Archiv des Autors: HeleneB

Japan ist Geschichte… aber hoffentlich auch irgendwann wieder Gegenwart

Ganz schön lange her…

…genau so fühlt sich das an, wenn ich über Japan und mein Jahr dort nachdenke. Irgendwie hörte es genau so schnell und überraschend auf wie es anfing und ich realisiere immer erst erst später, was eigentlich passiert ist.

Die letzten Wochen waren vielleicht die schönsten: ich traf mich viel mit Freunden, verbrachte viel Zeit in meiner Familie, besuchte Lieblingsorte und aß mein Lieblingsessen. Noch mehr als vorher konzentrierte ich mich darauf jede Sekunde einfach zu genießen und je näher der Abflug rückte, desto mehr verstand ich wie glücklich ich war und was ich alles fantastischen erlebt und erreicht habe.

Und jetzt ist Japan schon wieder Schnee von gestern, ich bin wieder in Deutschland. Das einleben hier war und ist ein bisschen so wie vor 10 Monaten in Japan. Anfängliche Freude, Freunde und Familie wieder zu sehen, viel „und, wie war’s?“ und „sag mal was auf japanisch!“ -sagende Leute und irgendwie weiß man nicht so recht, ob man hier hin gehört. Aber das wird sich geben…

Zu meiner Gastfamilie und meinen engsten Freunden habe ich noch Kontakt, per Mail oder Whatsapp, ich vermisse sie sehr und schicke viele Bilder aus meinem Leben hier in Deutschland. Um mein japanisch nicht komplett verkümmern zu lassen treffe ich mich manchmal mit einer Japanischen Freundin.

Also ist alles gut, wie immer, und ich wieder da. Doch ich bin, auch obwohl das manch einer vielleicht nicht glauben mag, nicht mehr die gleiche…

Danke an den netten Menschen der das und vielleicht auch meine vorherigen Einträge liest, es war mir eine Freude von den spannendsten Erlebnissen aus Japan zu berichten. Auf dass es nicht die letzten waren…

Sayonara,

Helene

Essen, Herbst und Dinge, die zu selten gesagt werden :)

Und während sich die Blätter der Ginkobäume auf meinem Schulweg jeden Tag ein bisschen zu die gelb-rötlichen Farben hin verändern und viele schon die Winter-Schuluniform herausholen vergeht ein Tag nach dem anderen hier im schönen Japan.

In der Schule gibt es zurzeit nur ein Thema: die Klassenfahrt auf die südlichsten der japanischen Inseln: Okinawa. Auch ich freue mich unglaublich, vier Tag einen komplett anderen Teil des Landes kennenlernen, zusammen mit meinen Freunden! Doch bis dahin müssen wir uns alle noch etwas gedulden…

Denn so sehr sich alle darauf freuen liegen doch die Klausuren noch davor. Die Schüler meiner Schule lernen sehr viel. Das Leben der meisten besteht aus Schule, ihrem Klub (der ja meist wirklich viel Zeit einnimmt) und lernen. Auch ich werde eine wichtige Japanischklausur bald haben, verbringe also auch viel Zeit vor Büchern.

Dennoch habe ich auch Zeit für schöne Momente mit meiner Familie oder meinen Freunden, zum Beispiel als meine Gastschwester letztens Geburtstag hatte. Gutes Essen, kleine Geschenke, Tanten und Onkels kamen, viel gelache; ein echt cooler Abend!

Apropos Essen, darüber habe ich noch nicht berichtet, oder? In fast jeden Reiseführer über Japan steht, dass die Kultur „Tradition und Moderne vereint“ und das stimmt in dem Fall wirklich:

Es hängt zwar stark von der Familie ab, aber viele Leute essen zum Frühstück zum Beispiel Müsli oder Brot (das meist Toast oder so ist). Die traditionelle Alternative dazu wäre dann Reis mit Suppe (Misoshiru heißt sie und ist ein großer Bestandteil der Japanischen Mahlzeiten. Oft mit Tofu, Pilzen oder Meeresalgen darin) und „Natto“, fermentierte Sojabohnen. (Diese sehen genauso unappetitlich aus wie sie sich anhören, doch das sollte einen nicht trügen: ich finde sie ganz lecker!)

Mittags steht für mich als Schülerin ganz klar immer das „Obento“ auf dem Plan, eine richtige Mahlzeit in Dosen verpackt, jeden morgen frisch von meiner Gastmutter zubereitet. Reis darf da natürlich nicht fehlen, dazu gibt es verschiedenstes Gemüse, oft Fleisch oder Ei.

„Washoku“ so heißt die traditionelle Japanische Küche. Ein „Washoku“Abendessen wäre zum Beispiel Reis(klar!), die oben genannte „Misoshiru“, ein kleiner Sprossensalat und Fisch. Doch das steht nur ab und zu auf dem Tisch, stattdessen oft auch unserer Küche ähnelnde Dinge wie Kartoffelauflauf, Nudeln oder grüner Salat. Fleisch oder Fisch gehört allerdings fast immer dazu!

Ich bin vollkommen verliebt in das japanische Essen, aus Deutschland fehlt mir fast nichts.

Bevor ich diesen Eintrag beende und mich gleich mit ein paar Freundinnen für eine kleine Halloweenparty treffe will ich noch etwas ganz generelles loswerden, das finde ich zu selten irgendwo erwähnt wird: obwohl ich unglaublich glücklich bin, tolle Menschen und Orte treffe und stolz bin auf eine neue Sprache, Familie, Freunde und alles was ich mir in dieser relativ kurzen Zeit aufgebaut habe, war nicht immer alles so rosig wie man das vielleicht beim Lesen meiner Einträge vermutet.

Ich denke dass mir viele Austauschschüler, ganz egal wo sie grade sind, zustimmen wenn ich sage dass es nicht immer einfach ist, dieses Auslandsjahr. Das man sich auch mal einsam fühlt. Demotiviert oder enttäuscht. Auch bis die Beziehung zu Gastfamilie sich so richtig eingespielt hat braucht es Zeit und kleine Missverständnisse. Besonders als ich am Anfang sehr wenig Japanisch konnte hatte ich oft das Gefühl, auch in einer Klasse mit 40Schülern, alleine zu sein, weil ich nicht verstand worüber alle lachten, redeten. Und manchmal hat man selbst, oder auch andere einfach so einen blöden Tag und es läuft irgendwie alles schief. Aber so ist es halt. So ist es überall, auch in Deutschland!

Es gibt vieles worauf man, soweit ich das erlebt habe, nicht vorbereitet ist, nicht vorbereitet sein kann. Egal wie man es dreht und wendet, wie viele Bücher oder Blogs man über das Land liest: es ist und bleibt ein Sprung ins kalte Wasser. Aber erstens springt man nie alleine und zweitens wird das Wasser mit der Zeit immer wärmer…

So, jetzt sollte ich mich etwas beeilen, die japanischen Bahnen sind unglaublich pünktlich! 😉

Alles liebe aus dem langsam kälter werdenden Japan,

ヘレネ

Die Sommerferien…

Schon wieder ist eine Weile vergangen seit meinem letzten Eintrag, doch das hatte seine Gründe, ich nutze meine Zeit hier doch am liebsten um etwas zu unternehmen oder Leute kennenzulernen… 😉 So auch in den Sommerferien:

Die Sommerferien waren bis jetzt die schönste Zeit hier. Ich könnte zwanzig Blogeinträge schreiben und wäre doch nicht fertig von all den tollen und schönen Momenten zu berichten.

Zum Beispiel waren sie waren voller japanischen, traditionellen Feste, die ich zu lieben begann. Man kleidet sich traditionell (meist beginnt die Vorbereitung dafür schon Stunden vorher) spaziert mit Freunden und Familie durch die Straßen, frisst sich am Straßenessen, das in allen Farben und Formen, in den tollsten Kreationen, gibt, sucht wenn die Dämmerung beginnt einen guten Platz um sich zu setzten und genießt das Feuerwerk!

Besonders schön war eins der Feste, das ich mit meinen Kendofreunden besuchte. Ins unseren Yukatas trafen wir uns am Bahnhof, machten zuerst eine Runde Karaoke (eine beliebte Aktivität der Jugendlichen hier) und genossen danach die festliche Stimmung.

Eines anderen Morgens, stiegen wir schon sehr früh ins Auto. Wenig später stand, etwas mit Wolken verhangen aber doch sichtbar, DAS Wahrzeichen Japans vor meiner Kameralinse: der Fijusan!

Die Hitze hielt uns also keineswegs von Ausflügen und spontanen Aktionen ab: der berühmte Ueno Zoo, Heimat zweier Pandas die auf Grund der Hitze einfach wie tot dalagen; der Tokio Tsukiji Fischmarkt, in den ich mich verliebt habe; ein entspannter Spaziergang durch Yokohama und ein Picknick am Fluss, wo wir auf die vergangenen und vor uns liegenden fünf Monat, die ich noch hier bin, anstießen.

Wir besuchten Nikko, ein faszinierender Ort, denn die Stadt beherbergt die außergewöhnlichsten Schreine und Tempel und hat ein echt schönes Flair; Edomura, ein Freizeitpark im Stil der Edo-Periode (ca 1600-1850); ein Privatworkshop bei einer Töpferin: noch eine Privataudienz bei einem Bambus-Handwerker (ein älterer Herr, der in seiner kleinen, nur von Tatamimatten ausgelegten Hütte den ganzen Tag aus Bambus zum Beispiel Körbe, Teller oder Matten Herstellt) und der Besuch eines weiteren Festes.

Schön war auch der Besuch eines Onsen, das traditionelle Japanische Bad: nach einem anstrengenden Tag steigt man in eins der vielen Becken die alle auf angenehme 2345365731363°C geheizt sind und entspannt. Doch nur selten ist das, worin man da sitzt auch normales Wasser: ein Becken mit geschwefeltem Wasser das man trinken kann (schmeckt nach faulen Eiern, soll aber unglaublich gesund sein) ein Strudelbad, ein Becken in dem man kleine Stromschläge (ja, wirklich!) bekommt und ein Becken das auf frostige -12235435°C gekühlt ist.

Schon ewig ist das Onsen ein wichtiger Teil der Japanischen Kultur, und obwohl es mir anfangs schwer fiel einfach mal NICHTS zu tun fand ich es doch letztendlich sehr entspannend…

Leider hatte meine Gastschwester fast jeden Tag Klubaktivität. Klubs sind eine super Sache und ich bin unglaublich froh gute Wahlen getroffen zu haben und beim Kendo und Sado meine besten Freunde gefunden zu haben, aber manche andere Klubs sind echt superstressig. So auch der meiner Schwester, Badminton. Weil sie jeden Tag dort hin musste, kam sie auf die meisten Ausflüge nicht mit, das fand ich sehr schade…

Doch nun hat die Schule wieder begonnen. Alles geht wieder seinen gewohnten Weg, ich merke trotzdem wie mir die Zeit davonrennt und ich schon in viereinhalb Monaten auf dem Rückflug sein werde. Seltsam, die Vorstellung… Aber ich merke auch dass mein japanisch nicht aufhört besser zu werden, ich mich immer wohler fühle und einfach unglaublich glücklich bin!

Doch es spornt mich an jede Chance zu nutzen und die Zeit noch unvergesslicher zu machen, als sie eh schon ist!

Das war es jetzt, danke für die Zeit die ihr euch nehmt um das hier zu lesen,

Helene

P.s.: Entschuldigt meine langweilige Titelwahl, ich bin irgendwie nicht besonder gut darin… 😀

体躯際(Sportfest), Oktoberfest und die rennende Zeit oder fahrende Achterbahn

Morgens, 06:40Uhr, mein Wecker klingelt, schlaftrunken stehe ich auf, der Duft von Reis wabert von der Küche in mein Zimmer als ich die Tür öffne, Okaasan bereitet mein Obento für den Tag vor. Doch ich bemerke das alles nicht mehr, mache das was ich jeden morgen tue, quetsche mich in die Bahnen und betrete anderthalb Stunden später den Schulhof. Natürlich ziehe ich bevor ich das Gebäude betrete meine Hausschuhe an, latsche dann mit Freunden und Bekannten quatschend zum Klassenraum, gehe nach der Schule zum Klub und komme gegen 20:00Uhr nach Hause.

Wie schnell all‘ das normal geworden ist… Obwohl, mittlerweile bin ich ja auch schon dreieinhalb Monate hier. Und kann das kaum glauben.

Wie alle Austauschschüler spreche ich von der Zeit, die so unglaublich schnell vergeht. Und doch hat diese gefühlt kurze Zeitspanne auf mich viele Wirkungen: neuer Alltag, neue Leute, neues Denken-über Kultur, Unterschiede, Gemeinsamkeiten, mich, Deutschland, Heim-und Fernweh.

Doch wenn ich mal nicht die großen, komplizierten, abstrakten Fragen der Welt nach grübele, lebe ich hier mein Leben, einen Alltag gespickt mit Überraschungen und Neuem.

Zum Beispiel das Sportfest, auf das die gesamte Schule lange hin gefiebert hatte. Aufwendige Kostüme wurden entworfen und geschneidert, Choreografien einstudiert und die Haare gefärbt (denn das ist nur an diesem einen Tag erlaubt, war die allermeisten ausnutzen und in den verschiedensten Haarfarben zur Schule kommen). Bei 28° im Schatten traten alle Klassen in verschiedenen Gruppenspielen gegeneinander an, die Atmosphäre riss wirklich jeden mit und es waren wirklich sehr witzige Aktionen. Abends fielen wir dann alle müde, verschwitzt, aber mit einem neues Teamgeist der Klasse ins Bett. (Das finde ich übrigens bemerkenswert: der Klassenverband spielt hier eine sehr große Rolle, ebenso wie die Beziehung zum Lehrer, der eine sehr lockere, freundschaftliche Beziehung zu den Schülern führt.)

Ein paar Tage später unternahm ich etwas mit meiner Gastfamilie. In einem Park hatte jemand große weiße Zelte mit Bierbänken und einer Bühne darin aufgestellt. Drumherum Bierstände aller Art, Wurst- und Brezelverkäufer, mittendrin ca. 200 (mehr oder weniger betrunkene) Japaner mit blau-weißen Fähnchen oder Schwarz-Rot_Gelben Hüten. Was könnte das anderes sein als ein Oktoberfest?

Das nicht mal annähernd Oktober ist, schien keinen zu stören. Ich genoss den Trubel und die heitere Atmosphäre und witzelte bei einer guten, echten Brezel (wie lange hatte ich darauf gewartet) mit meinen Gasteltern darüber dass ich unter allen Menschen hier die einzige war, die die Texte der deutschen Band (in Dirndl und Lederhoden spielten die Herren echte Klassiker wie „Flieger“) verstehen und mitsingen konnte.

Mittlerweile ist mein japanisch auf einem echt guten Stand, was wirklich alles um einiges einfacher und vor allem schöner macht. Ich gucke motiviert und gespannt nach vorne: am Wochenende werde ich meine auf der ArrivalOrientation (also dem Vorbereitungstreffen von YFU) neu gewonnenen Freunde aus der ganzen Welt wiedersehen, und freue mich riesig darauf! In drei Wochen stehen dann die Sommerferien an (leider nur vier Wochen lang) in denen ich ab und zu zum Klub muss mich aber auch mit Freunden treffen werde und mit meiner Familie ein bisschen mehr dieses Wunderschönen Landes erkunden werde.

Wenn ich allerdings von „Gastfamilie“ spreche meine ich meistens nur meine Gasteltern: mein Gastbruder hat viel in der Uni zu tun, und meine Gastschwester hat wirklich jeden Tag Klubtraining, und wenn nicht das muss sie lernen. Denn ich finde das Klischee des unglaublich viel lernenden und arbeitenden Japaner ist ein wahres; nicht selten kommt mein Gastvater gegen Mitternacht von der Arbeit nach Hause…

Ja, das ist also Stand der Dinge…Die Achterbahn mit der Aufschrift: „Austauschjahr Japan“ fährt immer weiter, und mittendrin ich, die versucht das unglaubliche und unbeschreibliche in Worte zu fassen. Ich melde mich wenn etwas erzählenswertes geschieht,

Helene

Tokio, Kamakura, Abenteuer!

Und ganz ohne es zu bemerken schleicht sich hier in meinem Leben der Alltag ein:

in der Schule kennen mich mittlerweile die meisten, ich habe meine Gruppe Freunde mit denen ich zusammen „Obento“ (das wirklich typische Mittagessen in der Brotdose, dass fast alle Mütter ihren Kindern mit superviel kreativität morgens zubereiten) esse und nach der Schule quatsche ich mit den Leuten vom Klub. Abends komme ich meist erst gegen sieben oder acht Uhr nach Hause, esse gemeinsam mit meiner Familie und kann nach dem Ofuro meist kaum noch die Augen offen halten.

Meine Japanischkenntnisse haben in dem letzten Monat echte große Sprünge gemacht, doch immernoch ist die Sprachbarriere groß und kann echt sehr anstrengend sein! Doch die Dinge die wir unternehmen werden dadurch nicht weniger schön:

Kamakura, ein kleiner Ort am Meer, voll gepackt mit Sehenswürdigkeiten und dementsprechend vielen Touristen, besuchten wir an einem sonnigen Samstag. Die Luft war erfüllt von dem Duft nach Essen, überall werden die verschiedensten Leckereien angeboten, und an den Probierständen blieben wir oft stehen. Wenn es nicht nach Essen roch, roch es nach Räucherstäbchen. Denn die vielen Touristen werden vor allem von den wunderschönen Tempeln und Schreinen der Stadt angezogen. Ich hatte mich schon früh in die alten, traditionellen und atmosphärischen Gebäude verliebt. Die Riten und Gebräuche bei einem Tempelbesuch zeigte meine Gastschwester mir: es ist wirklich kompliziert, aber sehr interessant!

Ein weiteres Highlight, nicht nur für mich, im letzten Monat war die „Golden Week“: anfang März fallen einige Feiertage aufeinander und bewirken für ganz Japan vier freie Tage! Das muss natürlich genutzt werden! Züge sind noch voller als sonst schon, Sehenswürdigkeiten dementsprechend voll und Hotelpreise schrauben sich in schwindelerregende Höhen. Und auch wir unternahmen viel: Am „Kodomo no hi“ (Tag des Kindes) Picknickten wir am nahegelegenen Fluss, wo unglaublich viele Familien es uns gleich taten, Kindes spielten, über Lautsprecher wurde Musik gespielt und über dem Fluss hingen traditionelle Koi-Fahnen. Sie werden immer für diesen Tag an Häusern und Flüssen aufgehangen und bestehen aus wunderschönen, bunten Koi-Fischen. Ich genoss die Sonne im Gesicht und die gute Stimmung!

Obwohl auch ich nicht zur Schule musste (ganz im Gegenteil zu meiner Gastschwester überigens: ihr Klub trainiert wirklich jeden Tag, egal ob Ferien, Feiertag oder Wochenende) blieb nicht viel Zeit für Langeweile: wir machten uns auf nach Tokio! Ich weiß nicht was ich sagen soll, an diesem einen Tag habe ich nur einen so kleinen Bruchteil dieser einzigartigen Stadt gesehen und kennengelernt, doch schon das bisschen hat mich beeindruckt: Inmitten der gigantischen Metropole ist der Kaiserpalast mit den angrenzenden Gärten zu finden. Hinter den wunderschön angelegten Parks und dem fantastischen Gebäude in dem der „Tennno“ (Kaiser) lebt ragen beeindruckenden Hochhäuser neuester Architektur auf! Mal liefen wir durch kleine Sträßchen und Gässchen mit Bars und kleinen Stehrestaurants, mal eine breite Straße wo man sich von der neusten Mode hier inspirieren lassen kann. Am Abend war ich unglaublich müde, aber sauglücklich: ich hoffe sehr bald einen anderen, neuen, interessanten Teil der Stadt kennenlernen zu dürfen!

Am nächsten Tag wachte ich schon mit etwas Husten auf, im laufe des Tages entwickelte sich dann daraus ein ziehmliche Erkältung, und am Abend meinte Okaasan (so spricht man seine Gastmutter an) dass ich am nächsten morgen lieber zuhause bleiben und ausschlafen solle, anstatt zur Schule zu gehen. Der viele Schlaf tat gut, und ich kam am erst gegn zehn Uhr hinunter in die Küche, allein, denn alle waren arbeitent oder in der Schule. Auf dem Tisch hatte Okaasan mir jedoch ein Frühstück zubereitet, Bonbons, Tee und Hustensaft gekauft und schrieb auf dem Zettel ich solle mich gut ausruhen, sie komme so schnell sie könne. Ich war wirklich gerührt, sie war unglaublich besorgt, kam an mein Bett, brachte mir neuen Tee und fragte ob ich irgendwas bräuchte. Wer wird bei so viel mitgefühl und umsorgung denn nicht schnell wieder gesund? 😉 Und schon zwei Tage später war ich wieder topfit, und fühlte mich noch geborgener als vorher schon!

Ja, was ein Abenteuer hier! 😉 Ich bin total gespannt was vor mir liegt und auf mich zukommt, auf den Sommer, die Ferien (in vier Wochen!) und alle guten, nicht so schönen aber auf jeden Fall unvergesslichen Momente dieser Zeit hier.

Ihr hört von mir,

Helene