Yes Sir!

Jetzt ist schon wieder fast eine Woche wie im Flug vergangen und ich dachte mir ich schreibe mal einen etwas ausführlicheren Eintrag über meine Schule und wie mein Schultag so aussieht.

Um Acht Uhr nehme ich mit Julie den Bus 39 oder 39A zum Blanchardstown Shoppingcenter, welches hier liebevoll „Blanch“ gennant wird. Dann laufen wir zusammen um die 15 Minuten zur Schule.
Pünktlich um acht Uhr fünfzig muss ich mich dann vor meinem Klassenraum aufstellen.
Wenn die Reihe vor dem Klassenzimmer nicht korrekt gerade ist, oder du es wagst nicht pünktlich zu sein, oder gar im schlimmsten Fall deine Uniform nicht korrekt trägst, gibt es eine Standpauke die sich gewaschen hat.
Wenn mir ein wütendes „Tie“ oder „Jacket“ entgegen geschleudert wird, weiß ich genau was zu tun ist. Glücklicherweise komme ich nicht allzu häufig in den Genuss ;).
In meiner Klasse, Daireach ist es besonders streng, da Mister H., der strengste Lehrer der Schule unser Englisch- und Klassenlehrer ist.
Durch ihn konnte ich mich auch direkt an den klang des Irischen Akzents gewöhnen.
So habe ich schnell gelernt das wenn er mit uns spricht nicht über Füchse, sondern über uns Leute spricht. Am Anfang verstand ich nämlich so viel wie „Stand up foxes“ anstatt von „Stand up folks“. Sehr verwirrend, vor allem weil ich dachte das er hinter der strengen Fassade es mag uns nette Spitznamen zu geben.
Wenn morgens bei der Anwesenheitskontrolle mein Name aufgerufen wird, dann heißt es „Yes Sir“, keine andere Antwort zählt.
An diesem „Yes“ kann man auch erkennen, wie viel Respekt die Schüler dem Lehrer oder der Lehrerinn entgegenbringen.
So gibt es hier die Stufen von „Ya“ über „Yes“ bis zu „Yes Miss“ oder „Yes Sir“.
Da hier die Anrede nur über Miss und Sir stattfindet, kennen die meisten Schüler und Schülerinnen meist nicht die Namen der Lehrer, mich eingeschlossen. So fragte letztens ein Mittschüler in die Runde, als die Lehrerinn noch nicht im Raum war, „Where’s Miss“ was sich dann für mich doch ein bisschen seltsam angehört hat.
Wie ich schon erwähnt habe ist das hier im Transition Year sehr locker, was den Schulstoff angeht.
Letztens waren einige Lehrer und Schüler, wegen des Busstreiks nicht in der Schule. So wurden alle Schüler der Transition Year Klassen zusammengesetzt und die Lehrerin hat kurzerhand Netflix angemacht. Nach einer kurzen Abstimmung haben wir uns dann „Lucy“ angeschaut.

Aber natürlich gibt es hier auch Fächer die mir nicht so leicht fallen. Englisch zum Beispiel mit Mister H. Wenn wir ein Gedicht interpretieren sollen und die hälfte der Wörter mir nicht im geringsten bekannt vorkommen, ärgere ich mich schon manchmal das ich nicht immer ein Wörterbuch dabei habe.
Auch Mathe finde ich hier ziemlich kompliziert. Ich besuche hier einen Higher Level Kurs und da fehlt mir dann doch mal ab und zu das Verständnis.

In Fächern wie Technical Graphics, kann ich mich dann beim entwerfen eines Fensterbrettes wieder entspannen. Computermodelle zu erstellen ist tatsächlich gar nicht so übel.

In der Pause, für die ich meist mein Lunch zuhause vergesse, genehmige ich mir dann einen Kinder Bueno, welcher in der Schulkantine im Doppelpack nur einen Euro kostet. Wenn du mich fragst ein guter Preis!

Manchmal sind einige Regeln oder Sitten in der Schule ein bisschen seltsam für mich und manchmal kommen sie mir ganz bekannt vor, aber was fest steht ist, dass das Riversdale Community College keine allzu schlechte Schule ist ;).

Slán (Tschüss, auf wer hätte es gedacht: Irisch;D)

Franzi!

Der Erste Monat = wie im Flug!

Fast fünf Wochen ist es jetzt schon her. Denn am Montag, dem 5. September habe ich mich am frühen Morgen mit meiner Mutter auf den Weg zum Flughafen Hannover gemacht. Es war schrecklich seltsam für ein Jahr Tschüss zu sagen, da ich die Situation überhaupt nicht realisieren konnte. Es fühlt sich immer noch so an als ob Ich alle, meine Freunde und meine Familie in den nächsten Wochen wiedersehen werde.

Ich bin dann mit einigen bekannten und zu dem Zeitpunkt noch unbekannten Austauschschülern und Schülerinnen nach Frankfurt geflogen. Hier hatte ich während einer Wartezeit von drei Stunden, den schlechtesten Kaffe meines Lebens.

Habe ich schon erwähnt das ich an diesem Tag nur 2 Stunden geschlafen habe?

Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann weiter nach Edinburgh. Hier hatten wir bis zum Mittwoch ein so genanntes „Arrival Camp“.

Das war um ehrlich zu sein ein wenig überflüssig, da wir die meisten Themen die dort nochmal angesprochen wurden schon auf der VBT in Deutschland besprochen hatten.

Aber naja, eine ziemlich gute Sache gab es an dem Arrival Camp. Wir durften an einem Ceilidh teilnehmen, ein gälisches Tanzfest.

Das war absolut das was ich mir unter so einem Tanzfest vorgestellt habe. Gälische Musik und Tänze, die viel mit Drehungen, klatschen und die Arme auf seltsamste Weise verschränken zu tun haben.

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

Am nächsten Tag (Mittwoch) wurde es dann richtig spannend, denn es ging auf nach Dublin. Und das hieß für mich auf zu meiner Gastfamilie.

So was seltsames habe ich noch nie erlebt. Als ich die Ankunftshalle betreten habe, sah ich schon meine Gastmutter mit ihrer Tochter und ihren zwei Enkeln auf mich warten. Es war so komisch in dem Moment zu wissen, das ich bei dieser mir fremde Frau, die ich nur von Fotos und ein paar Facebook Nachrichten kannte für 9 Monate zuhause zu sein werde. Langsam ist auch das Eis zwischen uns gebrochen und sie ist mir nicht mehr ganz so fremd ;).

In meinem neuen zuhause angekommen, habe ich dann meine Gastschwester Julie kennengelernt. Mit ihr verstehe ich mich super! Wir sitzen oft bei einer Tasse Tee in der Küche und erzählen. Übrigens verstehe ich jetzt wieso die Leute hier so viel Tee trinken.Vorallem jetzt da der Herbst beginnt ist es ziemlich kalt in den Häusern und so muss man sich eben von innen aufwärmen.

Im allgemeinen ist das Wetter hier sehr seltsam! Es gibt Tage an denen ist es am Morgen sehr warm und die Sonne bringt einen in der Schuluniform zum schwitzen und am Nachmittag tobt ein Sturm, es schüttet wie aus Eimern und man hat das Gefühl zu erfrieren. Dank der Schuluniform hab ich gar keine großen Optionen mich Wetter passend anzuziehen.

Apropos Schuluniform. Meine Schule ist echt nicht übel;). Ich besuche das Riversdale Community College und gehe dort ins Transition Year. Transition Year bedeute soviel wie kaum Hausaufgaben, kaum Tests und sehr viel Praxis. Ich habe hier ziemlich viele ungewöhnliche Fächer, wie zum Beispiel Design, Musikunterricht in dem wir lernen Irische Musikinstrumente zu spielen und Selbstverteidigung. Die Klassen im Transition Year haben hier Irisch Baumnamen. Meine Klasse heißt zum Beispiel Daireach, Eiche.

Am Montagabend besuche ich einen Irisch Kurs, an einer Art Volkshochschule. Morgen ist meine dritte Stunde und ich kann schon fast mein Aussehen in Irisch beschreiben ;). Im allgemeinen begleitet einen Irisch die ganze Zeit, es ist ja auch die erste Amtssprache. Dafür sprechen es leider hier in Dublin ziemlich wenige. Man findet die irische Sprache vor allem im Bus und an allen Wegweisern, aber sonst passiert hier alles in Englisch.

Am Wochenende bin ich oft in der Innenstadt. Mein Lieblingsplatz dort ist das „Irish Film Institut“, denn hier bezahle ich nur drei Euro pro Vorstellung. Die drei Kinosäle sind sehr gemütlich und das Programm ist fantastisch! Deswegen bin ich dort mindestens zwei mal die Woche, mal mit Freunden, mal alleine.

Am Samstag gehe ich in einen Schauspiel Kurs in der Innenstadt. Ich liebe es! Es geht hier vor allem um Improvisation, was oft ein bisschen schwierig für mich ist, weil ich immer ein bisschen angst habe eine seltsame Grammatik Konstruktion zu verwenden oder die anderen nicht zu verstehen. Es macht aber unglaublich viel Spaß!

Eine Sache die mir hier noch ein bisschen schwer fällt, ist Freunde finden. Um genau zu sein Irische Freunde zu finden. Ich mache hier viel mit den anderen Austauschschülern, weil es viel schwerer ist als gedacht auf andere Leute zuzugehen. Immer wenn ich mich dann mal zu einer Gruppe dazu stelle, habe ich das Gefühl, das ich irgendwie ein bisschen störe, aber ich denke da muss ich dann auch mal über meinen eigenen Schatten springen.

Sonst geht es mir hier echt ziemlich gut!

Liebe Grüße aus Átha Cliath (Dublin)

und bis bald

Franziska 😀

PS: auf dem Foto könnt ihr mich (rechts) mit meine Gastschwester Julie (links) in unserer Schuluniform sehen ;).

Meine Gastschwester Julie und ich in Uniform ;)

Meine Gastschwester Julie und ich in Uniform 😉

 

Dia dhuit oder Hallo

Hast du schonmal davon geträumt in einem andern Land zu leben und was ganz neues kennenzulernen? Ich träume schon ziemlich lange davon und in ein bisschen mehr als 5 Wochen wird mein Traum in Erfüllung gehen

Ich bin Franziska, zeichne für mein Leben gerne, würde gerne Klavier spielen können, liebe es Kinos und Museen zu besuchen und ich bin unglaublich aufgeregt auf mein Auslandsjahr in Irland, um genau zu sein in Dublin. Es wird das größte Abenteuer, das ich bis jetzt erlebt habe und das wahrscheinlich aufregendste Jahr meines bisherigen Lebens.

In Dublin werde ich mit meiner Gastmutter, Adrienne und meiner französischen Gastschwester, Julie in einer Doppelhaushälfte am Rande der irischen Hauptstadt wohnen.

Aber wieso eigentlich Irland?

Eine schwierige Frage! Ich denke erstmal beginnt alles mit verschiedenen Klischees, die man so im Kopf hat, wenn man über ein Austauschland nachdenkt. Bei Irland denke ich da an grüne Wiesen, Kühe, Schafe, Butter, Pubs in denen reichlich Guinness ausgeschenkt wird, Straßenmusik und sehr viel Regen und Wind.

2013 war ich selbst einmal mit meiner Familie für ein paar Tage in Dublin und dann eine Woche in einem Ferienhaus in der nähe von Cork. Von all den Sachen die ich gerade aufgezählt habe, habe ich das meist gesehen, gespürt und geschmeckt. Aber damals haben wir dort nunmal Urlaub gemacht und waren eher unter uns, von der Kultur und den Leuten habe ich damals nicht viel mitbekommen.Und doch habe ich mich auf eine komische Art und Weise in das Land verliebt, denn es hatte einfach eine wunderbare Ausstrahlung. Ich kann es nicht beschreiben, aber ich denke ich bin nicht die einzige die so empfindet ;).

So habe ich mich bei der Wahl meines Austauschlandes an diesen Wunderbaren Urlaub erinnert und habe mir gedacht, ich will die Kultur Irlands nicht nur mitbekommen sondern auch erleben. Und das Land und die Menschen die dort wohnen von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

So stand mein Wunsch und ich musste mich nun damit beschäftigen wie ich ihn erfüllen konnte. Ich war auf Austauschmessen, bei Informationsveranstaltungen und habe mir eine Menge Kataloge bestellt. Irgendwann stieß ich dann auf YFU und ziemlich schnell wurde mir klar, dass ich mit dieser Austauschorganisation nach Irland gehen möchte.

Ende April war es dann soweit, Ich bewarb mich für ein Auslandsjahr. Darauf folgten lange Texte über mich, ein Auswahlgespräch in Berlin, eine quälende Wartezeit und dann ein großer dicker Umschlag in dem ich die Worte „wir freuen uns sehr, dir mitteilen zu können, dass wir dich für ein YFU-Austauschjahr in Irland ausgewählt haben!“ finden konnte. Daraufhin folgten meine Platzierungsunterlagen die mir die stressigsten Wochen meines Lebens bescherten, denn ich musste sie zwischen Weihnachtsstress und Testphase irgendwie bändigen. Schon Ende Februar bekam ich meine „Entschädigung“ für den Stress, meine Platzierung. Einige Zeit später fand meine Vorbereitungstagung in Mühlhausen statt, eine unglaublich tolle Woche in der ich unter Schlafentzug sehr viel gelernt und wahnsinnig tolle Leute getroffen habe.

Jetzt habe ich 7 Wochen Ferien hinter mir und noch ganze 5 liegen vor mir. Für manche hört sich das vielleicht nach einem Traum an, aber ich würde am liebsten sofort nach Irland aufbrechen.

Wenn es dann endlich soweit ist, freue ich mich euch davon zu berichten!

Bis bald

Franziska

Schaut auch mal auf meinem privaten Blog vorbei: http://mygreatadventureblog.blogspot.de