Comfort-Zelten geschlafen haben, echt cool! 

Tag 3:

  • Canopy Tour durch den Tzizikama Forest, ist eigentlich vergleichbar mit einem Hochselgarten, man slidet von einem Baum zum nächsten in 30 m Höhe, das längste war 91 m!
  • Dann durften wir uns 2 von 3 Aktivitäten aussuchen die wir machen wollten:
  1. Elefants 
  2. Cats
  3. Monkeys
  • ich habe mich für Elefants and Cats entschieden. ERst sind wir bei den Elefanten gewesen. Wir durften sie führen, haben dann in Pärchen eine „Elefanten Inspektion“ bekommen und durften sie am Ende noch füttern. Für mich eines der schönsten Erinnerungen der gesamten Cape Town Tour, einfach wunderschön!
  • danach sind wir zu den Cats gefahren. Eigentlich mit einem Zoo für Raubkatzen vergleichbar. Wir durften sogar in einige Käfige hineingehen, wenn man die Sicherheitsregeln befolgt. Das war echt spannend und ich war doch etwas nervös, aber trotzdem unvergesslich.

Tag 4:

  • am Morgen haben wir unsere Zelte ausgeräumt, gefrühstückt und sind dann Richtung Cape Town gestartet. Auf dem Weg haben wir am größten Baum Südafrikas gehalten, der echt massig ist. Später haben wir noch einen Stopp am höchsten Bunge Jumping der Welt gemacht, wo wir leider nicht selbst springen durften.
  • Abends sind wir in einem sehr religiösen Hostel mit super lieben Hostess/innen angekommen, unser Heim für die nächsten paar Tage in Cape Town.

Tag 5:

  • Morgens haben wir am Strand Teamspiele gemacht, die echt super lustig waren. Es hat zwar ziemlich stark geregnet und am Ende waren alle nass und sandig und am frieren, doch die Stimmung war (wie immer mit YFU) super. Wir waren bei gefühlten -100°C Wassertemperatur sogar „schwimmen“
  • Mittags sind wir mit einem Boot zu Sealisland gefahren, mit einem Speedboot, das hat bei starkem Wellengang echt super Spaß gemacht

Tag 6:

  • Morgens waren wir im „Two Oceans Aquarium“ in Cape Town, wo wir eine Führung hatten, doch nach einiger Zeit wurde die Gruppe immer kleiner und viele haben das Aquarium auf eigene Faust erkundigt.
  • Dann haben wir uns in Gruppen aufgeteilt, jeder hat 100 Rand bekommen (ca.8,50 Euro) und einen Hop on- Hop off- Bus Ticket und wir durften alleine durch Cape Town fahren und aussteigen wo wir wollten. Wir haben uns für das Südafrikanische Museum, den Strand ( super schön, aber so windig, dass wir direkt weiter gefahren sind) und Waterfront Shopping Mall (Puh, so teuer!) entschieden. 

Tag 7:

  • WOW was für ein Tag: heute ist Nikolaus ( was hier in SA niemand richtig feiert) und NELSON MANDELAS TODESTAG
  • unsere Pläne für den Tag: Parlament und Robben Island, das passt ja super! Alle waren am morgen super aufgeregt, was passieren wird wegen Mandelas Tod und ob wir überhaupt die Aktivitäten machen können, doch erstaunlicherweise, hat man kaum vermerkt, dass Mandela tot ist. Nur die Flaggen hingen auf halbmast. 
  • Robben Island war sehr interessant und was ich besonders gut finde ist, dass die Führungen von ehemaligen Insassen gehalten werden, die einem einen viel besseren Eindruck geben können. 
  • Dann hatten wir noch eine Führung durch das Ajax Cape Town Soccer Stadium, wo wir am Abend noch ein Spiel sehen durften, das war aber optional und wurde kurzfristig von unserem sehr netten Guide Riaan organisiert.
    Am Abend habe ich noch mit meiner Mutter telefoniert, die 50 geworden ist. Alles Gute Mutti! 🙂

Tag 8:

  • morgens sind wir zum Table Mountain gefahren, wo wir dann mit der Seilbahn hochgefahren sind.  Die Aussicht ist super und es wäre toll gewesen, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, aber auch so war es unvergesslich!  Danach sind wir zum Cape Point gefahren, wo es sehr sehr sehr windig ist! Es war unglaublich, den Wind auf der Haut zu spüren und einfach so eine tolle Aussicht zu haben. In solchen Momenten verstehe ich und bin ich dankbar, dass ich Südafrika als Zielland gewählt habe.
    Von dort sind wir dann zum Kap der guten Hoffnung gelaufen, wo es noch mal einiges windiger war. Wenn man lief, musste man sich immer irgendwo festhalten, damit der Wind einem nicht die Füße wegzieht.
  • Am Abend haben wir die Aussicht auf Cape Town bei Nacht vom Signal Turm genossen und sind später in kleineren Gruppen durch den Hafen von CT gelaufen, wo ich mit ein paar Freunden was in einem der kleinen und sehr schönen (und schön teuer :-D) Restaurants getrunken haben.

Tag 9 und 10:

  • wir sind zurück Richtung Pretoria gefahren, haben eine Übernachtung in einem Hostel gemacht und durften an Tag 9 morgens noch entweder zum Strand oder in die Mall gehen und sind am Mittag in einen Freizeitpark gegangen. Die Fahrt war zwar lang, aber mir kam es schneller vor als auf der Hinfahrt. Ich bin so glücklich, dass ich in Cape Town gewesen sein durfte und so viel tolles mit so viel tollen Menschen erleben durfte, es war wirklich super! 

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Die letzten 10 Tage war ich in Limpopo/Polokwane bei einer GF zur Probezeit. Die Gastschwester ist eine Schulfreundin einer anderen ATS und sie haben sich als GF gemeldet. Ich bin sehr glücklich die Familie kennen gelernt zu haben, da sie sehr nett sind, doch mit dieser Familie habe ich auch die Seite von einer weißen Familie, die nicht gut auf schwarze zu sprechen ist kennengelernt. Für mich ist es sehr schwer in solch einer Familie zu leben, einfach weil ich komplett anderer Meinung bin und ich hier in SA hauptsächlich schwarze Freunde habe. Für mich ist der Charakter einer Person entscheidend und nicht die Hautfarbe und es gibt gut und böse überall auf der Welt. Was passieren wird zeigt die Zukunft.

Habt einen schönen Freitag Abend und ein gutes WO-Ende!
Eure Lea

Erste Unterkunft

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