Wer bin Ich?

Hey,

ihr denkt euch bestimmt etwas wie “Was will die denn?!” oder “Warum ausgerechnet Ecuador?!”.

Also mein Name ist Hanna, ich bin 16 Jahre alt und wohne jetzt für ein Jahr in Ambato, Ecuador.

Ich hab diesen Blog erstellt, um meine Erfahrungen in meinem Austauschjahr mit anderen zu teilen und Fragen darüber zu beantworten. Vor allem, da Ecuador ein eher untypisches Land für ein Auslandsjahr ist und ich selber noch nicht viele Blogs oder YouTube-Tagebücher darüber finden konnte.

Warum ein Auslandsjahr?

Vor ein paar Jahren habe ich das erste mal von der Möglichkeit gehört, ein Auslandsjahr (ALJ) zu machen und fande die Idee einfach genial. Aus meiner Klassen haben manche der älteren Geschwister auch eins gemacht, oder machen es gerade, dadurch habe ich viele Geschichten darüber gehört. Zusätzlich hängen in meiner Schule viele Plakate darüber und es gibt mindestens einmal im Jahr eine Informationsveranstaltung für Eltern und Schüler. Ich persönlich war nie bei einer davon (xD), aber mein Vater schon. Denn wir haben öfter darüber geredet und ich habe ihm erzählt, dass ich total gerne ein ALJ machen würde. Also ist er hingegangen und hat ein paar Broschüren mitgebracht, hauptsächlich von der Organisation YFU (Youth For Understanding Komitee), da diese keine Austauschprogramme anbietet sonder welche bei denen die Familie niemanden aufnimmt während man weg ist.

Dann, vor etwas mehr als einm Jahr, habe ich mich genauer damit auseinandergesetzt und auch mit meinem Vater darüber geredet, dass ich es wirklich machen will. Dann habe ich mich einfachmal online bei YFU beworben und alles hat seinen Lauf genommen bis ich schließlich am 23. August nach Ecuador fliegen werde.

Warum Ecuador?

Um ehrlich zu sein war Ecuador nicht mein erst Wunsch, das war nämlich Australien. Denn ich war schon immer von Australien fasziniert (Ok, ich gebe zu das kommt wahrscheinlich von “H2O plötzlich Meerjungfrau” und “Dance Academy – Tanz deinen Traum”).

Als zweit Wunsch hatte ich Costa Rica da ich auch dieses Land einfach genial finde (nicht zuletzt durch die Reisevideos von Simon Ungespielt), die Landschaft, die Leute und auch die Sprache: Spanisch. In der Schule lerne ich Englsich, Französisch und Spanisch, deshalb war klar dass ich nur in ein englisch- oder spanischsprachiges Land gehen werde, da nicht noch eine Sprache lernen will. Nach Europa wollte ich auch nicht, keine Ahnung warum ist so ein Gefühl gewesen, ich wollte etwas komplett neues und deswegen war mein zweit Wunsch auch in Südamerika.

Eigentlich wollte ich erst keinen dritt Wunsch nehmen da ich dachte, dass das schon klappen würde, habe mich dann aber doch entschieden ein drittes Land zu nehmen. Nur leider hatte ich keine Ahnung welches… Also habe ich eine Liste mit den Ländern gemacht die in Südamerika Spanisch als Amtssprache haben und wo ich mit YFU auch hinfahren konnte und lies am ende meine Freunde entscheiden (nur dass sie nicht wussten das es um mein ALJ geht xD).

Tja und so wurde es Ecuador.

Am Anfang fande ich es natürlich blöd, dass es weder Australien noch Costa Rica wurde, aber mittlerweile bin ich so extrem happy darüber <3. Denn nach Australien (oder den USA) fährt jeder.. und da kann man auch “einfacher” mal nach der Schule hinfahren, ich glaube ich wäre sonst niemals nach Ecuador gefahren, ich meine was will ich den da ?! Wo sie nichtmal wirklich Englsich sprechen?! Und wovon ich nicht nie wirklich etwas gehört habe ?! Und genau das finde ich gerade herraus!

Ich hoffe ich kann ein paar Menschen dazu animieren darüber nachzudenken ein Auslandsjahr zu machen und wenn ja vielleicht in ein etwas “untypisches” Land zu fahren.

Eure Hanna

Estland – oder auch: wie alles begann.

Hi, mein Name ist Marlene, ich bin 15 Jahre alt, besuche die 10. Klasse eines Gymnasiums und werde das Schuljahr 2017/18 im schönen Estland verbringen! Estland, fragst du dich? Hab’ ich mich verlesen und sie meint Island? Oder England? Nein, ich gehe tatsächlich in das kleine, verwunschen wirkende, unberührte Estland. „Was spricht man denn da? Wo ist das überhaupt? Haben die da Internet? Können die Englisch? Ist es da nicht arschkalt? Warum gehst du nicht einfach in die USA?!“ Das sind die Fragen, die ich wohl am häufigsten bezüglich meines Auslandsjahres bekommen habe und ich werde nun versuchen, sie gut zu beantworten.

Was spricht man denn da?

In Estland spricht man Estnisch. Estnisch gehört zu den finnisch-urgischen Sprachen und ist wohl am ehesten mit dem Finnischen zu vergleichen. Es gibt nur etwas über eine Millionen Menschen, die estnisch sprechen, deswegen freue ich mich besonders darauf, so eine Sprache zu lernen, die kaum jemand spricht! Das estnische Alphabet ist etwa so wie das Deutsche, nur dass es noch drei weitere Buchstaben gibt: Š, Ž und Õ. Grammatikalisch unterscheidet sich es allerdings stark vom Deutschen: Es gibt insgesamt 14 Fälle, anstatt, wie im Deutschen, nur vier. Dafür gibt es, wie im Englischen auch, keine grammatikalischen Geschlechter. Das coolste Wort, das ich kenne, ist das estnische Wort für „Nacht“: Öö.

Wo ist das überhaupt?

Estland ist das nördlichste der drei baltischen Staaten. Es grenzt südlich an Lettland und östlich an Russland. Nörd- und westlich liegt die Ostsee, an der auch die Hauptstadt Tallinn liegt. Estland hat eine Fläche von etwa 45.000 Quadratkilometern und ist somit kleiner als Niedersachsen! Mit seinen 1,3 Mio Einwohnern bildet Estland einen starken Unterschied zu Deutschland. Ich bin bereits super gespannt, ob man diese große Differenz als Austauschschüler zu spüren bekommt und wie es sich auf das alltägliche Leben auswirkt.

Haben die da Internet?

Natürlich haben „die da“ Internet. Schließlich wurde in Estland sogar Skype erfunden! Generell ist das Land sehr stark digitalisiert – man kann sogar per SMS wählen oder online ein Parkticket nutzen. Auch die Schulen sind digitalisiert, zum Beispiel nutzen alle Lehrer*innen und Schüler*innen „e-skool“: Ein Programm, auf dem Lehrer die Noten oder Hausaufgaben hochladen, oder den Eltern, einzelnen Schülern oder auch ganzen Klassen schreiben können. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch, also können Schüler ihre Hausaufgaben bekommen, Eltern die Noten des Kindes einsehen usw. Überall in Estland gibt es freies Wlan, manchmal kannst du mitten im Wald stehen und trotzdem gibt es irgendwo Hotspot. Und wenn nicht, dann gibt es extrem günstige Internetflats, bei denen 3G das Mindeste ist, was man haben kann…

Können die Englisch?

Jüngste Studien haben gezeigt, dass die Esten zu den Europäern gehören, die am besten englisch können, deswegen ja, die Esten können englisch!

Ist es da nicht arschkalt?

Das ist ein Klischée, das tatsächlich stimmt. Im Winter kann es – zumindest in der Nacht – bis zu -30°C kalt werden und der Schnee fällt gerne mal ab Oktober bis in den März hinein. Auch die Tage sind sehr viel kürzer, da die Sonne um 9:00 Uhr auf- und um 15:00 Uhr schon wieder untergeht. Natürlich gibt es aber auch einen Sommer in Estland! Die Temperaturen klettern auf bis zu 30°C und die Sonne scheint von 3:30 Uhr morgens bis 23:00 Uhr abends. Zudem fällt sehr weniger Regen; heißt: Weniger Matschwetter!

Warum gehst du nicht einfach in die USA!?

Wenn einfach das neue abenteuerlustig wäre, würde ich vielleicht auch in die USA gehen, aber dem ist natürlich nicht so. Ich will einfach mal etwas Anderes erleben. Die USA ist das Land, in das die meisten Austauschschüler gehen. Viele wollen den american way of life kennenlernen, hoffen, nach california in eine große Stadt zu kommen und das ganze Austauschjahr wie einen Urlaub zu erleben. Ich habe mich der Illusion nicht hingegeben und will unter Anderem eine neue Sprache lernen, aber am wichtigsten ist mir:

Nicht das Land macht das Jahr zu etwas Besonderem, sondern, was du aus dem Jahr machst.

Und sonst?

Ich bin nun bereits seit zwei Wochen hier und habe diesen Blogeintrag geschrieben, als ich noch etwa 50 Tage in Deutschland hatte. Aber die nächsten Berichte kommen natürlich auch.

Die “ersten” Tage

Hallo ihr,

Die ersten 12 Tage sind jetzt rum und ich kann immernoch nicht glauben, dass ich jetzt für ein Jahr hier bleiben werde.Allerdings habe ich das Gefühl, nicht erst seit grademal etwas über zehn Tagen hier zu sein, sondern schon seit drei oder vier Wochen.

Ich fühle mich total wohl in meiner Familie und habe das Gefühl schon richtig dazuzugehören.Langsam weiß ich, wo alles ist (Das ist ein sehr befriedigendes Gefühl), es baut sich eine Routine auf und man beteiligt sich am Abendbrottisch an Gesprächen. Vor ein paar Tagen hat mich meine eine Gastschwester gefragt, ob sie (meine Gastschwestern) sich für mich, wie richtige Schwestern anfühlen. Das hat mich sehr berührt und ich konnte auch zu unsrerer beiden Zufriedenheit mit Ja antworten. Wenn ich ehrlich bin kann ich mir nicht vorstellen, mein Auslandjahr in einer anderen Familie zu verbringen.

Ich habe gestern morgen zum ersten mal mit meiner Schwester und kurz auch mit meiner Mutter geskypt. Anstonsten haben wir ein bisschen kontakt über Whatsapp, was meiner Meinung nach grade ziemlich gut funktioniert.

Ausserdem war ich letzte Woche in einem Ankunftscamp. Das war total schönund ich hatte viel spaß. Wir waren 57 Leute plus Teamer. Anschließend war ich noch 3 Tage mit meiner Gastfamilie im Urlaub, weil mein Gastvater dort einen Auftritt hatte. Das war eine Anstrengende Kombi, aber sie hat sich gelohnt.

Das wars erst mal wieder von mir, Nele

Kurzmitteilung

Edinburgh-Inspiration

08/23/2017-7.04 pm.

Hi!

Ich kann nur sagen, dass Edinburgh eine riesige Inspiration für mich ist! Ich habe mein Buch im Januar angefangen und hatte bis vor meinem Flug ca. 25 Seiten geschrieben, doch seit letzter Woche schreibe ich auch hier weiter und jetzt sind es schon 48 Seiten! Ich schaffe hier in einer Woche also so viel, wie in Deutschland in acht Monaten!                                             Was ich euch damit sagen will: Lasst eure Köpfe nicht hängen und hört nicht mit den Sachen auf, die ihr in Deutschland angefangen habt, denn vielleicht findet ihr auch in eurem Gastland eure neue Inspirationsquelle!!!

Bis dann!

 

Erster Schultag

Hey guys,

Ich melde mich zurück nach einem sehr aufregenden ersten Schultag auf meiner Highschool! In diesem Blog-Post würde ich euch gerne mehr von meinen ersten Eindrücken auf einer amerikanischen High School erzählen.

Nachdem wir alle aufgestanden sind und vor der Haustür einige Fotos geschossen haben, saßen wir schon im Auto Richtung Buckeye Senior High. Meine Gefühle in diesem Moment zu beschreiben, ist recht schwer, denn noch vor paar Monaten habe ich so oft an diesen Tag gedacht und ihn mir in allen möglichen Wort-case Szenarien vorgestellt und nun war ich wirklich kurz davor. Man konnte meine Gefühle in diesem Moment mit denen am Ankunftstag ziemlich gut vergleichen -überwältigigt .

In der Schule angekommen, stand ich auch schon alleine inmitten von vielen Jugendlichen, die sich mit ihren Freunden über die vollbrachten Aktivitäten im Sommer unterhielten. Ich versuchte Ausschau nach bekannten Gesichtern zu halten, doch das brachte mich bei so vielen Schülern nicht sehr weit. An mir liefen nur kurz Victor und Takumi vorbei, weitere Austausschüler aus Frankreich und Japan. Nach 10 peinlichen Minuten des alleine-dastehens bin ich so schnell es ging zu meinem Locker gegangen und nach weiteren 5 peinlichen Minuten des exzessiven Schlossrütteln, musste ich mir leider eingestehen, dass ich sofort jemanden um Hilfe bitten muss, denn ansonsten würde ich zu spät zur ersten Stunde sein. Also fragte ich die erste Person, die älter als 14 aussah und bat sie um Hilfe. Das gefällt mir an Amerika bis jetzt sehr gut, denn jeder ist hier sehr hilfsbereit und freundlich. Nachdem ich dann mein Hefter und Federmäppchen aus meinem Schließfach geholt habe (denn mit einem Rucksack ist es einem nicht erlaubt rumzulaufen) bin ich zu meiner ersten Stunde gelaufen. Diese verlief ganz gut und ich habe zum ersten Mal von mir aus Leute angesprochen. Das ich aus Deutschland bin, wussten bereits fast alle. Das einzige Problem war es, den Amerikanern meinen Namen zuverklickern, aber mittlerweile bin ich an falsche Aussprachen schon gewöhnt. 😉

Austauschschüler ( von links: Ich, Victor, Takumi)

Die nächsten Stunden verliefen ähnlich: 1) aus der Klasse rennen, 2) zwei minuten am Locker rumrütteln und dann in der letzten Minute jemanden Fragen, 3) zum nächsten Klassenzimmer rennen. Ich muss sehr schnell lernen, wie ich mein Schließfach ohne Hilfe aufbekomme, denn in buchstäblich 3 min werde ich nicht immer Zeit und Lust haben jemanden um Hilfe zu bitten. Schon am ersten Tag wurde mein Stundenplan gewechselt, denn jetzt findet man Fotografie, Konzert Chor, Mathe, Englisch, Physik, Freistunden und US Geschichte wieder. Übrigends hat man diese Fächer jeden Tag, sehr großer Unterschied zu Deutschland. In jeder Klasse hat man deswegen 20-30 neue Schüler, im Chor sind es sogar 75 und in der Freistunde an die 50. Auf meiner Schule wird viel mit Laptops und Google Classroom gearbeitet, womit ich noch nie gearbeitet habe, was aber trotzdem cool ist.

Ich habe schon einige Leute kennengelernt, erinnern tu ich mich leider nur an die Gesichter, denn die Zahl der Namen ist viel zu hoch. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, mit welchen Leuten ich mein Auslandjahr verbringen werde und ob Victor mein einziger Buddy beim Lunch bleibt oder ob sich noch mehr dazugesellen. Gespannt bin ich auf jeden Fall auf alles, aber besonders auf das erste Football-Spiel diesen Freitag!

Ljuba