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Meine ersten Monate in Deutschland

Alles hat mit nur einer großen Chance und einer kleinen Möglichkeit angefangen. Hier in Deutschland Deutsch zu lernen war ein Traum und es ist manchmal unglaublich, dass ich hier bin. Als ich herausgefunden habe, dass ich ein Austauschjahr in Deutschland gewonnen habe, hatte ich viele Erwartungen. Ich bin nicht enttäuscht! So viel ist schon passiert und so viel habe ich schon gelernt. Ich bin fast drei Monate hier in Deutschland…Am Anfang war es sehr schwierig mit der Schule. Ich konnte nicht alles verstehen (Was hat der Lehrer gesagt????) und auch die Schrift von den Lehrern war schwierig zu verstehen. Ich brauchte Zeit zu verstehen, dass ein “u” ein “n” war und wenn das ein richtiges “u” war, man oben einen Strich findet. Und das war kein Umlaut!!! Das ist anders in Brasilien! Aber ich habe nicht aufgegeben und jetzt kann ich bestimmt mehr verstehen. Erdkunde und Geschichte sind die schwierigsten Fächer, aber es geht. Ich muss es immer wieder versuchen. Das ist so, wenn man eine neue Sprache lernen kann. Es war schwierig, aber es ist schon besser! Die Schule hat mir auch geholfen. In meiner ersten Erdkundearbeit, zum Beispiel, hat meine Lehrerin die Übersetzung unter die Fragen geschrieben. Das war sehr nett! Und die Leute sind auch freundlich und nett! Das widerlegt die Vorurteile gegenüber den Deutschen. Zumindest das, was man in Brasilien über sie sagt. Sie sind bestimmt nicht wie die Südamerikanischer, aber sie sind auch keine Eiswürfel! Meine Mitschülern helfen mir immer. Egal ob das eine Frage zu der Deutschen Sprache ist oder in welchem Raum wir heute Chemie haben… (Ich habe es noch nicht gelernt)

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Ich besuche hier in meiner Stadt einen Deutschkurs. Wir haben das zweimal pro Woche, zwei Stunde lang. Ich habe immer viele Fragen, weil die Deutschen meistens keine Fragen zu der Grammatik beantworten können. ‘Man sagt das nicht’, “Das ist wie Man sagt’, und so was… Ein paar Satzbildungen im Deutschen sind sinnlos im Vergleich zu meiner Muttersprache. Alles ist umgekehrt und ich muss es, wie ich es denke, verändern! Aber das geht. Ich bin so gespannt darauf, perfekt Deutsch sprechen zu können!

Ich bin wirklich begeistert Deutsch zu lernen. In diesem Austauschprogramm habe ich das gleiche Gefühl, das ich in meinem ersten Deutschunterricht hatte. Alles war neu und ich war so neugierig. Die Sache ist, dass Deutsch in Brasilien nicht zum Alltag gehört wie beispielsweise Englisch. Wir müssen Bücher, Filme und andere Quellen untersuchen. Es ist nicht einfach. Aber es ist hier in Deutschland anders. Und das, glaube ich, ist das Beste am Deutschlernen in einem Land, wo man die Sprache spricht. Ich will verstehen, was die Personen auf der Straße sagen, was im Fernsehen passiert und auch in der Werbung (so dumm). Ich will mit den Leuten sprechen und diskutieren. Und wir, die Austauschschüler, sind immer indirekt motiviert von der Welt um uns. Das ist super!

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Über meine Gastfamilie. Unser erste Kontakt war durch Email. Meine Gastmutter hat diese Email geschickt, wo sie ihre Familie vorgestellt hat. Wir haben uns mehr kennen gelernt auch durch Emails. Seit diese Zeit hatte ich ein Gefühl, dass sie eine besondere Familie ist.

Am 21. August bin ich nach Deutschland geflogen. Ich hatte noch in Lauenburg mit andere Austauschschüler eine Orientierungswoche bevor ich meine Gastfamilie persönlich kennen gelernt habe. Ich war gespannt und gleichzeitig nervös. Theoretisch sollten wir zu unseren Gastfamilien mit dem Zug fahren. Erstaunlicherweise, hat meine Gastmutter mir erzählt, dass sie und mein Gastbruder mich in Lauenburg abholen wollten. Das war sehr nett!

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Als sie nach Lauenburg gekommen sind, ich habe gefunden, dass sie auch ein bisschen nervös waren. Das war gut, dass ich nicht der einzige war. Und dann, hat der Anpassungsprozess angefangen. Wir haben sehr viel geredet. Und das war auf Englisch. Ich konnte nicht wirklich Deutsch verstehen.

Zu Hause habe ich meine neue Wohnung kennen gelernt und auch mehr Familienmitglieder. Mein Zimmer wartete auf mich und da habe ich viele Bücher nach meinen Interessen geordnet gefunden. Es gab Harry Potter Bücher (Ich liebe Harry Potter) und viele Wörterbücher, unter anderen Büchern.

Gleich am ersten Tag sind ich und mein Gastbruder zu einen Party gegangen. Mein Gastbruder hilft mir immer und hat mir in dieser Anfangszeit viele Leute vorgestellt.

Meine Gastmutter war immer dabei, als wir viele Sachen  für die Schulen kucken mussten. Mein Gastbruder auch. Er hat mir die Schule gezeigt, weil wir zu der Gleichen Schule gehen. Sie hat  mir auch geholfen Chöre zu finden. In drei Chören singe ich jetzt. Insgesamt sind das fast acht Stunde pro Woche. Genau wie ich es mag!

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Meine Familie ist auch sehr musikalisch. Alle spielen ein Instrument. Manchmal sieht es wie eine Musikschule aus. Die Stimmung ist wunderschön.

Sie lesen gern und haben viele Bücher. Das ist ein Anreiz für mich Deutsch zu lernen, so dass ich alles was ich lesen möchte auch lesen kann. Alle sind sehr intelligent und ich habe schon viel mit ihnen gelernt. Mich mit meinem Gastvater zu unterhalten heißt immer etwas neues zu lernen. Ich rede mit ihm sehr gern!

Ich habe schon alle meine sechs Gastgeschwister kennen gelernt (Nur zwei wohnen noch zu Hause). Sie sind alle sehr nett.

Wir machen oft viele Aktivitäten zusammen. Zum Beispiel, besuchen wir Ausstellungen, Märkte, andere Städte und wir gehen Spazieren. Wir haben richtig Spaß.

Etwas besonderes war mein 18. Geburtstag. Das war schon cool, dass ich hier in Deutschland war. Aber in diese Familie… Das war ein unvergesslich Erfahrung. Seit vor dem Frühstück haben wir schon gefeiert. Mein Morgen war voll mit Blumen, Kerzen, Leckerem Kuchen, Geburtstagslied und Geschenken. Meine Gastmutter hat für mich Wollsocken gestrickt! Das war sehr Lieb. Zum Mittagessen konnte ich das Essen aussuchen. Abends hatten wir eine Party mit ein paar Freunden.

Essen ist überhaupt kein Problem für mich. Es ist ein bisschen anders als in Brasilien, wo wir zum Beispiel meisten zweimal pro Tag Fleisch essen. Das kommt mit dem Austauschjahr und ich denke, es ist besser, offen zu sein. Einfach probieren. Man lernt neues Essen kennen und hat auch Spaß. Warum nicht? Frühstuck ist wahrscheinlich das Beste. Die verschiedenen Brötchen und die Marmeladen…Und Rapshonig??? Der beste Honig! Wie kann man ohne ihn leben? Ich glaube, es gibt keinen in Brasilien. Ich habe ihn noch nie gesehen…

Was ich lustig finde ist, dass Portugiesisch zu sprechen schon komisch für mich ist. Es gibt keinen brasilianischen Austauschschüler in der Nähe und ich benutzte die Sprache nicht all zu oft. Ich schreibe meiner Familie und meinen Freunden in Brasilien, aber sie haben mir schon erzählt, dass ich schon ein bisschen anders schreibe. Ich kenne eine deutsche Frau, die früher ein Jahr in Brasilien war und sie kann gut Portugiesisch sprechen. Ich sagte, ihr Portugiesisch ist besser als meines. Hoffentlich vergesse ich nicht meine Muttersprache… Ich bleibe hier in Deutschland noch neun Monate!

Heimweh. Wir können es leider nicht vermeiden. Am Anfang ist alles neu und anders und man vermisst nicht so oft sein Heimatland, seine Familie und seine Freunde. Später ist das Leben in Deutschland schon Routine, wir gewöhnen uns daran. Und da bekommt man Heimweh. Ich hatte es noch nicht so richtig. Ich hatte nie Lust zurück nach Brasilien zu gehen, aber ich vermisse meine Familie und meine Freunde sehr. Ich , aber das geht nicht durch das Internet. Man öffnet Facebook und sieht einfach was in seinem Heimatland mit den Freunden passiert. Das ist ein Grund, das Internet während des Austauschjahres weniger zu benutzen. Das ist leider noch eine Herausforderung für mich. Aber wir können Heimweh nicht die Kontrolle über unsere Erfahrungen in einem anderen Land übernehmen lassen. Wir müssen diese Erfahrung leben!

Arthur Thives Mello
Brasiien