Meine erste Woche in Rumänien

Hallo, ich bin Alina, bin 16 Jahre alt und ich bin jetzt schon seit einer Woche in Rumänien, wo ich ein Auslandsjahr verbringe.
Ich habe mir Rumänien als Austauschland ausgewählt, weil ich, obwohl die meisten osteuropäischen Länder ja sogar Teil der EU sind, nur sehr wenig über diesen Teil unseres Kontinentes wusste, und es außerdem vergleichsweise günstig ist, hier ein Auslandsjahr zu verbringen und es viele Stipendien gibt.
Vor einer Woche bin ich dann von München nach Cluj, der zweitgrößten Stadt Rumäniens geflogen. Es war mein erster Flug und ich musste allein fliegen, daher war ich ziemlich aufgeregt, aber alles hat gut geklappt. Schon nach eineinhalb Stunden kamen wir an, was mich etwas überrumpelt hat, weil ich beim Ausrechnen meiner Flugzeit die Zeitverschiebung von einer Stunde nicht berücksichtigt hatte, aber zum Glück bin ich trotzdem ausgestiegen, sodass mich am Flughafen meine Gastfamilie mit einer bedruckten Rumänienflagge in Empfang nehmen konnte. Anschließend fuhren wir nach einem kleinen Mittagessen auf relativ kleinen Landstraßen nach Oradea, einer Stadt mit ca. 200 000 Einwohnern ganz im Westen Rumäniens, wo wir dann abends angekommen sind. Mein Gastvater hat mir erzählt, dass es in ganz Rumänien nur um die vier Autobahnen gibt, die nicht miteinander verbunden sind, sodass die Fahrt dementsprechend länger dauerte, was aber nichts gemacht hat, denn dadurch konnte ich die rumänische Landschaft bewundern, die sich durchaus von unserer unterscheidet.
Was mir schon in den ersten Tagen aufgefallen ist, ist, dass meine Gastfamilie sich (entgegen meiner Erwartungen und auch Befürchtungen) sehr gesund ernährt. Fleisch wird nur wenig gegessen und die einzigen Süßigkeiten, die in dem Haushalt existieren, sind die, die ich von meiner Reise mitgebracht habe und auch Brot wird nicht wirklich gegessen. Dies liegt vor allem daran, dass meine Gastmutter und meine Gastschwester, die erst vor kurzem von einem Auslandsjahr in Amerika zurückgekehrt ist, Diät halten, aber auch daran, dass mein Gastvater Koch ist, und somit auch gesund sehr lecker kochen kann. Ich lebe hier also sogar gesünder als zuhause, und morgens gehe ich manchmal mit meiner Gastschwester joggen.
Meine Gasteltern sind beide berufstätig, sodass meine Gastschwester und ich tagsüber meist alleine zuhause sind. In der Zeit gehen wir manchmal in die Stadt oder mit dem Hund meiner Familie spazieren, zudem bin ich die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, rumänisch zu lernen, was mir die meiste Zeit auch Spaß macht, aber der aller größte Teil der Kommunikation findet trotzdem auf Englisch statt, obwohl meine Gastmutter inzwischen versucht, rumänisch zu reden, wenn sie mir etwas einfaches mitteilen will. Sie setzt sich auch fast jeden Abend ungefähr eine Viertelstunde mit mir hin, verbessert Sachen, die ich geschrieben habe, verbessert meine Aussprache und versucht, mir die ziemlich komplizierte Grammatik zu erklären.
Mir geht es hier also sehr gut, meine Gastfamilie ist wirklich total nett und ich fühle mich sehr wohl.
Morgen fahre ich mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester nach Cluj, wo meine Gastschwester ein YFU-Seminar hat, aber davon werde ich dann in meinem nächsten Eintrag berichten.
Ceau, Alina