Mein neues Leben hier in Ecuador

Nachdem sich in meiner vorherigen Familie hat die Lage mit der Zeit immer mehr angespannt und ich gemerkt habe, dass dort Persönlichkeiten aufeinander getroffen sind, die nicht Zusammenleben können, habe ich beschlossen mich an YFU zu wenden und über einen eventuellen Gastfamilienwechsel zu reden. Daraufhin habe ich mit meinem Area Representative geredet und ihr erklärt wie ich mich fühle und dass ich glaube, dass es für alle Betroffenen besser wäre, wenn ich die Familie wechseln würde. Gespräche mit meiner Familie und meiner Organisation haben nicht wirklich zum positiven beigetragen, so dass sich meine Familie immer mehr von mir abgewendet hat und ich mich immer schlechter gefühlt habe. Denn manchmal passt es einfach nicht und so habe ich nach 2 Monaten, am 19.10.2014, die Gastfamilie gewechselt.

Ich wohne jetzt bei einer Klassenkameradin dessen Familie sich, nachdem sie von meinen Problemen erfahren hat, dazu bereiterklärt hat mich für den Rest des Jahres gerne aufzunehmen.

Meine neue Familie lebt in Salcedo, einem kleinen Ort nahe Latacunga, etwas ländlicher und mit vielen Tieren. Ich lebe zusammen mit den Großeltern in einem Haus und meine Gasteltern leben mit ihren Töchtern (9 & 17 Jahre alt) in dem anderen Haus, welches gegenüber liegt. Die Familie in der ich jetzt wohne ist katholisch und jeden Morgen, auf dem Weg zur Schule, wird gebetet. Am Anfang kam mir das alles noch ein bisschen komisch vor, mittlerweile jedoch ist es für mich schon normal dass alle zusammen ein Gebet aufsagen. Meine Gasteltern sind außerdem ein bisschen strenger was das ausgehen auf Partys angeht, was mich aber nicht sonderlich stört, da ich jetzt endlich zusammen mit einer Familie wohne mit der ich klarkomme und die bereit ist mir bei allen meinen Problemen zu helfen.

In dem einen Monat, den jetzt schon hier lebe habe ich unglaublich viele Erfahrungen gesammelt und Probleme überstanden. Auch wenn ich am Anfang einem Gastfamilienwechsel aus dem Weg gehen wollte war es am Ende doch die richtige Entscheidung. Meine neue Familie hat vielleicht nicht den Reichtum oder die Lockerheit wie andere Familien; was diese Familie jedoch hat ist Liebe, die sie bereit ist mit mir zu teilen. Zum Abschluss kann ich also sagen dass ich mir gut vorstellen kann hier die nächsten Monat, bis zu meiner Abreise, zu verbringen.

An meinem Leben hier sonst hat sich nicht wirklich was geändert. Ich gehe weiterhin zur gleichen Schule und stehe jeden Morgen total verschlafen aus. Langsam beginnen hier die Weihnachtsvorbereitungen und es wird klar dass Weihnachten hier total anders gefeiert wird als in Deutschland. Aber dazu werde ich euch nach dem Fest mehr erzählen.

Bis dahin, alles Gute nach Deutschland

Eure Amina