Enfin le printemps und endlich ein neuer Blogeintrag

Ich liege gerade in einer Hängematte, die mit den französischen Nationalfarben geschmückt ist und könnte wahrscheinlich fast nicht glücklicher sein. Denn der Frühling ist auch hier anscheinend endlich angekommen. Es gibt zwar immer mal wieder ein paar regnerisch-kalte Rückschläge, aber nun gut… Ich für meinen Teil habe heute aber zumindest das erste Mal draußen gegessen und morgen wird gegrillt 😀 Allerdings auf französische Weise, mit viel Wein und Entenherzen. Mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, würde ich manchmal ganz gerne zurücknehmen, muss ich zugeben. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Franzosen fast alles essen, was sich bewegt. Von Pferd über Hase über Krabben, die lebend gekauft werden und dann erbarmungslos ins kochende Wasser geworfen werden, bis hin zu Vögeln und eben Entenherz. Es ist angeblich très bon, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so ganz überzeugt bin.

Ansonsten kann ich sagen, dass Franzosen dem Ruf ihrer Küche gerecht werden. Ich esse gut, mit viel Fleisch und Butter und natürlich Baguette, fromage und Wein. Es ist unheimlich gut, aber es gibt Tage, an denen es mir unheimlich zum Hals raushängt. Aber so ist das ja immer…

Da die französische Küche wie gesagt nicht schlecht ist, versucht mich meine Gastmutter in deren Geheimnisse einzuweihen. Bisher mit nicht ganz hoffnungslosem Erfolg, allerdings glaube ich schon, dass sie manchmal auch nur denkt „Ouh là là, quelle horreur“. Sie hat sich für ihre Kochstunden nämlich leider kein Naturtalent rausgepickt. Mir muss man wirklich alles erklären. Es ist furchtbar^^ Allerdings fangen die Kochstunden an Erfolg zu bringen. Ich bin fleißig am Kochen und bin mittlerweile in der Lage einige (der unendlichen) französischen Grundrezepte zu zaubern.

Ein kleiner Einblick in die französische Dessertkultur

…und in die französische Weinkultur

kleingehackte Krabbe

Abgesehen vom Essen kochen muss ich allerdings zugeben, dass ich zurzeit recht faul bin. Hinter mir liegen nämlich bereits 3 Wochen Ferien, die ich jetzt mal versuchen werde zu rekapitulieren.

Zu Beginn war ich eine Woche mit meinem Lycée in Barcelona. Wir haben uns mit dem Bus von der Bretagne aus, auf den Weg in Richtung Barcelona gemacht. Mit den vorgeschriebenen Pausen hat das Ganze am Ende ca. 17h gedauert und wir waren alle (verständlicherweise) ziemlich fertig. In Barcelona war allerdings wunderschönes Wetter und es ist einfach eine schöne Stadt! Gewohnt haben wir in Gastfamilien. Das heißt, ich wurde quasi doppelt ausgetauscht. Und ganz ehrlich; in Spanien habe ich mich zu 100% Französisch und zu 0% Deutsch gefühlt. Eine tolle Erfahrung, ehrlich gesagt!

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imageEine Freundin (r.) und Ich (l.) vor Spongebobs maison

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imageDébile auf französisch=schwachsinnig|Débil auf Spanisch=schwach        Wir fanden das alle zum totlachen

Am Donnerstag bin ich mit meinen Gasteltern Richtung Clermont-Ferrand gefahren bin um deren (äußerst amüsante) Tochter zu besuchen. Besagte Tochter ist 25 Jahre alt, arbeitet in der Autorennabteilung (verzeiht mir dieses bescheuerte Wort, aber mir ist keine andere Übersetzung eingefallen) von Michelin (Autoreifen, der coole Autoreifenmann, ihr wisst schon…), wohnt mit ihrem Freund zusammen und hat ein Jahr in Deutschland gelebt. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstopp beim Vater meiner Gastmutter in Châtellerault eingelegt, der hatte an dem Tag zufälligerweise Geburtstag. Erinnert ihr euch noch an den vorherigen Absatz, in dem ich gesagt habe, dass ich manchmal mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, gerne zurücknehmen würde?! Das Geburtstagsessen war definitiv einer dieser Momente. Denn bei der alten Generation Frankreichs ist es noch wesentlich schlimmer mit den ungewohnten Essgewohnheiten. Mir wurde also Schweinekopfssülze vorgesetzt, und das fand ich dann schon bedenklich…  Aber gut; ich habe es überlebt und der Schokoladenkuchen hingegen war himmlisch.

Nun aber zurück zu Clermont-Ferrand, einer Stadt, die ich nicht unbedingt als schön bezeichnen würde. Allerdings ist die Region um Clermont-Ferrand unheimlich fantastisch. Dort ist übrigens auch die Volvic-Quelle, die wir ganz touristenmäßig besucht haben. Außerdem gibt es ein äußerst lustiges Attraktionsmuseum über Vulkane: http://www.vulcania.com/ Das ist ein ganz bisschen wie der Filmpark Babelsberg, nur eben für Vulkane.

Weitere Erinnerungen an das verlängerte Wochenende bestehen größtenteils aus Essen. Denn ich glaube ich habe noch nie so viele Kalorien an einem Wochenende zu mir genommen habe. Fragt bitte nicht, wie ich das geschafft habe. Ihr würdet es mir eh nicht glauben 😛

Eine Sache habe ich noch vergessen: RUGBY! Ich glaube, darüber habe ich noch gar nichts geschrieben… Rugby ist in Frankreich eine ziemlich große Sache. Vor allem im Süden. Da ist das mindestens so groß wie Fußball in Deutschland. Dementsprechend war der Pub auch sehr voll als Clermont-Ferrand gespielt (und gewonnen) hat. Als ich das hier jedoch das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, habe ich fast einen Schock bekommen, denn es ist schon recht brutal. http://www.youtube.com/watch?v=Mb97tspN_AQ Aber es macht auch unheimlichen Spaß! Das weiß ich, weil ich es jetzt im letzten Trimester in Sport mache. Es ist eigentlich echt schade, dass sich in Deutschland fast keiner dafür interessiert. Menschen umzurennen macht nämlich wirklich viel Spaß 😀 Und wenn man die Regeln einmal so ungefähr verstanden hat, ergibt das Spiel auch einen Sinn.

Nach dem Wochenende in Clermont-Ferrand haben wir noch einen Zwischenstopp in Beaunes eingelegt. Dort gibt es ein unheimlich wundervolles mittelalterliches Krankenhaus (http://www.hospices-de-beaune.com/index.php/hospicesdebeaune/L-Hotel-Dieu/Le-Musee) zu besichtigen, und jedem der einmal die Möglichkeit hat dort vorbeizuschauen kann ich das nur empfehlen. Es lohnt sich! Außerdem haben wir die Weinfelder in der Gegend „besichtigt“ und ich glaube, ich habe noch nie so viel Wein auf einem Fleck gesehen. Es ist unglaublich, genauso wie der Wein unglaublich gut ist…

Vielleicht hat ja irgendjemand auf der Karte verfolgt, wo ich war. Falls ja: Ja; meine Gasteltern sind leicht verrückt was das Autofahren angeht. Sie haben definitiv keine Angst davor zig Kilometer im Auto zu verbringen. Bis nach Châtellerault fährt man nämlich ca. 4h, weiter bis nach Clermont-Ferrand 3h30. Von Clermont-Ferrand nach Beaune: 2h30, von Beaunes bis nach Quimperlé 8h. Außerdem sträuben sie sich auch nicht davor, einen Tagesausflug nach Bordeaux zu machen (4h Hin, 4h Zurück) und mein Gastvater verbringt fast jeden Tag 4h im Auto. Es ist schon etwas speziell, aber für mich sehr von Vorteil 😉

Die letzten offiziellen Ferientage habe ich jetzt vor allem mit Lernen verbracht. Am 14. Steht nämlich das DELF an (dieses Mal B2), ein Sprachzertifikat für (wer hätte es gedacht) Französisch.

Ansonsten geht es hier langsam, aber sicher dem Endspurt entgegen. Meine letzten zwei Monate sind angebrochen und im Lycée geht es auf die BAC-Prüfungen zu. Das bedeutet allerdings, dass ich nur noch ungefähr vier Wochen in „meinem“ französischen Lycée verbringen werde, und dieser Fakt stimmt dann doch eher nachdenklich :l

Zum Schluss noch zwei Schilder, die ich unheimlich lustig finde und falls jemand hier den Witz versteht, hoffe ich, dass ihr mit mir lachen könnt 😀

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Und ich habe es endlich mal geschafft ein Bild von meinem Klassenraum zu machen:

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Von der Halbzeit, Verkehrskreiseln und (wieder einmal) französischem Essen

Eine unheimlich lange Ewigkeit ist es her, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe, und das tut mir ehrlich leid.

Wie die anderen fange ich aber erstmal mit dem großen Wort „Halbzeit“ an. In meinem ersten Beitrag hatte ich geschrieben, dass ich sicher bin, dass ich mich auch in einem anderen Land „pudelwohl“ fühlen kann. Genau das kann ich jetzt höchstoffiziell bestätigen. 6 Monate sind schon vorbei, also sogar schon mehr als die Hälfte und ich kann bestätigen, dass die „Halbzeit“ schon etwas Besonderes ist. Ich glaube es ist ein Phänomen, das man nicht unbedingt erklären kann, aber irgendwie ist jetzt alles einfacher. Dinge, die vor 6 Monaten noch völlig neu, unbekannt und bizarr waren sind jetzt alltäglich und vollkommen normal. Ich glaube aber auch, dass das einfach das Resultat des ersten Halbjahres ist. Während Freundschaften im ersten Halbjahr noch neu waren und man nicht immer wusste, was man sagen kann und was eher unangebracht ist, was der andere denkt, etc. sind sie jetzt ganz normal und natürlich. Mit der Zeit habe ich auch alle Schüler meines (recht kleinen) Jahrgangs kennen gelernt und habe dadurch immer jemanden zum reden und Spaß haben. Was diesen ganzen Prozess natürlich unheimlich erleichtert ist das Fließend werdend im Französischen. Auch wenn natürlich immer noch Fehler auftauchen und ab und zu doch noch ein paar Vokabeln fehlen läuft es doch sehr gut und ich kann auf jeden Fall alles sagen, was ich sagen möchte.

An dieser Stelle werde ich jetzt einfach mal die Fragen beantworten, die mir in den Kommentaren gestellt wurden 🙂

Laura: Hattest du am Anfang auch Probleme und gab es so einen Punkt, wo sozusagen der Knoten geplatzt ist? Wie lange dauerst es so in etwa bis man sich gut unterhalten kann?

Natürlich gibt es am Anfang ab und zu Verständigungsprobleme, aber ich glaube das ist völlig normal. Am Anfang war das Ziel überhaupt verstanden zu werden, aber man lernt unheimlich schnell im Ausland. Bei mir war es nach ungefähr 3-4 Monaten so, dass ich alles verstanden habe, obwohl verstehen bereits seit dem Beginn relativ gut ging. Mit dem Sprechen ist es so eine Sache. Man wird immer besser. Das hört auch jetzt nicht auf, obwohl ich sagen würde, dass ich ganz zufrieden mit meinem Französisch bin. Aber es gibt immer eine grammatische Regel, die man noch nicht perfekt beherrscht oder eine Ausnahme, die einen in den Wahnsinn treibt. 😉

Therese: Würdest du die Bretagne für ein Austauschjahr empfehlen, denn die haben ja einen anderen Dialekt und sprechen auch Bretonisch. Hast du schnell Anschluss zu den Franzosen bekommen?

Also der Dialekt ist nicht schlimm, wirklich nicht. Ich finde es eh schwer manche Dialekte voneinander zu unterscheiden und letztendlich gibt es überall Dialekte, ob du jetzt im Süden, Norden, Osten oder Westen bist 😉 Ja; Bretonisch ist omnipräsent in der Bretagne, aber darüber brauchst du dir absolut keine Gedanken machen, denn die einzigen Leute die wirklich Bretonisch sprechen, sind die alten Menschen.

Ich persönlich habe relativ schnell Anschluss bekommen, aber das hat viel Eigeninitiative erfordert. In der Bretagne sind die Leute eher verschlossen und es dauert auch seine Zeit, bis sie wirklich offen sind. Aber wenn man einmal an dem Punkt angelangt ist, ist es einfach nur fantastisch. Das wichtigste ist aber wirklich; reden, reden, reden und vor allem von sich selbst aus! Man muss auf die Leute zugehen, dass ist das Wichtigste!

Lisa: Empfiehlst du ein Auslandsjahr nach Frankreich? + Paula: Bist du zufrieden?

Ich kann gar nicht oft genug „JA!“ sagen. Frankreich war die beste Entscheidung, die ich für mein Austauschjahr hätte machen können. Frankreich hat kulturell so viel zu bieten, und dass es ein Nachbarland Deutschlands ist ändert daran rein gar nichts. Außerdem ist es danach viel einfacher wieder zurückzukommen 🙂

 

Außerdem noch eine französische Eigenheit: Verkehrskreisel! 2 Kreisel miteinander verknüpft (also quasi ein Doppelkreisel), Kreisel mit 1, 2 oder 3 Spuren…nichts ist unmöglich für den französischen Autofahrer. Hauptsache es kreiselt sich! Dann sind die Franzosen glücklich und französisch 😉

Und noch einen Tipp zum Schluss. Wer nach Frankreich geht und den Kulturschock des ersten Dîners mit Freunden der Gastfamilie vermeiden will, sollte sich diesen Film angucken: Le Prénom.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9bgb5_kVR4E[/youtube]

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Nj2NWEzbhJI[/youtube]

Die Gespräche sind selbstverständlich anders und normalerweise brechen keine Familien auseinander und die Tische werden auch nicht zerstört, aber ja; es gibt 6 „Essensetappen“ und das ganze kann unheimlich lange dauern. Aber es ist auch unheimlich gut! Glaubt mir 😀

Schule auf Französisch

Nach 2 Monaten lasse ich auch mal wieder etwas von mir hören und ich dachte mir es wird mal Zeit über die französische Schule zu berichten.

Ich bin hier in der 1ES (Première economique et social). Première ist ambivalent zur deutschen 11. Klasse. In Frankreich funktioniert das mit den Klassennamen aber ein bisschen anders. Unsere 6. Klasse heißt in Frankreich Sixième. Allerdings wird dann runtergezählt und nicht wie in Deutschland hochgezählt. Nach der Sixième folgt also nicht die Septième, sondern die Cinquième. Nach der Cinquième dann die Quatrième, bis man dann irgendwann in der Première angekommen ist und nur noch die Terminale auf einen wartet.

Nach der Seconde sucht man sich einen Zweig aus, mit dem man sich spezialisieren kann. An meiner Schule gibt es die Wahl zwischen L, ES, S und STMG. L steht für Littérature und bedeutet besonders viel Französischunterricht und damit ist wiederum das intensive Studium besonders vieler französischer Bücher verbunden. S steht für Sciènces und bedeutet ganz viel Naturwissenschaften und analytisches Denken. ES steht wie gesagt für economique et social und bedeutet besonders viel Wirtschaft und Soziologie. Das spiegelt sich dann auch im Matheunterricht wieder, wo ich ständig Verluste und Gewinne von Unternehmen errechnen darf.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Franzosen die absoluten Meister der Abkürzungen sind? Es fängt bei den Zweigen in der Oberstufe an, hört da aber noch lange nicht auf. In der Schule gibt es keine Bibliothek, sondern das CDI(Centre de documentation et d’information) und der Geschichtsunterricht kann einen manchmal wirklich an die Verständnisgrenzen bringen, wenn dort Abkürzungen wie NPIA, Dragons und BRIC an der Tafel stehen; und auch die französische SMS-Sprache setzt stark auf Abkürzungen… Beaucoup wird zu bcp, c’est zu c, tu es zu t, tout zu tt, usw. Wenn man dann eine SMS mit all diesen Abkürzungen verfasst fühlt man sich gleich viel französischer 😉

Jetzt aber mal wieder zurück zur französischen Schule. Mein Unterricht fängt hier um 8h00 an und dauert an meinem „schlimmsten“ Tag bis 17h00. Am Freitag zum Beispiel erwartet mich jede Woche eine Härteprüfung. Statt wie in Deutschland ist meine Schule nicht um 13h00, sondern um 17h00 beendet und ich muss mich jede Woche durch eine zweistündige Klassenarbeit schreiben 😛  Das Ganze wird dann D.S. (Devoir surveillée) genannt und geht von „Hmm; so schwer war es jetzt doch nicht“ bis zu „Viel zu wenig Zeit, viel zu schwer, absolut unmachbar für einen armen Austauschschüler wie mich“^^

Nach der D.S. wartet dann A.P. (Accompagnement personnalisé). Da redet man dann entweder mit seinem Klassenlehrer über die eigene Zukunft oder man löst Extraaufgaben für das wichtigste Fach im jeweiligen Zweig (bei mir SES (Sciènces économiques et social). Danach über-/erlebe ich noch 2 Stunden Unterricht, der übrigens 50 Minuten dauert, bis dann um 12h30 die Mittagspause ansteht.

Die letzten beiden Stunden sind TPE (travaux personnels encadrés), das ist eine wichtige Arbeit für das französische ABI, das BAC. In 2er oder 3er Gruppen bearbeitet man ein halbes Jahr lang eine Problemstellung, erstellt eine Präsentation und hält dann einen Vortrag darüber und die Note fließt zu einem nicht ganz unbedeutenden Teil ins BAC ein.

Jetzt gerade habe ich zwei Wochen Herbstferien und die habe ich auch bitternötig, denn ich muss unheimlich viel Schlaf nachholen 😉

Ach ja; bevor ich es vergesse. Ein paar Klischees gibt es wirklich zu bestätigen^^

1)      Viele französische Jugendliche rauchen

Es ist schon echt bizarre, wenn sie immer, immer, immer rausgehen um zu rauchen. Ernsthaft: Strömender Regen, aber der Platz vor der Schule ist dicht besiedelt … Hier hängen auch überall “Interdit de Fumer”-Schilder rum und der Preis für Tabak steigt hier pünktlich jeden Montag^^ Und auch die Lehrer haben damit gar kein Problem…Die gehen einfach weiter. Aber auch in Frankreich ist Rauchen (eigentlich) erst ab 18 Jahren erlaubt, aber es ist in der Gesellschaft wirklich mehr als akzeptiert. Laut meinen “Freunden” fragt in den Tabakshops auch niemand nach deinem Alter, geschweige denn einem Ausweis…

2)      Franzosen essen viel Käse.

Ja, ja, ja! Zumindest in meiner Gastfamilie gibt es immer Käse nach dem Essen und auch die meisten Gerichte enthalten irgendwie doch immer Käse. Es ist vraiment bizarre!

3)      Essen können laaaaange dauern.

In meiner Gastfamilie dauert ein Essen immer so zwischen einer halben Stunde und anderthalb Stunden und wenn man bei Freunden eingeladen ist, sind 5h absolut normal…

Noch ein Unterschied. Französisches Papier hat nicht allzu viel mit dem deutschen zu tun und am Anfang war das eine echte Herausforderung, aber jetzt sind die vielen Linien doch ganz praktisch:

So etwas wie Alltag

Genau das hat sich in den letzten paar Tagen bei mir eingeschlichen und ich liebe es 😀

Nachdem sich die erste Woche mehr wie Urlaub angefühlt hat und jeder Gang ins Lycée etwas Besonderes an sich hatte, ist es jetzt mehr oder weniger normal.  Morgens wird draußen auf dem Pausenhof gewartet bis die schrille Schulglocke einen Ton von sich gibt, dann geht es hoch zum Klassenraum. Auf dem Weg dahin schnappe ich mir noch schnell die Tageszeitung (die es hier für die Schüler kostenlos gibt) und dann sitze ich in dem stickigen Klassenraum an meinem Tisch in der zweiten Reihe und versuche irgendetwas von dem was der professeur da von sich gibt zu verstehen. In Fächern wie histoire-géo (Geschichte und Geographie-merkwürdige Mischung; ich weiß…), anglais (Englisch) und espagnol (Spanisch) gelingt mir das schon recht gut. Aber wenn es dann in français um die französische Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts geht, machen sich meine Verständniskünste eher selten bemerkbar 😉

Wenn um 12h30 endlich die Mittagspause beginnt bin ich jedes Mal so hungrig, dass es mir eigentlich ganz egal ist, dass das Essen in der SELF (der Kantine) nicht das Beste ist. Dafür ist die Begleitung von 4 Mädchen aus meiner Klasse umso besser. Die letzte Viertelstunde versuche ich dann meistens nur zu verstehen, was sich die französischen Jugendlichen untereinander erzählen (Jugendliche reden nämlich wesentlich schneller und benutzen mehr Umgangssprache) und genieße die Sonnenstrahlen des Spätsommers.

Nach 3-4 weiteren Unterrichtstunden geht es ab nach Hause, vorbei an den bretonischen Häusern mit den (typischen) schwarzen Dächern. Meistens gönne ich mir zusammen mit meiner amerikanischen Gastschwester noch einen „goûter“ (typisch französisch: Wenn man nachmittags eine Kleinigkeit isst. Bei uns gibt es extra eine „goûter“-Schublade im Essensschrank), bevor meine Gastmutter dann um 20h00 „À table“ einmal quer durchs Haus ruft und ich 2-3 Stunden später nahezu todmüde in mein Bett falle.

 Wie gesagt, alle Hausdächer sind schwarz.

Eine Straße, in meiner wunderschönen kleinen französischen Stadt.

 

Au revoir l`Allemagne, Bienvenue en France

Am 30. August, zu einer anfangs unmenschlichen Zeit ging es also endlich los. Ziemlich oft, habe ich mir vorgestellt wie dieser Tag wohl werden würde… Letztendlich war es natürlich-wie so oft-ganz anders als ich es mir vorgestellt habe.

Mein Flieger von Dresden nach Frankfurt ging um 06:05 Uhr und mit an Bord waren neben zahlreichen Businessmenschen noch ein anderer „Franzose“ und einige USA-Fahrer, die eine mehr als tolle Begleitung waren (falls einer von euch das liest: Ich hoffe ihr habt euren laaangen Flug gut überstanden und fühlt euch bereits pudelwohl!). Nach einem scheinbar unendlich langen Flug von 45 Minuten(!) kamen wir endlich in Frankfurt an 😉 und von da aus ging es weiter nach Paris und dann ins Arrival Camp, welches in einem kleinen Ort in Nord-Pas-de-Calais mit dem Namen Bapaume stattfand.

Das Camp war absolut génial! Die Austauschschüler kamen aus der ganzen Welt und waren alle unglaublich nett, faszinierend und lustig. In Gruppen; die nach den Regionen eingeteilt wurden, in denen wir in Frankreich leben; haben wir vor allem über unser zukünftiges französisches Leben, unsere Erwartungen und Hoffnungen und die scheinbar unendlichen französischen Höflichkeitsregeln geredet. Am Freitag sind wir alle zum Hôtel de Ville (Rathaus) von Bapaume gegangen um dort den Bürgermeister zu treffen und ein paar hübsche Fotos für den lokalen Reporter zu liefern. Am Samstag war dann der Tag da, an dem alle ihre Gastfamilien das erste Mal sahen. Da ich meine Gastmutter und meine Gastschwester jedoch bereits am Freitag kennengelernt habe (meine Gastmutter arbeitet ehrenamtlich bei YFU und war Teamerin im Arrival Camp und meine Gastschwester ist eine amerikanisch ATS) war der Tag für mich nicht mit einem bestimmt unendlich pochenden Herzen verbunden und die Kardiologen dieser Welt können sich wieder beruhigt zurücklehnen^^ Dennoch war es natürlich super spannend endlich die Stadt und das Haus zu sehen, in dem ich für ein Jahr leben werde. Nachdem wir ausgepackt hatten, gab es ein typisches französisches Dîner und dann bin ich mehr als totmüde ins Bett gefallen, denn das ständige Wechseln dreier Sprachen beim Arrival Camp hat mir ordentlich zugesetzt.

Heute Morgen sind wir durch die Stadt gelaufen und für eine 12.000-Einwohner-Stadt gibt es einiges zu entdecken. Von einem Hypermarché, der seinen Namen wirklich verdient hat, über ein Schwimmbad bis zu den Straßenschildern, die jeweils 2 Beschriftungen haben(Einmal die französische und einmal die bretonische). Außerdem haben wir einen Abstecher zu meiner neuen Schule gemacht, die ich am Mittwoch beim Rentrée schon wiedersehen werde.

Bis dahin: Au revoir 🙂

Ankunft in Paris Im Flieger nach Paris

Alle Schüler, die in der Bretagne leben werden Alle Schüler, die in der Bretagne leben werden.