Die Zeit vergeht schnell und alles wird immer besser:)!!

Zuallererst möchte ich mich für einen Fehler gleich in der Überschrift des letzten Blogeintrags entschuldigen und mich korrigieren: ich wollte eigentlich „J(e)deme dál!´´ schreiben, da das mit „e´´ wir fahren weiter und ohne wir gehen weiter heißt;). Also denkt euch einfach das e in Klammern dazu oder das fahren in der Erklärung weg;).

So, endlich melde ich mich mal wieder und in der Zwischenzeit ist echt viel passiert, sodass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Vielleicht mit der Sprache: Tschechisch ist eine echt schöne Sprache, mittlerweile mag ich ihren Klang richtig und verstehe schon deutlich mehr als am Anfang. Und es ist vielleicht doch ein bisschen einfacher, als ich lange gedacht habe: Es gibt nur drei Zeiten!;) Ich war echt froh, als ich das erfahren habe.. klar, alles wird dekliniert, sogar Städte- und Vornamen, sodass aus einem Petr (tschechische Form für Peter) schnell eine Petra wird – und das nur, weil er im Akkusativ steht. Aber was echt interessant ist, ist, dass sowohl in der Umgangssprache als auch in der Hochsprache manchmal deutschstämmige Wörter verwendet werden. Beispielsweise ,,ksicht´´, das ungefähr dem deutschen Wort für Grimasse (,,Gesicht´´) entspricht, oder ,,cíl´´, das wie das deutsche ,,Ziel´´ ausgesprochen wird und auch dieselbe Bedeutung hat. Andererseits gibt es auch tschechische Lehnwörter im Deutschen und besonders auf das Wort „Roboter´´ vom tschechischen ,,robota´´ sind die Tschechen ziemlich stolz. Ob das ebenfalls ziemlich internationale Wort ,,Tunnel´´ auch aus dem Tschechischen kommt, wie meine Tschechischlehrerin in der Schule gesagt hat, bin ich mir aber nicht so sicher;).

Meine Sprachkenntnisse machen jede Woche Fortschritte und mittlerweile rede ich kaum noch Englisch. In der Familie war das jetzt schon länger so, da meine Gasteltern beide kein Englisch können und es für alle angenehmer (und vielleicht auch unterhaltsamer..) ist, wenn ich versuche, tschechisch zu reden. In der Schule spreche ich auch fast nur noch tschechisch, weil es irgendwie wirklich angefangen hat, Spaß zu machen;)). Mit dem Verstehen ist es aber noch etwas anders.. solange es um Uhrzeiten, Alltägliches und Smalltalk geht, ist meistens alles gut. Aber im Unterricht bleibt vieles ein Rätsel, auch, weil ich nicht alle Hefteinträge zu Hause übersetze;). Trotzdem hatte ich sogar schon gute Noten;) – sogar ein paar Einsen:)). Natürlich läuft es nicht überall gut, denn mit einem Jahr Chemiekenntnissen in einer Klasse mit vier Jahren mitzukommen, ist nicht so leicht und tschechische Diktate…(das braucht keinen Kommentar)… Aber das zweite Diktat war schon deutlich besser, ich habe anstatt der fünf Wörter im ersten sogar mehr als fünf Sätze mitgeschrieben, und anstatt einer Note (die sicherlich eine 5 gewesen wäre – das schlechteste hier) einen Smiley bekommen:). Bis jetzt habe ich ein wenig den Eindruck, dass die tschechische Schule irgendwie stressiger ist, wir haben diese Woche fünf Tests geschrieben und für nächste Woche sind auch schon drei angekündigt. In der Klasse fühle ich mich auch schon deutlich wohler als am Anfang, alle wissen jetzt, wer ich und warum ich hier bin und kennen mich auch schon besser. Klar kann ich mich nicht an jedem Gespräch beteiligen, aber das wird schon alles noch;).

Das war also jetzt schon einiges zum Thema Schule;). Vorletzte Woche hatte ich allerdings keine, da der Großteil meiner Klasse ohne denjenigen, die  nicht mitwollten bzw. wie ich keinen Platz bekommen haben, eine Klassenfahrt gemacht hat. Während also die einen entweder mit dem Fahrrad, dem Zug oder zu Fuß eine dem Feedback nach sehr schöne Tour gemacht haben, sind die anderen hier geblieben und hatten von Montag bis Mittwoch kleine Ausflüge. Das war ein ziemlich gutes Ersatzprogramm, um die Umgebung besser kennenzulernen und ich hänge auch noch ein paar Bilder (bzw. eins) an;). Am Donnerstag und am Freitag war für uns eigentlich wieder Schule, allerdings hatte ich meine PAO (PostArrivalOrientation) mit YFU, sodass also nicht zur Schule gegangen bin, sondern vier Tage mit sechs YFU-Freiwilligen und vier Austauschschülerinnen aus Mexiko, Australien, Kanada und Serbien verbracht habe. Das lange Wochenende war echt super und auch sehr motivierend und ich freue mich auf das nächste Treffen:).

Leider war die Sicht nicht so gut, als ich die Bilder gemacht habe:

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hier noch ein Bild von einem Teil der Häuser um den Marktplatz in Broumov (dort gehe ich zur Schule) herum:

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Jetzt muss ich unbedingt noch von einem der interessantesten Erlebnisse der letzten Wochen erzählen. Und zwar bin ich mit meiner Gastschwester und einigen ihrer Freunde zum Tanzkurs gegangen – „taneční´´ auf Tschechisch. Vor zwei Wochen müsste das das erste Mal gewesen sein und ich war ziemlich beeindruckt bis sprachlos. Aber jetzt erst einmal von vorne. Noch bevor ich hier angekommen bin, hatte mich meine Gastschwester per Mail gefragt, ob ich denn mit ihr und ihren Freunden mit zum Tanzkurs gehen würde, sie würden sich sehr freuen. Ich habe also eingewilligt und das als Anlass genommen, dass auch ich jetzt tanzen lernen würde. Anežka (meine Gastschwester) hatte mir gesagt, dass ich ein Kleid für die Tanzstunden brauche, also habe ich noch in Deutschland zwei einfache Kleider gekauft. Doch als wir zwei Stunden, bevor wir losfahren wollten, angefangen haben, uns vorzubereiten und mein Gastbruder, der mit mir tanzen sollte, einen Anzug mit Krawatte und weißen Handschuhen angezogen hat, wurde mir langsam klar, dass das hier anders war, als ich gedacht hatte. Und es war anders. Bevor wir zum taneční gefahren sind, haben wir noch die Großeltern besucht, damit sie uns so „herausgeputzt´´ sehen und sich freuen konnten. Als wir dann angekommen waren, versammelten sich vor dem Gebäude immer mehr ,,feingemachte´´ Mädchen und Jungen in unserem Alter und ich begann, mich in meinem einfachen Kleid ziemlich unwohl zu fühlen;). Die Jungen alle im Anzug, mit den passenden Schuhen und den schon erwähnten weißen Handschuhen und die Mädchen mit komplizierten Frisuren, hohen Schuhen und Kleidern, die bei deutschen Tanzschulen als Ballkleider gelten (soweit ich das beurteilen kann). (Ich habe mittlerweile gefragt, was sie denn dann am Ball als Steigerung tragen: es sind weiße, bis zu den Knöcheln lange Kleider.) Nachdem wir also unsere Jacken an der Garderobe abgegeben hatten, versammelten wir uns alle (geschätzt 30-40 Paare) im riesigen Saal und es ging los. Die Tanzstunde an sich war ganz lustig, wir haben die Grundlagen gelernt und Mazurka getanzt. Beim nächsten Mal war ich leider auf dem Seminar, sodass ich nicht hingehen konnte, aber gestern war´s dann mal wieder so weit. Wir waren nach der Schule noch in Polen (,,die Polen sind modischer!´´- Zitat meiner Gastmutter) , um ein Kleid für mich zu kaufen. Dieses Mal war es schon angenehmer, auch wenn das Tanzen wohl nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung werden wird;). Ich denke trotz des anfänglichen Schocks;)), dass das Erlebnis ein wichtiger Schritt war, um die tschechische Kultur kennenzulernen und bereue eigentlich nicht, mitgegangen zu sein.

hier noch ein Selfie aus der Pause zwischen den zwei Stunden;):

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Ich hätte zwar noch andere ziemliche Aha-Erlebnisse zu berichten, aber ich glaube mehr als 1000 Wörter reichen und ich wollte auch noch etwas Wichtiges schreiben:) – etwas zu meiner Gastfamilie:). Ich fühle mich nämlich mittlerweile richtig wohl hier und schon fast zu Hause. Meine Gastfamilie hilfft mir, wo es geht und ich kann sie immer fragen, wenn ich etwas nicht verstehe. Langsam kommt eine Routine in meinen Tagesablauf, ich weiß wo ich wie helfen kann (ich mähe mit einem Rasenmäher, auf den man sich setzen kann, Rasen!) und verstehe mich super mit meinen Gastgeschwistern. Natürlich vermisse ich meine Familie in Deutschland auch, aber ich weiß ja schließlich, dass ich zurückkommen werde;).

Ich werde mich denke ich in einem Monat wieder melden,

Ahoj, Eure Natalie

Leider ist der Artikel nicht mehr ganz aktuell, weil ich länger nichts reinstelllen konnte. Also noch ein kleines Update: Ich habe hier neben meinen Klarinettenstunden (, die echt anspruchsvoll sind) noch mit orientační běh angefangen und das erste Training hat mir sehr gut gefallen. Sonst gibt´s jetzt eigentlich nichts weiter, nur, dass ich mich immer besser einlebe und die Angaben im oberen Text (wie z.B. ,,letzte Woche´´ oder so) nicht mehr stimmen;).