Die Vorfreude steigt…

Noch knapp einen Monat bis es endlich losgeht: Am 15.08 steige ich in das Flugzeug nach Peking und die langersehnte Reise beginnt. Danach geht es ein paar Tage später noch weiter nach Shenzhen, in meine neue „Heimatstadt“ für ein Jahr. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf meine Gastfamilie, meine Schule und die vielen weiteren Facetten des Landes.

Inzwischen hatte ich auch schon meine VBT in Lauenburg und es war eine wunderschöne Zeit. Während der Woche habe ich viele unglaublich nette Leute kennengelernt, und jetzt fühle ich mich bestens auf das nächste Jahr vorbereitet. Nochmals vielen Dank bei allen für diese VBT. Ich habe während der Woche nochmal gemerkt, dass der Entschluss mit YFU als Organisation, nach China zu gehen, die beste Entscheidung war.

Und außerdem habe ich jetzt endlich eine Gastfamilie!!! Am letzten Tag der VBT habe ich eine Mail von meiner Gastmutter bekommen, und ich bin immer noch überglücklich. Es hätte keinen besseren Zeitpunkt für diese Nachricht geben können. Auf der VBT konnten alle meine Freude nachvollziehen und haben sich mit mir gefreut.

Mit meiner Gastmutter habe ich jetzt regelmäßigen Kontakt . Ich bin froh, eine so nette Gastfamilie zu haben, ich hätte mir keine bessere wünschen können. Neben meiner Gastmutter, und dem Gastvater gehören noch mein zweijähriger Gastbruder und der Gastopa zur Familie. Ich freue mich wahnsinnig sie bald endlich persönlich zu treffen.

Aber jetzt versuche ich natürlich noch die verbleibende Zeit in Deutschland zu genießen. Ich möchte noch soviel mit meinen Freunden und meiner Familie machen, und ich bin mir jetzt schon sicher dass ich sie alle sehr vermissen werde. Trotzdem heißt es bald Abschied zu nehmen, und meinen bekannten Umkreis für ein Jahr hinter mir zu lassen.

Inzwischen habe ich auch endlich alle erforderlichen Unterlagen für die Beantragung des Visums zusammen. Es ist unglaublich, wie viele Unterlagen man im Laufe der Vorbereitung beantragen und ausfüllen muss. Ich hätte vor einem Jahr niemals gedacht, dass ein Jahr im Ausland soviel Vorbereitung benötigt. Aber dadurch steigt die Freude durch die lange und ausführliche Vorbereitung noch mehr und man lernt viele Gleichgesinnte kennen.

Jetzt sind es für mich noch knapp zwei Wochen Schule, bis die finale Phase beginnt.

Ich freue mich unglaublich und kann es kaum erwarten endlich ins Flugzeug zu steigen.

Bis Bald

Joel

Austausch ist lernen!

Unter diesem Motto soll mein Jahr im Ausland stehen. Denn ich möchte die kommenden 10 Monate lernen. Das mag sich zunächst ziemlich trocken anhören, vor allem für diejenigen unter euch, die wie ich noch in die Schule gehen. Doch es soll nicht ein auswendig lernen aus Büchern oder Heften sein, nein, viel mehr ein Lernen vom Leben. Wie heißt es so schön? Das Leben schreibt die besten Geschichten und da passt auch das Zitat von Goethe prima dazu: Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Deshalb möchte ich die Welt sehen, dadurch lernen, mir mein eigenes Urteil zu bestimmten Themen zu bilden, mich selbst besser kennenlernen und an Erfahrungen nicht scheitern sondern wachsen.

So viel erst einmal dazu. Aber nun sollte ich mich vielleicht vorstellen. Ich heiße Vanessa, bin 16 Jahre alt und komme aus einer kleinen Stadt mit gerade mal 20.000 Einwohnern im wunderschönen Allgäu, im Süden Bayerns. Die nächsten 10 Monate meines Lebens werde ich in Ecuador, genauer gesagt in der Andenstadt Ibarra, Südamerika verbringen.

 

Eine häufig gestellte Frage, am Anfang, kurz nachdem ich meine Zusage bekam war: Was willst du denn in Ecuador?

Eigentlich weiß ich gar nicht mehr so recht, wie sich das alles ergeben hat. Anfangs wollt ich unbedingt nach Südafrika. Als ich dann bei meiner Bewerbung angeben musste, welche Länder für mich in Frage kämen, sprang mir auf einmal ganz Lateinamerika ins Gesicht. Ich informierte mich ein wenig über die Länder und ich war sofort begeistert. Meine Entscheidung, das Austauschjahr in Ecuador zu verbringen, kam letztendlich daher, weil ich einmal etwas komplett anderes sehen wollte. Ich war bis jetzt noch nie außerhalb Europas und deshalb war für mich sofort klar: Wenn überhaupt, dann schon richtig weit weg!

 Nun sitze ich hier, schreibe diesen Blogeintrag und bin mit meinen Gedanken irgendwo über den Wolken. Nur noch 41 Tage bis zum Abflug und ich frage mich wahrhaftig: Wo ist die Zeit geblieben? Es kommt mir vor wie gestern als ich voller Vorfreude mein Ticket nach München für das Auswahlgespräch buchte und jetzt ist bereits 1 Jahr vergangen. Vor drei Monaten hatte ich meine Vorbereitungstagung (VBT) und sie war einfach nur der Hammer. So viel Begeisterung und Freude wurde versprüht, dass ich ziemlich traurig war, als es nach einer Woche wieder nach hause ging. Momentan befinde ich mich immer noch in der Vorbereitungsphase, aber nicht mehr lange. Ich merke, wie schnell die Zeit an mir vorbeizieht, jetzt habe ich sogar schon meine Gastfamilie.

Auch die Abschlussprüfungen der 10. Klasse habe ich endlich hinter mich gebracht und zum Glück bestanden. Nun kann ich mich voll und ganz dem Ziel zuwenden und auf den entscheidenden Tag der Abreise warten. Dann heißt es für mich nach so langer Zeit des Wartens, der Vorbereitung und Vorfreude endlich: Adios alemania y hola Ecuador.

Das war’s jetzt mal fürs Erste. Liebe Grüße

Vanessa

Noch 33 Tage Vorfreude….

你好! (Hallo)

China (中国) – das Land der Mitte. Ein Land, mit fast doppelt so vielen Einwohnern wie Europa. Eine Sprache, die oft als eine der schwersten der Welt gilt. Eine Kultur, die sich seit vielen Jahrtausenden weiterentwickelt. Und nicht zu vergessen: Eine Wirtschaft, die vermutlich bald die stärkste der Welt sein wird.

Das sind nur ein paar Aspekte, die mir einfallen wenn ich über China nachdenke. Mein Name ist Joel, im September werde ich 16 Jahre alt und nächstes Jahr gehe ich mit YFU nach China.

Warum ich mich für China entschieden habe? Eine Frage, die ich in den letzten Monaten einige Male beantworten sollte. Meine Entscheidung ist für viele Leute nur schwer nachvollziehbar. Viele kennen China nur aus der Ferne oder von den Medien geprägt.

Versuche ich meinen „ungewöhnlichen“ Entschluss zu erklären stelle ich fest, dass es keine eindeutige Antwort gibt. Ich möchte Neues entdecken und bin fasziniert von der chinesischen Kultur. Ich wünsche mir, dass ich meinen Horizont erweitern kann und Erfahrungen sammle. Außerdem möchte ich natürlich die chinesische Sprache lernen.

Die Vorbereitung auf das kommende Jahr ist viel umfangreicher als ich sie mir vorgestellt habe. YFU betreut mich sehr gut  – ich bin sehr froh, dass ich mich für diese Organisation entschieden habe. Von Tag zu Tag freue ich mich mehr auf das kommende Jahr. Am 12.August geht es dann endlich los, mit dem Flug von Stuttgart nach Peking. Von hier aus geht es dann weiter nach Shenzhen (10 Millionen Einwohner) in der Nähe von Hongkong. Hier werde ich das nächste Jahr verbringen.

Die Vorfreude und die Aufregung steigen bei mir mit jedem Tag. Ich bin überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und freue mich wahnsinnig auf das nächste Jahr. Ein großes Dankeschön geht natürlich noch an die Stiftung Mercator. Ohne das großzügige Stipendium wäre das Jahr niemals möglich gewesen.

Das war es jetzt erstmal von mir. Bis Bald 再见

Joel

Hasta luego Chilito mio

Queridos lectores:

Es ist unverzeihlich lange her, dass ich berichtet habe. Ich bin nun sogar schon seit drei Tagen wieder in meinem deutschen Zuhause und habe schon mit meiner chilenischen Familie, meinen besten Freundinnen und meinem Scout-Leiter geskypet. So schnell geht die Zeit vorbei… nicht mal ein Jahr ist es her, dass ich müde in mein noch fremdes Bett fiel und wie ein Stein schlief, weil ich den ganzen Tag lang nur Spanisch gehört hatte. Kaum 9 Monate ist es her, dass ich das erste Mal auf Spanisch träumte, und auch meine erste rote Note in Geschichte einkassierte (ihrerarts übrigens die einzige), und kaum einen Monat ist es her, dass mir auf der Re-Entry-Orientation in Santiago klar wurde: Ich muss zurück. Also: Abschiedsplanung. Hier und da eine kleine Geste, eine CD für meinen Orchesterdirigenten, eine Halskette für meine Klassenlehrerin… Und schon waren das Abschiedsessen, das Abschiedsgrillen, die Abschiedscarrete organisiert – und auch einige Überraschungstorten, da ich nur zwei Wochen vor Abflug 16 wurde.

Es ist nicht hart, sich zu verabschieden. Es ist unmöglich.

Als ich kurz vor der Abreise nach Chile stand, wartete ich vergebens darauf, dass mir wirklich klar würde, dass ich für ein Jahr mein Zuhause verlassen und ab und an vollkommen  vergessen würde. Diese Erkenntnis kam mir nicht einmal in Chile, in keinem Augenblick. Plötzlich lebte ich einfach an einem anderen Ort. Und fertig. Bewusster Übergang? Nicht vorhanden.

Und genauso war es auch beim Abschied von meiner Famnilie. Plötzlich hatten wir noch 5 Minuten, um am Busterminal anzukommen, die Koffer einzuladen und uns zu verabschieden, und mir zog sich der Magen zusammen. Die Kehle drückte. Ein Jahr, das klingt verdammt lang. Und es ist ja auch viel passiert. Aber genug? Reicht das, was ich aus der Zeit gemacht habe? Denn es ist ja nicht dasselbe, jetzt zu sagen „Wir sehen uns nächstes Jahr.“. Das mag schon stimmen, aber nächstes Jahr ist meine beste Freundin auf der Uni, mein älterer Bruder trägt das Haar bis auf die Schultern, und die Tochter meines Scoutleiters wird schon mit Zöpfen und auf beiden Beinen herumlaufen. Und ich, ich werde Besucher sein. Ein ersehnter Besucher, aber eben nur Besucher. Und trotzdem: Machen kann ich nichts. Also: Augen zu und durch. Taschentücher hatte ich zwar eingepackt, aber, wie sich herausgestellt hat, eigentlich nicht genug. Naja, der Jackenärmel hilft notfalls auch.

Auch der Abschied von Chiloé an sich fiel mir schwer. Meine geliebte Insel, so ganz besonders… ein Fleckchen Chile, das den Curanto pflegt, bei Nebel den Caleuche begrüßt, und beim Cuecatanzen das Pañuelo auf Kniehöhe wirbelt. Wo ich Regen und Kühle liebgewonnen habe. Chiloé es mi tierra querida…

Und im Endeffekt stand ich dann am Flughafen, mit zwei Koffern, einem Rucksacker und einer Jacke in der Hand, und musste durch die Papierkontrolle. Eine letzte Umarmung von Onkel und Tante, und dann endete auch schon mein chilenisches Dasein. Ich war wieder eine deutsche Alleinreisende, ungewiss gegenüber dem, was mich dort drüben erwartete, zusammen mit vielen anderen blonden Jugendlichen.

Schon vier Tage ist es her, dass ich meine beiden „Mitflieger“ anhalten wollte, weil ich plötzlich Angst hatte, durch die Ankunftstür zu gehen und meine Mutter wiederzusehen, und sie dann endlich wieder in die Arme schloss.

Vier Tage ist es her, und immer noch ist es seltsam, Werbeschilder auf Deutsch zu lesen. Immer noch klingt das Deutsche in meinen Ohren unglaublich platt und formlos, und immer noch ist alles irgendwie falsch. Die Sonne ist falsch, die Wärme ist falsch, und die huppellosen Straßen sind auch falsch. Aber gut, das wird schon wieder vorbeigehen. Das weiß ich. In Sachen Gewöhnung sind wir ja jetzt alle Experten. Aber will ich das eigentlich?

Jetzt sind wir aber keine ATS mehr, sondern Justees: Kürzlich zurückgekommene Ex-ATS. Noch nicht Ehemalige, der Ankommprozess ist ja noch nicht abgeschlossen. Aber eben fast schon.

Das Jahr ist vorbei, endgültig vorbei. Genau wie die ganzen anderen Jahre unseres Lebens. Und wir sind alle wieder zurückgekommen, wir kennen ja die Regeln. Doch das Jahr müssen wir jetzt auf unser Leben ausweiten. Nicht einfach abreisen und da ankommen, wo wir vor einem Jahr waren, sondern abreisen und zurückkommen und weitermachen vom Jetzt aus; die chilenischen Kontakte pflegen und auf die baldige Rückkehr hoffen. Hasta luego Chilito mío!

Adiós a ustedes, cuídense mucho

Kara

Fremde sind Freunde, die wir noch nicht kennen!

Jahre, Wochen, Monate, Tage habe ich auf diesen einen Brief gewartet. Gehofft, gebetet, unruhig geschlafen. Ich wollte diesen einen Satz lesen und meinem Traum, die Welt zu erkunden, einen Schritt näher kommen.

Angefangen hat alles mit einem Info-Abend, in der Schule, zum Thema „Auslandsaufenthalte“, weiter ging es mit der Suche nach der perfekten Organisation für mich und aufgehört hat es mit diesem einen Satz. Dieser eine Satz;

„Liebe Amina, wir freuen uns, Dir mitteilen zu können, dass unser Auswahlausschluss Dich für ein YFU-Austauschjahr in Ecuador ausgewählt hat!“

Worte sind zu wenig um meine Freude und meine Ungeduld auszudrücken, aber nun erstmal von Anfang an:

Mein Name ist Amina, ich bin 16 Jahre alt, aus Hamburg, und ich werde ab August 2014 den Schritt meines Lebens wagen und ein Jahr in Ecuador verbringen.

Warum Ecuador?
Ich kann es nicht sagen. Vielleicht ist es das Unerwartete, das Leben auf der anderen Seite der Welt – die neue Kultur, die neuen Menschen, mein Traum.
Ich bin der Meinung, dass dieses Jahr eine unglaublich große Chance in meinem Leben ist, die mich reifen lässt, mir neue Seiten des Lebens zeigt, mir eine zweite Heimat und Familie schenkt.

Ich freue mich auf ein Jahr voller neuer Begegnungen und Erfahrungen. Ich freue mich auf die Musik, die Feste und die offene Art der Südamerikaner. Ich freue mich darauf, die Zeit meines Lebens in diesem Land zu verbringen. Ich freue mich auf die schweren Zeiten an denen ich wachsen werde. Ich freue mich darauf den Leuten dort einen kleinen Einblick in meine Kultur zu geben, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen und das Jahr zu einem unvergesslichen Abenteuer zu machen! In meinem Jahr in Ecuador möchte ich nicht nur die Zeit meines Lebens erleben, sondern auch Vorurteile ab und viele neue Freundschaften aufbauen – Kulturen verbinden.

Ausland – das ist für mich mehr als nur ein Wort – es ist ein Kindheitstraum.

Ich hoffe, dass ihr meine Freude und Aufregung teilt, wenn ihr meinen Blog lest – denn genau das ist mein Ziel!

Un abrazo,
Amina