Schule in Rumänien

Salut!

Wie ich ja schon in meinem letztem Blogeintrag berichtet hat der erste Schultag in Rumänien eine viel größere  Bedeutung als in Deutschland. Alle ziehen sich hübsch an und die Klassenlehrerinnen bekommen einen Blumenstrauß von jedem Schüler und jeder Schülerin.
Der richtige Unterricht hat erst am dritten Schultag richtig angefangen, vorher haben die Lehrer eigentlich nur über das neue Schuljahr geredet und alle haben sich vorgestellt.
In Rumänien gibt es eine Grundschule, danach eine Art Mittelschule bis zur 8. Klasse, an dessen Ende es Prüfungen in jedem Fach gibt. Nur wenn man diese bestanden hat, kann man in die „Highschool“ gehen, die wie in Deutschland bis zur 12. Klasse geht. Es gibt auch eine Art Abitur am Ende der Highschool, das man benötigt, wenn man studieren will. In meine Schule gehen Schüler von der ersten Klasse bis zur 12. Klasse. Für die Highschool kann man verschiedene Profile wählen, es gibt Naturwissenschaftliches Profil, Informatikprofil, ein Profil, an dessen Ende man ein Zertifikat erhält, mit dem man Schüler bis zur vierten Klasse unterrichten darf, und mein Profil, Philologie. Es ist genau das richtige für mich, ich mag eigentlich alle Fächer außer Informatik, wir haben kein Mathe und nur einmal in der Woche ein Fach, das eine Mischung aus Biologie, Physik und Chemie ist. Unten ist eine Übersetzung von meinem Stundenplan, und wie man dort sehen kann, habe ich jeden Tag in der Woche Englisch. Vom Niveau ist es ungefähr so, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin, wir arbeiten auf C1 hin. In den anderen Fächern kann ich das noch nicht so genau beurteilen, aber bis jetzt ist es ungefähr wie in Deutschland, manches hatten wir schon letztes Jahr, manches ist neu. In meiner Schule wird auch deutsch unterrichtet, aber in meiner Klasse hat niemand Deutschunterricht.
Vom Unterrichtsstil ist es viel mehr Frontalunterricht, als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Die Lehrer stellen kaum Fragen und es kommt vor, das der Lehrer eine ganze Stunde damit verbringt, den Schülern einen Hefteintrag zu diktieren. Mit einmal melden pro Stunde kommt man hier also nicht weit, ganz abgesehen davon, dass sich niemand meldet, wenn man etwas sagen will, sagt man es einfach. Auch Diskussionen gibt es eigentlich nicht, meine Schwester hat mir erzählt, wenn man in einer Klassenarbeit nicht einer Meinung mit dem Lehrer ist, gibt es Abzug.
Im Unterricht komme ich überraschend gut mit, ich verstehe eigentlich immer, worum es geht, auch wenn es sehr viel Konzentration verlangt, sodass ich am Ende eines Schultages immer ziemlich erledigt bin.
Die Noten gehen von eins bis zehn, wobei zehn die beste Note ist. Man muss mindestens eine fünf haben, um den Test zu bestehen. In meiner ersten Englischarbeit hatte ich eine 9,5, ich bin schon gespannt auf meinen ersten Test in rumänisch.
Eine Schulstunde geht immer 50 Minuten und danach haben wir 10 Minuten Pause, um 11h haben wir 20 Minuten Pause. Die Schule beginnt um 8h.
Theoretisch müssen wir auch eine Schuluniform tragen, allerdings habe ich noch nie gesehen, dass mehr als zwei Leute in der Klasse diese tragen. Und noch etwas ist mir aufgefallen, die Lehrer*innen werden so gut wie nie bei ihrem Namen angesprochen, sondern ausschließlich mit „doamn*a profesoar*e“ was soviel wie „Herr*Frau Lehrer*in“ heißt. Das bedeutet aber nicht, dass das Verhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen weniger eng ist als das in Deutschland, eher im Gegenteil, die beliebten Lehrer bekommen nach den Sommerferien einige Umarmungen und an Weihnachten und Ostern kauft die ganze Klasse allen Lehrern kleine Geschenke.  
Von meiner Klasse bin ich sehr nett aufgenommen worden, und auch die meisten Lehrer sind nett und interessiert an Deutschland.

So, das war’s jetzt erstmal, in zwei Wochen kommt ein neuer Eintrag.
Ceau, Alina

PS. In den Bildern sieht man meine Schule und mein Klassenzimmer.