Angekommen

Endlich bin auch ich im Ausland angekommen. Nach unglaublichen zwei Tagen Flug landeten wir endlich in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Doch nun erstmal von vorne.

Am Mittwoch als es endlich losgehen sollte ging so gut wie alles schief. Alles fing damit an, dass unser Flug von Hamburg nach Frankfurt gestrichen wurde und wir kurzfristig umbuchen mussten auf einen späteren Flug. In Frankfurt dann ging es in den Flieger nach Miami. Doch als wir in Miami landen sollten zog ein Sturm auf und wir mussten gefühlte 200 Runden über dem Meer drehen und dann in Orlando, tanken, um nach Miami zu fliegen. Da alle guten Dinge drei sind haben wir dadurch natürlich unseren Flug nach Quito verpasst und mussten somit ganze 24 Stunden am Miami Flughafen verbringen. Dort auf dem Boden auf unseren Klamotten und Koffern schlafen und frieren.

Doch nun bin ich endlich da! In Ecuador, meiner Heimat für die nächsten zehn Monate. Die drei Tage Vorbereitung, die sehr amüsant waren, habe ich hinter mir gelassen und seit heute bin ich in meiner Gastfamilie in der kleinen Stadt Latacunga, 90km südlich von Quito entfernt.

Mit dem Bus fuhren wir morgens um 8:30 Uhr los in Richtung Abenteuer Auslandsjahr! Nach circa 1,5 Stunden Fahrt hielten wir an einer Tankstelle und der Busfahrer stellte sich hin und sagte „Latacunga“. Ich spürte, wie sich die Anspannung in mir immer weiter ausbreitete, wie die Nervosität mir ins Gesicht geschrieben war und wie schwitzig meine Hände wurden. Ich stieg aus, nahm meinem Koffer, drehte mich um und sah meine beiden Gastschwestern gegenüber von mir. Ich schloss sie in meine Arme und merkte wie mein Grinsen immer breiter wurde. Ich war endlich angekommen. Wir fuhren nach Hause, wo ich meine Gastmutter kennengelernt habe, zum Frisör, holten uns dann frisches Obst mit Joghurt und fuhren wieder nach Hause und aßen Mittag, mit der Frau meines Gastbruders, den drei kleinen Kindern, meiner Gastmutter und meiner jüngsten Gastschwester. Danach hatte ich erstmal zeit für mich. Ich konnte meiner Familie schreiben, meinen Koffer auspacken und mein Zimmer, mit Blick auf die Mall, einrichten. Nachdem meine Gastschwester Verónica und ich kurz ein paar Erledigungen erledigt haben und alle ihre Gummibärchen aufgemacht hatten, fuhren wir in ein Restaurant um etwas zu essen.

Die Tür des Restaurants bestand aus transparenten Vorhängen und wenn man reinging stand man in einem kleinen Raum mit Tischen und Holzbänken quer durch den Raum verteilt. Rechts neben den Eingang stand ein riesiger Kaminofen und gegenüber, auf der linken Seite, konnte man Getränke kaufen. Wir setzten uns hin und bestellten. Nebenbei lief Fußball im Fernsehen, der an der Wand ging. Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen. Deutsche Bundesliga. Ein kleines Stück Deutschland in Ecuador.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit einem großen Teil der Familie. Ich muss sagen, ich könnte mir keine bessere Gastfamilie wünschen. Ich hätte nie gedacht dass ich am ersten Tag so viel lachen und reden würde und mich so schnell einleben würde obwohl ich die Sprache kaum verstehe. Für mich ist das hier jetzt schon mein zweites zuhause und ich bin unglaublich gespannt, was ich hier alles so erleben werde. Die Eindrücke, die ich in den ersten Tagen bis jetzt gesammelt habe sind unglaublich. Ecuador ist jetzt schon eines der schönsten Länder die ich jemals gesehen habe.

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